Initial vs. Maintenance Margin – Erklärung & Beispiele

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Initial Margin und Maintenance Margin sind zwei zentrale Begriffe beim Handel von Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen bzw. Derivaten wie Optionen oder Futures auf Margin. Sie beziehen sich auf den Wert der zu hinterlegenden Sicherheiten auf einem Handelskonto, um eine Handelsposition initial einzugehen und im weiteren Verlauf aufrechterhalten zu können. Die Anforderungen hinsichtlich der Initial Margin und der Maintenance Margin sollten von Händlern stets beachtet werden, da diese über die Zeit variieren können und die Handlungsfähigkeit des Händlers maßgeblich bestimmen.

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Initial Margin

Die Initial Margin gibt den Betrag an, den ein Händler auf seinem Handelskonto hinterlegen muss, um eine Position eröffnen zu können, diese also initial zu kaufen oder zu verkaufen bzw. eine Long- oder Short-Position zu eröffnen. Dabei stellt die Initial Margin nur einen Bruchteil des tatsächlichen Marktwerts dar, der bei der Eröffnung der Position durch Barmittel oder sonstige Sicherheiten, wie beleihbare Wertpapiere, gedeckt werden muss.

Praxisbeispiel: Angenommen ein Händler möchte einen E-mini S&P 500 Futures-Kontrakt kaufen. Die Initial Margin für diesen Kontrakt beträgt 6 % bei einem Indexstand von 4.000 Punkten. Um diesen Kauf durchzuführen und die Long-Position einzugehen, müsste der Händler in diesem Beispiel über 12.000 USD verfügen (S&P 500 Indexstand 4.000 Punkte x Multiplier 50 USD = Kontraktwert 200.000 USD). Eine genauere Erläuterung, hinsichtlich der Berechnung des Kontraktwerts, erfolgt im Artikel „E-Mini Futures (Terminkontrakt) | Symbol: ES – Erklärung & Chart„.

Maintenance Margin

Die Maintenance Margin (engl. Maintenance: „Erhaltung, Aufrechterhaltung“) ist der Betrag, den ein Händler nach der Eröffnung einer Futures-Position zu jedem Zeitpunkt auf seinem Handelskonto hinterlegt haben muss, um die Position aufrechterhalten zu können. Mit Hilfe der Maintenance Margin soll sichergestellt werden, dass ein Händler ausreichend Sicherheiten auf dem Handelskonto hinterlegt hat, um etwaige Verluste decken und eine Zwangsliquidierung der Futures-Position vermeiden zu können.

Praxisbeispiel: Die Initial Margin für den gekauften E-mini S&P 500 Futures-Kontrakt lag bei 12.000 USD, was 6% des Kontraktwerts entspricht. Um die Position weiterhin halten zu können, müsste der Händler in diesem Beispiel zu jederzeit Sicherheiten in Höhe von 10.000 USD auf seinem Handelskonto hinterlegt haben. Der Betrag der Maintenance Margin ist in der Regel etwas geringer als der erforderliche Betrag der Initial Margin. Fällt der Wert der Sicherheiten jedoch unter die Schwelle von 10.000 USD, also unter die Maintenance Margin, kommt es zum sog. Margin Call.

Margin-Call-Beispiel: Initial vs. Maintenance Margin

Ein Händler erhält einen Margin Call, wenn der Wert der hinterlegten Sicherheiten auf dem Handelskonto unter das erforderliche Level der Maintenance Margin fällt. In dem obigen Beispiel könnte dieser Fall eintreffen, wenn der Wert der Sicherheiten unter 10.000 USD, also bspw. auf 9.500 USD fällt.

Um die Position weiterhin aufrechterhalten zu können, müsste der Händler Sicherheiten in Höhe von 2.500 USD auf das Konto nachschießen. Es muss also wieder das Level der Initial Margin von 12.000 USD erreicht werden.

In diesem Szenario hat der Händler eine von drei Möglichkeiten, um sein Margin-Defizit von 2.500USD auszugleichen:

  1. Einzahlung von 2.500 USD in Bar auf das Handelskonto
  2. Einzahlung von beleihbaren Wertpapieren im Wert von 2.500 USD auf das Handelskonto, wodurch der Wert der Sicherheiten wieder auf 12.000 USD steigt
  3. Positionen schließen, um dem Margin-Defizit nachzukommen

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