Fitch Ratings – Erklärung der Skala & Tabelle

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

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Fitch Ratings – Unternehmensvorstellung

Fitch Ratings ist eine Tochtergesellschaft der Fitch Group. Diese wurde im Jahr 1913 unter dem Namen „Fitch Publishing Company“ gegründet. Ihren Namen erhielt die Gesellschaft von dem Gründer John Knowles Fitch.

Anfänglich beschränkte sich das Geschäftsmodell auf die Erstellung von Finanzstatistiken. Erst später kamen Ratings nach dem heutigen Verständnis dazu. Fitch implementierte dabei als erstes Unternehmen Ratingcodes von AAA („Tripple A“) bis D, angelehnt an das US-Schulsystem.

Mehrheitseigentümer der Fitch Group ist Stand 2021 die Hearst Communications Inc. (auch: „Hearst“). Hearst ist ein Medienkonzern aus den USA und besitzt seit dem Jahr 2014 einen Anteil von 80 Prozent an der Fitch Group. Darüber hinaus ist Hearst an verschiedenen Magazinen, Zeitungen und Fernsehsendern beteiligt.

Tochterfirmen

Der gesamte Fitch Konzern besteht neben der Fitch Ratings aus

  • Fitch Solutions,
  • Fitch Learning und
  • Fitch Ventures.

Fitch Solutions und Learning haben sich darauf spezialisiert, Finanzdaten zu analysieren und aufzubereiten. Diese Informationen stellen die beiden Divisionen ihren Kunden bereit. Ansonsten beraten die beiden Gesellschaften Finanzdienstleister mit eigenen Consultants.

Fitch Ventures befasst sich mit der Datengewinnung im Start-up-Umfeld mit speziellem Fokus auf Dienstleistungs- und Technologieunternehmen. Fitch Ratings erstellt Ratings für Finanzprodukte und Unternehmen. Zusätzlich liefert dieser Unternehmensteil auch Kommentare, die etwa Investoren bei der Einschätzung einer Investitionsmöglichkeit verwenden können.

Welche Branchen bewertet Fitch Ratings?

Das Bewertungsverfahren für Unternehmen und Finanzprodukte von Fitch ist komplex. Im Folgenden wird das Vorgehen daher vereinfacht dargestellt und bezieht sich auf den Bewertungssektor „Corporates“ (Unternehmen und Unternehmensanleihen). Neben diesem Bewertungskreis gibt es folgende, nach eigenen Abläufen bewertete, Bereiche:

  • Banks (Banken)
  • Covered Bonds (Pfandbriefe)
  • Non-Bank Financial Institutions (Nichtbanken im Finanzsektor)
  • Infrastructure & Project Finance (Infrastruktur- und Projektfinanzierung)
  • International Public Finance (Staaten und Regierungen)
  • Insurance (Versicherungen)
  • Sovereigns (Länderratings)
  • Structured Finance (Strukturierte Finanzprodukte)
  • US Public Finance (US-Finanzen)

Bewertungsfaktoren

Ein Credit Rating bei Fitch bezieht verschiedene Informationen mit ein. Einige Prüfungen werden bei jedem Unternehmen oder Finanzprodukt durchgeführt. Andere Kriterien finden abhängig vom Land oder dem Wirtschaftssektor Anwendung. Hierfür existieren zusätzliche Hinweise und Prüfungskataloge, die ein Analyst berücksichtigen muss. Die übergeordneten Einflussfaktoren bezeichnet Fitch als Master Criteria.

Die Master Criteria setzen sich zusammen aus:

  1. Risikoprofil des Wirtschaftssektors
  2. Länderrisiko
  3. Managementstrategie
  4. Grundsätze der Unternehmensführung
  5. Geschäftsprofil
  6. Finanzprofil
  7. Cash Flow und Profitabilität
  8. Finanzstruktur
  9. Finanzielle Flexibilität

Risikoprofil des Wirtschaftssektors

Fitch bestimmt das individuelle Rating eines Unternehmens immer im Kontext des gesamten Wirtschaftssektors. Branchen, die beispielsweise rückläufig, wettbewerbs- beziehungsweise kapitalintensiv, zyklisch oder volatil sind, gelten dabei als besonders riskant. Für solche Branchen sind Abwertungen im Gesamtrating möglich, um das erhöhte Risiko zum Ausdruck zu bringen.

