Limit Down – Bedeutung & Erklärung
Das Limit Down (deutsch: unteres Preislimit) bezeichnet die untere Preisgrenze bzw. das untere Preisband eines Futures oder einer Aktie. Mit der Festlegung solcher Preisgrenzen wollen Aufsichtsbehörden und Börsenbetreiber ungewöhnlichen Marktschwankungen und Panikverkäufen entgegenwirken. Das Gegenstück dazu ist das Limit Up.
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Was ist ein Limit Down?
Ein Limit Down bezeichnet die untere Preisgrenze bzw. das untere Preisband eines Wertpapiers oder Futures-Kontrakts, die bzw. das in der Regel als Prozentsatz eines Referenzkurses ausgedrückt wird.Wird bei einem Futures-Kontrakt das festgelegte untere Preislimit erreicht, sind weitere Abschlüsse unterhalb dieser Grenze nicht zulässig. Ob und in welchem Umfang der Handel fortgeführt, eingeschränkt oder im Zusammenspiel mit marktweiten Schutzmechanismen unterbrochen wird, hängt von den Regeln der jeweiligen Terminbörse und des konkreten Kontrakts ab.
Dabei gelten für verschiedene Futures-Kontrakte unterschiedliche Regelungen. Somit ist es durchaus möglich, dass einige Futures Handelsbeschränkungen unterliegen, während die Handelsaktivitäten in anderen Terminkontrakten desselben Basiswertes normal weiterlaufen.
Limit Down bei Aktienindex-Futures
Für US-Aktienindex-Futures, wie z.B. den E-Mini Nasdaq 100 Future (Symbol: NQ), sind die Preislimits eng mit den marktweiten Circuit-Breaker-Regeln der US-Aktienmärkte abgestimmt. Folgendes gilt dabei vereinfacht:
- Zwischen 9:30 und 15:25 ET gelten auf der Unterseite Preisgrenzen von 7% (Stufe 1), 13% (Stufe 2) und 20% (Stufe 3) relativ zum Referenzpreis.
- Zwischen 15:25 und 16:00 ET gilt auf der Unterseite nur noch die Stufe 3 bei -20%.
- Zwischen 16:00 und 17:00 ET gelten Preisgrenzen von 7% nach oben und unten bezogen auf den 16:00-Referenzpreis oder das zuvor maßgebliche 20%-Limit – je nachdem, welche Grenze näher am 16:00-Preis liegt. Zusätzlich können dynamische Circuit Breaker greifen.
Außerhalb der regulären US-Handelszeiten gilt ebenfalls ein Preislimit von 7% nach oben und unten. Auch hier können dynamische Circuit Breaker greifen.
Beispiel: Limit Down für E-Mini S&P 500 Futures
Angenommen, der Referenzpreis des E-Mini S&P 500 Futures (Symbol: ES) beträgt für den Kontrakt ESH5 5.315,25. Rechnerisch ergeben sich daraus für den regulären Handelstag die folgenden Schwellen.
- Stufe 1: Ein Rückgang um 7% entspräche einem Kurs von rund 4.943,18.
- Stufe 2: Ein Rückgang um 13% entspräche einem Kurs von rund 4.624,27.
- Stufe 3: Ein Rückgang um 20% entspräche einem Kurs von 4.252,20.
Außerhalb der regulären US-Handelszeiten läge das Preislimit im vereinfachten Beispiel bei +/-7%, also bei rund 5.687,32 (Limit Up) bzw. 4.943,18 (unteres Limit Down).
Auswirkungen
Wenn ein einflussreiches Ereignis eintritt, das die Marktstimmung für einen bestimmten Rohstoff oder Index beeinflusst, kann es mehrere Handelstage dauern, bis der Preis des Terminkontrakts diese Veränderung vollständig widerspiegelt. In diesem Fall ist es möglich, dass das Preislimit an jedem Handelstag erreicht wird, bevor der Preis des Futures seinen Gleichgewichtspreis erreicht.
Diese Situation kann für Händler, die ihre Positionen aufgrund des erreichten Limit Down und der damit verbundenen Handelsbeschränkungen nicht wie geplant verkaufen können, zu einer Zitterpartie werden. Ein Händler muss unter Umständen mehrere Tage in Folge Verluste verbuchen, bevor die Marktliquidität den vollständigen Verkauf ermöglicht.
