Return on Sales (ROS) – Erklärung & Berechnung
Der Return on Sales (ROS), auch Umsatzrendite, Umsatzrentabilität oder Operating Margin genannt, gibt an, wie viel Gewinn ein Unternehmen pro Geldeinheit Umsatz erwirtschaftet. Mithilfe dieser Rentabilitätskennzahl können Investoren Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens ziehen. Daher ist der ROS sowohl für den Unternehmensvergleich als auch für den Zeitreihenvergleich von Bedeutung.
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Return on Sales – Definition
Der Return on Sales (ROS) ist ein Maß für den Anteil des Gewinns am Umsatz. Das Ergebnis kann ein Indikator für die Profitabilität und Effizienz eines Unternehmens sein. Ein höherer ROS-Wert deutet darauf hin, dass das Unternehmen effizienter arbeitet und einen größeren Anteil seiner Einnahmen als Gewinn behält.
Berechnung des Return on Sales
Der Return on Sales wird berechnet, indem der operative Gewinn eines Unternehmens (z.B. EBIT) durch den Umsatz der Periode geteilt wird. Erzielt ein Unternehmen bspw. 200.000 € Gewinn bei 1.000.000 € Umsatz, beträgt der ROS 200.000 € ÷ 1.000.000 € = 0,2 bzw. 20 % oder 20 Cent Gewinn pro Euro Umsatz.
Die ROS-Formel lautet wie folgt:
Die Multiplikation mit 100 wandelt das dezimale Ergebnis in einen Prozentwert um.
Für die Ermittlung der Kennzahl können Investoren auf die Daten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zurückgreifen. Diese Rechnungslegungswerke sind Teil des Geschäftsberichtes und werden mindestens jährlich veröffentlicht.
Return on Sales – Interpretation & Bedeutung
Ein positiver Return on Sales (ROS) zeigt, dass ein Unternehmen grundsätzlich profitabel wirtschaftet – ein wichtiges Signal für Eigen- und Fremdkapitalgeber. Je höher die Umsatzrentabilität, desto wahrscheinlicher sind Schuldentilgung und Dividendenausschüttung.
Ein stabiler oder steigender ROS über mehrere Perioden gilt als Zeichen effizienter Unternehmensführung. Umgekehrt deuten sinkende, niedrige oder negative Werte häufig auf wirtschaftliche Probleme hin.
Absolute Betrachtung der Umsatzrendite
Bei isolierter Betrachtung einer Periode ist ein möglichst hoher ROS-Wert wünschenswert, da er auf hohe Profitabilität und gutes Management schließen lässt. Um diesen Wert einzuordnen, benötigen Investoren meist eine Zielrendite oder Vergleichswerte.
Beispiel für eine Einmalbetrachtung der Kennzahl
Ein Investor erwartet von einem Unternehmen einen ROS von mindestens 7 %. Wird dieser Wert erreicht, kann das Investment gehalten oder sogar ausgebaut werden. Unterschreitet das Unternehmen die Zielrendite, kann dies aus Investorensicht ein Verkaufsgrund sein.
Analyse der Umsatzrendite im Zeitverlauf
Anders als im Betriebsvergleich, bei dem Kennzahlen verschiedener Unternehmen in einer Periode verglichen werden, fokussiert der Zeitreihenvergleich die Entwicklung der Umsatzrendite innerhalb eines Unternehmens über mehrere Perioden. So lassen sich Trends erkennen und Einmaleffekte von nachhaltigen Veränderungen unterscheiden.
Unternehmensziele wie Umsatzwachstum, Preisanpassungen oder Effizienzmaßnahmen wirken sich direkt oder indirekt auf die Umsatzrendite aus. Steigende Werte deuten auf eine positive Entwicklung hin, insbesondere wenn sie über mehrere Jahre stabil bleiben. Investoren bevorzugen oft Unternehmen mit gleichmäßiger Umsatzrendite, da dies für Stabilität und geringes Risiko spricht.
