Palladium Futures | Symbol: PA – Erklärung & Chart

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Palladium Futures (CME Globex Symbol: „PA“) zählen inzwischen zu den häufig gehandelten Warenterminprodukten. Obwohl sie an der NYMEX die längste Tradition unter den Metallprodukten der CME Group haben, lag ihr Handelsvolumen lange hinter dem anderer Edelmetalle. Aufgrund der breiten Verwendung von Palladium in der Industrie und als Anlage gewinnen die Futures jedoch zunehmend an Bedeutung bei gewerblichen Nutzern und Investoren.

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Palladium Futures im Überblick

Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Palladium Futures
Symbol (CME Globex) PA
Kontraktgröße 100 Feinunzen
Kursnotierung US-Dollar und Cents pro Feinunze
Min. Tickgröße (Tick Size) 0,50 USD
Min. Tickwert (Tick Value) 50,00 USD
Wert/Punkt (Multiplikator) 100,00 USD
Kontraktwert Palladium-Futures-Kurs x Multiplikator
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung)
  • Drei aufeinanderfolgende Monatskontrakte
  • Zusätzlich März, Juni, September und Dezember in den nächsten 36 Monaten
Fälligkeiten (Monatscodes) drei aufeinanderfolgende Monatscodes sowie zusätzlich H, M, U und Z für März, Juni, September und Dezember
Letzter Handelstag Der Handel endet am drittletzten Werktag des Kontraktmonats
Lieferung Physische Lieferung. Die Reinheit des Palladiums muss mindestens 99,95 % betragen.
Börsenplätze New York Mercantile Exchange (NYMEX), elektronischer Handel über CME Globex
Optionen verfügbar? Ja

Verschiedene Palladium Futures

Gehandelt an der New York Mercantile Exchange (NYMEX), die zur CME Group gehört:

Palladium Futures – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen erläutert werden, die für den Handel eines Palladium-Terminkontrakts bestehen. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs des Underlyings x Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Betrag, den ein Händler tatsächlich als Sicherheitsleistung aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin, hinterlegen, die von der Börse bzw. vom Broker festgelegt wird.

Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen variieren können und laufend angepasst werden. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen, der Kurs eines Palladium-Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit notiert bei 950 USD und der Multiplikator beträgt 100 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 95.000 USD betragen.

Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 95.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen. Die Margin reduziert die Kaufkraft des Händlers also um einen deutlich geringeren Betrag als der gesamte Kontraktwert.

Palladium Future-Optionen

Die CME Group listet auch Optionen auf Palladium Futures (Ticker: PAO) zum Handel. Die Future-Optionen beziehen sich auf die jeweiligen Terminkontrakte, wobei ein Terminkontrakt 100 Feinunzen entspricht.

Die kleinstmögliche Preisänderung (Tick Size) beträgt 0,1 USD und der Tickwert (Tick Value) ist auf 10 USD festgelegt. Der Multiplikator ist 100 USD. Die Notierung erfolgt in US-Dollar und Cents pro Feinunze.

Es werden monatliche Optionen für drei aufeinanderfolgende Monate sowie für die Monate März, Juni, September und Dezember der nächsten 36 Monate angeboten, sofern der zugrunde liegende Futures-Kontrakt notiert. Ergänzend listet die CME Group inzwischen auch wöchentliche Palladium-Optionen.

Die Optionskontrakte haben eine amerikanische Ausübungsart. Bei Ausübung entsteht eine Long- oder Short-Position im zugrunde liegenden Palladium-Future. Eine physische Lieferung des Metalls kommt erst auf Ebene des Futures in Betracht, sofern dieser bis zur Lieferung offen gehalten wird.

Palladium Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)

Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: PA1! oder Yahoo Finance: PA=F) können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Palladiumpreises herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis, also den Preis für den sofortigen Kauf oder Verkauf von physischem Palladium.

Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Palladiumpreisentwicklung am Kassamarkt.

Weiterführende Informationen

Ausgewählte Fakten zu Palladium

Bergbau vs. Recycling

Bei Palladium sowie Gold, Silber und Platin wird die Angebotsseite von der Bergbauproduktion sowie dem Recycling von Schrott und veraltetem Material bestimmt.

Je nach Edelmetall macht die Bergbauproduktion zwischen 70 und 85 % des gesamten Angebots aus, der Rest entfällt auf recyceltes Material. Der Anteil schwankt im Laufe der Zeit, was unter anderem auf sich ändernde Produktionskosten, Rückgewinnungswerte und Wirtschaftsaussichten zurückzuführen ist.

Produktion und Angebot

Palladium hat ein relativ geringes Produktionsvolumen (rund 217 Tonnen im Jahr 2024). Im Vergleich dazu liegt die Goldproduktion bei ca. 3.300 Tonnen. Bei Silber sind es sogar ca. 25.000 Tonnen. Zu den wichtigsten Palladium-Produzenten zählen Russland und Südafrika; dahinter folgen Simbabwe, Kanada und die USA.


Verarbeitung

Das geförderte Rohmaterial sowie das recycelte Material werden raffiniert und normalerweise zu Barren für den Transport und die Lagerung geformt. Darüber hinaus wird Palladium zu einem Pulver verarbeitet, das in verschiedenen industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt.

Nachfrage

Die Investitionsnachfrage ist ein essenzieller Bestandteil auf dem Edelmetallmarkt und spielt eine wichtige Rolle bei der Preisbildung. Allerdings handelt es sich bei Anlagegeschäften in der Regel um die Übertragung des Eigentums an bereits gelagertem Material.

Dies bringt zwar wertvolle Liquidität in den Markt, hat aber nur geringe Auswirkungen auf das gesamte physische Angebot und die Nachfrage. Vielmehr spiegeln die Investitionsaktivitäten in vielen Fällen die Einschätzungen der Anleger wider.

Einsatzfelder

Einen wesentlich größeren Effekt auf die Nachfrage haben industrielle Anwendungen. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften von Palladium wird das Edelmetall insbesondere bei der Herstellung von Abgaskatalysatoren für Fahrzeuge verwendet.

Aufgrund der elektrischen Leitfähigkeit lassen sich für Palladium auch im Bereich der Elektronik zahlreiche Einsatzgebiete finden. Neben der industriellen Nachfrage gibt es auch Nachfrage aus der Schmuckindustrie, wobei deren Anteil bei Palladium im Vergleich zu anderen Edelmetallen relativ gering ist.


Geschichte des Palladiums

Palladium wurde erstmals 1802 von William Hyde Wollaston infolge eines Experiments entdeckt. Aufgrund seines Glanzes wurde Palladium zunächst hauptsächlich bei der Herstellung von Schmuck eingesetzt. Andere nennenswerte Anwendungsgebiete gab es zum damaligen Zeitpunkt kaum.

Seit dem späten 20. Jahrhundert gewann Palladium stark an Bedeutung für die Herstellung von Katalysatoren in Automobilen. Bis heute ist die Automobilindustrie ein zentraler Nachfragesektor. Gleichzeitig wird der Markt inzwischen zusätzlich durch die Elektromobilität sowie durch Substitutionseffekte zwischen Palladium und Platin beeinflusst. Diese Entwicklung hat dem Handel mit Palladium Futures zusätzlichen Auftrieb verliehen.

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