Kakao Futures | Cocoa Futures | Symbol: CC – Erklärung & Chart
Kakao Futures (engl. Cocoa Futures, ICE Symbol: „CC“) gehören zur Gruppe der Soft Commodities (Agrarrohstoffe) und dienen sowohl der Absicherung gegen Preisschwankungen als auch der Spekulation auf Preisänderungen. Die Kakaopreise werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, unter anderem von den Wetterbedingungen in den Anbaugebieten sowie von politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in den Hauptanbauländern.
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Kakao Futures (Cocoa Futures) im Überblick
| Kontraktspezifikationen | |
|---|---|
| Kontraktbezeichnung | Cocoa Futures (Kakao Futures) |
| Symbol (ICE) | CC |
| Kontraktgröße | 10 Tonnen |
| Kursnotierung | US-Dollar pro Tonne |
| Min. Tickgröße (Tick Size) | 1,00 USD |
| Min. Tickwert (Tick Value) | 10,00 USD |
| Wert/Punkt (Multiplikator) | 10,00 USD |
| Kontraktwert | Kakao-Futurekurs x Multiplikator |
| Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) | März, Mai, Juli, September, Dezember |
| Fälligkeiten (Monatscodes) | H, K, N, U, Z |
| Letzter Handelstag | Ein Geschäftstag vor dem Last Notice Day. Der Last Notice Day liegt zehn Geschäftstage vor dem letzten Geschäftstag des Liefermonats. |
| Lieferung | Physische Lieferung |
| Börsenplatz | Intercontinental Exchange (ICE Futures U.S.) |
| Optionen verfügbar? | Ja |
Verschiedene Kakao Futures
Gehandelt an der Intercontinental Exchange U.S. (ICE Futures U.S.).
- Ticker-Symbol: CC – physisch lieferbarer Kakao Future und internationaler Benchmark-Kontrakt mit hoher Liquidität
Gehandelt an der New York Mercantile Exchange (NYMEX), die zur CME Group gehört.
- Ticker-Symbol: CJ – bar abgerechneter Cocoa Future, dessen Abrechnung sich am entsprechenden ICE-Futures-Kontrakt orientiert
Kakao Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)
Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: CC1! oder Yahoo Finance: CC=F) können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Kakaopreises herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis, also den Preis für den sofortigen Kauf oder Verkauf von physischem Kakao.
Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Kakaopreisentwicklung am Kassamarkt.
Kakao Futures – Beispiel
An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Kakao Futures bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. „notional value“) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.
Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:
Kontraktwert = aktueller Kurs des Underlyings * Multiplikator.
Benötigte Margin bestimmen
Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin, hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.
Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.
Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.
Berechnung der Margin
Angenommen, der Kurs eines Kakao-Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 2.500 US-Dollar und einem Multiplikator von 10 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 25.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 25.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.
Demnach müsste der Händler derzeit bspw. eine Margin von 2.500 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel, also 10 % des Kontraktwerts, entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 25.000 USD lediglich um 2.500 USD reduzieren.
Kakao Future-Optionen
Die Intercontinental Exchange (ICE) bietet auch Optionen auf Kakao Futures (Ticker: CC) zum Handel an. Die Future-Optionen beziehen sich auf die jeweiligen Terminkontrakte, wobei ein Terminkontrakt 10 Tonnen entspricht.
Die kleinstmögliche Preisänderung (Tick Size) beträgt 1 USD und der Tickwert (Tick Value) ist auf 10 USD festgelegt. Der Multiplikator beträgt 10 USD. Die Notierung erfolgt in US-Dollar pro Tonne.
Es werden Optionen für März, Mai, Juli, September und Dezember angeboten. Serienoptionen sind in den Monaten Januar, Februar, April, Juni, August, Oktober und November verfügbar. Bei einer Serienoption ist der zugrunde liegende Future der nächste reguläre Futures-Kontraktmonat. Bei Ausübung entsteht eine Position im zugrunde liegenden Kakao-Futures-Kontrakt.
Ausgewählte Fakten zu Kakao
Die Anbaugebiete der Kakaopflanze lassen sich ausschließlich in tropischen Klimazonen finden. Die weltweit führenden Anbauländer von Kakaobohnen befinden sich in Westafrika. Auf die Elfenbeinküste und Ghana entfällt zusammen rund die Hälfte der weltweiten Kakaoproduktion.
Beachtenswert ist dabei, dass der Kakaoanbau überwiegend außerhalb der Mitgliedstaaten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) stattfindet. Entsprechend dominant sind diese Länder auf der Importseite zu finden. Die größten Absatzmärkte sind Deutschland, die Niederlande und die USA. Über ein Drittel der Kakaobohnen wird in Europa verarbeitet.
Weiterführende Informationen
Geschichte des Kakao-Handels
Kakao war Teil des sogenannten Kolumbianischen Austauschs (engl. Columbian Exchange). Der Name geht auf Christoph Kolumbus zurück und steht für die Wechselwirkungen zwischen der östlichen und westlichen Hemisphäre (Alte und Neue Welt). Die Maya-, Olmeken-, Tolteken- und Aztekenvölker Mexikos und Mittelamerikas verwendeten die Kakaobohnen als Währung und als Basis für ein bitteres Getränk.
Ankunft des Kakaos in Afrika
Nach der Entdeckung der Neuen Welt kam die Kakaopflanze mit den Spaniern nach Europa. Von dort wurde sie nach Niederländisch-Ostindien (heutiges Indonesien), auf die Philippinen und in verschiedene europäische Kolonien in der Karibik transportiert. Die Bewohner Ghanas und der Elfenbeinküste begannen erst 1879 beziehungsweise 1905 mit dem Anbau der Kakaobohne. Heute zählen die beiden Länder zu den zwei größten Kakaoproduzenten der Welt.
Handel mit Kakao Futures
Kakao Futures wurden erstmals im Jahr 1925 an der New York Cocoa Exchange gehandelt. Seither behauptet sich der Standort New York als Mittelpunkt des Kakaohandels, trotz zahlreicher Konsolidierungen der zuständigen Terminbörsen. Die New York Cocoa Exchange wurde im späteren Verlauf Teil der Coffee, Sugar and Cocoa Exchange (CSCE).
1998 brachte die Fusion der New York Cotton Exchange (NYCE) und der Coffee, Sugar and Cocoa Exchange das New York Board of Trade (NYBOT) hervor. 2007 wurde das NYBOT von der Intercontinental Exchange (ICE) übernommen, wo der Kakaohandel seither abgewickelt wird.
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