Gross Margin (Bruttomarge) – Definition & Berechnung

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Gross Margin (deutsch: „Bruttomarge“), auch bekannt als „Gross Profit Margin“, „Rohertragsmarge“ oder „COGS-to-Revenue“, setzt das Bruttoergebnis eines Unternehmens ins Verhältnis zum Umsatz. Mithilfe dieser Kennzahl kann die Profitabilität des Unternehmens im Zeitverlauf oder im Vergleich zu direkten Wettbewerbern analysiert werden.

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Gross Margin – Definition

Die Gross Margin (Bruttomarge) zeigt, welcher prozentuale Anteil des Umsatzes nach Abzug der Herstellungskosten übrig bleibt.Damit dient sie als wichtige Kennzahl zur Beurteilung der Profitabilität auf Produktebene.

Gross Margin (Bruttomarge) - Formel

Gross Margin – Berechnung

Zur Berechnung der Gross Margin wird das Bruttoergebnis durch den Umsatz dividiert und mit 100 multipliziert.

Die Formel dafür lautet:

\text{Gross Margin in \%} = \frac{Bruttoergebnis}{Umsatzerlöse} \times 100

Ermittlung des Bruttoergebnisses

Das Bruttoergebnis (Gross Profit) wird berechnet, indem die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen (COGS) von den Umsatzerlösen abgezogen werden.

\text{Bruttoergebnis} = Umsatzerlöse - COGS

Datenquelle: Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Der beste Ausgangspunkt für die Ermittlung der Bruttomarge ist die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eines Geschäftsberichts.

Hinweis: Wird die GuV nach dem Gesamtkostenverfahren (statt dem Umsatzkostenverfahren) aufgestellt, werden keine Herstellungskosten (COGS) ausgewiesen – die Berechnung zur Gross Margin ist dann nicht direkt anwendbar. Viele Unternehmen ergänzen jedoch im Anhang oder Lagebericht entsprechende Angaben zum Wareneinsatz bzw. zu den COGS.

Bruttomarge vs. Nettomarge

Die Bruttomarge berücksichtigt nur das Verhältnis aus Bruttoergebnis und Umsatzerlösen, wobei das Bruttoergebnis, der Saldo aus Umsatzerlösen und den Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen ist. Das Wort „Brutto“ soll signalisieren, dass in dieser Ergebniskalkulation noch nicht alle Aufwendungen berücksichtigt sind.

Für die Ermittlung der Nettomarge (englisch: „Net Margin“ oder „Net Profit Margin“) werden zusätzlich die nicht produktspezifischen Kosten, sprich Gemeinkosten (bspw. Administration) und anderen Aufwendungen, sowie Steuern und Zinsen eingerechnet. Die Nettomarge ist daher bereits eine sehr gute Annäherung an den tatsächlichen Gewinn. Die Bruttomarge ist dagegen nur eine Vorstufe dieser Berechnung.

Interpretation und Bedeutung der Gross Margin

Die Gross Margin ist ein wichtiger Indikator für die Rentabilität eines Unternehmens im operativen Geschäft, insbesondere im Zeitverlauf. Über mehrere Geschäftsjahre hinweg sollte die Bruttomarge bei steigendem Umsatz bestenfalls zumindest konstant bleiben. Sinkende Margen deuten darauf hin, dass nicht alle Steigerungen der Herstellungskosten an die Kunden weitergegeben werden können.

Aufgrund der verwendeten Daten für die Ermittlung der Gross Margin sind außerdem Rückschlüsse auf Umsatz und Kosten möglich. Für steigende Bruttomargen können sinkende Herstellungskosten oder eben steigende Umsätze verantwortlich sein – und vice versa. Neben der Bruttomarge liefert die Umsatzrendite oder EBIT-Marge weitere wichtige Hinweise in diesem Zusammenhang.

Wann ist ein Vergleich der Bruttomarge sinnvoll?

Ein Vergleich der Gross Margin ist nur innerhalb einer Branche sinnvoll.

Ein Grund: Unternehmen, die für den Betrieb ihres Geschäftsmodells einen deutlich höheren Kapitaleinsatz benötigen, bspw. Automobilhersteller oder Maschinenbauer, haben in der Regel geringere Bruttomargen als Unternehmen mit weniger kapitalintensiven Geschäftsmodellen, wie etwa Pharma- oder Softwareunternehmen.

Der Blick auf vergleichbare Unternehmen ist wichtig, um zu erkennen, ob Konkurrenten auf der Produktionsebene effizienter arbeiten als das eigene Unternehmen. Da die Werte der Berechnung frei zugänglich sind, ist die Bruttomarge eine gute Möglichkeit zur Wettbewerbsanalyse.

Nachteile der Gross Margin

Die Bruttomarge berücksichtigt keine Gemeinkosten wie Vertriebs- oder Verwaltungsausgaben. Daher lässt sich aus ihr nicht erkennen, wie effizient und kostensparend diese Bereiche arbeiten. Darüber hinaus wird die Kennzahl nicht ausschließlich von unternehmensinternen Faktoren beeinflusst.

Externe Einflüsse wie konjunkturelle Schwankungen oder steigende Lieferantenpreise können den Rohertrag ebenfalls negativ beeinflussen – unabhängig vom eigenen Handeln. Zwar lassen sich Veränderungen der Gross Margin eindeutig feststellen, die Ursachen dafür bleiben jedoch häufig unklar.

Gross Margin – Beispiel

Continental AG

Für die Berechnung der Gross Margin für Continental AG im Jahr 2018, wurden die Umsatzerlöse und Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen herangezogen. Die Daten stammen aus der Continental GuV (hier geht es zum Geschäftsbericht).

Berechnung der Gross Margin für Continental AG
Continental AG - Berechnung der Gross Margin mit Daten der GuV (2018)
Die genaue Ermittlung lautet wie folgt:

\text{Gross Profit Continental} = 44,40~Mrd.~EUR~-~33,30~Mrd.~EUR = 11.104,9~Mrd.~EUR
\text{Gross Margin in \%} = \frac{44,40~Mrd.~EUR~-~33,30~Mrd.~EUR}{44,40~Mrd.~EUR} \times 100 = 25\%

Ergebnis: Die Bruttomarge des Unternehmens beträgt 25 %. Von jedem Euro Umsatz erwirtschaftet das Unternehmen vor Abzug von Gemeinkosten und sonstigen Aufwendungen wie Steuern und Zinsen 25 Cent.

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