SPAN Margin – Definition & Erklärung

Autor: Armin Hecktor

Die SPAN Margin ist eine risikobasierte Berechnung der erforderlichen Sicherheitsleistungen für ein Gesamtportfolio. Dafür werden Risikorahmen und modellierte Marktszenarien definiert, die von Algorithmen verarbeitet werden. Ziel ist, den größten modellierten Tagesverlust eines Portfolios (Worst-Case-Verlust innerhalb der vorgegebenen Szenarien) zu ermitteln, um risikobasierte Margin-Anforderungen für Futures und Optionen festzulegen.

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SPAN Margin – Definition

Die SPAN Margin wird auf Basis des Systems „Standardized Portfolio Analysis of Risk“ (SPAN) kalkuliert. Dieses System bewertet das Tagesrisiko eines Depots auf Gesamtportfolioebene und leitet daraus die erforderlichen Margin-Anforderungen ab.

SPAN berechnet dazu die Gewinne und Verluste, die einem Portfolio aus derivativen und gegebenenfalls physischen Instrumenten unter verschiedenen Marktbedingungen über in der Regel einen Handelstag entstehen könnten, und verwendet den größten modellierten Verlust als Grundlage für die erforderliche Sicherheitsleistung.

Hinweis: SPAN ist seit Jahrzehnten ein weit verbreiteter Industriestandard für Margin-Berechnungen und wird von vielen Terminbörsen über ihre Clearinghäuser genutzt. Einige zentrale Gegenparteien verwenden jedoch alternative, VaR-basierte Portfolio-Margin-Modelle, etwa STANS (Options Clearing Corporation, OCC) oder Prisma (Eurex Clearing).

Grundlagen der SPAN Margin

Händler von Futures (Terminkontrakte) und Stillhalter von Optionen müssen über eine ausreichende Margin (Sicherheitsleistung) auf ihren Konten verfügen, wenn sie Positionen eingehen, um potenziell anfallende Verluste zu kompensieren. Das SPAN-System definiert hierfür mithilfe risikobasierter Algorithmen ein Set standardisierter Szenarien für mögliche Marktentwicklungen mit einem Zeithorizont von einem Tag.

Berechnungsgrundlage

Die Berechnung der SPAN Margin erfolgt anhand von Risikorahmen, die Gewinne oder Verluste für jeden Kontrakt unter verschiedenen Bedingungen festlegen. Diese Bedingungen werden als Risikoszenarien bezeichnet und messen Gewinne oder Verluste in Bezug auf Preisänderungen, Volatilitätsänderungen und den Zeitablauf bis zur Fälligkeit.

Zu beachten ist dabei, dass die Margin bei Terminkontrakten den Barmittelbetrag darstellt, den der Händler als Sicherheit auf seinem Konto hinterlegen muss, um einen Terminkontrakt zu besichern. Die erforderliche Margin kann sich täglich ändern.

Einflussfaktoren und Bedeutung

Die wichtigsten Eingangsgrößen für die Modellberechnungen sind Ausübungspreise (Strikes), Preisänderungen der Underlyings, risikofreie Zinssätze, Änderungen der impliziten Volatilität und der verbleibenden Restlaufzeit.

SPAN berechnet zunächst die Margin für jede Risikoeinheit (z.B. Produkt- oder Kombinationsgruppen) und aggregiert diese anschließend zu einer Gesamt-Margin-Anforderung für das Portfolio, wobei Risiko-Offsets zwischen Positionen berücksichtigt werden. Dadurch kann im Konto freie Margin entstehen, die für neue Positionen nutzbar ist. Insgesamt wird so die erforderliche Gesamtsicherheitsleistung optimiert.

Hinweis: Wie bereits erwähnt, findet das SPAN-System nicht bei jeder Terminbörse Anwendung. Entsprechend können die Margin-Regelungen zwischen einzelnen Börsen voneinander abweichen. Beispielsweise unterscheidet sich das Margin-System der Chicago Board Options Exchange (CBOE), die über die OCC abgerechnet wird, von dem der Chicago Board of Trade (CBOT) und der Chicago Mercantile Exchange (CME). Die beiden letztgenannten nutzen über CME Clearing das SPAN-System.

Aufbau des SPAN Systems

SPAN berechnet Margin-Anforderungen in einem mehrstufigen Prozess:

  1. Festlegung von Risiko-Parametern
    Terminbörsen bzw. deren Clearinghäuser kalibrieren Risiko-Parameter wie historische Volatilität, typische Preisbewegungen, Liquidität und ggf. offizielle tägliche Preislimits (z.B. Limit Up / Limit Down).
  2. Definition von Risikoszenarien
    Auf dieser Basis werden standardisierte Risikoszenarien (Risk Arrays) für jedes Produkt und jede Risikoeinheit definiert. Ein Worst-Case Risikorahmen für einen Short Call wäre beispielsweise ein extremer Anstieg des Kurses und der Volatilität. Diese Szenarien bilden Preisänderungen, Volatilitätsschocks und den Zeitablauf bis zur Fälligkeit ab.
  3. Bewertung der Positionen
    Für jedes Szenario werden die Gewinne und Verluste aller relevanten Kontrakte berechnet. Der größte Verlust je Risikoeinheit ergibt das sogenannte Scanning Risk.
  4. Aggregation auf Portfolioebene
    Anschließend werden Risiko-Offsets zwischen korrelierten Produkten sowie zusätzliche Aufschläge (z.B. für Konzentrations- oder Liefer­risiken) berücksichtigt und zu einer Gesamt-Margin-Anforderung für das Portfolio aggregiert.

Die so festgelegten Futures-Margin-Anforderungen ermöglichen es Börse bzw. Clearinghaus einzuschätzen, wie eine tägliche Worst-Case-Bewegung einer offenen Long- oder Short-Position ausfallen könnte.

Hinweis: SPAN kann für Stillhalter in Futures-Optionen Margineffizienzen bringen, da Hedging-Effekte im Portfolio berücksichtigt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass nicht alle Broker ihren Kunden die reinen SPAN-Mindestmargins weitergeben. Händler sollten bei der Brokerwahl prüfen, welches Margin-Modell (z.B. SPAN, Portfolio-Margin, Reg-T) eingesetzt wird und ob zusätzliche hausinterne Aufschläge („house margin“) erhoben werden.

Vorteile von SPAN

Ein zentrales Merkmal von SPAN besteht darin, dass bei der Festlegung der Margin-Anforderungen das gesamte Portfolio betrachtet wird, statt nur Einzelpositionen isoliert zu bewerten. Dadurch können sich für Optionsstrategien, bei denen Calls und Puts kombiniert werden, deutliche Margineffizienzen ergeben.

Angenommen, ein Händler schreibt einen Call Credit Spread auf den S&P 500. Die verkaufte Option liegt etwa 15 % aus dem Geld (OTM) und hat eine Restlaufzeit von drei Monaten. In einem typischen Marktumfeld könnte hierfür eine initiale SPAN-Margin-Anforderung in der Größenordnung von beispielsweise 3.000 bis 4.000 USD anfallen.

Ergänzt der Händler nun einen Put Credit Spread mit ausgleichendem Delta auf demselben Underlying, kann SPAN die gegenläufigen Risiken beider Strategien berücksichtigen. Soweit sich das Gesamtrisiko laut SPAN-Risikorahmen nicht erhöht, steigt die erforderliche Portfolio-Margin dann nur geringfügig oder gar nicht. 

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