Micro-Optionen – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Micro-Optionen (englisch: „Micro Options“) sind Optionen auf sogenannte Micro Futures. Diese Finanzderivate funktionieren ähnlich wie Standardoptionen auf Futures, beziehen sich aber auf einen zehnmal kleineren Kontraktwert. Aufgrund ihrer geringeren Größe und den geringeren Prämien können sie eine attraktive Alternative für Anleger sein, die Optionen handeln möchten, ohne zu viel Kapital zu riskieren.

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Micro-Optionen – Definition

Eine Micro Option ist eine Option, deren Basiswert ein Micro Future ist. Der Hauptunterschied zwischen Micro Options und Standard Futures Options (FOPs) liegt in der Kontraktgröße des zugrundeliegenden Futures.

Diese Optionen werden über Micro E-Mini Futures abgewickelt, die 1/10 der Größe von E-Mini Futures haben. Dadurch können mit Micro Options kapitalintensive Basiswerte wie Futures mit entsprechend geringerem Kapitaleinsatz und geringeren Marginanforderungen gehandelt werden.

Micro-Optionen sind mit wöchentlicher (Montag bis Freitag), monatlicher und vierteljährlicher Laufzeit erhältlich. Die wöchentlichen (Montag bis Freitag) und monatlichen Optionen sind europäischer, die vierteljährlichen amerikanischer Natur.

Welche Micro Futures gibt es?

Zurzeit gibt es von der Chicago Mercantile Exchange (CME) ausgegebene Micro E-mini Futures mit den folgenden Basiswerten:

  • S&P 500 (Ticker: MES) – Als Basiswert von Optionen möglich
  • Nasdaq-100 (Ticker: MNQ) – Als Basiswert von Optionen möglich
  • Dow Jones Industrial Average (Ticker: MYM) – Aktuell nicht über Optionen handelbar
  • Russell 2000 (Ticker: M2K) – Aktuell nicht über Optionen handelbar

Warum wurden Micro Futures eingeführt?

Seit der Einführung der E-mini-Produktreihe im Jahr 1997 ist der Nominalwert dieser Kontrakte dramatisch gestiegen. Der Kontraktwert des E-mini S&P 500-Futures-Kontrakts (ES) ist beispielsweise von 47.000$ am Tag seiner Einführung auf 258.850$ am 12. März 2024 gestiegen.

Der Kapitalbedarf für den Zugang zum Futures-Markt ist daher für viele Händler zu hoch geworden. Um den Markt für alle zugänglicher zu machen, hat die CME 2020 die Micro E-mini Futures eingeführt, deren Multiplikatoren nur ein Zehntel der Größe der E-mini Futures betragen.

Wie berechnet man die Kontraktgröße eines Micro Futures?

Die Kontraktgröße eines Micro E-mini Futures errechnet sich aus dem aktuellen Kurs des Basiswertes (z.B. S&P 500) multipliziert mit dem Micro E-mini Multiplikator (z.B. 5.175 x 5$ = 25.875$).

Die Multiplikatoren der jeweiligen Indizes lauten wie folgt:

Index E-mini Multiplikator Micro E-mini Multiplikator
S&P 500 50,00$ 5,00$
Nasdaq-100 20,00$ 2,00$
Dow Jones 5,00$ 0,50$
Russell 2000 50,00$ 5,00$

Sowohl die durch die Multiplikatoren bestimmten Kontraktgrößen, als auch die hierdurch bedingten Margin-Anforderungen sind bei Micro-Optionen zehnmal geringer, als bei Optionen auf E-mini Futures.

Auf welche E-mini Futures kann man Micro-Optionen handeln?

Aktuell kann man auf den Micro E-mini-Future des S&P 500 (Ticker: MES) und auf den Micro E-mini-Future des Nasdaq-100 (Ticker: MNQ) Optionen handeln. Die jeweiligen Optionen verbriefen jeweils das Recht auf einen Kontrakt des jeweiligen Futures.

