Aktienfonds – Definition & Erklärung [2022]

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Ein Aktienfonds, auch bekannt als “Publikumsfonds” oder kurz “Fonds”, ist ein aktiv oder passiv verwalteter Investmentfonds zur Anlage des Geldes hauptsächlich in Aktien. Durch den Kauf einer Aktie können Anleger am Erfolg eines Unternehmens partizipieren. Aktuell ist das Interesse an Aktienfonds hoch. Ein wesentlicher Grund: Die eher hohe Sparbereitschaft der privaten Haushalte in Deutschland in einem Niedrigzinsumfeld kombiniert mit einer ansteigenden Inflationsgefahr.

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Was sind Aktienfonds? – Eine Erklärung

Ein Aktienfonds stellt einen Investmentfonds dar, der das Geld überwiegend in Aktien investiert. Häufig wird zwischen „aktiv“ verwalteten Investmentfonds (mit flexibler Gestaltung, die allerdings oft einen Ausgabeaufschlag sowie Managementgebühren verlangen) und „passiven“ Exchange-Traded Fund (ETF) (mit niedrigeren Gebühren angesichts einer einfachen Nachbildung eines Index) unterschieden.     

Durch den Kauf einer Aktie erhält der Inhaber einen Anteil am Unternehmen (Aktiengesellschaft). Im Unterschied zu der Investition in eine einzelne Aktie umfasst ein Aktienfonds verschiedene Unternehmen ggf. aus unterschiedlichen Branchen, sodass (unsystematische) Risiken reduziert werden können.  

Wie funktionieren Aktienfonds eigentlich?

Eine Gruppe von Anleger zahlt einmalig oder regelmäßig unterschiedliche Geldbeträge in einen Topf (Fonds-Sondervermögen einer Kapitalverwaltungsgesellschaft, das einem bestimmten Zweck dient). Der Fondsmanager ist dafür zuständig, das Vermögen zu verwalten. 

Aktienfonds - Erklärung der Funktionsweise

Aktive Aktienfonds werden von professionellen Fondsmanagern organisiert, indem sie beispielsweise unterschiedliche Unternehmensanteile kaufen und verkaufen. Dazu können sie verschiedene Analysen nutzen, um zukünftige Wertzuwächse einer Aktie besser einzuschätzen. Welche Anlagestrategien genauer verwendet werden können, wird weiter unten erklärt. 

Das Ziel: Die Optimierung des Verhältnisses aus Rendite und Risiko, u.a. unter Einsatz einer gezielten Diversifikation. Dennoch ist die tatsächliche Wertentwicklung eines Aktienfonds in der Zukunft stets ungewiss.

Welche Arten von Aktienfonds gibt es?

Es existieren verschiedene Arten bzw. Typen von Aktienfonds. Je nach Art kann eine Einstufung in eine andere Risikoklasse stattfinden. Die folgende Tabelle fasst neun bekannte Fondstypen zusammen, die sich teils nicht nur auf Aktien beziehen: 

Art
Kurzbeschreibung
Dividendenfonds Fokus liegt auf Aktien mit hoher Dividendenrendite.
Mischfonds Fokus auf mehrere Assetklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien.
Hedgefonds Aktiv verwaltete Fonds, bei denen Fondsmanager zusätzlich verschiedene Finanzinstrumente (wie Hebelgeschäft, Leerverkäufe) einsetzen, die im Rahmen klassischer Investmentfonds per Gesetz nicht genutzt werden dürfen.  
Indexfonds Nachbildung eines bestimmten Börsenindex wie S&P 500, DAX, meist angeboten in Rahmen passiver ETFs.  
Emerging-Market-Fonds Fokus auf Aktien und Anleihen aus Schwellenländern (z.B. China, Taiwan, Indien). 
Nachhaltigkeits- und Ethikfonds Höhere Gewichtung von Aktiengesellschaften, die bestimmte soziale, ökologische und/oder ethische Kriterien erfüllen (z.B. Environment, Social, Governance (ESG) Anlagekriterien).   
Branchenfonds Fokus auf Aktien von Unternehmen aus einem bestimmten Sektor (z.B. Automobil, Pharma, Telekommunikation).
Offene und geschlossene Aktienfonds Bei offenen Investmentfonds können Fondsanteile grundsätzlich jederzeit an die zuständige Fondsgesellschaft zurückgegeben werden – im Unterschied zum geschlossenen Fonds. Hierbei kann der Anleger seine Anteile nicht vor Beginn der Liquidations- und Auslaufphase zurückgeben.   
Garantiefonds Versprechen am Ende der Laufzeit einen bestimmten Betrag zurückzuzahlen (z.B. mindestens den eingezahlten Anlagebetrag oder einen gewissen Prozentsatz davon). 

