Married Put – Definition, Erklärung & Beispiel
Ein Married Put bezeichnet den gleichzeitigen Kauf einer Aktie und einer dazugehörigen Put-Option. Die Strategie eignet sich insbesondere für Anleger, die mittel- bis langfristig von steigenden Aktienkursen ausgehen, mögliche Kursverluste unmittelbar nach dem Einstieg aber begrenzen möchten. Der maximale Verlust ist von Beginn an definiert. Im Gegenzug entstehen Absicherungskosten in Höhe der gezahlten Optionsprämie.
🔴Live-Webinar am 03.08.2026 um 18:30 Uhr
Optionshandel mit Stillhaltergeschäften: Zusätzliches Einkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust.
Zusatzeinkommen durch Optionshandel - so funktioniert's
Stillhaltergeschäfte: Rendite auch in Seitwärtsmärkten
Gute von schlechten Aktien unterscheiden können
Mit nur wenig Zeitaufwand möglich
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 03.08.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Married Put im Überblick
| Steckbrief der Married Put Optionsstrategie | |
|---|---|
| Bezeichnung | Married Put (deutsch: „verheirateter Put“) |
| Anwendungsbereich | Aufbau einer neuen Aktienposition mit sofortiger Absicherung gegen Kursverluste während der Put-Laufzeit |
| Markterwartung | Mittel- bis langfristig bullisch, kurzfristig absicherungsorientiert |
| Gewinnpotenzial | Theoretisch unbegrenzt |
| Verlustrisiko | Begrenzt |
| Delta | Positiv |
| Vega | Positiv |
| Theta | Negativ |
| Gamma | Positiv |
Setup der Married Put Optionsstrategie
Die Grundlage einer Married-Put-Strategie lautet:
- Kauf der abzusichernden Aktien beziehungsweise eines anderen geeigneten Basiswerts
- Gleichzeitiger Kauf einer Put-Option auf denselben Basiswert
Vorab sind die nachfolgenden Punkte zu berücksichtigen:
- Abstimmung der Aktienzahl und der Anzahl der Put-Kontrakte auf den jeweiligen Kontraktmultiplikator
- Wahl eines Strikes passend zum gewünschten Absicherungsniveau, beispielsweise At The Money (ATM) oder leicht Out of The Money (OTM)
- Wahl einer Laufzeit, welche den gewünschten Absicherungszeitraum abdeckt

Wie funktioniert ein Married Put?
Ein Married Put kombiniert eine Aktienposition mit einem gekauften Put. Der Anleger kauft die Aktie und erwirbt gleichzeitig das Recht, diese Aktie während beziehungsweise am Ende der vereinbarten Laufzeit zu einem festgelegten Strike-Preis zu verkaufen.
- Fällt der Aktienkurs unter den Strike, gewinnt der Put an Wert. Die Verluste der Aktie werden dadurch ab dem gewählten Absicherungsniveau weitgehend ausgeglichen. Der Strike bildet somit einen rechnerischen Mindestwert für die vollständig abgesicherte Position am Verfallstag.
- Steigt die Aktie, bleibt der Anleger an den Kursgewinnen beteiligt. Der Put verliert in diesem Szenario an Wert und kann schließlich wertlos verfallen. Gegenüber einer nicht abgesicherten Aktienposition fällt das Ergebnis jedoch um die gezahlte Put-Prämie geringer aus.
Der Käufer des Puts besitzt lediglich ein Recht und ist nicht verpflichtet, seine Aktien zu verkaufen. Er kann die Option je nach Marktsituation:
- bis zum Verfallstag halten,
- vorzeitig verkaufen beziehungsweise glattstellen oder
- nach Maßgabe des jeweiligen Ausübungsstils ausüben.
Aufbau der Married-Put-Strategie
Die Grundlage der Married-Put-Strategie lautet:
- Schritt 1: Auswahl einer Aktie, bei der grundsätzlich eine positive mittel- bis langfristige Kursentwicklung erwartet wird.
- Schritt 2: Kauf der gewünschten Anzahl an Aktien.
- Schritt 3: Gleichzeitiger Kauf einer ausreichenden Anzahl an Put-Optionen auf dieselbe Aktie.
- Schritt 4: Festlegung des Strikes und der Laufzeit anhand des gewünschten Absicherungsniveaus und Absicherungszeitraums.
