Fitch Ratings – Tabelle & Erklärung der Skala

Autor: Pit Wilkens Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Fitch Ratings ist eine international tätige Ratingagentur, die die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Staaten und Finanzinstrumenten bewertet. Die vergebenen Ratings sollen das Ausfall- bzw. Zahlungsausfallrisiko nachvollziehbar einordnen und Investoren als Orientierung bei Investitionsentscheidungen dienen. Im Folgenden werden insbesondere die Ratingskala sowie zentrale Elemente der Kriterien- und Analyselogik von Fitch näher erläutert.

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Fitch Ratings – Unternehmensvorstellung

Fitch Ratings wurde im Jahr 1913 unter dem Namen Fitch Publishing Company in New York gegründet. Namensgeber war unter anderem der Unternehmensgründer John Knowles Fitch. Das Geschäftsmodell konzentrierte sich zunächst auf die Erstellung von Finanzstatistiken und Marktinformationen. Credit Ratings im heutigen Sinne kamen erst in späteren Entwicklungsschritten hinzu.

Die Ratingagentur ist Teil der Fitch Group und befindet sich seit April 2018 vollständig im Besitz des US-amerikanischen Medienkonzerns Hearst. Gemeinsam mit Standard & Poor’s (S&P) und Moody’s Ratings zählt Fitch zu den drei führenden internationalen Ratingagenturen (auch: Credit Rating Agencies, CRA).

Bedeutung der Fitch Ratings

Die Fitch-Ratingskala reicht von der Bestnote „AAA“ (Triple A) bis zur niedrigsten Einstufung „D“ (Default). Innerhalb dieser Skala gibt es feiner abgestufte Zwischennoten mit Plus- und Minuszeichen (z. B. „BBB+“ oder „BBB-“).

Ein zentraler Schwellenwert liegt zwischen den Ratingstufen „BBB-“ und „BB+“. Hier verläuft die Grenze zwischen Investment Grade und Speculative Grade.

  • Investment Grade: Ratings von AAA bis BBB-. Finanziell solide Emittenten, bei denen die Erfüllung finanzieller Verpflichtungen als sehr wahrscheinlich gilt.
  • Non-Investment Grade (spekulativ): Ratings ab BB+ abwärts. Risikoreichere Emittenten mit höherer Ausfallwahrscheinlichkeit. Diese Junk Bonds bieten potenziell höhere Renditen bei entsprechend höheren Risiken.
Die Fitch Rankings im Überblick

Im Jahr 2025 bestätigte Fitch Deutschland mehrfach mit einem „AAA“-Langfristrating und stabilem Ausblick. Dies ist die höchste Bonitätsstufe, die ein sehr geringes Ausfallrisiko signalisiert.

Fitch Rating-Tabelle

Die folgenden Fitch Ratings beziehen sich auf das so genannte Long-Term-Rating (z. B. Long-Term Issuer Default Ratings/IDR). Sie ordnen die relative Ausfallwahrscheinlichkeit über einen längeren Zeithorizont ein. Ratings für kürzere Zeiträume (Short-Term) existieren ebenfalls, folgen jedoch einer eigenen Skala.

Fitch Rating Bedeutung (vereinfacht)
Investment Grade Hohes bis mäßiges Rating
AAA Höchste Bonität / sehr geringes Ausfallrisiko
AA+ Sehr hohe Bonität / sehr hohe Wahrscheinlichkeit der Erfüllung von Verpflichtungen
AA
AA-
A+ Gute Bonität / stärker von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig als höhere Stufen
A
A-
BBB+ Befriedigende Bonität / aktuell angemessen, aber anfälliger bei Verschlechterung der Rahmenbedingungen
BBB
BBB-
Non-investment Grade Spekulatives Rating
BB+ Erhöhtes Kreditrisiko / Erfüllung der Verpflichtungen abhängig von stabilen Bedingungen
BB
BB-
B+ Hohes Kreditrisiko / begrenzte Sicherheit für langfristige Verpflichtungen
B
B-
CCC+ Sehr hohes Kreditrisiko / erhebliche Ausfallgefahr
CCC
CCC-
CC Sehr hohe Ausfallgefahr / Default erscheint wahrscheinlich
C Default steht unmittelbar bevor oder ist unvermeidbar
RD Eingeschränkter Default (Restricted Default) auf wesentlichen Verpflichtungen
D Default (Zahlungsausfall)
NR Not Rated (kein öffentliches Fitch-Rating / nicht (mehr) geratet)

Fitch führte 1924 eine an Buchstabennoten angelehnte Ratingskala von AAA („Triple A“, höchste Bonität) bis D (Default) ein. Später haben weitere Ratingagenturen eine ähnliche Letter-Grade-Skala entwickelt.

