Sojabohnenmehl Future | Soybeans Meal Future (Terminkontrakt) | Symbol: ZM – Definition & Chart

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Sojabohnenmehl Futures (engl. Soybeans Meal Futures, CME Globex Symbol: “ZM”) sind aktiv gehandelte Warenterminprodukte, deren Markt hochliquide ist. Sie beziehen sich auf das Nebenprodukt Mehl, das bei der Verarbeitung aus Sojabohnen gewonnen wird. Während in den USA mehr als 150 Sojabohnensorten angebaut werden, die sich an eine Reihe von Boden- und Klimabedingungen von Mississippi bis zur kanadischen Grenze anpassen müssen, ist die gelbe Sojabohne die dominierende Klasse auf den kommerziellen Märkten.

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Sojabohnenmehl Future (Soybeans Meal Future) im Überblick

Sojabohnenmehl Futures (Soybeans Meal Future) Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Sojabohnenmehl Futures (Soybeans Meal Future)
Symbol (CME Globex) ZM
Kontraktgröße 100 amerikanische Tonnen (Short Tons) ~ 91 Tonnen
Kursnotierung US-Dollar und Cent pro Short Ton
Min. Tickgröße (Tick Size)
0,10 USD
Min. Tickwert (Tick Value)
10,00 USD
Wert/Punkt (Multiplikator)
100,00 USD
Kontraktwert
Sojabohnenmehl Futurekurs x Mutiplikator
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung)
Januar, März, Mai, Juli, August, September, Oktober, Dezember
Fälligkeiten (Monatscodes)
F, H, K, N, Q, U, V, Z
Letzter Handelstag
Der Handel endet am Werktag vor dem 15. Tag des Kontraktmonats.
Lieferung
Physische Lieferung
Börsenplätze
Chicago Board of Trade (CBOT)
Optionen verfügbar?
Ja

Ausgewählte Fakten zu Sojabohnenmehl

Sojabohnen stellen die weltweit größte Quelle für eiweißhaltiges Tierfutter und zweitgrößte Quelle für Pflanzenöl dar. Außerdem ist die Ölsaat, zusammen mit ihren Nebenprodukten, der am meisten gehandelte Agrarrohstoff weltweit. Das Handelsvolumen macht mehr als 10 % des Gesamtwerts des globalen Agrarhandels aus.

Etwa zwei Drittel der gesamten Sojabohnenernte wird zu den zwei Hauptnebenprodukten Sojabohnenmehl und Sojabohnenöl verarbeitet. Dieser Prozessschritt, bei dem die ganzen Sojabohnen unter anderem zerkleinert werden, wird auch als “Crush” bezeichnet. Somit bezieht sich der sog. Crush Spread auf die Differenz zwischen dem Preis von Sojabohnenmehl bzw. Öl und dem Preis von Sojabohnen selbst. Der Crush Spread repräsentiert folglich die Brutto-Verarbeitungsmarge beim Zerkleinern von Sojabohnen.

Das Sojabohnenmehl entsteht durch das Mahlen der festen Rückstände der Sojaölproduktion. Aufgrund des hohen Proteingehalts wird Sojabohnenmehl bzw. Schrot von Futtermittelherstellern als Hauptbestandteil in proteinreichen Tierfuttermitteln für Geflügel und Vieh verwendet. Außerdem findet es in der Lebensmittelproduktion Anwendung. In Fleisch- oder Milchersatzprodukten wie Sojamilch und Tofu, ist Sojabohnenmehl eine Schlüsselkomponente.

Weitere Fakten zur Sojabohnen Produktion

Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) sind die USA der führende Produzent und Exporteur von Sojabohnen vor Ländern wie Brasilien, Argentinien und Paraguay. Die größten Importeure sind China, Mexiko, die EU, Japan und Taiwan. Der US-Anteil am weltweiten Export liegt bei über 40 %.

Sojabohnen machen 90 % der gesamten Ölsaatenproduktion in den USA aus, was rund einem Drittel der weltweiten Sojabohnenproduktion entspricht. Mit über 77,5 Millionen Hektar pro Jahr, zählt die Sojabohne zu den am meisten angebauten Nutzpflanzenarten in den USA. Nur mit Mais wird eine größere Fläche bewirtschaftet. 80 % der Sojabohnenernte wächst dabei im oberen Teil des mittleren Westen. Die Anbauzeit beginnt im Spätfrühling, während die Ernte im Frühherbst erfolgt.

Sojabohnenmehl Futures – Zusammenfassung

  • Gehandelt an der Chicago Board of Trade (CBOT) – Ticker-Symbol: ZM (Einziger und folglich Sojabohnenmehl Future mit höchster Liquidität)

Sojabohnenmehl Future (Terminkontrakt) – Geschichte

Sojabohnen waren jahrhundertelang ein wesentlicher Bestandteil der asiatischen Kultur, bevor der westliche Anbau der Nutzpflanze begann. In den USA erlangten Sojabohnen im Jahr 1800 Bekanntheit, doch erst nach den 1920er-Jahren wurde die Ölsaat als Lebensmittel verwendet. Davor galten Sojabohnen größtenteils als Industrieprodukt.

Sojabohnen Futures wurden erstmals 1932 am Chicago Board of Trade (CBOT) gehandelt. Eineinhalb Jahrzehnte später folgten Futures auf die Sojabohnen Nebenprodukte: Sojabohnenöl 1946 und Sojabohnenmehl 1947. Eine wirkliche Bedeutung gewann der Anbau aber erst in den 1940er-Jahren, im Zuge des Zweiten Weltkriegs.

Obwohl Sojabohnen ihren Ursprung in China haben, zählt das Land heutzutage nicht einmal mehr zu den größten drei Produzenten weltweit. Hingegen hat sich die Sojabohne in den USA zur dominierenden Ölsaat entwickelt mit einer jährlichen Produktionsmenge von 118 Mio. Tonnen.

Sojabohnenmehl Future – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Sojabohnenmehl Future bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert des Sojabohnenmehl Futures deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird. Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen der Kurs eines Sojabohnenmehl Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 430 US-Dollar und einem Multiplier von 100 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 43.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 43.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen. Demnach müsste der Händler derzeit bspw. eine Margin von 4.300 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel also 10% des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 43.000 USD lediglich um 4.300 USD reduzieren.

Sojabohnenmehl Future – aktueller Preis & Kursentwicklung

Der folgende Chart zeigt den Sojabohnenmehl Future als fortlaufenden Index (“Front month contracts”). Die tatsächlichen Future-Kontrakte können daher in Abhängigkeit von der jeweiligen Fälligkeit leicht von der Darstellung abweichen.


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