- Schritt 5: Überwachung und gegebenenfalls Anpassung der Position, wenn sich Aktienzahl, Markterwartung oder Absicherungsbedarf verändern.
| Trade | Anlage | Kaufpreis beziehungsweise Strike | Menge |
|---|---|---|---|
| Kauf | Aktie | Aktueller Aktienkurs | 100 |
| Kauf | Put-Option | Strike A | 1 |
Unterschied zwischen Married Put und Protective Put
Der Married Put und der Protective Put besitzen grundsätzlich dasselbe Auszahlungsprofil. Der wesentliche Unterschied liegt ausschließlich im Zeitpunkt, zu dem die Absicherung aufgebaut wird:
- Married Put: Aktie und Put werden gleichzeitig gekauft.
- Protective Put: Der Anleger besitzt die Aktie bereits und kauft den Put erst zu einem späteren Zeitpunkt hinzu.
Beim Married Put ist die Verlustobergrenze daher unmittelbar beim Einstieg in die Aktienposition bekannt. Beim Protective Put können vor dem Kauf der Absicherung bereits Buchgewinne oder Buchverluste entstanden sein.
Sobald die jeweilige Aktien-plus-Put-Position aufgebaut ist, entsprechen sich die beiden Strategien hinsichtlich des weiteren Chancen- und Risikoprofils.
Beispiel für einen Married Put
Angenommen, eine Aktie wird zu einem Kurs von 100 USD gekauft. Der Anleger erwirbt 100 Aktien und kauft gleichzeitig eine Put-Option mit einem Strike von 95 USD. Die Put-Option kostet 3,00 USD pro Aktie beziehungsweise 300 USD pro Kontrakt.
Der gesamte anfängliche Kapitaleinsatz beträgt damit 10.300 USD:
- 10.000 USD für den Kauf von 100 Aktien
- 300 USD für den Kauf einer Put-Option
Der Strike von 95 USD legt während der Laufzeit der Option einen Mindestverkaufspreis von 95 USD je Aktie fest. Unterhalb dieses Kurses steigt der innere Wert des Puts im gleichen Umfang, in dem der Aktienkurs weiter fällt.
Tabellarische Darstellung
Das Beispiel bezieht sich auf eine Aktie als Basiswert und den bei standardisierten Aktienoptionen üblichen Multiplikator von 100. Dividenden, Transaktionskosten, Finanzierungskosten und Steuern werden nicht berücksichtigt.
| Trade | Anlage | Kaufpreis beziehungsweise Strike | Menge | Kapitaleinsatz |
|---|---|---|---|---|
| Kauf | Aktie | 100 USD | 100 | – 10.000 USD |
| Kauf | Put-Option | 95 USD | 1 | – 3,00 USD (- 300 USD) |
| Gesamter Kapitaleinsatz (exkl. Ordergebühren) | – 10.300 USD | |||
Mögliche Szenarien
- Die Aktie steigt auf 130 USD: Die 100 Aktien besitzen einen Wert von 13.000 USD. Der Put verfällt wertlos. Gegenüber dem anfänglichen Kapitaleinsatz von 10.300 USD ergibt sich ein Gewinn von 2.700 USD.
- Die Aktie notiert bei 103 USD: Die Aktienposition besitzt einen Wert von 10.300 USD. Der Put verfällt wertlos. Die Gesamtposition erreicht damit am Verfallstag ihre Gewinnschwelle.
- Die Aktie fällt auf 90 USD: Die Aktien sind noch 9.000 USD wert. Der Put besitzt einen inneren Wert von 5 USD je Aktie beziehungsweise 500 USD pro Kontrakt. Der Gesamtwert der Position beträgt 9.500 USD. Daraus ergibt sich ein Verlust von 800 USD.
- Die Aktie fällt auf 50 USD: Die Aktien sind noch 5.000 USD wert. Der Put besitzt einen inneren Wert von 45 USD je Aktie beziehungsweise 4.500 USD pro Kontrakt. Der Gesamtwert bleibt bei 9.500 USD. Der Verlust beträgt weiterhin 800 USD.
Married Put Formeln: Chance & Risiko
Gewinn und Verlust am Verfallstag
Der Gewinn oder Verlust eines vollständig abgesicherten Married Put lässt sich je Aktie wie folgt darstellen:
Dabei bezeichnet:
- ST den Aktienkurs am Verfallstag,
- K den Strike der Put-Option,
- S0 den ursprünglichen Aktienkaufpreis und
- P die gezahlte Put-Prämie je Aktie.
Maximaler Gewinn
Der maximale Gewinn ist theoretisch unbegrenzt, da die Aktie grundsätzlich unbegrenzt im Kurs steigen kann. Der Anleger partizipiert an der Kurssteigerung, muss von seinem Ergebnis aber die gezahlte Put-Prämie abziehen.
