E-Mini Nasdaq 100 Futures | Symbol: NQ – Erklärung & Chart
E-Mini Nasdaq 100 Futures (CME Globex Symbol: „NQ“) zählen zu den liquidesten Aktienindex-Futures an der Chicago Mercantile Exchange (CME). Basiswert ist der Nasdaq 100, ein technologielastiger Aktienindex nichtfinanzieller Nasdaq-Unternehmen. Zusammen mit dem S&P 500 und dem Dow Jones Industrial Average gehört er zu den bedeutendsten Aktienindizes weltweit.
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E-Mini Nasdaq 100 Futures im Überblick
| Kontraktspezifikationen | |
|---|---|
| Kontraktbezeichnung | E-Mini Nasdaq 100 Futures |
| Symbol (CME Globex) | NQ |
| Kontraktgröße | 20 USD x Nasdaq 100 Index |
| Kursnotierung | US-Dollar und Cents |
| Min. Tickgröße (Tick Size) | 0,25 Indexpunkte |
| Min. Tickwert (Tick Value) | 5,00 USD |
| Wert/Punkt (Multiplikator) | 20,00 USD |
| Kontraktwert | E-Mini Nasdaq 100 Futurekurs x Multiplikator |
| Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) | März, Juni, September, Dezember |
| Fälligkeiten (Monatscodes) | H, M, U, Z |
| Letzter Handelstag | 3. Freitag des Kontraktmonats; der Handel im auslaufenden Kontrakt endet regulär um 9:30 Uhr ET |
| Schlussabrechnung (Final Settlement) | Der endgültige Abrechnungspreis basiert auf einer Special Opening Quotation des Nasdaq 100, die aus den offiziellen Eröffnungskursen der Indexaktien am dritten Freitag des Kontraktmonats berechnet wird. |
| Lieferung | Barausgleich (Cash Settlement) |
| Börsenplätze | Chicago Mercantile Exchange (CME Group) |
| Optionen verfügbar? | Ja |
E-Mini Nasdaq 100 Futures – Erklärung
Handelszeiten
E-Mini Nasdaq 100 Futures werden an der CME Globex von Sonntag, 18:00 Uhr – Freitag, 17:00 Uhr Eastern Time (ET) gehandelt. In Deutschland entspricht das in der Regel Montag, 00:00 Uhr – Freitag, 23:00 Uhr. Es gibt nur eine tägliche Wartungsperiode: von 17:00 bis 18:00 Uhr ET (23:00 – 00:00 Uhr deutscher Ortszeit).
Fälligkeit
Insgesamt werden jährlich vier Verfallstermine angeboten, die jeweils am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember stattfinden. Der Handel der fälligen E-Mini Futures endet regulär um 9:30 Uhr ET (in der Regel 15:30 Uhr deutscher Ortszeit).
Die Abrechnung der Kontrakte erfolgt als Barausgleich (Cash Settlement) auf Basis einer speziellen Eröffnungsnotierung des Nasdaq 100, die aus den offiziellen Eröffnungskursen der im Index enthaltenen Aktien ermittelt wird.
Kontraktwechsel
Beim Kontraktwechsel („Rollover“) schließen Händler ihre laufende Position und eröffnen gleichzeitig eine neue im nächsten Kontraktmonat. Dies ist notwendig, da Futures nach Fälligkeit nicht mehr handelbar sind. Der Wechsel erfolgt meist kurz vor dem Verfall.
E-Mini Nasdaq 100 Futures – Beispiel
An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Nasdaq Mini Futures bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.
Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:
Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.
Benötigte Margin bestimmen
Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.
Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen variieren können. Gründe hierfür sind unter anderem unterschiedliche Anforderungen der Broker hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.
Berechnung der Margin
Angenommen der Kurs eines Nasdaq E-Mini 100 Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 17.500 US-Dollar und einem Multiplier von 20 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 350.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 350.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.
Beträgt die geforderte Initial Margin beispielsweise 18.059 USD, entspräche dies rund 5,16 % des Kontraktwerts. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 350.000 USD lediglich um 18.059 USD reduzieren.