Welche Anlagestrategien können bei Aktienfonds verwendet werden?

Aktive Fondsmanager können im Zuge ihrer Verwaltung grundsätzlich unterschiedliche Investitionsstrategien nutzen. Zu den typischen Anlagestrategien gehören beispielsweise: 

Value-Strategie

Einige aktive Fondsmanager gehen nach den Prinzipien des Value Investings vor. Mithilfe einer Fundamentalanalyse wird der innere Wert des Unternehmens und somit der Wert der Aktien ermittelt und mit dem aktuellen Preis in Relation gesetzt. Fällt der geschätzte innere Wert geringer aus als der tatsächlich gehandelte Aktienpreis, ist dies ein zentrales Kaufargument.

Qualitätsaktien-Strategie

Zudem setzen mehrere aktive Fondsmanager auf sogenannte Qualitätsaktien. Diese werden häufig von Unternehmen herausgegeben, die stabile Dividenden zahlen und regelmäßig positiven Cashflow generieren. Darüber hinaus verfügen manche Aktiengesellschaften über ein Alleinstellungsmerkmal (engl: unique selling point), auch bekannt als Burggraben. In diesem Fall besitzt das Unternehmen oft einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Konkurrenten.

Growth-Strategie

Außerdem können sich Fondsmanager auf den Kauf und Verkauf von Growth-Aktien (Wachstums-Aktien) konzentrieren. Diese werden grundsätzlich von Unternehmen herausgegeben, die schnell wachsen. Dementsprechend besteht die zentrale Aufgabe des Managers darin, sowohl Branchen als auch Unternehmen rechtzeitig zu identifizieren, mit denen hohe Gewinne in der Zukunft verbunden sein könnten. Allerdings gehen höhere Renditen in der Regel auch mit höheren Verlustrisiken einher.  

Gemischte Strategien

Schließlich können mehrere Anlagestrategien gleichzeitig bei der Verwaltung eines Aktienfonds genutzt werden. Idealerweise sollten Vorteile maximal ausgeschöpft und Nachteile reduziert werden, die mit der jeweiligen Strategie verbunden sein könnten. 

Was sind Chancen und Risiken von Aktienfonds?

Häufig sind Investmentfonds mit speziellen positiven Aspekten verbunden. Im Gegenzug sollten auch typische, fondsspezifische Risiken berücksichtigt werden. Im Folgenden werden einige Chancen und Risiken von Aktienfonds zusammengefasst (Vor- und Nachteile werden weiter unter beschrieben):    

Aktienfonds können einem Anleger folgende Chancen bieten:

  • Verschiedene Investitionsmöglichkeiten
    Mittlerweile ist der Markt für Aktienfonds sehr groß. Diese lassen sich in unterschiedliche Bereiche und Arten unterteilen (siehe dazu die oberen Abschnitte). Dementsprechend bietet sich für den privaten Sparer eine große Auswahl an Investitionsmöglichkeiten – unter Berücksichtigung seiner Präferenzen kann er sich für einen bestimmten Aktienfonds entscheiden. Wenn er beispielsweise auf verschiedene große Unternehmen in den USA setzen möchte, kann er sein Geld in einen S&P 500-ETF investieren.   
  • Beaufsichtigung nach dem Kapitalanlagegesetzbuch
    Sowohl die Kapitalverwaltungsgesellschaften in Deutschland als auch ihre angebotenen Investmentfonds werden von der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach den Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs beaufsichtigt. Kapitalverwaltungsgesellschaften sind etwa verpflichtet, ein Verkaufsprospekt und regelmäßige Jahresabschlüsse sowie Lageberichte zu erstellen. Dies führt zu einer gewissen Transparenzerhöhung.

