Drawdown (Trading) – Definition & Berechnung

Autor: Maik Engelkamp

Ein Drawdown (deutsch: „relativer Wertverlust“ oder „Kurskorrektur“) beschreibt den Verlust einer Investition, gemessen als Rückgang vom höchsten bis zum niedrigsten Punkt in einem bestimmten Zeitraum. Es ist ein Maß für das Risiko, dem ein Trader oder ein Investor ausgesetzt ist, und gibt an, wie viel das Konto oder das Investment an Wert verloren hat, bevor es sich wieder erholt hat.

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Drawdown – Definition

Ein Drawdown misst den Rückgang eines Kontos bzw. Investments vom letzten Höchststand (Peak) bis zum folgenden Tiefststand (Trough) innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

Ein niedriger Wert wird häufig als Hinweis auf ein geringeres Risiko einer Strategie oder eines Portfolios interpretiert, während ein hoher Drawdown auf größere Verluste hindeutet, die möglicherweise schwerer wieder aufzuholen sind.

Berechnung des Drawdown

Ein Drawdown wird wie folgt berechnet: Zunächst wird der Tiefststand vom Höchststand subtrahiert. Das Ergebnis wird anschließend durch den Höchststand geteilt und mit 100 multipliziert, um den prozentualen Wert zu erhalten.

Die Formel lautet wie folgt:

Drawdown~(\%) = \frac{Höchststand-Tiefststand}{Höchststand}*100

Das Ergebnis zeigt den relativen Wertverlust zwischen einem Höchst- und einem Tiefstkurs und ist daher als negativer Kursverlauf zu interpretieren. Alternativ kann das Ergebnis mit –1 multipliziert werden, um eine negative Rendite darzustellen. Die Aussage bleibt gleich: Zwischen Höchst- und Tiefststand bestand eine Differenz von x %.

Beispiel: Wenn ein Konto von 10.000 EUR auf 9.500 EUR fällt, beträgt der Drawdown 500 EUR oder 5 %.

Maximaler Drawdown (MDD)

Der maximale Drawdown (MDD) ist der größte beobachtete Rückgang eines Portfolios/Assets vom jeweiligen laufenden Höchststand (High-Water-Mark) zu einem darauffolgenden Tief innerhalb des betrachteten Zeitraums. In positiver Schreibweise gilt:

H_t = \max_{s \le t} V_s, \quad d_t = 1 - \frac{V_t}{H_t}, \quad MDD = \max_t d_t

mit Vt als Wert/Kurs zum Zeitpunkt t.

 Der MDD kann eigenständig berichtet oder als Eingangsgröße z. B. für Return-over-Maximum-Drawdown (RoMaD) oder die Calmar Ratio (CAGR/MDD) verwendet werden.

Was der MDD zeigt und was nicht

Der Maximum Drawdown (MDD) misst, wie stark der Wert einer Anlage in einer bestimmten Zeitspanne maximal gefallen ist – also die Tiefe des größten Verlusts.

Er zeigt nicht, wie oft solche Verluste auftreten, wie lange der Rückgang dauert oder wie schnell sich die Anlage danach wieder erholt (die sogenannte Time-to-Recovery). Für ein vollständigeres Bild sollten daher zusätzlich die Dauer des Drawdowns und die Erholungszeit angegeben werden.

Anwendung

Der MDD wird genutzt, um das Abwärtsrisiko und den Kapitalerhalt einer Anlage zu beurteilen – etwa beim Vergleich von Aktienstrategien oder im Verhältnis zu einer Benchmark.

Zwei Strategien können zum Beispiel dieselbe Durchschnittsrendite, denselben Tracking Error und dieselbe Volatilität haben, sich aber im MDD deutlich unterscheiden. In diesem Fall hat die Strategie mit dem niedrigeren MDD das geringere Risiko, hohe Verluste zu erleiden.

Faustregeln

Ein niedriger MDD ist vorteilhaft, weil er auf geringere Spitzenverluste hinweist.

  • MDD = 0 %, wenn der Kurs nie unter einen früheren Höchststand fällt.
  • MDD = 100 %, wenn der Wert nach einem Hoch auf null fällt.

Wird die Verlustdarstellung als negative Rendite verwendet, entsprechen diese Werte 0 % bzw. –100 %. Wichtig ist, eine Variante einheitlich zu verwenden.

Interpretation und Vergleich

Um MDD-Werte sinnvoll zu vergleichen, müssen sie

  • über denselben Zeitraum,
  • mit derselben Datenfrequenz (z. B. tägliche oder monatliche Schlusskurse)
  • und auf derselben Renditebasis (Brutto/Netto, inkl. Dividenden oder Gebühren)

berechnet werden.

Beispiel: Ein MDD von 50 % über 50 Jahre ist nicht direkt vergleichbar mit einem MDD von 30 % über 7 Jahre.

Bedeutung des Drawdown bei Aktien

Viele Anleger achten auf den maximalen Drawdown (MDD) – egal ob bei einzelnen Aktien, Fonds oder ETFs. Der MDD zeigt, wie stark der Wert einer Anlage zwischenzeitlich fallen kann und gibt damit Hinweise auf Kapitalerhalt und Risikotragfähigkeit.

Er ergänzt Kennzahlen wie Rendite und Volatilität, indem er den tatsächlichen Verlauf und die Tiefe von Verlustphasen sichtbar macht.