Welche Branchen bewertet Fitch Ratings?

Im Folgenden wird das Bewertungsverfahren von Fitch für den Bewertungssektor „Corporates” (Unternehmen und Unternehmensanleihen) vereinfacht dargestellt. Neben diesem Bewertungskreis gibt es die folgenden Bereiche, die nach eigenen Abläufen bewertet werden:

  • Banks (Banken)
  • Covered Bonds (Pfandbriefe)
  • Non-Bank Financial Institutions (Nichtbanken im Finanzsektor)
  • Infrastructure & Project Finance (Infrastruktur- und Projektfinanzierung)
  • International Public Finance (öffentliche Emittenten, u. a. Regionen/Kommunen und staatsnahe Einheiten)
  • Insurance (Versicherungen)
  • Sovereigns (Länderratings)
  • Structured Finance (Strukturierte Finanzprodukte)
  • US Public Finance (US-Finanzen)

Fitch Master Criteria

Zu den zentralen Fitch-Kriterien für eine Unternehmensbewertung gehören unter anderem:

  1. Risikoprofil des Wirtschaftssektors
  2. Länderrisiko
  3. Management & Corporate Governance
  4. Geschäftsprofil
  5. Finanzprofil

Diese werden im Folgenden näher erklärt.

1. Risikoprofil des Wirtschaftssektors

Fitch beurteilt Unternehmensratings stets im Branchenkontext. Branchen mit strukturellem Rückgang, hoher Wettbewerbs- oder Kapitalintensität sowie ausgeprägter Zyklik oder Volatilität gelten als risikoreich und können das Gesamtrating begrenzen.

Ist ein Unternehmen in mehreren Branchen tätig, ergibt sich das Risikoprofil aus der Gesamtheit seiner Aktivitäten. Das Branchenrisiko definiert zudem einen Ratingkorridor, der nur bei erheblichen Abweichungen vom Branchendurchschnitt über- oder unterschritten wird.

2. Länderrisiko

Das Länderrisiko fließt über das Operating Environment (OE) sowie Transfer & Convertibility (T&C) bzw. den Country Ceiling in das Fitch Rating ein.

  • Das Operating Environment (OE) umfasst makroökonomische Stabilität, institutionelle Qualität, Kapitalmarktzugang und Rechtssicherheit und kann als Ratingbasis oder -begrenzung wirken.
  • Transfer & Convertibility (T&C) bzw. der Country Ceiling adressieren das Risiko systemischer Einschränkungen bei Fremdwährungszahlungen und stellen häufig eine Obergrenze für Fremdwährungsratings dar. Überschreitungen sind möglich, wenn Zahlungsströme und Liquidität strukturell vom Inland entkoppelt sind.

3. Managementstrategie

Die Managementstrategie wird anhand quantitativer und qualitativer Faktoren bewertet. Kennzahlen, Ertragskraft und Wachstum liefern Hinweise auf die Managementqualität, stets im Zusammenhang mit Risikoappetit, Kapitalallokation und Branchenumfeld.

Ergänzend fließen strategische Entscheidungen, Akquisitionen, Investitionsprogramme und Finanzierungsstrukturen in die Fitch Beurteilung ein.

4. Grundsätze der Unternehmensführung

Corporate-Governance-Faktoren wirken überwiegend asymmetrisch: Solide Strukturen stabilisieren das Fitch Rating, während Schwächen deutlich belasten können. Entscheidend sind klare Entscheidungsstrukturen und die Vermeidung von Interessenkonflikten zwischen Management, Mehrheits- und Minderheitsaktionären.

Transparente Richtlinien, ein unabhängiger Aufsichtsrat sowie wirksame Kontroll- und Prüfprozesse unterstützen eine neutrale bis positive Bewertung.

5. Geschäftsprofil

Kennzahlen und Faktoren bezüglich des Geschäftsprofils können vom jeweiligen Wirtschaftssektor abhängen. Unabhängig des Sektors werden jedoch häufig Marktposition, Diversifikation (Produkte/Regionen/Kunden), Preisgestaltungsmacht, Kostenstruktur sowie der Zugang zu Beschaffungs- und Absatzmärkten berücksichtigt.