Dabei ist zu bedenken, dass Unternehmen in mehr als einer Branche aktiv sein können. Aus der Berücksichtigung aller Aktivitäten eines Unternehmens ergibt sich das Risikoprofil des Wirtschaftssektors.

Gleichzeitig gibt dieses erste Ergebnis einen Korridor für die spätere Bewertung vor. Es ist dabei unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen den Branchenkorridor mit seinem Rating deutlich über- oder unterschreitet. Hierfür wären erheblichen Abweichungen zu den anderen Unternehmen des Sektors notwendig.

Länderrisiko

Das Länderrisiko wird von Fitch Ratings in die Bereiche

  • Operating Environment (OE) und
  • Convertibility Risk (T&C) unterteilt.

Das Operating Environment ist eine Kombination aus der Herkunft der Umsätze, dem Zugang zu Finanzmärkten und der staatlichen Führung. Dabei kann das Operating Environment nur einen neutralen oder negativen Einfluss haben. Abwertungen sind daher möglich, Aufwertungen dagegen nicht. Die Grundannahme des Corporate Ratings in Bezug auf das Operating Environment ist neutral. In Entwicklungsländern kann es jedoch beispielsweise zu Abwertungen um einige Punkte kommen.

Das Währungsrisiko berücksichtigt Fitch, indem es das jeweilige Länderrating als Obergrenze für Unternehmen eines Landes definiert. Damit werden unter anderem die Verfügbarkeit von Leitwährungen (z. B. EUR oder USD) sowie mögliche Kapitalverkehrskontrollen berücksichtigt. Überschreitungen des korrespondierenden Landesratings sind beispielsweise dann möglich, wenn ein Unternehmen aufgrund seiner Struktur nur bedingt von dem Staat abhängig ist, in dem es seinen Sitz hat.

Managementstrategie

Die Analysten von Fitch bewerten mit der Strategie des Managements einen Indikator, der sich aus messbaren und nicht messbaren Faktoren zusammensetzt. Messbar ist beispielsweise der finanzielle Erfolg in Form von Kennzahlen und Geschäftsberichten. Gewinne und Wachstum gelten dabei als Hinweis auf ein stabiles und erfolgreiches Management.

Darüber hinaus findet die Strategie auch als nicht messbarer Faktor Berücksichtigung. Strategische Ausrichtungen werden sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft bewertet. Die Grundlage hierfür können Beschlüsse des Managements, historische Akquisitionen oder die Finanzierungsstruktur sein. Zusätzlich kann das Management auf Nachfrage seine strategische Ausrichtung erläutern und kommentieren.

Grundsätze der Unternehmensführung

Die Grundsätze der Unternehmensführung sind auch besser unter dem Begriff Corporate Governance bekannt. Auch hierbei handelt es sich um ein asymmetrisches Kriterium. Das bedeutet, ein neutrales oder positives Ergebnis beeinflusst das Rating kaum. Negative Indikatoren können das Rating jedoch spürbar negativ beeinflussen.

Relevant für die Corporate Governance ist unter anderem die Verteilung der Entscheidungsbefugnisse in einem Unternehmen. Diese können mögliche Konflikte auslösen. Beispielsweise kann das Management entgegen dem Interesse der Shareholder handeln oder ein Mehrheitsaktionär kann entgegen den Interessen der Minderheitsaktionäre handeln. Bestimmte Konstellationen innerhalb eines Unternehmens können solche Konflikte begünstigen.

Für eine neutrale oder positive Bewertung können klar definierte Richtlinien, ein unabhängiger Vorstand sowie ein strukturierter Auditierungsprozess innerhalb des Unternehmens sorgen.

Geschäftsprofil

Kennzahlen und Faktoren bezüglich des Geschäftsprofils können vom jeweiligen Wirtschaftssektor abhängen. Unabhängig des Sektors werden jedoch Wettbewerbsanteile, Produkte oder Absatzzahlen berücksichtigt. Außerdem können auch (begrenzt) qualitative Faktoren wie die Produktqualität oder Kundenzufriedenheit mit einbezogen werden.

Finanzprofil

Das Finanzprofil dient Fitch primär dazu, die Schuldentilgungsfähigkeit eines Unternehmens zu beurteilen. Hierfür bedient sich die Ratingagentur verschiedener interner und externer Quellen. Bei dem Finanzprofil handelt es sich gleichzeitig um den umfangreichsten Prüfungspunkt im Ratingprozess. Daher sind die folgenden drei Aspekte „Cash Flow und Profitabilität“, „Finanzstruktur“ und „Finanzielle Flexibilität“ dem Finanzprofil untergeordnet beziehungsweise ein Teil davon.