Zu den Risiken von Aktienfonds zählen unter anderem:

  • Management-Risiko
    Im Rahmen eines aktiv verwalteten Aktienfonds trifft der Fondsmanager konkrete, mit dem Anleger nicht abgestimmte, Anlageentscheidung. Dementsprechend ist die Performance des Fonds abhängig von den Fähigkeiten des Managements – auch menschliche Fehler sind möglich. Darüber hinaus kann ein Personalwechsel innerhalb der Kapitalverwaltungsgesellschaften nicht ausgeschlossen werden. 
  • Operationelle Risiken
    Auch eine Fondsverwaltung vor ist vor einem Betrug oder anderen kriminellen Handlungen nicht geschützt. Außerdem können Missverständnisse zwischen Mitarbeitern der Kapitalanlagegesellschaft oder externe Dritte auftreten. Die mögliche Folge: Der Aktienfonds verliert an Wert. 
  • Kontrahentenrisiko
    Ein Manager kann im Rahmen der Fondsverwaltung mit verschiedenen Vertragspartnern Geschäfte eingehen. Damit verbunden ist jedoch die Gefahr eines Zahlungsverzuges oder -ausfalls der Forderungen einzelner Geschäftspartner, z.B. aufgrund einer Insolvenz. In diesem Fall spricht man auch vom Risiko eines Anteilwertrückgangs. 

Wie kann man Aktienfonds kaufen?

Grundsätzlich können Aktienfonds über die Börse gekauft werden. In vielen Fällen ist eine Bank (oder ein Finanzberater) bei der Transaktion involviert, die ihre Kunden zunächst über verschiedene Investmentfonds berät. Danach legt der Kunde eine für sich individuelle Anlagesumme fest und wählt einen Fonds aus. In der Regel ist für den tatsächlichen Kauf eines Aktienfonds ein Depot (z.B. bei der beratenden Bank) erforderlich, damit das Finanzgeschäft abgewickelt werden kann.

Welche Kosten und Gebühren können anfallen?

Im Rahmen einer Investition in einen Aktienfonds können verschiedene Kosten für den Privatanleger entstehen. Normalerweise werden diese entweder von der Bank, die den Fonds vermittelt, oder von der Kapitalverwaltungsgesellschaft selbst erhoben. Zu den zentralen Kosten gehören beispielsweise: 

  • Ausgabeaufschlag: Der Ausgabeaufschlag wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft bestimmt und einmalig beim Kauf des Aktienfonds gezahlt. Meist entspricht dieser einem prozentualen Anteil (z.B. 5%) der jeweiligen Anlagesumme. 
  • Rücknahmeabschlag: Diese Gebühr entsteht einmalig im Zuge des Verkaufs eines Aktienfonds. 
  • Managementgebühren: Im Unterschied zu den oben genannten Gebühren können Managementgebühren (z.B. 1,5% des Anlagebetrags) der Kapitalverwaltungsgesellschaft variieren und sind grundsätzlich jedes Jahr fällig. Sie gelten als laufende Kosten.        
  • Performancegebühren: Auch diese Gebühren können jedes Jahr unterschiedlich ausfallen und sind in erster Linie von der Wertentwicklung des Fonds abhängig. Sie gelten als erfolgsabhängige Vergütung für den Fondsmanager.         
  • Gebühren der Bank: Darüber hinaus können verschiedene Kosten entstehen, die die Bank erhebt (Zahlung an Dritte). Dazu gehören beispielsweise Depotgebühren sowie anfängliche und laufende Kosten der Wertpapier- und Nebendienstleistung.  

Im Allgemeinen müssen alle Kosten, die eine Kapitalverwaltungsgesellschaft im Rahmen ihrer Dienstleistung (Verwaltung des Anlagebetrags) einfordert, für den Kunden transparent dargestellt werden. Häufig werden die Gebühren in einem Dokument zu “Wesentliche Anlegerinformationen” der jeweiligen Kapitalverwaltungsgesellschaft dargestellt. 

