Long Put Ladder – Definition
Der Long Put Ladder (auch: Bear Put Ladder) besteht aus einem Bear Put Spread und dem zusätzlichen Verkauf einer weiteren Put-Option auf denselben Basiswert. Diese Strategie stellt gewissermaßen das Gegenstück zur Short Put Ladder dar, da sie von stagnierenden bis moderat fallenden Kursen profitieren kann.
Der Long Put Ladder ist aufgebaut wie ein Bear Put Spread, wird jedoch durch einen zusätzlichen Short Put mit einem noch niedrigeren Strike ergänzt. Dadurch wird die gezahlte Nettoprämie reduziert. Gleichzeitig übernimmt der Händler unterhalb des niedrigsten Strikes ein erhebliches zusätzliches Kursrisiko.
Ob die Position gegen einen Netto-Debit oder einen Netto-Credit eröffnet wird, hängt von den konkreten Prämien der drei Optionslegs ab. Bei einer Nettozahlung handelt es sich um eine Debit-Position, bei einer Nettogutschrift um eine Credit-Position.
Praxis-Tipp
Der Long Put Ladder wird häufig als Anpassungs- oder Reparaturstrategie für einen fehlgeschlagenen Bear Put Spread genutzt. Er verwandelt die ursprüngliche Position in eine Strategie, die von einem stagnierenden oder leicht fallenden Kurs profitieren kann, während Verluste effizienter gemanagt werden.
Nachteilig ist das hohe Verlustrisiko, insbesondere wenn der Kurs des Basiswerts stärker als erwartet fällt. In diesem Fall kann sich der zusätzliche Short Put als problematisch erweisen, da potenzielle Verluste hoch werden können. Zwar ist ein vorzeitiges Glattstellen möglich, doch wenn der Kurs unerwartet schnell fällt, könnte die Reaktion zu spät kommen.
Ein weiterer Nachteil sind die Margin-Anforderungen, da der Verkauf eines ungedeckten Puts eine Sicherheitsleistung erfordert. Dadurch wird zusätzliches Kapital auf dem Konto gebunden. Ein Put Ladder erfordert daher eine hohe Risikotoleranz und ein diszipliniertes Handelsmanagement.
Die notwendige Margin kann durch das Schreiben von Optionen mit niedrigeren Strikes reduziert werden. Dies verringert jedoch die Prämieneinnahmen, was wiederum zu höheren Initialkosten führt.
Long Put Ladder – Setup
- Verkauf 1 Put Strike A
- Verkauf 1 Put Strike B
- Kauf 1 Put Strike C
In der Regel liegt der Kurs des Basiswerts beim Einstieg in die Strategie um den Strike B (At The Money – ATM). Alle Optionen haben denselben Verfallstag.
Empfohlenes Erfahrungslevel
Der Einsatz von drei verschiedenen Optionlegs erfordert Vorkenntnissen im Handel mit Optionen.
Wann der Handel sinnvoll ist
Break-Even-Punkt
Je nach vereinnahmter oder gezahlter Nettoprämie kann sich die Anzahl der Break-Even-Punkte unterscheiden.
Wird die Position gegen einen Netto-Debit eröffnet und ist dieser geringer als die Differenz zwischen Strike C und Strike B, können sich ohne Berücksichtigung der Provisionen zwei Break-Even-Punkte ergeben:
- Break-Even bei einem höheren Verfallskurs = Long Put Strike C – gezahlter Netto-Debit
- Break-Even bei einem niedrigeren Verfallskurs = Short Put Strike A + Short Put Strike B – Long Put Strike C + gezahlter Netto-Debit
Bei Aktienoptionen und ETF-Optionen ist der untere Break-Even nur erreichbar, wenn das Ergebnis dieser Formel über null liegt.
Wird die Position stattdessen gegen einen Netto-Credit eröffnet, besteht oberhalb von Strike C kein Break-Even-Punkt, da dort der vereinnahmte Credit als Gewinn verbleibt. Der mögliche untere Break-Even lautet in diesem Fall:
Break-Even bei einem niedrigeren Verfallskurs = Short Put Strike A + Short Put Strike B – Long Put Strike C – erhaltener Netto-Credit
Sweet Spot
Der Kurs des Basiswerts soll bei dieser Strategie leicht fallen und bei Verfall bestenfalls zwischen Strike A und B, also den Short Put Strikes liegen.
Maximaler Gewinn
Der maximale Gewinn für die Bear Put Ladder ist begrenzt. Er wird erreicht, wenn sich der Kurs des Basiswerts zwischen den Strike Preisen der Short Puts befindet.
Die Formel zur Berechnung des Gewinns lautet wie folgt:
Maximaler Gewinn = Strike C – Strike B – gezahlte Prämie – gezahlte Provisionen
Maximaler Verlust
Bei einer als Nettodebit eröffneten Long Put Ladder ist der maximale Verlust auf der Oberseite auf den gezahlten Netto-Debit begrenzt. Dieser Verlust wird erreicht, wenn der Kurs des Basiswerts bei Verfall auf oder über Strike C liegt.
Auf der Unterseite nimmt der Verlust unterhalb des unteren Break-Even-Punkts mit jedem weiteren Kursrückgang zu. Für Aktien- und ETF-Optionen wird der höchste mögliche Verlust bei einem Kurs des Basiswerts von null erreicht.
- Verlust bei einem Kurs von null = Strike A + Strike B – Strike C + gezahlter Netto-Debit
- Maximaler Gesamtverlust = Maximum aus gezahltem Netto-Debit und dem Verlust bei einem Kurs von null, jeweils zuzüglich der anfallenden Transaktionskosten
Wurde die Position gegen einen Netto-Credit eröffnet, lautet der maximale Verlust für Aktien- und ETF-Optionen:
Maximaler Verlust bei Netto-Credit = Maximum aus null und Strike A + Strike B – Strike C – erhaltener Netto-Credit, zuzüglich der anfallenden Transaktionskosten
Die Differenz zwischen dem unteren Break-Even-Punkt und einem konkreten Verfallskurs beschreibt dagegen lediglich den Verlust bei diesem Verfallskurs.
Long Put Ladder im Zeitverlauf
Der Einfluss des Zeitwertverlusts hängt vom aktuellen Theta der Long Put Ladder ab. Dieses ergibt sich aus der Summe der vorzeichenbehafteten Theta-Werte aller drei Optionlegs.
- In weiten Teilen des vorgesehenen Kursbereichs ist Theta häufig positiv, da die Position zwei verkaufte Put-Optionen enthält.
- Notiert der Basiswert bei kurzer Restlaufzeit nahe oder oberhalb von Strike C, kann Theta negativ werden.
Je näher der Verfallstag rückt, desto stärker kann der Einfluss des Zeitwertverlusts ausfallen.
Implizite Volatilität
Die Long Put Ladder weist häufig ein negatives Vega auf. Bei einem parallelen Anstieg der impliziten Volatilitäten der drei Optionslegs kann der Wert der Strategie daher sinken. Eine abnehmende implizite Volatilität wirkt sich in diesem Fall positiv aus.
Notiert der Basiswert bei kurzer Restlaufzeit nahe dem höchsten Strike C, kann das Netto-Vega positiv werden. Ein Anstieg der impliziten Volatilität kann den Positionswert in dieser Konstellation erhöhen.
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