Xetra Orderbuch – Lohnt sich der Einblick?

In einem Orderbuch, auch bekannt als „Depth of Market“, werden alle Kauf- und Verkaufsaufträge einer bestimmten Börse aufgeführt. Das Xetra Orderbuch verschafft Anlegern folglich einen Überblick über die Aufträge am elektronischen Handelsplatz Xetra. Welche Informationen Anleger aus dem Xetra Orderbuch gewinnen können und welche Vorteile sich möglicherweise daraus ergeben, ist Teil dieses Artikels.

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Was ist Xetra?

Xetra ist ein Handelsplatz der Frankfurter Wertpapierbörse und wurde im Jahr 1997 eingeführt. Der Handel erfolgt ausschließlich elektronisch. Stand 2020 ist Xetra der bedeutendste deutsche Handelsplatz. Beispielsweise werden mehr als die Hälfte aller Aktien und ETFs in Deutschland über diese Plattform gehandelt. Darüber hinaus dienen die Xetra-Kurse als Basis für die Berechnung des DAX.

Der Name Xetra steht für „Exchange Electronic Trading“. Sowohl der Name als auch das Logo der Plattform sind als Marke der Deutschen Börse AG geschützt. Der Xetra-Handel ist zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr an Börsentagen möglich. Das Handelsvolumen an dem Handelsplatz wird zu 10 % von Privatanlegern und zu 90 % von professionellen Anlegern erzeugt.

Was ist ein Orderbuch?

Ein Orderbuch dient im Wertpapierhandel dazu, einen Überblick der Auftragslage zu gewinnen. Im Grunde ist das Orderbuch nichts anderes als die Gegenüberstellung aller Kauf- und Verkaufsaufträge. Darüber hinaus findet eine Sortierung nach dem eingegebenen Limit statt. Marktorders finden daher praktisch keine Berücksichtigung in einem Orderbuch, da sie, ausreichend Liquidität am Markt vorausgesetzt, sofort ausgeführt werden. Die verbleibenden Aufträge im Orderbuch dienen der Bestimmung des Börsenpreises für ein Handelsinstrument. Die Kauf- und Verkaufsaufträge stellen damit die Marktkräfte Angebot und Nachfrage ab.

Hinweis: Marktorders sichern die Liquidität an einem Handelsplatz. Angenommen es gäbe nur Limitorders, deren Kauf- / Verkaufspreise sich nicht überschneiden, wäre ein Handel nicht möglich.

Orderbücher werden elektronisch geführt und sind im Parketthandel, auch bekannt als Präsenzhandel, nicht für jeden Marktteilnehmer einsehbar. Das Xetra Orderbuch ist dagegen frei einsehbar, da es sich um ein sogenanntes offenes Orderbuch handelt.

Hinweis: Orderbücher existieren für alle börsengehandelten Wertpapiere.

Die verschiedenen Orderarten

Investoren haben die Möglichkeit, ihre Wertpapierorder nach verschiedenen Kriterien einzustellen. Daraus ergeben sich verschiedene Orderarten. Die folgenden Orderarten sind die verbreitetsten und können die meisten Anforderungen von Investoren abdecken.

Ordertyp Auch bekannt als … Beschreibung
Kauf – Billigst Buy Market Kauf eines Wertpapieres zum aktuellen Marktpreis
Verkauf – Bestens Sell Market Verkauf eines Wertpapiers zum aktuellen Marktpreis
Kauf – Limit Buy Limit Kauf eines Wertpapieres bis zu einem maximalen Preis
Verkauf – Limit Sell Limit Verkauf eines Wertpapieres ab einem minimalen Preis
Stop – Loss Verkauf eines Wertpapieres bei Unterschreiten einer festgelegten Kursschwelle

Level I und Level II Daten

Die Daten in einem Orderbuch können in die Level I und II unterteilt werden. Level II Daten haben für gewöhnlich eine höhere Aussagekraft und einen höheren Detaillierungsgrad. Abhängig von dem jeweiligen Broker können für die verschiedenen Daten unterschiedliche Preise angesetzt werden, sofern die Daten nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Die folgenden Daten sind im Orderbuch Level I enthalten:

