Portfoliomanagement – Erklärung & Bedeutung

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Portfoliomanagement beschreibt das Verwalten eines Portfolios (Gesamtheit an Wertpapieren in einem Depot) mit dem Hauptziel der Vermehrung des investierten Geldes. Da die Finanzwelt mit ihren Produkten immer komplexer und damit stellenweise intransparenter wird, wird das selbstständige Portfoliomanagement zunehmend wichtiger. Was ein Portfoliomanagement genauer bedeutet und wie man dies sinnvoll erlernen kann, wird in diesem Artikel genauer erklärt.

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Was ist Portfoliomanagement?

Beim Portfoliomanagement geht es darum, Ersparnisse so zu organisieren, dass sie mit den individuellen Zielen und Bedürfnissen (z.B. Weg des Vermögensaufbaus, Höhe und Häufigkeit der Ein- und Auszahlungen, Risikobereitschaft, Strategien) eines Anlegers bestmöglich vereinbar sind. Dabei basiert das Managen auf einem langfristigen Prozess bestehend aus Planung, Realisierung und Kontrolle eines Portfolios.

Welches Ziel verfolgt ein Portfolio Manager?

Ein Manager eines Portfolios kann, in Abhängigkeit der eigentlichen Person inbegriffen seiner Rahmenbedingungen, sehr unterschiedliche Ziele verfolgen. Zur Bestimmung der grundsätzlichen Ziele werden häufig zwei verschiedene Ansätze betrachtet.

Zielsetzung mithilfe des Capital Asset Pricing Model

Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) ist ein theoretisches Kapitalmarktmodell zur Analyse des Risikos und der Rendite von Wertpapieren. Ziel des CAPM ist, eine Bepreisung des Risikos zu formulieren.

Dazu werden sowohl das systematische als auch das unsystematische Risiko eines Wertpapiers genauer untersucht:

  • Das systematische Risiko bzw. Marktrisiko geht jeder Investor ein, der Geld am Kapitalmarkt investiert. Beispielsweise können politische Krisen, gesetzliche Änderungen oder weitreichende Umweltkatastrophen eine negative Wirkung auf den gesamten Markt haben → es kann nicht durch Risikodiversifizierung gesenkt werden.  
  • Das unsystematische oder spezifische Risiko betrifft einzelne Branchen oder Unternehmen. Es lässt sich dadurch verringern, dass nicht nur Aktien eines oder weniger Unternehmen erworben werden → es kann durch Diversifikation gesenkt und sogar eliminiert werden.

Demnach besteht das Hauptziel eines Portfoliomanagers in der Minimierung des unsystematischen Risikos. 

Allerdings geht das CAPM von vollkommenen Kapitalmärkten (z.B. symmetrische Informationen und Geld kann zum risikolosen Zins unendlich angelegt werden) und rationalen Marktteilnehmern aus. Diese Annahmen können in der Realität gänzlich nicht bestätigt werden. Dennoch hat sich das Modell in der Theorie und Praxis etabliert.    

Die richtige Portfoliostrukur als Erfolgsfaktor

Mit einer richtigen Portfoliostruktur ist die sinnvolle Auswahl und Aufteilung nach Finanzprodukten (z.B. Aktien, Unternehmensanleihen, Derivate wie Optionen oder Futures) gemeint. 

Die Value-Investing-Strategie (d.h. der innere Wert einer Qualitätsaktie wird mithilfe einer Fundamentalanalyse untersucht) kann zu einer guten Aktienauswahl beitragen.

Gemäß Warren Buffett (einer der erfolgreichsten Investoren der Welt) erfordert ein Vermögensaufbau in erster Linie die Konzentration auf unterbewertete Qualitätsaktien: “Diversification may preserve wealth, but concentration builds wealth.”

Darüber hinaus sollten Wertpapiere im jeweiligen Portfolio hinreichend diversifiziert sein, damit Verlustrisiken weniger gleichzeitig im Portfolio miteinander korrelieren. Zur angemessenen Streuung von Risiken können die folgenden Größen genauer berücksichtigt werden, die mit einem Kauf eines Finanzproduktes einhergehen:

  • Länder bzw. Regionen
  • Währungen (z.B. Euro und US-Dollar)
  • Branchen (z.B. Tourimus, Lebensmittel, Automobilsektor)    
  • zudem: Zeitpunkt des Handels

Arten von Portfoliomanagement

Grundsätzlich kann zwischen aktiven, passiven und semi-passiven Portfoliomanagement unterschieden werden.