Der Flash-Crash 2010 – Auslöser weiterer Volatilitätsregeln
Der Flash-Crash im Jahre 2010 machte deutlich, dass die damaligen Regulierungen der Börsen nicht mit der Geschwindigkeit des modernen elektronischen Handels mithalten konnten. Innerhalb von nur 36 Minuten brachen der S&P 500, der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq Composite massiv ein und erholten sich danach ebenso schnell wieder. Allein der Dow Jones verlor innerhalb weniger Minuten fast 1.000 Punkte.
Die Behörden zeichneten später eine konkrete Ereigniskette nach: In einem ohnehin angespannten Marktumfeld traf ein großer algorithmischer Verkaufsauftrag im E-Mini S&P 500 Future auf eine ausdünnende Liquidität. Die starke Interaktion zwischen automatisierten Handelsstrategien und anderen Marktteilnehmern verstärkte die Abwärtsdynamik zusätzlich. Ähnliche, wenn auch wesentlich weniger dramatische Zusammenbrüche, haben sich seitdem unter anderem auf den Rohstoffmärkten ereignet.
Aufgrund dieser Ereignisse haben die US-Börsenaufsicht SEC und die Börsenbetreiber mehrere regulatorische Änderungen vorgenommen. Dazu gehören insbesondere das „Limit Up“-/“Limit Down“-System für US-Aktien sowie überarbeitete marktweite Circuit Breaker und koordinierte Preislimit-Regeln an den Terminmärkten.
Bei US-Aktien kann der Handel in der Regel für mindestens fünf Minuten ausgesetzt werden, wenn ein Wertpapier länger außerhalb des zulässigen Preisbandes notiert. Für Futures gelten dagegen produktspezifische Regeln der jeweiligen Terminbörse.
Weiterführende Informationen
Limit Down bei Einzelaktien
Bei Einzelaktien wird der Begriff Limit Down häufig im Zusammenhang mit dem sogenannten „Limit Up-Limit Down“-System (LULD) verwendet. Dieses System soll verhindern, dass Aktien innerhalb sehr kurzer Zeit zu Preisen gehandelt werden, die deutlich von ihrem aktuellen Marktwert abweichen.
Bei US-Aktien wird das zulässige Preisband in der Regel auf Basis eines kurzfristigen Referenzpreises berechnet. Verbleibt der Kurs einer Aktie für eine bestimmte Zeit am Limit, kann eine mehrminütige Handelspause ausgelöst werden. Auf diese Weise sollen sprunghafte Kursbewegungen und fehlerhafte Ausführungen eingedämmt werden.
Im Unterschied zu Futures handelt es sich bei Einzelaktien also nicht um ein einheitliches tägliches Preislimit, sondern um ein dynamisches System mit Preisbändern und möglichen Handelsunterbrechungen.
Unterschied zwischen Limit Down und Circuit Breaker
Das Limit Down bezeichnet zunächst lediglich die untere Preisgrenze bzw. das untere Preisband eines einzelnen Kontrakts oder Wertpapiers. Ein Circuit Breaker hingegen ist ein übergeordneter Schutzmechanismus, bei dem der Handel am gesamten Markt oder in einem breiteren Marktsegment zeitweise ausgesetzt wird.
Solche Maßnahmen kommen insbesondere dann zum Einsatz, wenn die Kurse großer Aktienindizes innerhalb kurzer Zeit stark fallen.
In der Praxis greifen beide Systeme oft ineinander. Während Preislimits bei Futures oder Preisbänder bei Einzelaktien die Kursbewegung eines einzelnen Instruments begrenzen, sollen marktweite Circuit Breaker verhindern, dass sich Panik auf den gesamten Markt überträgt.
Limit Down bei Rohstoff-Futures und anderen Märkten
Das Limit Down spielt auch bei vielen Rohstoff-, Zins- und Währungsfutures eine Rolle. Allerdings unterscheiden sich die Regelungen je nach Markt erheblich.
So werden bei Aktienindex-Futures häufig prozentuale Preisgrenzen verwendet, während bei anderen Futures-Kontrakten teilweise feste Preisabstände in Punkten, Ticks oder Dollarbeträgen zur Anwendung kommen. Zudem können die Preislimits je nach Volatilität, Kontraktmonat und Börsenplatz variieren.
Die exakten Schwellen, Handelszeiten und möglichen Erweiterungen der Preisgrenzen werden in der Regel von der jeweiligen Terminbörse veröffentlicht.
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