Besonders wichtig in der Entnahmephase

Für Anleger in der Ruhestands- oder Entnahmephase ist der Drawdown besonders kritisch. Wenn das Vermögen sinkt, während gleichzeitig Geld entnommen wird, kann das Kapital dauerhaft erodieren. Das nennt man das Renditereihenfolge-Risiko (Sequence of Returns Risk).

Beispiel: Fällt das Depot um 20 %, sinkt nicht nur der Wert, sondern jede weitere Entnahme wiegt prozentual schwerer. Die anschließende Erholung muss also von einer kleineren Basis ausgehen.

Strategien im Umgang mit Drawdowns

  • Diversifikation & Qualität: Eine breite Streuung über verschiedene Anlageklassen und die Auswahl finanziell solider Unternehmen (z. B. defensive Sektoren) mindern meist die größten Verluste.
  • Liquiditätspuffer: Ein Vorrat an Cash oder kurzlaufenden Anleihen (für mehrere Monate bis Jahre Lebenshaltungskosten) verhindert, dass in schwachen Marktphasen Zwangsverkäufe nötig werden.
  • Rebalancing: Ein regelmäßiges, regelbasiertes Anpassen der Zielquoten hilft, „hoch zu verkaufen und niedrig zu kaufen“ und das Risiko aus dem Gleichgewicht zu begrenzen.
  • Verlustschwellen / Stop-Loss-Regeln: Manche Anleger setzen feste Grenzen (z. B. −15 % oder −20 %). Das kann Verluste begrenzen, führt aber auch zu Nachteilen wie häufigen Ein- und Ausstiegen, Steuer- und Transaktionskosten oder dem Risiko, Erholungsphasen zu verpassen. Solche Regeln sollten immer zur persönlichen Situation (Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf, Steuern, Marktumfeld) passen. Ene pauschale „20 %-Regel“ ist selten optimal.

Risiken von Drawdowns

Drawdowns können für Anleger ein erhebliches Risiko darstellen, da Verluste überproportionale Gewinne erfordern, um wieder ausgeglichen zu werden. Ein Rückgang um 1 % lässt sich noch leicht ausgleichen – ein Anstieg um 1,01 % genügt, um den vorherigen Höchststand zu erreichen.

Doch bereits ein Drawdown von 20 % erfordert eine Rendite von 25 %, und ein Verlust von 50 % – wie während der Finanzkrise 2008/2009 – macht sogar eine Verdopplung des Wertes ( +100 %) nötig, um wieder auf das alte Niveau zu kommen.

Einige Anleger möchten starke Kursrückgänge vermeiden und begrenzen ihre Verluste, sobald der Kurs um mehr als etwa 20 % gefallen ist, indem sie in Bargeld oder sichere Anlagen umschichten. Solche Strategien werden teilweise auch von Finanzberatern empfohlen.

Für Anleger mit langem Anlagehorizont – etwa mehr als 20 Jahre bis zum Ruhestand – kann eine Drawdown-Schwelle von rund 20 % ein sinnvoller Richtwert sein, um das Portfolio in Abschwungphasen zu schützen, ohne Chancen auf eine spätere Erholung zu verpassen.

Wie viel Gewinn braucht es nach einem Verlust?

Nach einem Verlust L ist die nötige Aufholrendite:

R=\frac{L~in~\%}{1-L~in~\%}

Beispiele:

  • −1 % ⇒ +1,01 %
  • −10 % ⇒ +11,11 %
  • −20 % ⇒ +25 %
  • −50 % ⇒ +100 %

Das zeigt: Je größer der Verlust, desto überproportional höher muss die anschließende Rendite sein, um wieder auf den Ausgangswert zu kommen.

Beispiel für einen relativen Wertverlust (Drawdown)

Angenommen, ein Händler kauft ABC-Aktien zu 100 EUR. Der Kurs steigt zunächst auf 110 EUR (Höchststand), fällt dann auf 80 EUR (Tiefststand) und erholt sich später wieder über 110 EUR.

Szenario 1

In diesem Fall lag der Höchstkurs bei 110 EUR und der Tiefstkurs bei 80 EUR. Der Drawdown berechnet sich wie folgt:

\text{Drawdown (\%)} = \frac{110\,\mathrm{EUR}-80\,\mathrm{EUR}}{110\,\mathrm{EUR}}\times 100 = \frac{30}{110}\times 100 \approx 27{,}27\%

Ein relativer Wertverlust entspricht also nicht zwangsläufig dem tatsächlichen Gewinn/Verlust des Anlegers. Bezogen auf den Einstandspreis von 100 EUR würde der Händler bei 80 EUR einen unrealisierten Verlust von 20 % ausweisen, während der Drawdown vom vorherigen Höchststand (110 EUR) gemessen wird.

Szenario 2

In einem weiteren Szenario steigt der Kurs auf 120 EUR (neuer Höchststand), fällt anschließend auf 105 EUR (jüngster Tiefststand) und steigt danach auf 125 EUR. Der Drawdown lautet:

\text{Drawdown (\%)} = \frac{120\,\mathrm{EUR}-105\,\mathrm{EUR}}{120\,\mathrm{EUR}}\times 100 = \frac{15}{120}\times 100 = 12{,}5\%

Damit beträgt der relative Wertverlust in diesem Fall 12,5 %, gemessen am neuen Höchststand von 120 EUR (nicht am Einstandspreis).

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