Zudem können Anleger bei ihrer Investitionsentscheidung die prozentuale Kennzahl Total Expense Ratio (TER) eines Aktienfonds berücksichtigen. Diese gibt an, wie viel der Kunde bezahlen muss, wenn er einen Fonds in seinem Depot hält. Allerdings gehören bestimmte Kosten wie Transaktionskosten, Ausgabeaufschlag oder Performancegebühren nicht zur TER. 

Ist ein Sparplan bei der Investition in Aktienfonds möglich?

Die meisten passiv als auch aktiv verwalteten Aktienfonds sind sparplanfähig. D.h. private Anleger können beispielsweise jeden Monat einen Betrag von 50 Euro in den jeweiligen Aktienfonds einzahlen. Eine solche Investitionsstrategie ist auch als Fondssparplan bekannt. 

Mit welcher Rendite können Anleger bei Aktienfonds rechnen?

Gemäß Statistiken vom Deutschen Fondsverband BVI lag die durchschnittliche Rendite eines globalen Aktienfonds in den letzten 15 Jahren bei etwa 6% (Stand: 2021 und ohne Berücksichtigung eines Ausgabeaufschlags). Eine genauere Übersicht zur Renditeentwicklung verschiedener Aktienfondskategorien in der Vergangenheit folgt im nächsten Abschnitt.

Wertentwicklung einer Einmalanlage nach Aktienfondskategorie

Die folgende Tabelle fasst die Werteentwicklung von Aktienfonds aus drei verschiedenen Länderklassen (Deutschland, Europa, Global) zum Stichtag 31.10.2021 zusammen.

Durchschnittliche Wertentwicklung verschiedener Aktienfondskategorien, Quelle: BVI (November 2021):

Fondsgruppe 10 Jahre 15 Jahre 20 Jahre 25 Jahre 30 Jahre
Aktienfonds Deutschland 9,5 % 6,1 % 6,2 % 6,9 % 7,1 %
Aktienfonds Europa 9,0 % 4,1 % 4,4 % 5,7 % 6,0 %
Aktienfonds Global 9,9 % 6,0 % 5,2 % 7,2 % 7,5 %

Hinweise zur Tabelle: Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass sich die Kurse auf den Finanzmärkten in den letzten 10 Jahre (zwischen 2011 und 2021) insgesamt außerordentlich gut entwickelt haben. Ergebnisse richten sich nach Fondskategorie, einzelne Aktienfonds können auch deutlich unter der angegebenen Wertentwicklung liegen.

Exkurs: Mögliche Einflüsse auf Aktienkurse

Der Wert eines Aktienfonds wird bestimmt durch Kurssteigerungen sowie -rückgängen der einzelnen Aktien sowie den Dividenden (bei thesaurierenden Aktienfonds), die im Fonds enthalten sind. Grundsätzlich gilt dabei: Die vergangene Entwicklung ist kein Indiz für die zukünftige Performance eines Aktienfonds. Daher sollten Anleger bei ihrer Investitionsentscheidung mögliche Risiken berücksichtigen, die die Kurse in der Zukunft beeinflussen könnten. Dazu gehören beispielsweise:

      • Unternehmensspezifische Risiken
      • Gesamtwirtschaftliche Risiken
      • Timing-Risiken

Zu guter Letzt: Wissenschaftler stellten im Rahmen einer Affenstudie (Erfassung der Daten von 1968 bis 2011) der Cass Business School in London, dass die risiko-adjustierte Performance alternativer Indizes (sogenannte Affen-Indizes, wozu Affen jeweils 1000 Aktien aus einem riesigen Aktientopf ziehen durften) besser ausfiel als die der großen Börsenindizes von Menschen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Aktienfonds und ETF?

