Non-Farm Payrolls – Definition & Bedeutung

Autorin: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Non-Farm Payrolls (NFP), im Deutschen umschrieben mit “Gehaltsliste aller nicht-landwirtschaftlichen Angestellten” sind ein Maß für die Anzahl der Arbeitnehmer außerhalb der Landwirtschaft in den USA und spiegeln die Zahl der neu geschaffenen bzw. verlorenen Arbeitsplätze im Vergleich zum Vormonat wider. Diese Kennziffer liefert einen Überblick zur aktuellen Beschäftigungssituation und somit auch zur Wirtschaftslage in den USA.  

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Non-Farm Payrolls – Definition

Non-Farm Payrolls (NFP) sind monatliche Statistiken über die Gesamtzahl der privatwirtschaftlichen Beschäftigten, die etwa 80 % der gesamten Arbeitskräfte in den USA ausmachen. Nicht berücksichtigt werden Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, private Haushaltsangestellte, unbezahlte Freiwillige, einige Regierungsangestellte (beispielsweise im Militär oder der nationalen Sicherheitsbehörde), Non-Profit-Organisationen und nicht eingetragene (z.B. ohne GmbH) Selbstständige. 

Auf dieser Seite werden die berücksichtigten Beschäftigten in der Statistik der Kennzahl u.a. nach Branchen tabellarisch zusammengefasst. So gehören Arbeitsplätze innerhalb des öffentlichen Bildungswesens (z.B. Lehrer) auch zur Statistik.

Zuständig für die monatliche Ermittlung und Veröffentlichung der Non-Farm Payrolls ist das U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS) (deutsche Übersetzung: US-Büro für Arbeitsstatistik), eine Abteilung des Arbeitsministeriums der USA.

Wann werden die Non-Farm Payrolls veröffentlicht?

Im Rahmen der Analyse zu den US-Arbeitsmarktdaten stellt das US-Büro für Arbeitsstatistik die Non-Farm Payrolls in ihrem Arbeitsmarktbericht monatlich zur Verfügung gestellt. Sämtliche Arbeitsmarktberichte des U.S. Bureau of Labor Statistics werden normalerweise am ersten Freitag jeden Monats gegen 14:30 Uhr MEZ auf dieser Seite veröffentlicht. Häufig beginnt der Bericht (erster Satz) mit der Angabe, um wie viel sich die Zahl der Non-Farm Payrolls im Vergleich zum Vormonat verändert hat.

Welche Auswirkungen die Veröffentlichung der Daten auf die Konjunktur sowie die Finanzmärkte haben, wird weiter unten diskutiert. 

Bedeutung der Non-Farm Payrolls

Non-Farm Payrolls als Konjunkturindikator

Non-Farm Payrolls gelten als Konjunkturfrühindikator, weil sie zeitnah Veränderungen in der Beschäftigung in den USA messen. So kann eine Zunahme in der privatwirtschaftlichen Beschäftigung darauf hindeuten, dass Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen, was wiederum bedeuten kann, dass die Unternehmen stärker wachsen.

Außerdem dürften den Neuangestellten mehr Einkommen zur Verfügung stehen, womit mittelbar das Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die dazugehörige private Nachfrage ansteigen, sodass eine wirtschaftliche Expansion begünstigt wird.

Auswirkungen auf den Aktienmarkt

Ein Anstieg der Arbeitsstellen kann ein positives Signal (bullisch) für Aktienkurse sein. Je höher die Anzahl der Non-Farm Payrolls im Vergleich zu den vorherigen Wochen ausfällt, desto deutlicher dürften der gesamtwirtschaftliche Konsum sowie die Investitionen in den USA zunehmen. 

In diesem Zusammenhang scheint es für Unternehmen lohnenswert zu sein, die Produktion auszuweiten, sodass Umsätze und ggf. Gewinne für die Anteilseigner steigen. 

Im Unterschied kann ein außerordentlicher Rückgang in den Gehaltslisten tendenziell zu sinkenden (bärisch) US-amerikanischen Aktienkursen führen.   

Bedeutung für den Devisenmarkt

Wenn die Non-Farm Payrolls unerwartet hoch ausfallen, kann dies zu einer Aufwertung des Dollarkurses führen (im Umkehrschluss Abwertung des Euro). 

Der Dollarkurs wird durch die Nachfrage nach und das Angebot an US-Dollar auf den Devisenmärkten bestimmt. Starke Stellenzuwächse in den USA können Anleger motivieren, vermehrt in Wertpapiere (z.B. Aktien, Optionen) zu investieren, die in Dollar notiert sind. 

Darüber hinaus können gestiegene NFP-Werte auf erhöhte Warenexporte hinweisen. Schließlich führt dies alles dazu, dass die Nachfrage nach US-Dollar und damit auch der US-Dollar an Wert zunehmen.

Einfluss der Non-Farm Payrolls auf der Volatilität

Unerwartete Ergebnisse zu Non-Farm Payrolls können mit einer erhöhten Volatilität (plötzliche Preisbewegungen) auf den Finanzmärkten verbunden sein. Da die Zunahme bzw. Abnahme von Stellen in den USA unmittelbar die Beschäftigung und mittelbar die Waren und Dienstleistungen sowie die Wechselkurse beeinflussen, besitzt die Kennzahl eine hohe Aussagekraft.

Non-Farm Payrolls und Volatilität an der Börse

Non-Farm Payrolls Chart und Entwicklung

Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis stellt die Non-Farm Payrolls in den USA im Zeitverlauf dar.

Non-Farm Payrolls in den USA im Zeitverlauf (in Tausende von Personen)

Deutliche Abschwünge in dieser Grafik reflektieren schwere Krisen in den USA, wie 2008 (Finanzkrise) sowie 2020 (Corona-Pandemie).

Zudem dürfte der weitgehende Anstieg in der privatwirtschaftlichen Beschäftigtenzahl (etwa 147 Millionen Beschäftigte, Stand: 2021) dadurch begründet sein, dass die zivile nicht-institutionelle Bevölkerung, definiert als Personen ab 16 Jahren, mit Wohnsitz in den USA (etwa 261 Millionen Personen, Stand: 2021) und damit auch die Anzahl an Arbeitskräften in den USA (etwa 161 Millionen Personen, entspricht einer Erwerbsquote von 61 %, Stand: 2021) beinahe stetig zugenommen hat. 

Zusammenfassung

Non-Farm Payrolls (NFP) sind aufschlussreiche Statistiken zur Gesamtzahl der bezahlten, nicht-landwirtschaftlichen Arbeitnehmer in den USA und ein Konjunkturindikator. Häufig werden sie im Deutschen als Gehaltsliste außerhalb der Landwirtschaft umschrieben.  

Letztlich nutzen auch Aktionäre sowie Anleger, die sich auf den Handel mit Währungen spezialisieren, die aktuellen Zahlen für ihre Investitionsentscheidungen. Insbesondere im Zuge eines unerwarteten Anstiegs oder einer Abnahme der NFP-Werte zeigt sich eine erhöhte Volatilität auf den Finanzmärkten.

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