Beispiel für eine Zeitreihenanalyse
Ein Unternehmen verkauft Feuerwerkskörper und ist auf den Absatz seiner Produkte Ende Dezember angewiesen. Aufgrund einer Pandemie entfallen jedoch die üblichen Veranstaltungen, und der Verkauf bricht ein. Um dennoch Umsatz zu generieren, werden die Produkte stark rabattiert. Zwar wird dadurch ein hoher Umsatz erzielt, der Gewinn sinkt jedoch im Vergleich zu den Vorjahren deutlich.
Eine isolierte Betrachtung könnte das Unternehmen als unprofitabel erscheinen lassen, obwohl in den Vorjahren ohne externe Einflüsse durchweg hohe Return on Sales erzielt wurden. Nur durch einen mehrjährigen Vergleich lässt sich dieses Ergebnis als statistischer Ausreißer erkennen.
Umsatzrendite im Unternehmensvergleich
Investoren nutzen den Return on Sales (ROS), um verschiedene Investitionsalternativen – in der Regel innerhalb derselben Branche – zu vergleichen. Der Grund: Renditekennzahlen variieren stark zwischen unterschiedlichen Branchen.
In kapitalintensiven Sektoren sind etwa geringere Umsatzrenditen üblich, da das umfangreiche Anlagevermögen hohe Abschreibungen verursacht. Zudem senkt der Materialanteil physischer Produkte den ROS tendenziell. Digitale Produkte hingegen verursachen meist geringe Stückkosten und ermöglichen daher höhere ROS-Werte.
Der ROS erlaubt außerdem einen Vergleich zwischen Unternehmen unabhängig vom absoluten Umsatz. So lassen sich Firmen unterschiedlicher Größe in gewissem Maße gegenüberstellen.
Beispiel für einen Unternehmensvergleich
Bei einem Umsatz von 100.000 Euro und einem Gewinn von 5.000 Euro ergibt sich eine Umsatzrendite von 5 %. Um denselben Wert bei 100 Millionen Euro Umsatz zu erreichen, müsste der Gewinn 5 Millionen Euro betragen. Ein solcher Vergleich ist grundsätzlich möglich, sollte jedoch den unterschiedlichen Reifegrad von jungen und etablierten Unternehmen berücksichtigen.
Einflussfaktoren der Kennzahl
Folgende Faktoren können einen Einfluss auf den zu erwartenden bzw. erforderlichen ROS haben:
- Qualität (Premium vs. Massenware)
- Absatzweg (Direktvertrieb vs. Handelsvertreter)
- Abschnitt der Lieferkette (Rohstofflieferant vs. Hersteller vs. Verkäufer)
- Anlagenintensität (Produzent vs. Dienstleister)
Ein Investor sollte berücksichtigen, dass einige der oben genannten Faktoren zwar hohe ROS-Werte ermöglichen, aber möglicherweise weniger stark wachsen oder auf einen bestimmten Marktanteil beschränkt sind. Beispielsweise zeichnen sich Premiumprodukte nicht nur durch ihre hohe Qualität aus.
Einige Produkte qualifizieren sich auch dadurch als Teil des Premiumsegments, dass sie nicht für jedermann erschwinglich sind. Louis Vuitton kann beispielsweise eine höhere Marge erzielen als H&M. Aufgrund des Renommees von Louis Vuitton ist jedoch die Gruppe der potenziellen Kunden und damit die Absatzmenge deutlich kleiner als bei H&M.
Gründe für die Veränderung der Umsatzrendite
Aufgrund der beiden Komponenten der ROS-Formel können alle Faktoren die operative Umsatzrendite beeinflussen, die auch den Gewinn und den Umsatz beeinflussen können. Dies sind beispielsweise:
- Preise
- Absatzmenge
- Kosten
Erhöht ein Unternehmen seine Preise, so erzielt es bei konstantem Absatz mehr Umsatz pro verkauftes Produkt (oder Dienstleistung). Dies kann sich positiv auf die Umsatzrendite auswirken. Gleichzeitig darf die Preiserhöhung nicht durch sinkende Absatzmengen „aufgefressen“ werden, da sonst die Umsatzrendite unter Druck gerät.
