Orangensaft Future | Orange Juice Future (Terminkontrakt) | Symbol: OJ – Definition & Erklärung

Autor: Philipp Berger

Orangensaft-Futures (engl. Orange Juice Futures, ICE Futures: „OJ“) gehören zu der Familie der Soft Commodities. Der FCOJ-Kontrakt an der ICE US ist allerdings die Benchmark für den weltweiten Handel mit Orangensaftkonzentrat.

Für das Erntejahr 2022/23 rechnet USDA mit einer weltweiten Produktion von rund 47,7 Millionen Tonnen Orangen. Wichtigstes Erzeugerland ist Brasilien mit einem Produktionsanteil von rund 35 Prozent. Weitere große Anbauländer sind China und die Europäische Union.

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Orangensaft Future (Orange Juice Future)

Orangensaft Future (Orange Juice Future) Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Orangensaft Future (Orange juice Future)
Symbol (ICE Futures) OJ
Kontraktgröße 15.000 Pfund (ca. 6,80 Kg)
Kursnotierung US-Dollar-Cent pro Pfund
Min. Tickgröße (Tick Size)
0,0005 USD
Min. Tickwert (Tick Value)
7,50 USD
Wert/Punkt (Multiplikator)
150,00 USD
Kontraktwert
Orangensaft Futurekurs x Mutiplikator
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung)
März, Mai, Juli, August, September, November
Fälligkeiten (Monatscodes)
H, K, N, U, X
Letzter Handelstag
Der Handel endet am Werktag vor dem 15. Tag des Kontraktmonats.
Lieferung
Physisch
Börsenplätze
Intercontinental Exchange (ICE)
Optionen verfügbar?
Ja

Ausgewählte Fakten zu Orangensaft

Die Orange ist die bekannteste und beliebteste Zitrusfrucht. Sie entstand aus einer Kreuzung der Mandarine und der Pampelmuse. Die immergrüne Bäume sind klein bis mittelgroß und können bis 10 Meter groß werden.

Orangensaftproduktion

Der Orangensaft, auch als Apfelsinensaft oder O-Saft bekannt, entsteht durch das Auspressen von Orangen. Als meist getrunkener Saft der Welt steht er für 50 % des Gesamtkonsums an Fruchtsäften. Weltweit werden pro Jahr rund 12 Mrd. Liter Orangensaft getrunken, das entspricht etwa 1,5 Liter pro Kopf. Dabei wird es zwischen unkonzentriertem Fruchtsaft und Fruchtsaft aus konzentriertem Fruchtsaft unterschieden.

Export

Orangensaft ist haltbar, nachdem er im Ernteland (hauptsächlich Brasilien) pasteurisiert und gepresst wurde. Liegt das Zielland in Übersee, beispielsweise in Europa, wird es mit Orangensafttankern transportiert und im Zielland vom Safthersteller abgefüllt. Hierfür wird oftmals Orangensaftkonzentrat verwendet, da dies den einfachsten und günstigsten Transport ermöglicht.

Konzentrat

Unter Vakuum bei geringen Temperaturen wird dem Orangensaft sowohl die Aromen als auch das Wasser entzogen. Damit wird er auf ca. ein Sechstel seines ursprünglichen Volumens verdichtet. Der Transport des Konzentrats und Aromas findet dann bei 0 °C statt.

Die ursprüngliche Konzentration des Safts wird durch eine Mischung aus Konzentrat und Trinkwasser wiedererlangt. Dabei unterliegt der Kassakurs dem Ernteerfolg und ist stark vom Wetter abhängig.

Verschiedene Orangensaft Futures im Überblick

  • Gehandelt an der Intercontinental Exchange (ICE, physische Lieferung) – Ticker-Symbol: OJ

Orangensaft Future (Terminkontrakt) Geschichte

Die Orange stammt aus China. Ihre Kultivierung hat inzwischen eine 4000-jährige Tradition. Über Indien weitet sich der Anbau nach Babylonien. Dort war sie schon um 800 v. Christus in den Hängenden Gärten der Semiramis zu finden. Erst durch Columbus gelang die Orange dann im 15. Jahrhundert nach Europa.

Orangensaft Futures wurden erstmals 1966 an der New York Cotton Exchange gehandelt. Seit 1985 gibt es auch Optionen auf Orangensaft.

Orangensaft Future – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Orangensaft Future bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.

Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen der Kurs eines Orangensaft Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 140 US-Cent und einem Multiplier von 150 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 21.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 21.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.

Demnach müsste der Händler derzeit bspw. eine Margin von 2.100 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel, also 10 % des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 21.000 USD lediglich um 2.100 USD reduzieren

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