Maximaler Verlust
Der maximale Verlust wird realisiert, wenn die Aktie am Verfallstag auf oder unter dem Strike notiert. Bei einer vollständig abgesicherten Aktienzahl entspricht er der Differenz zwischen Aktienkaufpreis und Strike zuzüglich der gezahlten Put-Prämie.
Break-Even
Die Gewinnschwelle am Verfallstag entspricht grundsätzlich dem ursprünglichen Aktienkaufpreis zuzüglich der gezahlten Put-Prämie.
Ausgewählte Griechen (Sensitivitäten) eines Married Put
Delta
Das Delta beschreibt, wie stark sich der Wert einer Position bei einer Kursveränderung des Basiswerts verändert. Eine Aktie besitzt grundsätzlich ein Delta von +1. Das Delta eines gekauften Puts liegt dagegen zwischen 0 und -1.
Das Gesamt-Delta eines Married Put ist daher grundsätzlich positiv, aber niedriger als das Delta einer nicht abgesicherten Aktienposition:
- Steigt die Aktie deutlich über den Strike, nähert sich das Delta des Puts dem Wert 0. Das Gesamt-Delta nähert sich dadurch +1.
- Fällt die Aktie deutlich unter den Strike, nähert sich das Delta des Puts dem Wert -1. Das Gesamt-Delta nähert sich dadurch 0.
Die Position reagiert somit bei steigenden Kursen zunehmend wie eine normale Aktienposition. Bei stark fallenden Kursen nimmt ihre weitere Kurssensitivität dagegen ab.
Theta
Theta beschreibt die Veränderung des Optionspreises durch das Verstreichen der Zeit, sofern alle weiteren Einflussfaktoren unverändert bleiben.
Die Aktie selbst besitzt keinen Zeitwert. Der gekaufte Put verliert dagegen mit abnehmender Restlaufzeit grundsätzlich an Zeitwert. Der Theta-Einfluss des Married Put ist deshalb negativ.
Bewegt sich die Aktie nicht deutlich nach unten, sinkt der Wert der Absicherung mit der Zeit. Besonders bei kurzlaufenden Optionen kann sich der Zeitwertverlust in den letzten Wochen und Tagen vor dem Verfall beschleunigen.
Vega
Vega beschreibt die Veränderung des Optionspreises bei einer Veränderung der impliziten Volatilität.
Der gekaufte Put besitzt ein positives Vega. Steigt die implizite Volatilität nach Eröffnung der Position, erhöht sich bei ansonsten unveränderten Einflussfaktoren normalerweise der Wert des Puts. Da die Aktie selbst kein Options-Vega besitzt, ist das Vega des Married Put grundsätzlich positiv.
Bezogen auf den Gesamtwert aus Aktie und Put ist der Einfluss häufig weniger ausgeprägt als bei einer einzelnen Long-Put-Position. Eine bereits hohe implizite Volatilität verteuert allerdings den Aufbau der Absicherung.
Gamma
Gamma beschreibt, wie stark sich das Delta einer Position verändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts bewegt.
Eine Aktie besitzt kein Gamma. Der gekaufte Put besitzt dagegen ein positives Gamma. Daher ist auch das Gamma des Married Put positiv. Bei fallenden Aktienkursen wird das Put-Delta negativer und gleicht einen zunehmenden Anteil der Aktienverluste aus. Bei steigenden Kursen nimmt der absichernde Einfluss des Puts dagegen ab.
Margin bei einem Married Put
Bei einem vollständig bar bezahlten Married Put setzt sich der Kapitalbedarf aus dem Kaufpreis der Aktien, der gezahlten Put-Prämie und den anfallenden Transaktionskosten zusammen.
Für den gekauften Put muss die Optionsprämie bei Eröffnung vollständig bezahlt werden. Da keine Option verkauft wird, entsteht aus dem Put selbst grundsätzlich keine Stillhalterverpflichtung.
Wird der Aktienkauf über ein Marginkonto beziehungsweise teilweise kreditfinanziert durchgeführt, gelten die jeweiligen Anforderungen des Brokers und des zuständigen Marktes. Eine vorhandene Put-Absicherung kann bei bestimmten risikobasierten Modellen berücksichtigt werden.
