Sojabohnen Future | Soybeans Future | Symbol: ZS – Erklärung und Chart
Sojabohnen Futures (engl. Soybean Futures, CME Globex Symbol CME Globex: „ZS“) gehören zu den gefragtesten und meistgehandelten Warenterminkontrakten der Welt. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) ist Brasilien der größte Sojaproduzent vor Ländern wie den USA, Argentinien und China.
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Sojabohnen Future (Soybean Future) im Überblick
| Kontraktspezifikationen | |
|---|---|
| Kontraktbezeichnung | Sojabohnen Future (Soybean Future) |
| Symbol (CME Globex) | ZS |
| Kontraktgröße | 5.000 Scheffel (~136 Tonnen) |
| Kursnotierung | US-Dollar-Cent pro Scheffel |
| Min. Tickgröße (Tick Size) | 0,0025 USD |
| Min. Tickwert (Tick Value) | 12,50 USD |
| Wert/Punkt (Multiplikator) | 50,00 USD |
| Kontraktwert | Sojabohnen Futurekurs x Multiplikator |
| Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) | Januar, März, Mai, Juli, August, September, November |
| Fälligkeiten (Monatscodes) | F, H, K, N, Q, U, X |
| Letzter Handelstag | Der Handel endet am Werktag vor dem 15. Tag des Kontraktmonats. |
| Lieferung | Physische Lieferung |
| Börsenplätze | Chicago Board of Trade (CBOT) |
| Optionen verfügbar? | Ja |
Verwandte Kontrakte im Soy Complex
Gehandelt an der Chicago Board of Trade (CBOT), die zur CME Group gehört:
- Ticker-Symbol: ZS – Regulärer Sojabohnen Future
- Ticker-Symbol: XK – Mini Sojabohnen Future
- Ticker-Symbol: MZS – Micro Soybeans
- Ticker-Symbol: ZL – Sojabohnenöl Futures
- Ticker-Symbol: ZM – Sojabohnenmehl Futures
- Ticker-Symbol: SOM – Implied Soybean Crush (Board-Crush-Spread)
Sojabohnen Future – Beispiel
An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Sojabohnen Future bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.
Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:
Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.
Benötigte Margin bestimmen
Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.
Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.
Berechnung der Margin
Angenommen der Kurs eines Sojabohnen Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 1000 US-Cent und einem Multiplier von 50 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 50.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 50.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.
Demnach müsste der Händler in diesem Beispiel bspw. eine Margin von 5.000 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel, also 10 % des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 50.000 USD lediglich um die geforderte Margin reduzieren.
Soja Future-Optionen
Die Chicago Mercantile Exchange (CME) bietet neben dem Sojabohnen Future auch Optionen auf Soja Futures (Ticker: OZS) an. Eine Future-Option bezieht sich jeweils auf einen ZS-Future. Die Tick Size beträgt 0,00125 USD, der Tick Value 6,25 USD, der Multiplikator 50 USD. Die Notierung erfolgt in US-Cent pro Scheffel.
Handelbar sind Standardoptionen derzeit für sechs aufeinanderfolgende Monate sowie für Januar, März, Mai, Juli, August, September und November. Zusätzlich wird im August ein weiterer November-Kontrakt gelistet. Die Kontrakte sind amerikanisch ausübbar.
Bei Ausübung entsteht jeweils eine Position im zugrunde liegenden ZS-Future. Eine physische Lieferung kommt erst auf Ebene des Futures in Betracht, sofern dieser bis zur Andienung gehalten wird.
Sojabohnen Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)
Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: ZS1! oder Yahoo Finance: ZS=F) können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Sojapreises herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis, also den Preis für den sofortigen Kauf oder Verkauf von physischem Soja.
Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Sojapreisentwicklung am Kassamarkt.
Ausgewählte Fakten über Soja
Die Sojabohne nimmt mit rund 34,8 Millionen Hektar bzw. 86,1 Millionen Acres im Jahr 2024 eine zentrale Stellung im Agrarsektor der USA ein, übertroffen nur von Mais. Besonders im oberen Mittleren Westen ist sie eine wichtige Nutzpflanze.
