Put-Call-Ratio (PCR) – Definition & Erklärung
Die Put-Call-Ratio (Abk.: PCR, deutsch: Put-Call-Verhältnis) bildet das Verhältnis der gehandelten Put- und Call-Optionen auf einen bestimmten Basiswert ab. Eine hohe Anzahl an Put-Optionen im Verhältnis zu Call-Optionen indiziert eine bärische Stimmung. Umgekehrt wird ein Übergewicht der Call-Optionen als ein Indikator für eine bullische Anlegerstimmung angesehen.
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Put-Call-Ratio – Definition
Die Put-Call-Ratio ist ein Indikator, der die Börsenstimmung für einen Basiswert misst, indem das Volumen der gehandelten Put-Optionen ins Verhältnis zum Volumen der gehandelten Call-Optionen gesetzt wird. Das Verhältnis kann für jeden Basiswert (z.B. Aktien, ETFs oder Indizes) separat oder auch kombiniert ermittelt werden.
Berechnung der Put-Call-Ratio
Das Put-Call-Verhältnis wird berechnet, indem die Anzahl der gehandelten Put-Optionen durch die der gehandelten Call-Optionen geteilt wird.
Die Formel lautet:
Put-Call-Ratio – Interpretation
Die Ergebnisse der Put-Call-Ratio können wie folgt interpretiert werden
- Bearisch (> 1): Liegt der PCR-Wert über 1, wurden mehr Put-Optionen als Call-Optionen gehandelt. Dies wird häufig als Hinweis auf eine negative Marktstimmung und einen möglichen Abwärtstrend gewertet.
- Bullisch (< 1): Ein PCR-Wert unter 1 signalisiert, dass mehr Call-Optionen gehandelt wurden. Dies deutet in der Regel auf eine positive Markterwartung und einen möglichen Aufwärtstrend hin.
- Neutral (1): Ein PCR-Wert von genau 1 bedeutet, dass gleich viele Call- wie Put-Optionen gehandelt wurden. Dies wird häufig als Zeichen für eine neutrale oder seitwärts gerichtete Marktphase interpretiert.

Beispiele – Put-Call-Ratio in der Praxis
Put-Call-Verhältnis am Beispiel der Apple Aktie
Angenommen, Apple kündigt die Markteinführung eines neuen iPhones an. Diese Nachricht wird vom Markt positiv aufgenommen, da viele Anleger aufgrund früherer Erfahrungen von steigenden Kursen und einem erfolgreichen Verkaufsstart ausgehen.
Als Reaktion auf die optimistische Stimmung sinkt das Handelsvolumen der Put-Optionen deutlich: Es werden nur 8.000 Kontrakte gehandelt, da Puts vor allem bei fallenden Kursen an Wert gewinnen – ein Szenario, das derzeit als unwahrscheinlich gilt.
Daraus ergibt sich eine Put-Call-Ratio von: PCR = 8.000 / 40.000 = 0,2
Ein derart niedriger Wert signalisiert eine sehr bullische Marktstimmung, möglicherweise sogar eine übermäßige Euphorie.
Put-Call-Verhältnis am Beispiel der Bayer Aktie
Im Gegensatz zu technologiegetriebenen Erfolgsmeldungen reagieren Anleger auf große Unternehmensübernahmen oft verhalten. Solche Transaktionen bergen Risiken – etwa hohe Kaufpreise, unklare Synergien oder rechtliche Probleme. Ein Beispiel ist Bayers Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto.
Schon kurz nach der Ankündigung belasteten finanzielle und rechtliche Risiken die Marktstimmung. Viele Bayer-Aktionäre suchen daher Absicherung durch Put-Optionen, deren Wert bei fallenden Kursen steigt. Gleichzeitig sinkt das Interesse an Call-Optionen, da kurzfristige Kursgewinne als unwahrscheinlich gelten. Auch externe Anleger spekulieren verstärkt auf fallende Kurse und kaufen vermehrt Puts.
Die Zahlen zeigen das deutlich:
- Gehandelte Calls: 500 Kontrakte
- Gehandelte Puts: 2.000 Kontrakte
Die Put-Call-Ratio ergibt sich zu: PCR = 2.000 / 500 = 4,0
Ein Wert in dieser Höhe deutet auf eine stark bearische Marktstimmung hin, mit hoher Nachfrage nach Absicherung oder spekulativen Positionen gegen die Aktie.
Antizyklisch handeln mit dem Put-Call-Verhältnis
Eine mögliche Handelsstrategie im Zusammenhang mit der Put-Call-Ratio ist es, sich bewusst entgegen der vorherrschenden Marktstimmung zu positionieren, also antizyklisch zu handeln.
Die Idee dahinter ist, dass extrem hohe oder niedrige Werte dieser Kennzahl auf eine übertriebene Marktstimmung hindeuten, die nicht von Dauer ist. Solche Extremwerte können somit als potenzielle Signale für eine bevorstehende Trendumkehr interpretiert werden. Der Optionshändler versucht, von diesem Ungleichgewicht und einer möglichen Marktkorrektur zu profitieren.
Aussagekraft der Put-Call-Ratio
Die Aussagekraft der Put-Call-Ratio kann je nach Basiswert unterschiedlich ausfallen. Grundsätzlich gilt: Je größer das Handelsvolumen und die Anzahl der gehandelten Optionen, desto zuverlässiger ist die Kennzahl als Indikator für die Marktstimmung.
Dennoch sollte die Put-Call-Ratio nicht isoliert betrachtet werden. Sie zeigt lediglich an, in welche Richtung viele Marktteilnehmer eine Kursbewegung erwarten – nicht jedoch, ob diese Erwartung tatsächlich eintritt. Die tatsächliche Kursentwicklung kann durch zahlreiche weitere Faktoren beeinflusst werden und muss nicht zwangsläufig der Mehrheitsmeinung folgen.
Exkurs: Grundlagen der Optionen
Eine Option ist ein Finanzderivat, das dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht einräumt, einen Basiswert (z. B. Aktien) zu einem im Voraus festgelegten Preis (Strike) innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option).
- Inhaber von Put-Optionen erwarten sinkende Preise des Basiswertes oder möchten sich gegen solche absichern. Liegt der Kurs des Basiswertes am Verfallstag über dem Strike, verfällt ein Put wertlos.
- Dem entgegengesetzt funktionieren Call-Optionen. Der Callinhaber erwartet in der Regel steigende Kurse. Notiert der Kurs des Basiswertes am Fälligkeitstag über dem Strike, kann der Inhaber des Calls einen Gewinn verzeichnen. Notiert er unter dem Strike, verfällt ein Call wertlos.
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