Praxis-Tipps
Der Strike bestimmt, ab welchem Kursniveau die Put-Option weitere Aktienverluste ausgleicht. Ein Put am Geld bietet einen hohen Schutz, kostet aber gewöhnlich mehr als ein Put mit einem deutlich niedrigeren Strike. Ein weiter aus dem Geld liegender Put ist günstiger, lässt dafür aber einen größeren Verlustbereich ungeschützt.
Die Put-Option sollte den Zeitraum abdecken, in dem mit erhöhter Unsicherheit gerechnet wird. Eine zu kurze Laufzeit kann dazu führen, dass die Absicherung ausläuft, bevor das erwartete Risikoereignis eingetreten ist.
Soll die Absicherung vor dem Verfall beendet werden, ist ein Verkauf des Puts häufig vorteilhafter als eine vorzeitige Ausübung. Beim Verkauf kann ein noch vorhandener Zeitwert realisiert werden. Die Put-Position muss zur tatsächlich gehaltenen Aktienzahl passen. Werden beispielsweise nur 100 von 200 Aktien abgesichert, bleibt die Hälfte der Aktienposition ungeschützt.
Amerikanische Optionen können grundsätzlich während ihrer Laufzeit ausgeübt werden. Europäische Optionen können dagegen nur innerhalb des dafür vorgesehenen Ausübungszeitraums ausgeübt werden. Ein Verkauf der Option über die Börse kann unabhängig davon grundsätzlich bereits vor dem Verfall möglich sein.
Vorteile
- Definierte Verlustobergrenze ab dem Einstieg: Da Aktie und Put gleichzeitig gekauft werden, ist das maximale Verlustrisiko der vollständig abgesicherten Position unmittelbar bekannt.
- Theoretisch unbegrenztes Gewinnpotenzial: Der Anleger bleibt an steigenden Aktienkursen beteiligt. Im Gegensatz zu einem Collar oder Covered Call wird der Gewinn nicht durch einen verkauften Call begrenzt.
- Anspruch auf Dividenden: Da die Aktie tatsächlich im Depot gehalten wird, kann der Anleger während der Haltedauer grundsätzlich Dividenden erhalten, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.
- Flexibilität: Der Put kann gehalten, verkauft oder nach Maßgabe der Ausübungsbedingungen ausgeübt werden. Der Anleger ist nicht verpflichtet, seine Aktien zum Strike zu verkaufen.
- Absicherung gegen starke Kursverluste: Unterhalb des Strikes erhöht ein weiterer Kursrückgang den maximalen Verlust am Verfallstag nicht mehr, sofern die Aktienzahl vollständig abgesichert wurde.
- Keine Stillhalterverpflichtung: Der Married Put enthält ausschließlich gekaufte Positionen. Es besteht daher keine Verpflichtung aus einer verkauften Option.
Nachteile
- Kosten der Absicherung: Die gezahlte Put-Prämie reduziert den Gewinn der Aktienposition und erhöht deren Break-Even. Steigt die Aktie, fällt das Ergebnis stets um die Kosten des Puts geringer aus als bei einer nicht abgesicherten Aktienposition.
- Zeitwertverfall: Der gekaufte Put verliert mit abnehmender Restlaufzeit grundsätzlich an Zeitwert. Bleibt die befürchtete Abwärtsbewegung aus, kann die Option wertlos verfallen.
- Zeitlich begrenzter Schutz: Die Verlustbegrenzung gilt nur während der Laufzeit des Puts. Soll die Absicherung anschließend fortgeführt werden, muss eine neue Option gekauft oder die bestehende Position gerollt werden.
- Hohe Prämien bei erhöhter Volatilität: In unsicheren Marktphasen ist die implizite Volatilität häufig bereits gestiegen. Der Kauf des Puts kann dadurch besonders teuer sein.
- Unvollständige Absicherung bei falscher Positionsgröße: Stimmen Aktienzahl, Kontraktzahl oder Multiplikator nicht überein, können Teile der Aktienposition ungeschützt bleiben.
- Möglicher Verkauf der Aktien bei Ausübung: Wird ein physisch erfüllter Put ausgeübt, werden die abgesicherten Aktien grundsätzlich zum Strike verkauft. Dadurch können sich weitere wirtschaftliche oder steuerliche Folgen ergeben.
Alternativen zum Married Put
Ein Married Put eignet sich für den Aufbau einer neuen Aktienposition mit unmittelbar begrenztem Verlustrisiko. Abhängig von Markterwartung, Kapitaleinsatz und gewünschtem Chancen-Risiko-Profil können unter anderem folgende Strategien als Alternative infrage kommen:
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 03.08.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.
