Non-Farm Payrolls – Definition & Bedeutung

Autorin: Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Non-Farm Payrolls (NFP) bezeichnen die Beschäftigung auf nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten in den USA. Im Mittelpunkt der monatlichen Veröffentlichung steht häufig die saisonbereinigte Nettoveränderung der erfassten Beschäftigungsverhältnisse gegenüber dem Vormonat. Die Kennzahl liefert damit einen zeitnahen Überblick über die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes und ist zugleich ein wichtiger Indikator für die konjunkturelle Lage.

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Non-Farm Payrolls – Definition

Die Non-Farm Payrolls basieren auf der monatlichen Current Employment Statistics Survey (CES) des U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS). Erfasst wird die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse auf nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten im privaten Sektor und bei zivilen staatlichen Arbeitgebern.

Die häufig beachtete monatliche NFP-Zahl in den US-Arbeitsmarktdaten beschreibt die Nettoveränderung dieses Beschäftigungsbestands gegenüber dem Vormonat. Sie ist daher nicht mit der Bruttozahl neu geschaffener oder weggefallener Stellen gleichzusetzen.

Die NFP gehören zu den besonders beachteten US-Arbeitsmarktdaten. Sie können die Einschätzung der Konjunktur und die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve beeinflussen.

Non-Farm Payrolls Termine

Die Non-Farm Payrolls werden typischerweise am ersten Freitag des Folgemonats um 8:30 Uhr Eastern Time (ET) bzw. 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Der genaue Veröffentlichungstag kann aufgrund von Feiertagen oder anderen Besonderheiten abweichen.

US-Arbeitsmarktdaten – Termine 2026

Hinweis: Die zuerst veröffentlichten NFP-Werte sind vorläufig. Das BLS revidiert die monatlichen Schätzungen in den beiden folgenden Veröffentlichungen, wenn weitere Meldungen von Unternehmen und Behörden vorliegen. Zusätzlich werden die Beschäftigungsreihen regelmäßig anhand umfassenderer Daten, insbesondere des Quarterly Census of Employment and Wages (QCEW), benchmark-revidiert.

Wer gilt als beschäftigt im US-Arbeitsbericht?

Als beschäftigt gilt, wer während eines Teils der Abrechnungsperiode, die den 12. Tag des jeweiligen Monats umfasst, bezahlt wurde. Personen mit mehreren erfassten Beschäftigungsverhältnissen können entsprechend mehrfach gezählt werden.

Nicht zum Erfassungsbereich der NFP gehören unter anderem Beschäftigte in der Landwirtschaft und in privaten Haushalten, Einzelunternehmer und nicht als Kapitalgesellschaft organisierte Selbstständige (unincorporated self-employed), unbezahlte Familienangehörige und Freiwillige sowie militärisches Personal.

Bezahlte Beschäftigte von Non-Profit-Organisationen können dagegen in der Statistik enthalten sein. Auch zivile Beschäftigte des Staates werden grundsätzlich berücksichtigt, wobei für einzelne Bundesbehörden Ausnahmen bestehen.

Hinweis: Die berücksichtigten Beschäftigungsverhältnisse werden vom BLS unter anderem nach Wirtschaftsbereichen tabellarisch zusammengefasst.

Bedeutung der Non-Farm Payrolls

Konjunkturindikator

Non-Farm Payrolls gelten als wichtiger und zeitnaher Konjunkturindikator. Ein über mehrere Monate anhaltender Beschäftigungszuwachs kann auf eine steigende Arbeitsnachfrage und eine robuste wirtschaftliche Entwicklung hindeuten. Umgekehrt können deutliche und breit angelegte Beschäftigungsrückgänge auf eine konjunkturelle Abschwächung hinweisen.

Auswirkungen auf den Aktienmarkt

Für die kurzfristige Reaktion des Aktienmarkts ist es besonders relevant, wie die veröffentlichten NFP im Verhältnis zu den zuvor eingepreisten Markterwartungen ausfallen und wie die übrigen Angaben des Arbeitsmarktberichts interpretiert werden.