Grundsätzlich legt Fitch ein größeres Augenmerk auf Cash Flow bezogene Kennzahlen als auf statische Bilanzkennzahlen, wie etwa den Verschuldungsgrad. Statische Kennzahlen bergen das Risiko, dass sie möglicherweise den gegenwärtigen Zustand eines Unternehmens nicht korrekt widerspiegeln, weil sie mit Daten aus vergangenen Perioden gebildet werden.

Dennoch ergänzt Fitch Ratings die Cash Flow Betrachtungsweise um Bilanzkennzahlen, wenn es nötig wird. Bei Immobiliengesellschaften setzt Fitch beispielsweise häufig den Loan to Value (LTV) ein.

Zusätzlich bewertet Fitch das Finanzprofil nicht nur gegenwartsbezogen. Die Agentur entwickelt Prognosen, sogenannte Forecasts, um die Entwicklung des Unternehmens zu simulieren. In einem Stresstest überprüfen die Analysten, wie widerstandsfähig die Finanzen eines Unternehmens sind.

Cash Flow und Profitabilität

Langfristig hat ein Unternehmen positive Cash Flows sowie Erträge zu erwirtschaften, um ein gutes Rating zu erhalten. Eine Steigerung der Werte im Zeitverlauf zudem aus Sicht der Shareholder wünschenswert. In Bezug auf den Cash Flow ist der Operating Cash Flow (OCF) besonders relevant. Fitch begründet dies mit der Rückführungskraft des OCF. Operative Zahlungsüberschüsse kann ein Unternehmen beispielsweise zur Schuldentilgung verwenden. Dieser Umstand kann sich positiv auf das Rating auswirken.

Finanzstruktur

Für die Bewertung der Finanzstruktur eines Unternehmens spielt die Abhängigkeit von externen Finanzierungen eine tragende Rolle. Diese Abhängigkeit steigt tendenziell mit einem höheren Fremdkapitalanteil der Gesellschaft. Gleichzeitig berücksichtigt Fitch die Gegebenheiten des lokalen Marktes und der Branche.

Ist etwa eine hohe Verschuldung innerhalb einer Branche üblich, wird hieraus für das einzelne Unternehmen voraussichtlich keine Abwertung folgen. Fitch passt die Bilanz des zu bewertenden Unternehmens manuell um festgelegte Faktoren an, um ein möglichst realistisches Bild zu erhalten.

Finanzielle Flexibilität

Mit finanzieller Flexibilität ist in diesem Fall der Spielraum eines Unternehmens bei der Kapitalbeschaffung gemeint. Je konservativer ein Unternehmen finanziert ist, desto höher ist in der Regel dessen finanzielle Flexibilität. In der Praxis können hierfür Grenzen (bspw. prozentualer Anteil vom Cash Flow) für die Verschuldung des Unternehmens festgelegt werden. Dies schafft Freiräume, wenn sie benötigt werden. Wurden solche Grenzwerte von einem Unternehmen definiert und eingehalten, kann sich dies positiv auf das Rating auswirken.

Fitch Ratings –  Tabelle der Bonitätsstufen

Die folgenden Ratingstufen beziehen sich erneut auf das Corporate Rating. Genauer geht es um das sogenannte Long-Term-Rating. Hierbei wird die Schuldentilgungsfähigkeit des Unternehmens innerhalb mindestens eines Jahres bewertet. Ratings für kürzere Zeiträume existieren ebenfalls, folgen jedoch einer anderen Matrix.

Grundsätzlich bedeutet ein hohes Rating eine niedrige Ausfallwahrscheinlichkeit einer Forderung. Zwischen den Ratings „BBB-“ und „BB+“ trennen sich die beiden Bereiche „Investment Grade“ und „Speculative Grade“. Diese grundlegende Unterscheidung kann ein Indikator für das Risikoprofil eines Unternehmens beziehungsweise eines Finanzproduktes sein.