Generell lassen sich Aktienfonds sind aktiv-gemanagte und passiv-gemanagte Fonds unterscheiden. Die Exchange-Traded Funds (ETF) gehören zu den passiven Finanzinstrumenten, die angesichts einer einfachen Nachbildung eines Index (z.B. S&P 500 oder DAX) mit niedrigeren Gebühren verbunden sind.  

Alternativ können private Sparer auch eine individuelle Anlagestrategie erlernen (beispielsweise im Rahmen eines Börsenseminars). So kann das Value Investing in Qualitätsaktien in Kombination mit einem Optionshandel attraktive Renditechancen bieten. Das Ausbildungsunternehmen DeltaValue GmbH begleitet Privatanleger auf dem Weg in eine defensive Anlagestrategie, die selbständig umgesetzt werden kann. Langfristigkeit und Unabhängigkeit stehen im Vordergrund.

Schütten Aktienfonds Dividenden aus?

Da ein Aktienfonds hauptsächlich in Aktien investiert ist, enthält ein Aktienfonds auch Dividenden. Häufig wird zwischen thesaurierenden und ausschüttenden Investmentfonds unterschieden.

  • Ein thesaurierender Aktienfonds bedeutet, dass die ausgeschütteten Dividenden direkt in den Anlagebetrag fließen und somit reinvestiert werden.
  • Im Gegensatz zum ausschüttenden Fonds: In diesem Fall erhalten Anleger die Erträge (z.B. Dividenden), meist einmal im Jahr, ausgezahlt.  

Hinweis: Mit dem Kauf einer Aktie beteiligt sich ein Anleger an ein Unternehmen. Im Zuge dessen erhalten Aktionäre (erfolgsabhängige) Dividende, die oft in regelmäßigen Abständen ausgeschüttet werden.

Sind Aktienfonds für die Altersvorsorge geeignet?

Grundsätzlich können Aktienfonds zur Altersvorsorge genutzt werden. In der Vergangenheit zeigte sich, dass Aktien generell langfristig andere Assetklassen schlagen (siehe Abbildung) und daher mindestens als Beimischung zu empfehlen sind. 

Langfristige Wertentwicklung verschiedener Assetklassen (real, in USD)
Langfristige Wertentwicklung verschiedener Assetklassen (real, in USD) - angelehnt an Jeremy Siegel (2008), “Stocks for the Long Run”

Darüber hinaus wird regelmäßig auch über eine Aktienrente diskutiert. Diese kann beispielsweise im Rahmen eines Aktienfonds organisiert werden.

Vorteile und Nachteile von Aktienfonds

Es gibt zahlreiche Vor- und Nachteile, die ein Anleger bei der Investition in einen Aktienfonds beachten sollte.

Zu den möglichen Vorteilen von Aktienfonds gehören unter anderem folgende Aspekte:

  • Breite Streuung von Risiken
    Im Vergleich zu einer Direktinvestition in nur eine Aktie, erlaubt die Investition in einen Aktienfonds eine höhere Diversifikation. Beispielsweise kann ein Kursverlust aus einer Aktie durch einen Kursanstieg aus einer anderen Aktie kompensiert werden. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass ein Fonds zu stark diversifiziert ist.
  • Beteiligungen an verschiedene Unternehmen 
    Anleger können sich schon mit kleineren Beträgen an den Wachstumschancen mehrerer Wirtschaftsunternehmen beteiligen.
  • Langfristig vergleichsweise attraktive Ertragschancen 
    Im Vergleich zu beispielsweise festverzinslichen Anlagen bzw. Bankprodukten (wie Sparkonto oder Festgeldkonto) können Aktienfonds höhere Renditen bieten.
  • Weniger Aufwand & Fachwissen nötig
    Eine Anlage im Rahmen eines Aktienfonds erfordert in der Regel weniger Zeitaufwand und finanzielle Bildung als etwa das eigenständige, direkte Handeln an der Börse.