Die Effizienzmarkthypothese besagt, dass in den Preisen für Aktien (Aktienkurse) sämtliche Informationen enthalten sind. Deshalb kann kein Finanzmarktakteur einen Vorteil in Form von höheren Gewinnen gegenüber anderen Marktteilnehmer erwirtschaften.   

Vereinfachend kann der zentrale Unterschied zwischen aktiven und passiven Portfoliomanagement wie folgt beschrieben werden: Passive Portfoliomanager nehmen die Effizienzmarkthypothese an, wohingegen aktive Manager nicht von effizienten Märkten ausgehen.

Aktiv

Im Rahmen eines aktiven Portfoliomanagement werden Abweichungen eines ineffizienten Marktes zur Gewinnmaximierung ausgenutzt. Aktive Portfoliomanager beabsichtigen mithilfe strategischer Kauf- und Verkaufsentscheidungen besser zu performen als der breite Markt. Dies ist ein Grundprinzip von beispielsweise aktiv verwalteten Fonds, Value Investing, Growth-Strategien oder Momentum-Strategien.

So sind Informationsasymmetrien, Irrationalitäten der Finanzmarktakteure sowie politische, gesellschaftliche und exogene Ereignisse Gründe dafür, warum Märkte nicht effizient sind. Daher kann ein aktiver Portfoliomanager durchaus von den Markt-Ineffizienzen profitieren. 

Geld richtig anlegen und BankberatungAllerdings kann die Strategie eines professionellen Portfoliomanagers mit hohen Transaktionskosten, inkongruenten Zielen (z.B. unterschiedliche Risikovorstellungen) sowie menschlichen Fehlern verbunden sein. Dabei ist für eine tatsächliche Realisierung des Gewinnvorteils die Fähigkeit des Managers, Über- und Unterbewertungen verschiedener Finanzprodukte aufzudecken, entscheidend. 

Außerdem kann ein stetiger Vermögensaufbau dadurch erschwert werden, dass immer wieder Marktlagen kommen können, in denen keine Investition sinnvoll ist. In einer solchen Situation kann der Handel mit Optionen besonders hilfreich sein. Diese Strategie wird weiter unten erklärt.   

Passiv

Im Gegensatz zum aktiven Portfoliomanagement gehen passive Portfoliomanager von sehr geringen Renditeabweichungen aus. Daher versuchen passive Portfoliomanager in etwa die Renditen des Marktes zu generieren. Dieser Ansatz wird beispielsweise von Index-Strategien, Buy-and-Hold Strategien oder Beta-Fonds verfolgt.

Semi-Passiv

Ein semi-passives Portfoliomanagement stellt quasi eine Kombination aus aktiven und passiven Portfoliomanagement dar. Grundsätzlich werden dabei Finanzprodukte zu einem fairen Preis aktiv ausgewählt. Danach finden keine zentralen Anpassungen mehr statt.  

Eine solche Strategie kann durch Optionshandel umgesetzt werden. Indem ein Anleger beispielsweise eine Put-Option als Investmenthandel verkauft, kann er am Handelstag für sich seinen fairen Aktienpreis (Strike-Preis) festlegen und gleichzeitig unmittelbar ein Einkommen (Optionsprämie) erhalten.  

Aktives vs. passives Portfoliomanagement – Was ist besser?

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Aspekte, inbegriffen der Vorteile und Nachteile, eines aktiven, passiven und semi-passiven Portfoliomanagement vereinfachend zusammen.