Außerdem können auch (begrenzt) qualitative Faktoren wie Produktqualität, Vertragsstrukturen oder Kundenzufriedenheit einbezogen werden.

6. Finanzprofil

Das Finanzprofil ist der zentrale Prüfungsbereich bei Fitch und dient primär der Beurteilung der Schuldendienstfähigkeit. Es stützt sich auf interne und externe Datenquellen und umfasst die drei Teilbereiche Cash Flow und Profitabilität, Finanzstruktur sowie finanzielle Flexibilität.

Fitch legt dabei größeren Wert auf cashflow-basierte Kennzahlen als auf statische Bilanzgrößen, da letztere vergangenheitsbezogen sind und die aktuelle Lage verzerren können. Ergänzend werden je nach Geschäftsmodell Bilanzkennzahlen herangezogen, etwa der Loan-to-Value (LTV) bei Immobiliengesellschaften. Die Analyse basiert nicht nur auf historischen Daten, sondern auch auf mehrjährigen Forecasts in Basis- und Stressszenarien zur Prüfung der Belastbarkeit der Kapitalstruktur.

7. Cash Flow und Profitabilität

Nachhaltig positive und möglichst wachsende Cash Flows sowie Erträge sind zentrale Voraussetzungen für ein gutes Fitch Rating. Besondere Bedeutung hat der Operating Cash Flow (OCF), da er die Fähigkeit zur Bedienung und Tilgung von Verbindlichkeiten aus dem operativen Geschäft widerspiegelt.

Operative Mittelzuflüsse können für Schuldentilgung, Investitionen oder den Aufbau von Liquiditätsreserven verwendet werden und wirken (im Gesamtkontext) ratingstützend.

8. Finanzstruktur

Die Finanzstruktur wird maßgeblich durch den Grad der Abhängigkeit von externer Finanzierung bestimmt. Ein höherer Fremdkapitalanteil erhöht diese Abhängigkeit, wird jedoch stets im Branchen- und Marktvergleich beurteilt.

Eine branchenübliche hohe Verschuldung führt daher nicht automatisch zu einer Abwertung. Fitch nimmt zudem Anpassungen an den berichteten Finanzzahlen vor, um wirtschaftliche Verpflichtungen realistisch abzubilden und die Vergleichbarkeit sicherzustellen.

9. Finanzielle Flexibilität

Finanzielle Flexibilität beschreibt den Handlungsspielraum bei Kapitalbeschaffung sowie beim Management von Liquidität und Fälligkeiten. Eine konservative Finanzierung erhöht diesen Spielraum. Selbst auferlegte und eingehaltene Verschuldungsgrenzen (etwa in Relation zum Cash Flow) schaffen Reserven für schlechte Wirtschaftsphasen und können sich positiv auf das Fitch Rating auswirken.

Der Fitch-Ratingprozess (10 Schritte)

Der Ratingprozess von Fitch Ratings folgt standardisierten internen Abläufen, um eine konsistente und nachvollziehbare Ratingentscheidung zu gewährleisten. Nach der erstmaligen Zuteilung wird ein Rating in der Regel in die laufende Überwachung (Surveillance) überführt. Bei unzureichender Informationslage kann Fitch ein Rating auch nicht vergeben, nicht aufrechterhalten oder zurückziehen.

Fitch Ratings Prozess

Schritt 1: Ratingprozess einleiten

Der Ratingprozess beginnt üblicherweise damit, dass ein Emittent, Sponsor/Arranger oder Underwriter (oder deren Beauftragte) Fitch kontaktiert – typischerweise über das Business and Relationship Management (BRM) – um ein Rating zu beauftragen. Im solicited (beauftragten) Fall trägt der Auftraggeber in der Regel die Kosten des Ratings.

Alternativ kann Fitch auch ein unsolicited Rating initiieren, sofern ausreichend öffentliche Informationen verfügbar sind. In diesem Fall wird die Ratingabdeckung erweitert, ohne dass Fitch hierfür eine Vergütung erhält.

Zu Beginn werden dem Mandat in der Regel ein Primary Analyst und ein Secondary/Back-up Analyst (sowie ggf. ein Projektteam) zugeordnet, die Analyse und Prozessführung verantworten.