Die Kosten der Produktion und des Vertriebs sind insofern relevant, dass sie über den Gewinn eines Unternehmens entscheiden. Wenn der Umsatz steigt, dafür aber hohe Mehrkosten anfallen, kann die Umsatzrendite trotz des Umsatzanstieges sinken. Der Einfluss der oben stehenden Faktoren auf den Return on Sales sind in der folgenden Grafik erkennbar.
| Einflussfaktor | Entwicklungstendenz | Auswirkungstendenz ROS |
|---|---|---|
| Preis | Steigend | Positiv |
| Preis | Sinkend | Negativ |
| Absatzmenge | Steigend | Positiv |
| Absatzmenge | Sinkend | Negativ |
| Kosten | Steigend | Negativ |
| Kosten | Sinkend | Positiv |
Return on Sales unter Ergänzung des Kapitalumschlags (DuPont-Schema)
Der Return on Sales findet auch als Bestandteil des DuPont-Kennzahlensystems Anwendung. Dessen Leitkennzahl ist der Return on Investment (ROI). Dieser besteht aus der Multiplikation des Return on Sales mit dem Kapitalumschlag (engl. „Asset Turnover“). Als Kapitalumschlag wird dabei die Zeit betrachtet, die das Kapital benötigt, um alle Prozesse (Produktion, Absatz, Zahlung) eines Unternehmens zu durchlaufen.
Ein hoher Kapitalumschlag gilt folglich als positives Indiz. Je höher der ROS-Wert und der Kapitalumschlag ausfallen, desto höher fällt auch der Return on Investment aus. Dieser Umstand zeigt auch auf, dass der Return on Sales nur sehr begrenzt Rückschlüsse auf andere Renditekennzahlen ermöglicht, weil der Kapitalumschlag nicht berücksichtigt wird.
Beispiel für die Bedeutung des Kapitalumschlags
Ein Lebensmittel-Discounter verfügt lediglich über eine geringe Marge, also auch über einen geringen ROS-Wert. Jedoch legen Discounter häufig durch ein vergleichsweise kleines Sortiment und eine hohe Kundenanzahl den Fokus auf einen möglichst hohen Kapitalumschlag. Geringe Lagerbestände können dieses Ziel unterstützen. Trotz geringer Margen können Discounter aufgrund der Umschlagshäufigkeit des Kapitals daher eine hohe Gesamtrendite (ROI) erzielen.
Return on Sales – Nachteile
Bei der Berechnung des Return on Sales auf Basis von Umsatz und Jahresüberschuss können Interpretationsschwierigkeiten auftreten. So fließen Steuern und Finanzierungskosten in die Kennzahl ein, obwohl sie den Erfolg des operativen Kerngeschäfts nicht direkt widerspiegeln. Zudem variieren diese Faktoren stark zwischen Ländern. Eine Berechnung auf Basis des EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) kann daher ein neutraleres Bild liefern.
Ein weiterer Nachteil: Die Umsatzrendite erlaubt kaum Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen. Unternehmen mit hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung weisen oft kurzfristig eine niedrigere ROS auf, schaffen damit jedoch die Grundlage für langfristiges Wachstum. Umgekehrt kann ein hoher ROS bei einem innovationsarmen Unternehmen weniger nachhaltig sein.
Zudem zeigt der ROS nicht, aus welchen Quellen der Umsatz stammt. Die Anzahl und Struktur der Umsatztreiber (z. B. verschiedene Produkte oder Geschäftsfelder) können für die Bewertung der Unternehmensstabilität entscheidend sein. Mehrere starke Umsatzquellen gelten in der Regel als risikoärmer. Auch der Reifegrad der Produkte spielt eine Rolle: Wird ein hoher ROS durch ein Produkt erzielt, das kurz vor dem Marktaustritt steht, kann dies die Aussagekraft der Kennzahl verzerren.
Return on Sales vs. Return on Assets
Sowohl der Return on Sales (ROS) als auch der Return on Assets (ROA) verwenden den Jahresüberschuss im Zähler der Berechnungsformel. Der Nenner unterscheidet sich jedoch bei den beiden Kennzahlen. Während der Return on Sales die Umsatzerlöse mit dem Gewinn vergleicht, nimmt der Return on Assets einen Vergleich mit dem durchschnittlichen Kapital des Unternehmens vor.