Konkret bedeutet dies, dass pro MES-Option bei Ausübung genau ein Micro E-mini Future übertragen wird. Der Wert dieses Futures beträgt jedoch das Fünffache des Ausübungspreises, weshalb indirekt fünf Anteile des Basiswertes eingebucht werden.

MNQ-Optionen verbriefen ebenfalls das Recht auf einen Future. Hier werden jedoch indirekt nur zwei Anteile des Basiswertes des Micro E-mini-Futures eingebucht, da der Multiplikator hier nur 2$ beträgt.

Seit 2022 bietet die Eurex Micro-Optionen auf den DAX®-Index an.

Micro-Optionen – Beispiel

Ein Anleger möchte eine Put-Option auf den Micro E-mini-Future den Nasdaq-100 (MNQ) verkaufen (Short Put). Der Strike der Option bezieht sich auf einen Stand des Indexes von 14.000 Punkten (Strike = 14.000). Die Laufzeit der Option beträgt einen Monat.

Konkret hat diese Transaktion die folgenden Eckdaten:

  • Die Kontraktgröße der verkauften Option beträgt 28.000 $. Sie errechnet sich aus dem Ausübungspreis (14.000 Punkte) multipliziert mit dem Nasdaq-100-Multiplikator (MNQ) (2,00 $).
  • Liegt der Nasdaq-100-Index am Fälligkeitstag der Option unter 14.000 Punkten, wird dem Verkäufer der Option ein Kontrakt des Micro E-mini-Future zum Preis von 28.000 $ eingebucht. Liegt der Nasdaq-100 über 14.000 Punkten, verfällt die Option wertlos und der Micro E-mini-Future wird nicht eingebucht.
  • In jedem Fall erhält der Verkäufer der Put-Option eine Optionsprämie bei Abschluss des Geschäfts. Die genaue Höhe der Prämie lässt sich ebenfalls mit dem jeweiligen Multiplikator berechnen. Hat eine Put-Option auf den Nasdaq-100 zu 14.000 Punkten zum Verkaufszeitpunkt einen Wert von 50,00$, erhält der Anleger je Optionskontrakt 100,00$ (50,00$ x 2).

Micro-Optionen vs. Aktienoptionen

Grundsätzlich sind Micro-Optionen genauso wie normale bzw. Vanilla Optionen, die ebenfalls das Recht verbriefen, einen bestimmten Basiswert, zu einem festgelegten Preis (Strike) bis zum Ende der Laufzeit oder am Verfallstag zu kaufen (Call-Optionen) oder zu verkaufen (Put-Optionen).

Allerdings unterscheiden sich Optionen auf Micro Futures unter anderem in den folgenden Punkten von den üblichen Aktienoptionen:

  • Der Basiswert von Micro-Optionen sind sogenannte Micro E-mini-Futures, während der Basiswert von Aktienoptionen einzelne Aktien sind.
  • Die Berechnung des Kontraktwerts von Micro-Optionen ist uneinheitlich. Es werden je nach Micro Future unterschiedliche Multiplikatoren benötigt, um den Kontraktwert zu berechnen. Bei Aktienoptionen ist der Multiplikator immer 100.
  • Da Optionen auf Micro Futures indirekt Aktienindizes als Basiswerte haben, hängt die Wertentwicklung hier von einer Vielzahl von Aktien ab. Bei Aktienoptionen hängt die Wertentwicklung der Option nur von einer einzelnen Aktie ab. Dementsprechend ist eine Bewertung des Basiswerts bei Micro-Optionen deutlich komplizierter als bei Aktienoptionen.
  • Micro-Optionen bieten häufig eine deutlich höhere Anzahl an möglichen Strikes als Aktienoptionen.
  • Micro-Optionen sind typischerweise hochliquide, während die Liquidität von Aktienoptionen stark vom Handelsvolumen der einzelnen Aktie abhängt.
  • Futures haben im Gegensatz zu Aktien eigene Fälligkeiten. Optionen auf Micro Futures sind in der Regel eine bis mehrere Wochen vor dem jeweiligen Micro Future fällig.

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