Mini-Optionen – Definition & Beispiel
Mini-Optionen sind Optionskontrakte mit einem kleineren Kontraktmultiplikator als Standardoptionen. Die kleinere Skalierung kann sich je nach Markt auf Aktien, ETFs oder Indizes beziehen. In den USA waren zeitweise Mini-Optionen auf Aktien und ETFs verfügbar. Heute stehen vor allem Mini-Indexoptionen wie XSP, MRUT oder DJX im Fokus, während es in Europa teilweise auch Mini-Optionen auf Aktien oder ETFs gibt.
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Mini-Optionen – Definition
Mini-Optionen sind Optionskontrakte, die kleiner sind als der jeweilige Standardkontrakt. Bei Mini-Optionen auf Aktien und ETFs entspricht ein Kontrakt bspw. 10 statt 100 Anteilen. Bei Mini-Indexoptionen wird der kleinere Kontraktwert über einen kleineren Indexmaßstab und den jeweiligen Kontraktmultiplikator abgebildet.
Wie andere Optionen verbriefen auch Mini-Optionen das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Preis (Strike) am oder bis zum Verfallstag zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Für dieses Recht zahlt der Käufer eine Optionsprämie an den Verkäufer.
Mini-Optionen: USA vs. Europa
In den USA wurden die früheren Mini-Optionen auf einzelne Aktien und ETFs wieder eingestellt. Erhältlich sind dort heute vor allem kleiner skalierte Indexoptionen.
In Europa ist das Bild inzwischen anders: Hier gibt es Mini-Optionen auf Einzelaktien und ETFs. Beispiele sind die Mini Single Stock Options an der EUREX sowie Mini ETF Options an der Euronext Amsterdam.
Mini-Indexoptionen auf US-Aktienindizes im Überblick
Die wichtigsten Mini-Indexoptionen auf US-Aktienindizes sind XSP, MRUT und DJX. Alle drei Produkte werden europäisch ausgeübt und per Cash Settlement bar abgerechnet.
| Produkt | Details |
|---|---|
| XSP (Mini-SPX) |
|
| MRUT (Mini-Russell 2000) |
|
| DJX (Mini-Dow Jones) |
|
XSP-Handelszeiten auf Cboe
Die regulären Handelszeiten sind bei allen drei Produkten gleich. Zusätzliche Global Trading Hours (GTH) und Curb-Sessions gibt es in dieser Gruppe jedoch nur bei XSP-Optionen.
- RTH (Regular Trading Hours): 09:30–16:15 ET
- GTH (Global Trading Hours): 20:15–09:25 ET
- Curb Session: 16:15–17:00 ET
Beispiele aus Europa
Aktien- und ETF-Mini-Optionen in Europa haben in der Regel einen amerikanischen Ausübungsstil und werden durch physische Lieferung erfüllt. In der folgenden Tabelle sind einige Beispiele dargestellt.
| Produktgruppe | Beispiele | Wesentliche Merkmale |
|---|---|---|
| Eurex Mini Single Stock Options | z. B. ASML, Rheinmetall, Hermès, LVMH, L’Oréal | Kleinere Kontraktgröße als Standardoptionen, überwiegend Multiplikator 10, amerikanischer Stil |
| Euronext Mini Single Stock Options | französische und niederländische Underlyings | 10 statt 100 Aktien je Kontrakt, für kleinere Positionsgrößen und feinere Absicherung gedacht |
| Euronext Mini ETF Options | IWDA, CNDX, VUSA, IAEX | 10 Anteile je Kontrakt, Notierung in EUR, amerikanischer Stil |
Beispiel für den Handel mit einer Mini-Option (XSP-Call)
Ein Händler erwirbt eine XSP-Call-Option mit Strike 503 zu einem Optionspreis von 1,50 USD. Bei XSP gilt ein Multiplikator von 100.
Am Verfallstag schließt der S&P 500 Index (SPX) bei 5.035,0 Punkten. Der korrespondierende XSP-Wert (1/10 von SPX) liegt damit bei 503,50. Die Call-Option ist somit um 0,50 Punkte im Geld.
| Zeitpunkt | Berechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Eröffnung | 1,50 USD × 100 | 150 USD gezahlte Prämie |
| Verfall | (503,50 − 503,00) × 100 | 50 USD innerer Wert |
| Nettoergebnis vor Gebühren | 50 USD − 150 USD | −100 USD |
Vorteile von Mini-Optionen
- Geringerer Kapitalbedarf: Durch die kleinere Kontraktgröße bzw. das kleinere Notional lassen sich Strategien mit weniger Kapital umsetzen.
- Feinere Skalierung: Mini-Optionen ermöglichen eine präzisere Dosierung von Hedging, Trading und Income-Strategien als die jeweilige Standardvariante.
- Europäische Ausübung & Cash Settlement: Bei Mini-Indexoptionen wie XSP, MRUT und DJX entfällt das Risiko einer vorzeitigen Ausübung. Zudem kommt es nicht zur Lieferung unerwünschter Aktienpositionen.
Nachteile von Mini-Optionen
- Gebührenstruktur: Da Börsen-, Clearing- und ggf. ORF-Gebühren in der Regel pro Kontrakt anfallen, kann der Handel mehrerer Mini-Kontrakte teurer sein als ein einzelner Standardkontrakt. Aktuelle Gebührensätze sollten vor dem Handel in den jeweiligen Gebührenplänen von Börse, OCC und Broker geprüft werden.
- Liquidität & Spreads: In weniger aktiv gehandelten Mini-Produkten können die Bid-Ask-Spreads breiter ausfallen. Dies hängt von Marktphase, Laufzeit und Strike ab und erhöht die impliziten Handelskosten.
- Produktspezifische Unterschiede: Nicht jede Mini-Option hat dieselben Handelszeiten, Verfallskalender oder Settlement-Regeln. Die Kontraktspezifikation sollte daher immer vor dem Handel geprüft werden.
Mini-Optionen vs. Micro-Optionen
Micro-Optionen sind Optionen mit einem noch kleineren Kontraktmultiplikator als Mini-Optionen. Sie ermöglichen eine granularere Form des Optionshandels und eignen sich daher auch für kleine Konten. Häufig haben sie Micro-Futures als Basiswert.
Zwei Micro-Futures, die sich großer Beliebtheit erfreuen, sind:
- Micro E-Mini S&P 500 Futures (Ticker: MES)
- Micro E-Mini NASDAQ-100 Futures (Ticker: MNQ)
Weiterführende Informationen
Gibt es Mini-Optionen auf US-Aktien und ETFs?
Mini-Optionen auf US-Aktien und ETFs (wie AAPL, AMZN, GOOG/GOOGL, GLD oder SPY) wurden wieder delistet, da das Handelsinteresse zu gering war.
Für kleinere Positionsgrößen nutzen Anleger heute unter anderem Spreads, Fractional Shares, ETFs oder kleiner skalierte Indexoptionen wie XSP, MRUT und NANOS.
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