E-Mini Nasdaq 100 Future-Optionen
Die Chicago Mercantile Exchange (CME) bietet auch Optionen auf den E-Mini Nasdaq 100 Future an. Jede Future-Option bezieht sich auf einen NQ-Future. Der Tick Value bzw. Tick Size hängt von der Optionsprämie ab:
| Optionsprämie (Indexpunkte) | Tick Size | Tick Value |
|---|---|---|
| über 100,00 | 1,00 | – |
| über 5,00 bis einschließlich 100,00 | 0,25 | 5,00 USD |
| ≤ 5,00 | 0,05 | 1,00 USD |
Nasdaq 100 Kursentwicklung (Cash- bzw. Kassamarkt)
Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: NQ1! oder Yahoo Finance: NQ=F) können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Nasdaq Index herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis.
Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Preisentwicklung am Kassamarkt.
Verschiedene Nasdaq-Futures
Gehandelt an der Chicago Mercantile Exchange (CME Group):
- Ticker-Symbol: NQ – E-Mini Nasdaq 100 Futures mit hoher Liquidität
- Ticker-Symbol: MNQ – Micro E-Mini Nasdaq 100 Index Futures
- Ticker-Symbol: NNQ– E-Nano Nasdaq 100 Index Futures
Weiterführende Informationen
Ausgewählte Fakten zum Nasdaq 100 Index
Der Nasdaq 100 Index setzt sich aus 100 der größten an der Nasdaq gelisteten nichtfinanziellen Unternehmen zusammen. Der Index umfasst US-amerikanische und internationale Unternehmen, sofern sie die methodischen Anforderungen erfüllen.
Zusammensetzung
Typischerweise enthält der Index vor allem große Technologieunternehmen, die ihren operativen Schwerpunkt häufig im Hard- und Softwarebereich oder in der Halbleiterindustrie haben. Daneben sind aber auch Unternehmen aus den Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen, Industrie und Kommunikation vertreten. Aktien von Geschäfts- oder Investmentbanken sind demnach nicht enthalten.
Berechnung
Die Berechnung des Index basiert auf einer modifizierten Kapitalisierungsmethode, die eine individuelle Gewichtung der enthaltenen Aktien in Abhängigkeit ihrer Marktkapitalisierung vorsieht. Durch diese individuelle Gewichtung wird der Einfluss der größten enthaltenen Unternehmen (z. B. Apple, NVIDIA, Microsoft oder Alphabet) auf den Kurs reduziert und der Index ausgewogener gestaltet.
Die NASDAQ überprüft die Zusammensetzung des Index im Rahmen einer jährlichen Neuzusammensetzung. Zusätzlich erfolgen unterjährig regelmäßige Anpassungen und quartalsweise Überprüfungen der Gewichtung, sofern die Verteilungsanforderungen nicht erfüllt sind.
Voraussetzungen für die Aufnahme
Grundsätzlich setzt die Aufnahme in den Nasdaq-100 voraus, dass das Unternehmen die Zulassungskriterien der Nasdaq erfüllt und primär an einer zulässigen US-amerikanischen Nasdaq-verbundenen Börse gelistet ist.
Darüber hinaus sind insbesondere folgende Voraussetzungen maßgeblich.
- Zulässige Wertpapierarten: Aufnahmefähig sind insbesondere Stammaktien, Tracking Stocks und American Depositary Receipts (ADRs), einschließlich New York Registry Shares. Auch mehrere Aktienklassen desselben Unternehmens können grundsätzlich berücksichtigt werden. Nicht zulässig sind dagegen REITs, SPACs und „when-issued“-Wertpapiere.
- Nichtfinanzielles Unternehmen: Das Unternehmen darf nach dem Industry Classification Benchmark (ICB) nicht der Finanzbranche zugeordnet sein. Unternehmen aus der Immobilienbranche können grundsätzlich aufgenommen werden, sofern sie nicht als Real Estate Investment Trust (REIT) organisiert sind.
- Primäres Listing: Seit dem 1. Mai 2026 muss das Unternehmen primär an einer US-amerikanischen Nasdaq-verbundenen Börse gelistet sein. Der Nasdaq Capital Market ist ausgeschlossen. Die zuvor geltende Anforderung, wonach das primäre US-Listing exklusiv am Nasdaq Global Select Market oder Nasdaq Global Market bestehen musste, ist entfallen.