Information Erläuterung
Bid Höchster Preis zu dem ein Marktteilnehmer zum Kauf bereit ist
Bid Vol Anzahl an Aktien, Lots oder Kontrakten, die zum Bid-Preis verfügbar sind
Ask niedrigster Preis zu dem ein Marktteilnehmer zum Verkauf bereit ist
Ask Vol Anzahl an Aktien, Lots oder Kontrakten, die zum Ask-Preis verfügbar sind
Letzer Preis Ausführungspreis der letzten Transaktion
Letzer Umsatz Anzahl an Aktien, Lots oder Kontrakten der letzten Transaktion

Im Level 2 werden diese Daten auf die einzelnen Kauf- oder Verkaufskurse aufgeteilt. Statt dem niedrigsten Verkaufspreis kann ein Investor beispielsweise die zehn niedrigsten Verkaufspreise einsehen. Die oben stehenden Informationen sind dabei für jeden Preis verfügbar. Somit unterscheiden sich Level I und II eines Orderbuches lediglich in ihrer „Tiefe”, also in der Anzahl der angezeigten Zeilen. Je größer die Orderbuchtiefe jedoch ist, desto aussagekräftiger sie häufig die Informationen.

Xetra Orderbuch einsehen – Wie geht das?

Im Xetra Orderbuch befinden sich alle limitierten Aufträge. Diese werden nach Ihrem Wunschkurs sortiert. Zu jedem Kurs gibt es einen Balken, der gleichzeitig das Ordervolumen zu diesem Kurs abbildet.

Beispiel: Ein Orderbuch für eine Aktie besteht aus vier Kursen. Es liegen Kaufaufträge zu 10 Euro und 9,95 Euro vor. Verkaufsaufträge haben Händler zu 10,05 Euro und 10,10 Euro eingestellt. Jeder dieser vier Kurse wird mit einem Balken im Orderbuch dargestellt. Angenommen das Volumen der Kaufaufträge zu 10 Euro ist doppelt so hoch wie das Volumen der anderen Kurse, ist der Balken auch doppelt so lang.

Das Xetra Orderbuch ist beispielsweise direkt auf der Homepage der Börse Frankfurt zu finden. Die Wertpapiere sind nach der Zugehörigkeit zu ihrem Index sortiert. Informationen zu den Volumina, der Börsenphase und den Kursen sind für diverse Aktien gleichzeitig sichtbar. Mit dem Plussymbol kann der Investor Details zu der jeweiligen Aktie einblenden.

Auswahl der Aktie zur Einsicht
Xetra Orderbuch einsehen - Auswahl der Aktie

Das Xetra Orderbuch gibt eine Tiefe von zehn Aufträgen an. Folglich sind die zehn Kauf- und Verkaufslimite samt Volumen und Stückzahl im Orderbuch sichtbar, die die geringste Abweichung zum derzeitigen Kurs aufweisen. Zusätzlich ist das Xetra Orderbuch farblich gekennzeichnet. Kaufangebote (Geld / Bid) werden in Grün, Verkaufsangebote (Brief / Ask) in Rot dargestellt.

Xetrabuch einsehen - Beispiel mit Adidas AG Aktie
Einsicht ins Xetra Orderbuch für Adidas AG

Xetra Orderbuch interpretieren & verstehen

Der Einblick in das Xetra Orderbuch bietet eine Möglichkeit, Angebot und Nachfrage zu vergleichen. Übersteigen beispielsweise die Kauforders die Verkaufsorders deutlich, kann ein Anleger steigende Kurse vermuten. Ist umgekehrt die Verkäuferseite in der Überzahl, kann es zu fallenden Kursen kommen.

Zusätzlich kann das Xetra Orderbuch Hinweise für doe Platzierung von Aufträgen geben. Gibt es beispielsweise viele Käufer und nur wenig Verkäufer, kann ein Anleger vermuten, dass eine Verkaufsorder auch zu leicht höheren Kursen ausgeführt werden könnte. Statt einer Marktorder könnte er in der Folge eine Verkaufsorder mit einem Limit erteilen.