Die USA sind einer der wichtigsten Sojaexporteure der Welt, liegen bei den Ausfuhren jedoch inzwischen klar hinter Brasilien. Nach aktuellen USDA-Projektionen entfallen im Wirtschaftsjahr 2025/26 rund 22 % der weltweiten Sojabohnenexporte auf die USA.
Außerdem machen Sojabohnen rund 90 % der gesamten Ölsaatenproduktion in den USA aus, was derzeit etwa 27 % der weltweiten Sojaproduktion entspricht. China und die Europäische Union zählen zu den wichtigsten Sojaimporteuren. Danach folgen unter anderem Argentinien, Mexiko, Ägypten, Thailand, die Türkei, Japan, Vietnam und Taiwan.
Ökologische Vorteile
Sojabohnen sind bei Landwirten beliebt, da sie durch ihre Fähigkeit, den Stickstoffgehalt im Boden auf natürliche Weise zu regulieren, die Bodenqualität verbessern. Dieser Vorgang trägt dazu bei, die Böden für nachfolgende Pflanzenarten vorzubereiten. Als eine der ersten kommerziell erfolgreichen biotechnologisch gezüchteten Nutzpflanzen sind Sojabohnen mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil der biotechnologischen Kulturen in den USA, insbesondere durch ihre Herbizidresistenz.
Saisonalität
Der Sojamarkt weist eine Saisonalität auf, die eng mit dem landwirtschaftlichen Produktionszyklus verbunden ist. Die Aussaat in den USA erfolgt überwiegend im Mai und frühen Juni, die Ernte beginnt in der Regel Ende September und reicht je nach Region bis in den späten Herbst. Mit dem Fortschreiten der Ernte gelangen große Mengen Sojabohnen auf den Markt, was in dieser Phase häufig preisdämpfend wirkt.
Nach der Ernte verkaufen viele Landwirte ihre Bestände, was zu einem erhöhten Angebot und entsprechend schwächeren Preisen im Spätherbst und Winter führen kann.
Im späten Frühjahr und im Sommer steigen die Preise tendenziell an. Dies ist auf eine geringere Marktverfügbarkeit zurückzuführen, da die Vorräte aus der letzten Ernte allmählich aufgebraucht werden und die Unsicherheit über die bevorstehende Ernte in den USA zunimmt. Wetterbedingte Risiken während der Pflanz- und Wachstumsphase können die Preise in dieser Zeit weiter stützen.
Zusätzlich beeinflussen die Aussaat- und Vermarktungszyklen in Südamerika den Markt, insbesondere in Brasilien und Argentinien. Ein ähnliches saisonales Muster zeigt sich bei verwandten Produkten wie Sojamehl und Sojaöl, da deren Produktion direkt von der Verfügbarkeit und Verarbeitung von Sojabohnen abhängt.
Weiterführende Informationen
Geschichte der Sojabohne
Sojabohnen Futures wurden erstmals 1932 an der Chicago Board of Trade (CBOT) gehandelt. Anderthalb Jahrzehnte später folgten Futures auf Sojabohnen-Nebenprodukte: Sojaöl 1946 und Sojamehl 1947.
Die Sojabohne war jahrhundertelang ein wichtiger Bestandteil der asiatischen Kultur, bevor sie im Westen angebaut wurde. In den USA wurden Sojabohnen erst seit den 1920er Jahren als Nahrungsmittel verwendet, davor waren sie hauptsächlich ein Industrieprodukt. Erst in den 1940er Jahren, im Zuge des Zweiten Weltkrieges, gewann der Sojaanbau wirklich an Bedeutung.
Heute zählen Brasilien, die USA und Argentinien zu den größten Produzenten, und in den USA ist die Sojabohne zur dominierenden Ölsaat geworden.
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