- Ausreichende Liquidität: Das Wertpapier muss über einen Zeitraum von drei Monaten einen durchschnittlichen täglichen Handelswert (Average Daily Value Traded, ADVT) von mindestens 5 Mio. USD erreichen. Für bestimmte Fast-Entry-Fälle gilt eine verkürzte Berechnung vom ersten Handelstag bis zum maßgeblichen Stichtag.
- Mindest-Handelshistorie: Das Wertpapier muss in der Regel mindestens drei volle Kalendermonate an einer anerkannten Börse gelistet und handelbar gewesen sein. Der Monat der erstmaligen Notierung zählt nicht mit. Als sogenannte Seasoning Exchanges gelten unter anderem US-amerikanische Nasdaq-Börsen, NYSE, NYSE American und CBOE BZX. Die Handelshistorie einer SPAC vor dem Zusammenschluss mit einem operativen Unternehmen wird hierfür nicht angerechnet.
- Free Float: Seit dem 1. Mai 2026 besteht keine Mindestquote für den Streubesitz mehr. Bei Wertpapieren mit geringem Free Float wird jedoch die für die Indexgewichtung maßgebliche Modified Market Capitalization begrenzt: Berücksichtigt wird höchstens das Dreifache der frei handelbaren Aktien beziehungsweise ADRs.
- Fast Entry: Sehr große Neuemissionen und bestimmte andere neu qualifizierte Unternehmen können beschleunigt in den Index aufgenommen werden, wenn ihre Full Market Capitalization innerhalb der Top 40 der aktuellen Indexmitglieder liegt. Bei einem IPO erfolgt die Prüfung grundsätzlich am Ende des siebten Handelstags. Sind die maßgeblichen Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die Aufnahme typischerweise nach 15 Handelstagen. Die reguläre Mindest-Handelshistorie entfällt in diesem Fall.
- Marktkapitalisierung: Eine feste Mindest- oder Höchst-Marktkapitalisierung gibt es nicht. Für die Auswahl werden die Unternehmen nach ihrer Full Market Capitalization gerankt. Bei Direktlistings und sogenannten Primary ADRs werden dabei seit Mai 2026 grundsätzlich auch nicht börsennotierte Aktien berücksichtigt. Bei Non-Primary ADRs ist dagegen der Wert der gelisteten Depositary Shares maßgeblich.
- Weitere Ausschlussgründe: Für eine Erstaufnahme nicht zugelassen sind unter anderem Unternehmen, die Insolvenz oder einen vergleichbaren Gläubigerschutz beantragt haben. Ebenfalls ausgeschlossen sind Unternehmen, bei denen bereits eine verbindliche Vereinbarung oder Entscheidung vorliegt, die absehbar zur Nichterfüllung der Indexkriterien führt, etwa eine Übernahme beziehungsweise Privatisierung, ein Delisting, der Wechsel an eine nicht zugelassene Börse oder eine Liquidation.
Geschichte der NASDAQ
Die NASDAQ wurde 1971 als erste elektronische Börse der Welt gegründet und diente zunächst nur als Quotierungssystem, ohne elektronische Handelsmöglichkeiten. Über die Jahre entwickelte sie sich durch die Einführung von Handels- und Volumenmeldungen sowie automatisierten Handelssystemen zu einer vollwertigen Börse und erreichte 1998 als erste US-Börse den Online-Handel. Ihr Hauptindex ist der NASDAQ Composite, während der NASDAQ-100 die größten nichtfinanziellen Unternehmen an der NASDAQ abbildet.
Futures auf den Nasdaq 100 wurden erstmals 1996 an der Chicago Mercantile Exchange (CME) gehandelt. Der Anfangswert war das 100-fache des Nasdaq 100-Index. Wie beim S&P 500 Index und Dow Jones Industrial Average Index, stieg der Wert des Nasdaq 100 insbesondere in den späten neunziger Jahren dramatisch an. Dies hatte zur Folge, dass die Standard Futures wertmäßig für die meisten kleineren Händler zu groß wurden.
Um eine breitere Marktteilnahme zu gewährleisten, hat die CME Group im Laufe der Zeit die E-Mini Nasdaq 100 Index Futures, die nur einen Bruchteil des Standard Full Size Futures ausmachen, sowie die Micro E-Mini Nasdaq Futures eingeführt. Im Jahr 2015 war der Juni-Kontrakt der letzte Verfallsmonat der Standard Full Size Nasdaq 100 Futures. Anschließend wurden diese Produkte delistet.
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