Kassakurs vs. Terminkurs (Spot vs. Future Price)
Kassakurs und Terminkurs sind zentrale Preisbegriffe aus dem Kassa- und Terminmarkt. Der Kassakurs (Spotpreis) ist der aktuelle Preis für ein Geschäft mit kurzfristiger bzw. marktüblicher Abwicklung. Der Terminkurs beziehungsweise Terminpreis ist der heute vereinbarte Preis für ein Geschäft, das erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt wird.
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Was ist Kassakurs und Terminkurs?
Der Kassakurs ist der Preis für sofortige beziehungsweise kurzfristig abzuwickelnde Geschäfte mit einem Basiswert. Im Gegensatz dazu ist der Terminkurs der Preis für Geschäfte, die heute vereinbart, aber erst in der Zukunft erfüllt oder abgerechnet werden.
Der Kassakurs spiegelt die aktuelle Marktlage wider, während sich der Terminpreis in der Regel am Kassakurs zuzüglich oder abzüglich laufzeitabhängiger Einflussfaktoren wie Zinsen, Lagerkosten, Versicherungen, Dividenden oder einem möglichen Convenience Yield orientiert.
Unterschiede zwischen Kassakurs und Terminkurs
- Der Kassakurs spiegelt die aktuelle Marktsituation wider. Er entsteht aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und reagiert auf Faktoren wie Liquidität, Nachrichtenlage, Konjunktur und Marktstimmung.
- Der Terminkurs beziehungsweise Terminpreis hängt zusätzlich von der Laufzeit und den Kosten oder Erträgen bis zum Fälligkeitstermin ab. Dazu zählen je nach Markt unter anderem Zinsen, Lager- und Versicherungskosten, Dividenden oder ein möglicher Nutzen aus dem physischen Besitz des Basiswerts.
Diese Unterschiede zeigen sich besonders in drei Bereichen.
Erfüllung
Bei Termingeschäften fallen Verpflichtungsgeschäft und Erfüllungsgeschäft zeitlich auseinander. Deshalb wird der Terminpreis nicht nur vom aktuellen Kassakurs beeinflusst, sondern auch vom Lieferzeitpunkt, möglichen Halte- und Finanzierungskosten sowie markt- und laufzeitspezifischen Erwartungen.
Basis
In vielen Märkten beschreibt die „Basis“ die Differenz zwischen Kassakurs und Terminpreis. Für Absicherungsgeschäfte (Hedging) ist die Basis besonders relevant, weil sich diese Differenz bis zur Fälligkeit oder bis zur Glattstellung eines Termingeschäfts verändern kann.
Lokalität
Der Begriff „lokal“ ist vor allem im Rohstoffbereich wichtig. Terminpreise beziehen sich auf standardisierte Kontrakte mit festgelegter Qualität, Menge, Laufzeit und gegebenenfalls einem definierten Lieferort. Lokale Kassapreise können davon teils deutlich abweichen, etwa wegen Transportkosten, regionaler Angebotslage, unterschiedlicher Qualitäten oder temporärer Engpässe.
Kassakurs vs. Terminkurs – Die Basis von Terminkontrakten
Die Basis ist ein zentrales Konzept für Portfoliomanager, Hedger und Händler, da sie das Verhältnis zwischen Kassakurs (Spotpreis) und Terminpreis (Futures- oder Forwardpreis) beschreibt. Veränderungen der Basis können erheblichen Einfluss auf die Wirksamkeit von Absicherungsgeschäften haben.
Rohstoffhändler beobachten die Basis deshalb sehr genau. Eine veränderte Basis kann darauf hindeuten, dass sich lokale Marktbedingungen, Lagerkosten, Transportbedingungen oder die relative Knappheit eines Rohstoffs verschoben haben.
Diese Veränderlichkeit der Basis wird als Basisrisiko bezeichnet. Gemeint ist das Risiko, dass sich die Differenz zwischen Kassakurs und Terminpreis während der Haltedauer eines Hedgegeschäfts anders entwickelt als erwartet. Dadurch kann eine Absicherung zwar das allgemeine Preisrisiko reduzieren, aber nicht immer vollständig ausgleichen.
Ein Beispiel zur Basis
- Lokaler Kassakurs für Rohöl: 50 USD pro Barrel
- Terminkurs für Rohöl (2 Monate Laufzeit): 54 USD pro Barrel
- Basis: 4 USD (54 – 50 = 4), wenn die Basis als Terminkurs minus Kassakurs definiert wird
Hinweis: Die genaue Vorzeichenkonvention kann je nach Markt unterschiedlich sein. Im Rohstoffhandel wird die Basis häufig als Kassakurs minus Futurespreis definiert, in anderen Marktsegmenten teilweise auch als Futurespreis minus Kassakurs.
Terminkurs im Detail
Der Terminkurs beziehungsweise Terminpreis gilt für ein Geschäft mit einem Basiswert, das erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt oder abgerechnet wird. Je nach Markt kann es sich dabei um einen Forward-Preis (außerbörslich) oder einen Futures-Preis (börsengehandelt) handeln.
Der Terminpreis eines Basiswerts basiert häufig auf dem aktuellen Kassakurs, wird aber um laufzeitabhängige Kosten und Erträge angepasst. Im Rohstoffbereich spricht man in diesem Zusammenhang oft von den Cost of Carry.