Schritt 2: Öffentlich verfügbare Informationen auswerten

Im nächsten Schritt werten die Analysten öffentlich verfügbare und als relevant erachtete Informationen aus. Dazu zählen u. a. veröffentlichte Finanz- und Betriebskennzahlen, regulatorische Einreichungen, Branchen- und Wirtschaftsberichte sowie weitere öffentlich zugängliche Datenquellen.

Bei beauftragten Ratings nimmt das Management des bewerteten Unternehmens häufig aktiv am Prozess teil – etwa über Management-/Treasury-Gespräche, Vor-Ort-Termine oder Videokonferenzen. Zusätzlich berücksichtigen Analysten makroökonomische Daten, Marktereignisse sowie Peer-Informationen (z. B. Wettbewerberdaten), sofern diese für die Kreditbeurteilung relevant sind.

Schritt 3: Voranalyse und Anfrage von nicht öffentlichen Informationen

Auf Basis der ersten Sichtung führt das Analystenteam eine Voranalyse durch und fordert – falls erforderlich – nicht öffentliche Informationen an. Dazu können u. a. Hintergrundinformationen, Forecasts, Risiko- und Performanceinformationen oder weitere proprietäre Unterlagen gehören. Welche zusätzlichen Daten erforderlich sind, beurteilt das Analystenteam in Abhängigkeit von Assetklasse, Emittent und anwendbaren Kriterien.

Schritt 4: Detaillierten Fragebogen und Agenda vorbereiten

Zur Strukturierung der weiteren Informationsgewinnung bereitet das Analystenteam häufig einen detaillierten Fragebogen bzw. eine Agenda vor. Darin werden zentrale Diskussionspunkte, Schlüsselfragen und Informationsbedarfe gebündelt, um im anschließenden Austausch mit dem Management gezielt offene Punkte zu klären.

Schritt 5: Meeting mit dem Management (und ggf. weiteren Stakeholdern)

Im Meeting mit dem Management (und je nach Transaktion/Struktur ggf. weiteren Stakeholdern) vertieft Fitch das Verständnis für Geschäftsmodell, Strategie, Finanzpolitik, Risikoprofil und wesentliche Treiber der Kreditqualität. Ziel ist es, Annahmen zu validieren, offene Fragen zu klären und Fitchs erste Einschätzungen zu spiegeln, um Missverständnisse zu vermeiden.

Schritt 6: In-Depth-Analyse nach Kriterien und Methodiken

Auf Grundlage der gesammelten Informationen erfolgt die detaillierte Analyse in Übereinstimmung mit den jeweils anwendbaren, veröffentlichten Ratingkriterien und Methodiken. Typische Elemente sind:

  • Beurteilung, ob die Informationsbasis robust genug ist, um eine belastbare Ratingmeinung zu bilden.
  • Identifikation und Bewertung wesentlicher Ratingtreiber (quantitativ und qualitativ) gemäß Kriterien.
  • Anwendung bzw. Entwicklung von Modellen, wo relevant, sowie Peer-Analyse zur Einordnung im Vergleichsfeld.
  • Berücksichtigung relevanter Risiken, einschließlich (wo anwendbar) ESG-bezogener Risikofaktoren im Kreditkontext.

Bei besonders komplexen oder ungewöhnlichen Strukturen kann zusätzlich ein vorgelagerter Screening-Schritt (Screening Committee) stattfinden, um zu prüfen, ob und wie der volle Ratingprozess sinnvoll fortgeführt werden kann.

Schritt 7: Ratingentwurf und Committee Package (Dokumentation)

Primary und Secondary Analyst formulieren eine Ratingempfehlung und dokumentieren Analyse, Herleitungen und Begründungen in einem sogenannten Committee Package. Dieses muss ausreichend Substanz enthalten, um die Empfehlung nachvollziehbar zu begründen – typischerweise u. a. zentrale Ratingtreiber, Sensitivitätsanalysen, etwaige Kriterienabweichungen (falls vorhanden) sowie Angaben zur Informationsbasis und zur angemessenen Untersuchung/Verifizierung im Rahmen der Methodik.

Schritt 8: Ratingkomitee (Entscheidung im Gremium)

Die Ratingentscheidung erfolgt im Ratingkomitee. Das Komitee diskutiert die Empfehlung und die zugrunde liegenden Informationen und trifft die Entscheidung grundsätzlich konsensorientiert. Die Zusammensetzung richtet sich nach Erfahrung und internen Quorum-Anforderungen. Typischerweise moderiert ein Chair das Komitee.