Im Vordergrund steht also die Aussage, wie erfolgreich das Kapital des Unternehmens angelegt wurde. Ein Unternehmen mit einem hohen ROS-Wert muss daher nicht zwangsweise auch einen hohen ROA haben.
Beispiel für den Unterschied zwischen ROS und ROA
Ein Unternehmen benötigt ein Kapital von 1 Million Euro, um 3 Millionen Euro Umsatz und 0,5 Millionen Euro Gewinn zu erreichen. Dies ergibt einen ROS-Wert von 16,67 % und einen ROA von 50 %. Würde das Unternehmen für den gleichen Umsatz und Gewinn ein Kapital von beispielsweise 5 Millionen Euro benötigen, ergäbe sich immer noch ein ROS von 16,67 %, aber ein ROA von 10 %.
Return on Sales vs. Return on Equity
Der Return on Equity (ROE), auch bekannt als „Eigenkapitalrendite“, ist eine Rentabilitätskennzahl, die den Gewinn ins Verhältnis zum Eigenkapital eines Unternehmens setzt. Investoren können anhand des Return on Equity ableiten, wie effizient ein Unternehmen sein Eigenkapital einsetzt. Die Aufnahme von Fremdkapital kann beispielsweise den Return on Equity erhöhen, wenn der Return on Investment oberhalb des Fremdkapitalzinses liegt. Hier kann der sogenannte Leverage-Effekt wirken.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen dem Return on Sales und dem Return on Equity ist der Kapitalbezug. Die ROS-Kennzahl betrachtet das notwendige Kapital zur Umsatz- und Gewinnerzielung nicht. Dem gegenüber wird der ROE direkt von der Summe des Eigenkapitals eines Unternehmens beeinflusst.
Return on Sales – Rechenbeispiel
Ein Investor möchte in ein Unternehmen des Lebensmittelsektors investieren. Hier stehen das Unternehmen Süß AG und das Unternehmen Sauer Inc. zur Verfügung. Die Unternehmen verfügen über folgende Kennzahlen:
| Unternehmen | Süß AG | Sauer Inc. |
|---|---|---|
| Umsatz | 100.000 EUR | 250.000 EUR |
| Gewinn | 15.000 EUR | 50.000 EUR |
| Steueraufwand | 10.000 EUR | 25.000 EUR |
| Zinsaufwendungen | 6.000 EUR | 2.000 EUR |
Ermittlung des ROS auf Basis des Gewinns
Verwendet der Investor die vereinfachte Ermittlungsvariante, teilt er den Gewinn der beiden Unternehmen durch ihren Umsatz. Dies ergibt folgendes Ergebnis:
Nach dieser Betrachtung ergibt sich ein Vorteil für die Sauer Inc., weil die Umsatzrendite über dem des Vergleichsunternehmens liegt. Die Kennzahl spiegelt jedoch nur das Ergebnis im laufenden Jahr wider. Damit muss der Investor den ROS in jedem Fall um zusätzliche Kennzahlen erweitern, um ein aussagekräftiges Ergebnis erhalten zu können.
Ermittlung des ROS auf Basis des EBIT
Dem Investor ist aufgefallen, dass sich die Kapitalstruktur der beiden Unternehmen unterscheidet. Während die Süss AG überwiegend fremdfinanziert ist, weist die Sauer Inc. einen deutlich höheren Eigenkapitalanteil auf. Zudem sind die Unternehmen in verschiedenen Ländern ansässig, so dass unterschiedliche Steuergesetze zur Anwendung kommen.
Aus diesem Grund entscheidet sich der Investor dafür, die Umsatzrendite auf Basis des EBIT zu verwenden, da diese sowohl die aus den unterschiedlichen Kapitalstrukturen resultierenden Zinsen als auch die Steuern unberücksichtigt lässt.
Das EBIT der beiden Gesellschaften dient jetzt als Ausgangspunkt für die Ermittlung des Return on Sales.
Nach Bereinigung des Jahresüberschusses um Steuern und Finanzierungskosten ergibt sich ein nahezu identischer ROS-Wert. Für den Investor kann dies ein Indiz für eine ähnliche Qualität der Unternehmen sein. Der Investor kann seine Investitionsentscheidung alternativ auf andere Kennzahlen und Überlegungen stützen.
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