Kakao Futures | Cocoa Futures (Terminkontrakt) | Symbol: CC – Definition & Erklärung

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Kakao Futures (engl. Cocoa Futures, ICE Symbol: “CC”) gehören zur Gruppe der Soft Commodities (Agrarrohstoffe) und bilden die Preisentwicklung von Kakaobohnen ab. Die weltweite Erntemenge von Kakaobohnen beläuft sich in der Ernteperiode 2019/20 auf 4,8 Millionen Tonnen. Dabei entfällt allein auf die Elfenbeinküste und Ghana eine Erntemenge von über 3 Millionen Tonnen, was beinahe zwei Drittel der globalen Kakaoproduktion entspricht. Die Anbaugebiete der Kakaopflanze lassen sich ausschließlich in tropischen Klimazonen finden.

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Kakao Futures (Cocoa Futures) im Überblick

Kakao Futures (Cocoa Futures) Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Kakao Futures (Cocoa Futures)
Symbol (CME Globex) CC
Kontraktgröße 10 Tonnen
Kursnotierung US-Dollar pro Tonne
Min. Tickgröße (Tick Size)
1,00 USD
Min. Tickwert (Tick Value)
10,00 USD
Wert/Punkt (Multiplikator)
10,00 USD
Kontraktwert
Kakao Futurekurs x Mutiplikator
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung)
März, Mai, Juli, September, Dezember
Fälligkeiten (Monatscodes)
H, K, N, U, Z
Letzter Handelstag
Der Handel endet am letzten Werktag vor dem ersten Handelstag des neuen Kontraktmonats.
Lieferung
Physische Lieferung
Börsenplätze
Intercontinental Exchange (ICE)
Optionen verfügbar?
Ja

Ausgewählte Fakten zu Kakao

Die weltweit führenden Anbauländer von Kakaobohnen befinden sich in Westafrika. Für das Erntejahr 2019/20 prognostizierte die International Cocoa Organization für die Elfenbeinküste eine Erntemenge von rund 2,2 Millionen Tonnen Kakaobohnen. Damit ist das westafrikanische Land mit Abstand der größte Produzent von Kakao weltweit. Auf Platz folgt Ghana mit einer Erntemenge von knapp 0,9 Millionen Tonnen Kakaobohnen. Beachtenswert ist dabei, dass nahezu kein Kakao in den Mitgliedstaaten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) angebaut oder exportiert wird. Entsprechend dominant sind diese Länder auf der Importseite zu finden.

Im Gegensatz zu anderen Soft Commodities, wie Zucker oder Baumwolle, ist die Frage der Subventionierung der Kakaoproduktion und deren Exporte kein Bestandteil internationaler Handelsforen. Das macht den globalen Kakaohandel und die Stabilisierung der globalen Kakaopreise zu einem der wichtigsten und beständigsten Probleme der Außenwirtschaft. Eine Analyse der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zur Kakaoproduktion und Kakaokonsum zeigt, dass die Einkommens- und Vermögensunterschiede zwischen Kakao importierenden und exportierenden Nationen erheblich sind.

Währungseffekte und Intermarket Arbitrage

Wegen der historischen Vorherrschaft Großbritanniens über die westafrikanische Kakaoindustrie und dem an der Intercontinental Exchange in London gehandelten Kakao Futures, der in britischen Pfund notiert, ist die Korrelation mit dem britischen Pfund (GBP) stärker als mit dem US-Dollar Index (USDX).

Die Kursentwicklung des britischen Pfund eilt dem Kakaopreis um durchschnittlich 39 Wochen oder drei Kalenderquartale voraus. Der Kakaopreis folgt demnach der Entwicklung des britischen Pfund zeitversetzt. Dies ermöglicht einen aktiven Arbitragehandel zwischen den in US-Dollar gehandelten Kakao Terminkontrakten und den in britischen Pfund gehandelten Kakao Terminkontrakten. Obwohl sich dieser Zusammenhang auf die langfristige Betrachtung beruft, ist der Währungseffekt und somit die Arbitrage Möglichkeit auch im Intraday-Handel zu sehen, wenn es im britischen Pfund zu einer signifikanten Bewegung in der Zeit kommt, in der sich der Handel in New York und in London überschneiden.

Verschiedene Kakao Futures im Überblick

  • Gehandelt an der Intercontinental Exchange U.S. (ICE) – Ticker-Symbol: CC (Kakao Futures mit höchster Liquidität)
  • Gehandelt an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) – Ticker-Symbol: CJ
  • Gehandelt an der Intercontinental Exchange EUR (ICE) – Ticker-Symbol: C

Kakao Future (Terminkontrakt) Geschichte

Kakao war Teil des sogenannten Kolumbianischen Austauschs (engl. Columbian Exchange). Der Name geht auf Christoph Kolumbus zurück und steht für die Wechselwirkungen zwischen der östlichen und westlichen Hemisphäre (Alten und Neuen Welt). Die Maya-, Olmeken-, Tolteken- und Aztekenvölker Mexikos und Mittelamerikas verwendeten die Kakaobohnen als Währung und als Basis für ein bitteres Getränk.

Nach Entdeckung der Neuen Welt kam die Kakaoplanze mit den Spaniern nach Europa. Von dort wurde sie nach Niederländisch-Ostindien (heutiges Indonesien), auf die Philippinen und in verschiedene europäische Kolonien in der Karibik transportiert. Die Bewohner Ghanas und der Elfenbeinküste begannen erst 1879 bzw. 1905 mit dem Anbau der Kakaobohne. Heute zählen die beiden Länder zu den zwei größten Kakaoproduzenten der Welt.

Kakao Futures wurden erstmals im Jahr 1925 an der New York Cocoa Exchange gehandelt. Seither behauptet sich der Standort New York als Mittelpunkt des Kakaohandels, trotz zahlreicher Konsolidierungen der zuständigen Terminbörsen. Die New York Cocoa Exchange wurde im späteren Verlauf Teil der Coffee, Sugar and Cocoa Exchange (CSCE). 1998 brachte die Fusion der New York Cotton Exchange (NYCE) und der Coffee, Sugar and Cocoa Exchange das New York Board of Trade (NYBOT) zum Vorschein. 2007 wurde das NYBOT von der Intercontinental Exchange (ICE) übernommen, wo fortan der Kakaohandel abgewickelt wird.

Kakao Futures – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Kakao Futures bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird. Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen der Kurs eines Kakao Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 2.500 US-Dollar und einem Multiplier von 10 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 25.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 25.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen. Demnach müsste der Händler derzeit bspw. eine Margin von 2.500 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel also 10% des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 25.000 USD lediglich um 2.500 USD reduzieren.

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