Aktives Portfoliomanagement Passives Portfoliomanagement  Semi-passives Portfoliomanagement
Eigenschaften → Ineffizienzen des Marktes werden zum Vermögensaufbau genutzt → geht von der Effizienzmarkthypothese aus → Mischform aus aktiven und passiven Portfoliomanagement
Beispiele Value Investing

Aktive Fonds, 

Growth-Strategie,  Momentum-Strategie

Index-Strategie, Buy-and-Hold- Strategie, Beta-Fonds  Value Investing 

(Strategie kann mithilfe eines Optionshandels gefördert werden)

Vorteile ggf. keine Verwaltungskosten von  Fondsgesellschaften (bei privatem Management) niedrigere Verwaltungskosten als bei aktiven Fonds

zeitsparend

zeitsparend

nachhaltig

keine Verwaltungskosten

Nachteile  ggf. hohe Verwaltungskosten (bei aktiven Fonds)

ggf. zeitintensiv, falls der Anleger die Strategie selbst durchführt

erfordert Finanzwissen (kann jedoch im Rahmen des Ausbildungsprogramms der DeltaValue GmbH angeeignet werden)

Gewinnvorteile aus bestehenden Marktineffizienzen werden nicht genutzt

die Gefahr überbewertete Finanzprodukte zu kaufen kann höher ausfallen 

erfordert Finanzwissen (kann jedoch im Rahmen des Ausbildungsprogramms der DeltaValue GmbH angeeignet werden)

Für welches Portfoliomanagement sich ein Privatanleger entscheidet, ist letztlich abhängig von seiner individuellen Lebenseinstellung. Value-Investing erfordert tendenziell mehr Geduld, bis ein signifikanter Gewinn auf dem Konto zu sehen ist. Dagegen können Investitionen in Wachstumsaktien zu schnelleren Ergebnissen führen, mit denen jedoch auch deutlich höhere Verlustrisiken einhergehen. 

In der Summe ist das Zusammenspiel aus Value-Investing in Qualitätsaktien und semi-passiven Portfoliomanagement eine gute Möglichkeit, langfristig einen stetigen sowie zeitsparenden Vermögensaufbau zu generieren.

Leistungsmessung eines Portfolios

Zur Messung der Wertentwicklung bzw. Leistung (englisch: Performance) von Finanzprodukten oder ganzen Portfolios können sogenannte Leistungsanalysen bzw. Performanceanalysen angewendet werden. Dazu wird häufig ein passender Benchmark hinzugezogen, um Leistungen zu vergleichen.  

Depot-Performance analysieren mit dem Sharpe-Quotienten

Eine gängige Methode ist die Leistungsmessung anhand eines Sharpe-Quotienten, auch bekannt als “Sharpe-Ratio”, “Sharpe-Maß” oder “Reward to Variability Ratio”. Dieser umfasst eine betriebliche Kennzahl, die das Verhältnis zwischen Überrendite (d.h. die Differenz zwischen Investmentrendite und risikofreiem Zins) und Volatilität der Anlage angibt. Je höher der Sharpe-Quotient ausfällt, desto ertragreicher die Anlage. 

Sind Affen die besseren Portfoliomanager?

Wenn über das Thema Leistungsanalyse eines Portfolios gesprochen wird, fällt häufig der Begriff Affen-Aktien-Index. Dieser entwickelte sich aus einer Affenstudie (Erfassung der Daten von 1968 bis 2011) der Cass Business School in London. Wissenschaftler stellten fest, dass die risiko-adjustierte Performance alternativer Indizes (sogenannte Affen-Indizes, wozu Affen jeweils 1000 Aktien aus einem riesigen Aktientopf ziehen durften) besser ausfiel als die der großen Börsenindizes von Menschen.

Wie kann man Portfoliomanagement lernen?

Im Rahmen von Börsenseminaren kann ein Portfoliomanagement sinnvoll erlernt werden. Zentraler Erfolgsfaktor dabei ist: Das Erlernen der praktischen Umsetzung der Strategien – und dies gelingt wie bei jedem Handwerk nur durch Übung und Wiederholung über einen längeren Zeitraum von beispielsweise zwölf Wochen. Ein zeitlich geballtes Wochenendseminar könnte diesen Mehrwert nicht bieten.

Solche spezialisierte Online-Ausbildungsprogramme, bei denen das erlernte Wissen auch anschließend umgesetzt wird, sind jedoch rar. Das Ausbildungsunternehmen DeltaValue GmbH hat sich diesem Problem angenommen und begleitet Privatanleger auf dem Weg in eine defensive Anlagestrategie, die selbständig umgesetzt werden kann. Langfristigkeit, Unabhängigkeit und praktische Umsetzung stehen im Vordergrund.

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