Häufig sind zudem Mitglieder außerhalb der unmittelbaren Assetklasse/Region eingebunden, um Unabhängigkeit und Peer-Einordnung zu stärken (mit begrenzten Ausnahmen). Je nach Fall kann das Komitee neben dem Rating auch eine Rating Outlook- oder Rating-Watch-Einstufung beschließen.

Schritt 9: Rating mitteilen, Entwurf zur Faktenprüfung, Veröffentlichung

Nach Abschluss des Komitees wird das Ergebnis dem Emittenten (bzw. Agent) in der Regel schriftlich mitgeteilt. Dabei werden die wesentlichen Gründe der Ratingentscheidung erläutert. Typischerweise erhält der Emittent einen Entwurf der Rating Action Commentary (oder eines Presale Reports), um die faktische Richtigkeit zu prüfen und sicherzustellen, dass keine nicht öffentlichen Informationen unbeabsichtigt veröffentlicht werden.

Fitch prüft dieses Feedback, behält jedoch die volle redaktionelle Kontrolle über die finale Veröffentlichung.

Schritt 10: Laufende Überwachung (Surveillance)

Nach der Erstvergabe wird das Rating in die laufende Überwachung überführt. Die zuständigen Analysten beobachten die Kreditentwicklung fortlaufend und führen (abhängig von Assetklasse, Emittent und Ereignislage) regelmäßige Reviews sowie anlassbezogene Prüfungen durch (z. B. bei M&A-Ankündigungen, wesentlichen Finanz- oder Strategieänderungen, relevanten Marktereignissen oder neuen Informationen). Falls die Informationsbasis nicht (mehr) ausreichend ist, kann Fitch ein Rating auch zurückziehen.

Fitch Ratings in der Kritik

Wie andere Ratingagenturen steht auch Fitch Ratings immer wieder in der Kritik. Im Fokus stehen dabei ihr Einfluss auf die Finanzmärkte, potenzielle Interessenkonflikte sowie die Frage, wie stark Ratings standardisiert und ohne ausreichende Differenzierung in Regulierung und Anlagerichtlinien herangezogen werden.

Einfluss auf Märkte und prozyklische Effekte

Credit Ratings können Finanzierungskosten beeinflussen, da viele Investoren, Banken und Fonds interne Regeln oder regulatorische Vorgaben an Ratingstufen koppeln. Herabstufungen können daher (insbesondere in volatilen Börsenphasen) zu Verkaufsdruck oder höheren Risikoaufschlägen beitragen. Gleichzeitig betonen Regulatoren und Standards, dass Ratings Meinungen sind und nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage dienen sollten.

„Issuer Pays“-Modell und Interessenkonflikte

Da häufig der Emittent das Ratingverfahren bezahlt, wird das Geschäftsmodell als potenzieller Interessenkonflikt diskutiert. Die SEC hat das Thema in ihrem Bericht zur Rolle von Ratingagenturen umfassend adressiert. Branchenweite Standards (z. B. IOSCO) fordern u. a. Trennung von Gebührenverhandlungen und Analyse, Regeln zur Unabhängigkeit sowie Transparenzpflichten.

Kritik an der Qualität von Ratings

Nach der Finanzkrise von 2008 wurde die Qualität der Credit Ratings intensiv diskutiert. Es zeigte sich, dass strukturierte Finanzprodukte wie Credit Default Swaps (CDS) sowie die zugrunde liegenden Ratingmethoden Risiken systematisch unterschätzt hatten. Dadurch trugen sie zur Destabilisierung der Finanzmärkte bei. Internationale Aufseher und Standardsetter haben hierzu Analysen und Verbesserungsanforderungen veröffentlicht (z. B. IOSCO Structured Finance Report).

Unaufgeforderte Ratings

Unaufgeforderte (unsolicited) Ratings sind umstritten:

  • Kritikpunkt: Ohne tiefe Mitwirkung des Bewertungsobjekts kann die Informationsbasis eingeschränkt sein, was die Aussagekraft beeinträchtigen kann.
  • Kritikpunkt: Teilweise wird befürchtet, dass unsolicited Ratings als indirekter Anreiz genutzt werden könnten, ein beauftragtes (kostenpflichtiges) Verfahren zu initiieren.

Auf der anderen Seite wird argumentiert, dass unsolicited Ratings die Transparenz erhöhen können, weil sie auch dort eine Einordnung bieten, wo kein Mandat vorliegt.

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