Rating Bedeutung
   
AAA Höchste Bonität / geringes Risiko
AA+ Sehr hohe Bonität / hohe Wahrscheinlichkeit für Erfüllung von Verpflichtungen
AA
AA-
A+ Gute bis befriedigende Bonität / Geringfügig abhängig von der wirtschaftlichen Lage
A
A-
BBB+ Befriedigende Bonität / gegenwärtig stabile Lage, aber nicht vollständig gesichert
BBB
BBB-
BB+ Angespannte Bonität / Erfüllung der Verpflichtungen nur in stabilem Umfeld zu erwarten
BB
BB-
B+ Mangelhafte Bonität / kein langfristiges Investment
B
B-
CCC Ungenügende Bonität / Akute Gefahr eines Zahlungsverzuges
CC
C
RD Voraussichtlicher Ausfall
D Insolvenz / Zahlungsunfähigkeit

Fitch Ratings – Bewertungsprozess

Der Ratingprozess von Fitch Ratings verläuft insgesamt in zehn Stufen. Mit der letzten Stufe wird der erstmalige Ratingprozess zusätzlich in ein Monitoring überführt und regelmäßig überwacht.

Fitch Ratings Prozess

Schritt 1: Ratingprozess einleiten

Ein Rating wird grundsätzlich von einem Unternehmen selbst beauftragt. Dieses trägt nach Abschluss des Prozesses auch die Kosten für den Ratingsprozess. Neben der eigenständigen Kontaktaufnahme durch den Auftraggeber ist alternativ die Akquise durch das Business and Relationship Management Team von Fitch denkbar.

Liegen genügend öffentliche Daten vor, kann Fitch auf dieser Basis auch selbstständig ein Rating erstellen und veröffentlichen. Hierfür erhält die Agentur keine Vergütung, kann aber ihre Abdeckung mit Ratings erweitern.

Am Ende von Schritt 1 werden dem Ratingauftrag ein Analyst sowie eine Vertretung sowie ein Projektteam zugewiesen.

Schritt 2: Öffentlich verfügbare Informationen auswerten

Für gewöhnlich stellt der Auftraggeber diverse öffentlich zugängliche Informationen für das Rating bereit. Diese können sowohl auf qualitativer als auch auf quantitative Basis ausgewertet werden. Hierzu können Jahresabschlüsse, Statistiken, Branchenstudien oder bereits bestehende Geschäftsanalysen zählen.

Bei einem externen Auftraggeber nimmt das Management des bewerteten Unternehmens üblicherweise am Ratingprozess teil. Persönliche Besprechungen oder Videokonferenzen sind daher keine Seltenheit. Fehlende Daten können direkt beim Auftraggeber angefordert werden.

Neben den direkt unternehmensbezogenen Daten berücksichtigen die Analysten auch makroökonomische Daten oder relevante Marktereignisse. Beispielsweise können auch die Bilanzen von Wettbewerbern für das Rating eines Unternehmens relevant sein.

Schritt 3: Erstrating und Anfrage von nicht öffentlichen Informationen

Vor einem ersten Ratingvorschlag fragt Fitch unter Umständen weitere Daten von dem bewerteten Unternehmen an. Das können unter anderem Unterlagen zur strategischen Ausrichtung oder Prognosen sein. Es obliegt dabei, dem zuständigen Analysten einzuschätzen, inwieweit diese Daten für die Erstellung des Ratings notwendig sind.

Hinweis: Kommen der Analyst sowie das Rating Komitee zu dem Schluss, dass die Daten nicht für ein Rating ausreichen, wird der Ratingprozess abgebrochen. Es wird weder ein Rating vergeben noch veröffentlicht.

Schritt 4: Detaillierten Fragebogen vorbereiten

Als Abschluss der Datengewinnung bereitet der Analyst mit seinem Team einen Fragebogen für den Auftraggeber vor. Dieser beinhaltet die zentralen Diskussionspunkte sowie Schlüsselfragen. Sonst wird dem Auftraggeber die weitere Agenda mitgeteilt.

Schritt 5: Meeting mit dem Management des Auftraggebers

Nach der Rücksendung des Fragebogens folgt ein weiteres Treffen mit dem Management des beauftragenden Unternehmens. Dieses dient hauptsächlich dazu, Missverständnisse zu vermeiden oder auszuräumen. Die Analysten tauschen sich mit dem Management des Unternehmens dazu aus, ob sie das Geschäftsmodell und das Unternehmen tatsächlich verstanden haben.

