Market Value (Marktwert) – Definition & Berechnung

Autor: Armin Hecktor

Der Market Value (auch: Open Market Valuation (OMV), deutsch: Marktwert) ist der Wert, der einem Wirtschaftsobjekt am Markt beigemessen wird und wird häufig verwendet, um sich auf die Marktkapitalisierung eines börsengehandelten Unternehmens zu beziehen. Marktwerte sind keine statischen Kennzahlen, sondern sie bewegen sich dynamisch, da sie von einer Reihe von Einflussfaktoren abhängen.

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Market Value – Definition

Der Market Value ist der Wert, der einem Vermögenswert bzw. generell einem Wirtschaftsobjekt auf dem Markt (Aktienmarkt, Immobilienmarkt, Kunstmarkt) von Marktteilnehmern zugesprochen wird. Dabei gilt es, die Differenzierung zwischen Marktwert und Marktpreis zu beachten.

Oft wird auch von einem Notional Value bzw. Kontraktwert gesprochen. Der Notional Value stellt den Gesamtwert eines Derivats (bspw. eines Terminkontrakts) an der Börse dar, während der Market Value dem Preis entspricht, zu dem dieser Terminkontrakt am Markt gekauft oder verkauft werden kann.

Für börsengehandelte Finanzinstrumente wie Aktien und Futures ist der Market Value einfach zu bestimmen, da die Marktpreise jederzeit einsehbar sind. Bei nicht börsengehandelten Finanzinstrumenten ist die Ermittlung des Marktwerts wesentlich aufwendiger. Die größte Schwierigkeit bei der Bestimmung des Marktwerts ergibt sich bei illiquiden Vermögenswerten wie Immobilien und nicht börsengehandelten Unternehmen.

Berechnung Market Value anhand Marktpreis

Bei börsennotierten Unternehmen ergibt sich der Market Value, indem die Anzahl der ausstehenden Aktien mit dem aktuellen Marktpreis (Aktienkurs) multipliziert wird. Der Marktwert gibt in diesem Fall also die Marktkapitalisierung der Aktiengesellschaft wider.

Die Formel lautet wie folgt:

Marktwert=aktueller~Aktienpreis*Anzahl~der~ausstehenden~Aktien

Beispiel: Angenommen, die Unternehmen A und B haben gleichermaßen 10 Millionen Aktien ausstehend. Aufgrund der oben dargestellten Wachstumsdynamik, notiert Aktie A bei 50 Euro, während Aktie B bei 20 Euro notiert. Multipliziert man nun diese Marktpreise (Aktienkurse) mit den ausstehenden Aktien, erhält man für Unternehmen A einen Marktwert von 500 Millionen Euro und für Unternehmen B einen Marktwert von 200 Millionen Euro.

Berechnung Market Value anhand Multiplikatoren

Oft wird der Marktwert mit Gewinn- oder Umsatzmultiplikatoren ermittelt, wie der Enterprise Value to EBITDA. Dieser wird wie folgt berechnet:

EV~to~EBITDA=\frac{Enterprise~Value}{EBITDA}

Beispiel

Angenommen Unternehmen A und Unternehmen B erzielen gleichermaßen einen Gesamtumsatz von 100 Millionen Euro. Unternehmen A ist ein schnell wachsendes Technologieunternehmen, während Unternehmen B ein langsam wachsendes Einzelhandelsunternehmen darstellt. Da an der Börse zukünftige Entwicklungen eingepreist werden, wird der Market Value von Unternehmen A im Allgemeinen deutlich höher sein als der von Unternehmen B.

Im obigen Beispiel könnte Unternehmen A mit einem Umsatzmultiplikator von 5 gehandelt werden, was einem Marktwert von 500 Mio. EUR entspricht. Unternehmen B könnte mit einem Umsatzmultiplikator von 2 gehandelt werden, was einem Marktwert von 200 Mio. EUR entspricht.

Dabei gilt es zu beachten, dass der Marktwert eines Unternehmens erheblich vom Buchwert oder Eigenkapital abweichen kann. In der Praxis ist das die Regel.

Funktionsweise der Kennzahl

Der Market Value kann im Zeitverlauf stark schwanken, da die Wertentwicklung unter anderem vom Konjunkturverlauf beeinflusst wird. Typischerweise sinkt der Market Value während wirtschaftlichen Abschwungsphasen, während er in konjunkturellen Aufschwungsphasen steigt.

Auf den Marktwert wirken aber noch zahlreiche andere Faktoren. So haben beispielsweise die Branche, in der das Unternehmen tätig ist, die operative Geschäftstätigkeit des Unternehmens selbst und das allgemeine Marktumfeld Einfluss auf die Entwicklung des Marktwerts. Außerdem spiegeln sich Profitabilitäts- und Bilanzkennzahlen im Marktwert wider.

Unterbewertet oder überbewertet?

In der Theorie gilt eine Aktie als unterbewertet, wenn ihr Market Value deutlich unter dem Buchwert liegt. In der Praxis lässt sich diese Schlussfolgerung aber nicht ohne Weiteres treffen, da beispielsweise eine massive Verschuldung oder ein trüber Geschäftsausblick der nächsten Jahre zu dieser scheinbaren Unterbewertung geführt haben könnten. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, dass eine Aktie, die am Markt mit einem Aufschlag zum Buchwert pro Aktie gehandelt wird, nicht automatisch überbewertet ist.

Zum Beantworten dieser Frage müssen unterschiedlichste Vergleiche angestellt werden, wie beispielsweise der Mitwettbewerber- und Sektorenvergleich. Eine über dem Buchwert notierende Aktie kann also im Vergleich dennoch günstig sein.

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