Eine unerwartet starke Beschäftigungsentwicklung kann einerseits positiv für Aktien sein, wenn sie die Erwartungen an Wachstum, Konsum sowie Unternehmensumsätze und Gewinne verbessert. Andererseits können sehr starke Arbeitsmarktdaten Erwartungen an höhere oder länger erhöht bleibende Zinsen verstärken und damit Aktienbewertungen belasten.

Bedeutung für den Devisenmarkt

Fallen die Non-Farm Payrolls unerwartet stärker aus als vom Markt erwartet, kann der US-Dollar gegenüber anderen Währungen aufwerten. Historisch reagieren Devisenmärkte insbesondere auf den Überraschungsanteil der Veröffentlichung.

Ein möglicher Übertragungskanal sind veränderte Erwartungen an die US-Geldpolitik und die Renditen von US-Anleihen. Deuten starke Arbeitsmarktdaten beispielsweise auf eine robustere Konjunktur oder einen geringeren Spielraum für Zinssenkungen hin, können die erwarteten US-Zinsen steigen und den Dollar unterstützen. 

Einfluss der Non-Farm Payrolls auf der Volatilität

Vor allem unerwartete Abweichungen von den Markterwartungen können unmittelbar nach der Veröffentlichung mit einer erhöhten Volatilität auf den Finanzmärkten verbunden sein. Marktbewegungen entstehen, weil Anleger auf Basis der neuen Informationen ihre Erwartungen zu Konjunktur, Inflation, Zinsen und Geldpolitik anpassen.

Non-Farm Payrolls und Volatilität an der Börse

Non-Farm Payrolls – Chart und Entwicklung

Die folgende Grafik der Federal Reserve Bank of St. Louis zeigt den saisonbereinigten Beschäftigungsstand der Reihe „All Employees, Total Nonfarm“ (PAYEMS). Dargestellt wird damit die Gesamtzahl der erfassten nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigungsverhältnisse. Rückgänge des Beschäftigungsstands waren beispielsweise während der Finanzkrise 2008/2009 und besonders ausgeprägt zu Beginn der Corona-Pandemie 2020 zu beobachten.

Non-Farm Payrolls vs. Initial Jobless Claims

Die monatlich veröffentlichten Non-Farm Payrolls zeigen den Beschäftigungsstand auf nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten sowie dessen monatliche Nettoveränderung.

Die donnerstags erscheinenden Initial Jobless Claims (dt.: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe) erfassen dagegen die Zahl der neu eingereichten Erstanträge auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Aufgrund ihrer wöchentlichen Veröffentlichung reagieren sie sehr zeitnah auf Veränderungen am Arbeitsmarkt und gelten als wichtiger Frühindikator für neu entstehende Arbeitslosigkeit.

Zusammenfassung

Non-Farm Payrolls (NFP) erfassen die Beschäftigungsverhältnisse auf nichtlandwirtschaftlichen Lohn- und Gehaltslisten in den USA. Besonders beachtet wird die monatliche Nettoveränderung dieses Beschäftigungsbestands. Die Kennzahl umfasst neben dem privaten Sektor auch zivile staatliche Beschäftigung, während unter anderem Landwirtschaft, private Haushalte, bestimmte Selbstständige sowie militärisches Personal nicht berücksichtigt werden.

Die NFP sind ein wichtiger zeitnaher Arbeitsmarkt- und Konjunkturindikator und gehören zu den besonders beachteten Veröffentlichungen an den internationalen Finanzmärkten. Vor allem deutliche Abweichungen von den zuvor erwarteten Werten können zu kurzfristigen Kursbewegungen und erhöhter Volatilität führen. Die Richtung der Marktreaktion ist dabei nicht allein von der Höhe der NFP abhängig, sondern unter anderem von den Markterwartungen, weiteren Bestandteilen des Arbeitsmarktberichts und den daraus abgeleiteten Erwartungen an die US-Geldpolitik.

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