Central Counterparty Clearing House (CCP) – Erklärung

Autor: Maik Engelkamp Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Ein Central Counterparty Clearing House (Abkürzung: CCP), auf Deutsch auch als zentrale Gegenpartei bekannt, ist eine Einrichtung, die als Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern an der Börse fungiert. Zentrale Gegenparteien werden in der Regel von den Großbanken des jeweiligen Landes betrieben und sollen Effizienz und Stabilität in die verschiedenen Finanzmärkte bringen. Ziel ist es, das Kontrahenten-, operationelle, Abwicklungs-, Markt-, Rechts- und Ausfallrisiko für Händler zu reduzieren.

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Central Counterparty Clearing House – Bedeutung

Eine zentrale Gegenpartei erfüllt als Mittler bei einer Börsentransaktion zwei Hauptfunktionen: Clearing und Abrechnung.

  • Als Gegenpartei von Käufern und Verkäufern garantiert eine CCP die Bedingungen einer Transaktion, selbst wenn eine der Parteien die Vereinbarung nicht einhält.
  • Beim Clearing und der Abwicklung von Markttransaktionen trägt eine CCP auch den größten Teil des Kreditrisikos von Käufern und Verkäufern.

Aus diesem Grund erhebt eine zentrale Gegenpartei von jedem Käufer und Verkäufer einen ausreichenden Betrag (Margin), um das Kontrahentenrisiko bzw. mögliche Verluste aus der Nichterfüllung einer Vereinbarung abzudecken. In solchen Fällen ersetzt die Clearingstelle das Geschäft zum aktuellen Marktpreis.

Die Marginanforderungen basieren auf dem Risiko und den offenen Verpflichtungen jedes Händlers. Zum Schutz der Privatsphäre schirmt eine zentrale Gegenpartei die Identität der angeschlossenen Händler voneinander ab.

Eine CCP schützt Handelsunternehmen auch vor dem Ausfall von Käufern und Verkäufern, die über ein elektronisches Orderbuch zusammengeführt werden und deren Kreditwürdigkeit unbekannt ist.

Schließlich reduziert ein CCP die Anzahl der abzuwickelnden Transaktionen. Dies trägt zu einem reibungslosen Ablauf bei und verringert gleichzeitig den Wert der Verpflichtungen, so dass das Geld zwischen den Händlern effizienter bewegt werden kann.

Bekannte Central Counterparty Clearing Houses sind beispielsweise die Eurex Clearing AG in Europa, die Chicago Mercantile Exchange (CME) Clearing in den USA und das London Clearing House (LCH).

CCP in der Europäischen Union

Die European Securities and Markets Authority (deutsch: “Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde”, kurz: ESMA) veröffentlicht eine offizielle Liste mit CCPs, welche autorisiert sind, in der Europäischen Union als zentrale Gegenpartei-Clearingstelle (CCP) zu agieren.

Aus dieser Liste ist transparent ersichtlich, wie der offizielle Name des Central Counterparty Clearing House lautet, in welchem Land die CCP ansässig ist, welche Behörde für die CCP zuständig ist und wann die CCP erstmals zugelassen wurde.

Darüber hinaus ist nachvollziehbar, welches Central Counterparty Clearing House für welche Art von Geschäften als Central Counterparty Clearing House fungieren darf. Die größte Anzahl an Geschäften darf in der Europäischen Union derzeit die in Deutschland ansässige Eurex Clearing AG tätigen.

Moody’s Rating-Methoden für ein Central Counterparty Clearing House

Im Januar 2016 sorgte Moody’s Rating für Schlagzeilen, als sie ihre neue Methodik zur Bewertung von zentralen Gegenparteien weltweit vorstellte. Moody’s Investors Service ist eine Abteilung des Unternehmen Moody’s, welche sich vor allem mit den Credit Ratings von Unternehmen und Ländern beschäftigt.

In einem Bericht zum Clearing Counterparty Rating (CCR) bewertet Moody’s, wie effizient eine CCP ihren Clearing- und Abwicklungsverpflichtungen nachkommen kann und wie viel Geld wahrscheinlich verloren geht, wenn ein Händler seinen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Der CCR-Bericht berücksichtigt die folgenden Aspekte:

  • die Managementfähigkeiten einer zentralen Gegenpartei für den Ausfall von Verpflichtungen und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen
  • die geschäftlichen und finanziellen Grundlagen einer CCP
  • das Betriebsumfeld einer zentralen Gegenpartei
  • die quantitativen Messungen und qualitativen Aspekte, die Moody’s bei der Bestimmung der Kreditwürdigkeit einer bestimmten CCP verwendet

CCP und Einsatz der Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie, die als unbestechliches digitales Hauptbuch für Wirtschaftstransaktionen beschrieben wird, das zur Aufzeichnung von Finanztransaktionen programmiert werden kann, stellt wahrscheinlich eine neue Grenze für eine zentrale Clearingstelle dar.

Im November 2015 schlossen sich Clearinghäuser aus mehreren Ländern zu einer Denkfabrik zusammen, der Post Trade Distributed Ledger Group (PTDL Group), die untersucht, wie sich die Blockchain-Technologie auf die Art und Weise auswirken könnte, wie Wertpapiertransaktionen verarbeitet, abgewickelt und aufgezeichnet werden.

Der Gruppe, die seit 2018 mit dem Global Blockchain Business Council zusammenarbeitet, gehören mittlerweile rund 40 Finanzinstitute aus der ganzen Welt an.

Die PTDL Group ist davon überzeugt, dass neue Technologien Risiken und Margenanforderungen reduzieren, Betriebskosten senken, die Effizienz des Abwicklungszyklus erhöhen und eine bessere aufsichtsrechtliche Kontrolle sowohl vor als auch nach dem Handel ermöglichen können.

Da die Mitglieder der Gruppe verschiedene Teile des Wertpapierabwicklungsprozesses repräsentieren, können sie gut einschätzen, wie die Blockchain-Technologie die Abwicklungs-, Clearing- und Meldeprozesse unterstützen kann.

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