Einschätzung des Liquidität

Neben dem richtigen Kurs für eine Order spielt auch die Frage eine Rolle, wie groß die Order maximal sein kann, um ausgeführt zu werden. Das Orderbuch gibt Hinweise darauf, ob die gewünschte Anzahl an Wertpapieren gehandelt werden kann, ohne den Kurs maßgeblich zu beeinflussen. Dieses Risiko besteht beispielsweise bei “marktengen” Werten. Gleichzeitig macht das Orderbuch das Risiko bei Marktorders deutlich. Je illiquider ein Wert ist, desto stärker kann der Ausführungskurs einer Marktorder vom Tageskurs abweichen.

Weiterhin kann der Einblick des Orderbuches Informationen über die Liquidität von Wertpapieren liefern. Beispielsweise illiquide Werte lassen sich durch einen geringen Tagesumsatz definieren, sodass Aufträge möglicherweise nicht an einem Börsentag abgewickelt werden können. Insbesondere bei solchen Werten kann das Orderbuch einen Hinweis auf das aktuelle Volumen liefern. Der Anleger kann daraus auf die Ausführungswahrscheinlichkeit einer Order schließen.

Hinweis: Das Orderbuch kann eine Erklärung für den Bid-Ask-Spread beziehungsweise die Slippage eines Wertpapieres liefern. Liegen die Kurse der  Kauf- und Verkaufsorders deutlich auseinander, ist generell mit höheren Spreads zu rechen.

Das Xetra Orderbuch – Erklärung der Begriffen

Im Zusammenhang mit dem Xetra Orderbuch und Orderbüchern allgemein gibt es verschiedene Fachbegriffe, die immer wieder auftauchen. Hier werden die gängigsten dieser Begriffe erläutert.

Begriff Erklärung
Top of the book Jeweils erste Position des Orderbuchs
Spanne Preisunterschied zwischen höchster Kauf- und niedriger Verkaufsposition
Orderbuchtiefe Anzahl der Preise, für die Informationen vorliegen / angezeigt werden
Teilausführung Eine Order wird in mehreren Tranchen zu mehreren Preisen ausgeführt (besonders bei Marktorders möglich)
Designated Sponsors Marktteilnehmer, deren Aufgabe es ist für Liquidität am Markt zu sorgen
Preis-Zeit-Priorität Das erste Ausführungskriterium für eine Order ist der Preis. Bei identischen Preisen entscheidet die Zeit. Die ältere Order wird immer zuerst ausgeführt.
Volatilitätsunterbrechung Automatisierte Aussetzung des Handels für einen kurzen Zeitraum, wenn Geld- und Briefkurs zu weit voneinander abweichen

Beispiel für den Handel mit dem Xetra Orderbuch

Ein Anleger möchte das Xetra Orderbuch für sich nutzen und analysiert einen DAX-Titel. Aktien im DAX weisen für gewöhnlich ein hohes Handelsvolumen auf. Daher ist unter anderem mit geringeren Spreads zu rechnen, als beispielsweise bei Nebenwerten. Der Anleger ist an der Aktie der Volkswagen AG interessiert. Für eine eventuelle Order möchte er jedoch wissen, was er aufgrund des Orderbuchs möglicherweise berücksichtigen sollte.

Xetrabuch einsehen - Beispiel mit Volkswagen AG Aktie
Einsicht ins Xetra Orderbuch für Volkswagen AG

An dem grünen Kreis auf der rechten Seite kann der Anleger beispielsweise erkennen, dass die Volkswagen Aktie derzeit auf Xetra gehandelt wird. Das Volumen von Kauf- und Verkaufsaufträgen ist relativ ausgeglichen. Der Unterschied zwischen der niedrigsten Verkaufsorder und der höchsten Kauforder beträgt vier Cent. Zwischen den letzten Positionen des Orderbuchs ergibt sich eine Differenz von 40 Cent. Selbst dieser Spanne beläuft sich mit Bezug auf den letzten Ausführungskurs nur auf 0,3 %.

Die Anzahl an Aktien in aktuellen Limitorders liegt bei grob 5.000 Stück. Liegt die Ordermenge des Anlegers deutlich darunter, ist eine Ausführung sehr wahrscheinlich. Der Einblick in das Orderbuch gibt dem Investor folglich keinen Hinweis darauf, dass besondere Vorsicht bei der Ordererteilung notwendig wäre. Eine Limitorder kann dennoch den Kaufpreis im Vorfeld fixieren.

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