Zu den Nachteilen von Aktienfonds zählen in erster Linie:

  • Hohe Kosten
    Die Investition in einen Aktienfonds kann mit unterschiedlichen Kosten verbunden sein. Diese Kosten (z.B. Managementgebühren) würden nicht entstehen, wenn ein Anleger selbst an der Börse handeln würde.
  • Mangelnde Transparenz
    Obwohl Kapitalverwaltungsgesellschaften in Deutschland gewisse Vorschriften (siehe Kapitalanlagegesetzbuch) einhalten müssen, ist es für den Anleger grundsätzlich nicht möglich, jede Investitionsentscheidung des Fondsmanagers nachzuvollziehen.
  • Risiko einer nur durchschnittlichen Marktrendite
    Einige Fondsanbieter müssen sich an gewisse Anlagebeschränkungen (z.B. Obergrenze einer Goldinvestition, Mindestinvestition in Anlagen höchster Bonität wie Bundesanleihen) halten. Dies kann mit ein Grund sein, wieso Aktienfonds nur durchschnittlich performen können.
  • Erhöhte Volatilität bei spezifischen Aktienfonds
    Einige Aktienfonds konzentrieren sich auf bestimmte Länder bzw. Regionen (z.B. China, Indien, Emerging Markets) oder Branchen (z.B. Technologie, Gesundheit, Tourismus). Allerdings können Aktien-Wertentwicklungen aus bestimmten Branchen/Regionen mit einer höheren Volatilität verbunden sein als andere. 

Aktienfonds vs. Aktien – Was ist besser?

Es gibt keine pauschale Antwort auf diese Frage. Zur besseren Einschätzung stellt die folgende Tabelle einige zentrale Unterschiede zwischen Aktien und Aktienfonds dar:

Einzelne Aktie Aktienfonds
Verwaltung Selbstständige Verwaltung Verwaltung durch einen Fondsmanager
Diversifikation Die Risikostreuung sollte durch den Privatanleger selbst vorgenommen werden. Es empfiehlt sich, hier ein Portfolio von mindestens 10-12 Aktien zu halten, um umfangreiche Diversifikationseffekte zu nutzen. Viele Fonds spezialisieren sich auf bestimmte Bereiche (Branchen, Regionen oder Strategien wie High-Dividend-Aktien). Dabei ist der Fonds innerhalb seiner Klasse diversifiziert, da unterschiedliche Aktien aus dem Bereich gekauft werden. Allerdings besteht die Gefahr einer Überdiversifizierung.
Gewinne und Verluste Der Gewinn kann überdurchschnittlich hoch ausfallen, da der Aktienkurs stark steigen kann – dasselbe gilt jedoch auch für Verluste. Eine geschickte Aktienauswahl kann attraktive Chancen-Risiko-Verhältnisse ermöglichen. Hohe Gewinne und/oder Verluste aus einzelnen Aktien werden oftmals durch unauffällige Wertentwicklungen anderer Aktien kompensiert. Daher erreichen einige Fonds häufig eine eher durchschnittliche Marktrendite. 
Dividendenauszahlung Dividenden werden direkt an den Aktionär ausgeschüttet. Dividenden werden entweder ausgeschüttet (ausschüttende Fonds) oder reinvestiert (thesaurierende Fonds).
Kosten Durch den direkten Handel vergleichsweise geringe Transaktionskosten, die an der Börse anfallen können. Diese liegen meist zwischen 0 und 5 Euro. Einzelfälle können hier abweichen.  Verschiedene Kosten wie Ausgabeaufschlag, Managementgebühren und Performancegebühren müssen in der Regel gezahlt werden (siehe Abschnitt zu Kosten).
Optionen Durch Optionshandel auf Aktien lassen sich attraktive, zusätzliche und regelmäßige Einnahmen generieren. Je nach Kapitalverwaltungsgesellschaft wird ein Optionshandel vorgenommen.

Aktienfonds können sinnvoll sein, müssen aber nicht

Jeder private Sparer sollte für sich entscheiden, ob er direkt an der Börse eigenständig handeln oder den eher indirekten Weg – die Investition in einen Aktienfonds – gehen möchte. Letztlich sollten Anlageentscheidungen von den individuellen Rahmenbedingungen (z.B. Finanzwissen, Zeit, Alter, Vermögen) sowie Präferenzen (insbesondere Risikoneigung, nachhaltiges Investieren) des Sparers abhängen.

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