Schritt 6: Detailanalyse durchführen

Anhand aller vorliegenden Daten nimmt das Analystenteam das detaillierte Rating des Auftraggebers vor. Hierfür können die folgenden Kriterien zum Einsatz kommen:

  • Beurteilung, ob die vorliegenden Daten ausreichen, um ein qualitativ hochwertiges Rating festzulegen.
  • Definition der primären und sekundären Einflussfaktoren mit Bezug zum konkreten Unternehmen und Sektor.
  • Entwickeln oder Anwenden eines Ratingmodells.
  • Qualitative und quantitative Analyse gemäß den Vorgaben des Ratingmodells.

Schritt 7: Ratingentwurf

Sowohl der Analyst als auch seine Vertretung legen aufgrund der vorangegangenen Bewertungen und Beurteilungen eine Ratingempfehlung fest. Zudem dokumentieren sie ihre Herleitungen, Berechnungen und Begründungen. Der Entwurf muss mindestens aus den Kernkennzahlen eines Unternehmens, einer Sensitivitätsanalyse und den Details zur Informationsgewinnung bestehen.

Schritt 8: Rating Komitee einberufen

Das Bewertungsteam hat abschließend seine Empfehlung dem Rating Komitee vorzustellen. Teil des Rating Komitees sind Spezialisten aus verschiedenen Fachbereichen, die abschließend über das Rating entscheiden. Das Komitee muss mindestens aus vier Analysten bestehen. Dabei muss ein Konsens über das zu vergebende Rating erreicht werden. Wenn möglich, kann auch ein Ausblick (positiv, negativ oder neutral) ergänzt werden.

Schritt 9: Rating zuteilen und veröffentlichen

Sobald sich das Rating Komitee geeinigt hat, informiert Fitch seinen Auftraggeber über das Ergebnis. Der Ratingprozess und die Hauptgründe für die Entscheidung müssen dabei erläutert werden. Üblicherweise wird auch ein Entwurf des detaillierten Berichtes beigefügt. Diesen kann der Empfänger auf formale Korrektheit prüfen. Auch die Veröffentlichung interner Daten kann so vermieden werden. Fitch wertet diese Kommentare aus und entscheidet über deren Berücksichtigung im Bericht. Im Anschluss wird das Rating auf den jeweils üblichen Kanälen veröffentlicht.

Schritt 10: Laufende Überwachung

Im Regelfall werden die Ratings von Fitch fortlaufend überwacht und in das sogenannte Monitoring überführt. Das bereits vorhandene Rating wird folglich regelmäßig, üblicherweise einmal pro Jahr, aktualisiert und erneut dem Rating Komitee vorgelegt. Einige Ratings für staatliche und öffentliche Bewertungsobjekte werden in geringeren Zeitabständen aktualisiert. Wichtige Gründe, wie eine Akquisition oder die Veröffentlichung relevanter Informationen, können der Auslöser für die vorzeitige Überprüfung eines Ratings sein.

Fitch Ratings – Die Nachteile

Ein Rating ersetzt grundsätzlich keine umfangreiche Analyse eines Unternehmens durch einen Investor, kann aber einen Indikator bei Investitionsentscheidungen sein. Dennoch gibt es konkrete Nachteile und Limitierungen von Credit Ratings.

Hierzu zählt beispielsweise, dass eine Ratingagentur nicht ausschließen kann, dass die zugrunde liegenden Daten eines Ratings falsch sind. Die Agentur greift auf vorhandene Abschlussdaten zurück und prüft deren Korrektheit nicht gesondert.

Zusätzlich schränken die unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards die Aussagekraft der Ratings generell ein. Zwar passt Fitch die jeweiligen Daten einander an, was jedoch gleichzeitig eine Fehlerquelle darstellen kann. Zudem sind subjektive Einschätzungen der Analysten Teil der Anpassungen. Somit besteht die Gefahr, dass die objektive Unternehmenseinschätzung leidet.

Ebenfalls denkbar sind Interessenkonflikte zwischen Ratingagentur und Auftraggeber. Im Fall der Beauftragung ist Fitch in der Pflicht, für seinen Auftraggeber ein neutrales Rating zu erstellen. Dieser bezahlt jedoch für das Rating und hat damit den Charakter eines Kunden. Eine negative Beurteilung kann dazu führen, dass der Auftraggeber sein Rating zukünftig bei einem anderen Unternehmen in Auftrag gibt. Dies darf die Ratingagentur jedoch nicht dazu verleiten „Gefälligkeitsratings“ auszustellen.

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