Dazu können Lagerkosten, Finanzierungskosten, Versicherungen oder sonstige Nebenkosten zählen. Bei anderen Basiswerten, etwa Aktienindizes oder Devisen, spielen stattdessen eher Dividenden, Zinsdifferenzen oder andere Ertragskomponenten eine Rolle.
Berechnung des Terminkurses
Die genaue Herleitung des Terminkurses hängt vom jeweiligen Basiswert ab. Ein vereinfachter Cost-of-Carry-Ansatz für Rohstoffe ohne laufende Erträge kann wie folgt dargestellt werden:
Beispiel für einen Terminkurs
Nehmen wir an, der Kassapreis für Gold beträgt 2.500 USD pro Unze und die Lagerkosten für sechs Monate liegen bei 5 USD pro Unze. Bei einem risikofreien Zinssatz von 0,25 % ergibt sich für einen sechsmonatigen Terminkontrakt auf Gold in diesem vereinfachten Beispiel ein Preis von etwa 2.508,14 USD. Die Berechnung lautet:
Kassakurs im Detail
Der Kassakurs (Spot Price) ist der aktuelle Preis, zu dem ein Basiswert mit marktüblicher kurzfristiger Abwicklung gehandelt wird. Je nach Markt kann die tatsächliche Abwicklung sofort oder innerhalb einer kurzen standardisierten Frist erfolgen.
Bei sogenannten “Commodity Spot Contracts” (Rohstoff-Kassa-Verträgen) sind Zahlung und Lieferung in der Regel unmittelbar oder sehr kurzfristig fällig. Das Geschäft wird damit „an Ort und Stelle“ abgeschlossen – daher auch die Bezeichnung „Spot Price“.
Weitere Informationen
Kassakurs vs. Terminkurs bei Rohstoffen
Für Rohstoffe gibt es zwei grundlegende Preisbildungsformen: den Kassakurs und den Terminpreis. Entscheidend ist dabei, wann das Geschäft abgewickelt beziehungsweise erfüllt werden soll.
Der Kassakurs ist der Preis, zu dem der Rohstoff sofort oder mit kurzer marktüblicher Frist gehandelt werden kann. Im Gegensatz dazu wird der Terminpreis in einem Terminkontrakt festgelegt - also in einer Vereinbarung über den Kauf oder Verkauf der Ware zu einem vorab bestimmten Preis an einem zukünftigen Termin.
Angebot und Nachfrage spielen eine große Rolle für den Kassakurs von Rohstoffen. Der Terminpreis orientiert sich häufig am Kassakurs, wird jedoch zusätzlich von Laufzeit, Finanzierung, Lagerung, Versicherung, Lieferbedingungen und der erwarteten Verfügbarkeit des Rohstoffs beeinflusst.
Berechnung des Kassakurses
Der Spotpreis ergibt sich aus dem aktuellen Marktgleichgewicht von Angebot und Nachfrage:
- Mehr Nachfrage als Angebot: Spotpreis steigt
- Mehr Angebot als Nachfrage: Spotpreis fällt
Bedeutung und Merkmale des Kassakurses
Der Kassakurs hat üblicherweise folgende Merkmale
- Kurzfristige Abwicklung: Im Devisenhandel erfolgt die Kassaabwicklung je nach Währungspaar typischerweise innerhalb kurzer standardisierter Fristen, häufig T+2 und bei einzelnen Paaren auch T+1. Im Wertpapierhandel richtet sich die Abwicklungsfrist nach dem jeweiligen Markt. Bei physischen Rohstoffgeschäften erfolgt die Lieferung oft unmittelbar oder in sehr kurzer Frist.
- Marktpreis: Der Kassakurs wird durch Angebot und Nachfrage auf dem Markt bestimmt. Das gilt sowohl im Devisen-, Wertpapier- als auch im Rohstoffhandel.
- Grundlage für Termin- und Derivate-Geschäfte: Der Spotpreis bildet die Basis für die Preisermittlung von Derivaten wie Futures, Forwards oder Optionen. Je nach Basiswert fließen zusätzlich Zinsdifferenzen, Lagerkosten, Versicherungen, Dividenden oder andere Carry-Faktoren in den Terminpreis ein.
- Gängige Anwendung: Der Begriff „Spot“ bzw. „Kassa“ wird häufig im Devisenhandel, im Rohstoffhandel und im Wertpapierhandel verwendet.
Was ist eine Terminstrukturkurve?
Eine Terminstrukturkurve zeigt, wie sich die Terminpreise eines Rohstoffs oder anderen Basiswerts in Abhängigkeit von der Laufzeit unterscheiden. Sie macht sichtbar, ob spätere Liefertermine teurer, günstiger oder ähnlich bepreist sind wie kurzfristige.
Die zwei wichtigste Terminstrukturkurven sind Contango und Backwardation.
- Von einem Contango spricht man, wenn länger laufende Terminkontrakte teurer sind als kurzfristige. Ursache sind häufig Lager-, Finanzierungs- und Versicherungskosten, die mit zunehmender Laufzeit in den Terminpreis einfließen.
- Eine Backwardation liegt vor, wenn kurzfristige Preise über den Preisen länger laufender Terminkontrakte liegen. Das kann beispielsweise bei aktueller Knappheit, hoher Sofortnachfrage oder einem besonderen Nutzen des unmittelbaren physischen Besitzes auftreten.
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