Extrinsischer Wert (Option) – Erklärung & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Der extrinsische Wert (englisch: „extrinsic value“), auch bekannt als „äußerer Wert“, misst die Differenz zwischen dem Marktpreis einer Option, der sogenannten Prämie, und ihrem inneren Wert. Gleichzeitig ist dieser Wert auch der Teil des Optionspreises, der durch andere Faktoren als den Preis des Basiswerts bestimmt wird.

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Extrinsischer Wert einer Option – Definition

Als extrinsischer Wert (extrinsic value) wird typischerweise die Differenz zwischen dem Preis einer Option und ihrem inneren Wert bezeichnet. Dagegen stellt der innere oder intrinsische Wert den inhärenten Wert einer Option dar, also den tatsächlichen Vorteil (falls vorhanden), den der Anleger bei Ausübung am Markt hätte.

Extrinsischer Wert als Bestandteil der Optionsprämie

Eine Optionsprämie, oder auch der Preis einer Option, setzt sich aus zwei Faktoren zusammen: Dem inneren (intrinsischen) Wert und dem extrinsischen Wert. Der innere Wert ist die Differenz zwischen dem Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis (Strike-Preis) der Option, wenn die Option im Geld (engl.: in the money) ist.

Wenn zum Beispiel eine Call-Option einen Strike-Preis von 20 € hat und die zugrunde liegende Aktie zu 22 € gehandelt wird, hat diese Option einen inneren Wert von 2 €. Die tatsächliche Option kann zu 2,50 € gehandelt werden. Die zusätzlichen 0,50 € sind hierbei der extrinsische Wert.

  • Ist eine Call-Option werthaltig und notiert der Kurs des Basiswerts unter dem Ausübungspreis, so ergibt sich die Optionsprämie nur aus dem extrinsischen Wert.
  • Wenn umgekehrt eine Put-Option einen Wert hat, und der Kurs des Basiswerts über dem Ausübungspreis liegt, besteht die Optionsprämie nur aus dem extrinsischen Wert.

Einflussfaktoren auf den extrinsischen Wert einer Option

Der extrinsische Wert einer Option wird von zwei Faktoren maßgeblich beeinflusst:

  1. Der Restlaufzeit der Option bis zur Fälligkeit (Zeitwert)
  2. Der impliziten Volatilität des Basiswertes

Der Zeitwert einer Option

Der extrinsische Wert wird auch als „Zeitwert“ bezeichnet, da die verbleibende Zeit bis zum Ablauf des Optionskontrakts einer der Hauptfaktoren ist, die die Optionsprämie beeinflussen. Unter normalen Umständen verliert ein Kontrakt an Wert, wenn er sich seinem Verfallstag nähert, weil weniger Zeit für eine günstige Entwicklung des zugrunde liegenden Wertpapiers zur Verfügung steht.

Beispielsweise hat eine Option, die einen Monat vor dem Verfall aus dem Geld (engl.: out of the money) ist, einen höheren extrinsischen Wert als eine Option, die eine Woche vor dem Verfall aus dem Geld ist.

Die implizite Volatilität

Ein weiterer Faktor, der den extrinsischen Wert beeinflusst, ist die implizite Volatilität. Die implizite Volatilität misst den Betrag, um den sich ein Basiswert innerhalb eines bestimmten Zeitraums bewegen kann.

Steigt die implizite Volatilität, erhöht sich auch der extrinsische Wert. Kauft ein Anleger beispielsweise eine Call-Option mit einer impliziten Volatilität von 20 % und steigt die implizite Volatilität am nächsten Tag auf 30 %, so steigt der Preis der Option aufgrund des höheren extrinsischen Werts.

Bestandteile einer Optionsprämie

Extrinsischer Wert einer Option – Beispiel

Angenommen, die Aktie der ABC AG wird zu 150 € gehandelt und ein Händler kauft eine Verkaufsoption (Put-Option) mit einem Ausübungspreis von 145 € für 3 €. Die Option hat eine Laufzeit von drei Monaten.

Zum Zeitpunkt des Kaufs hat diese Option keinen inneren Wert, da der Aktienkurs über dem Ausübungspreis der Verkaufsoption liegt. Unter der Annahme, dass die implizite Volatilität und der Aktienkurs gleich bleiben, nähert sich die Optionsprämie gegen Ende der Laufzeit 0 €.

Fällt die Aktie unter den Ausübungspreis der Put-Option von 145 €, hat die Option einen inneren Wert. Fällt die Aktie beispielsweise auf 140 €, so hat die Option einen intrinsischen Wert von 5 €. Wenn bis zum Verfall der Option noch Zeit ist, kann diese Option für 5,50 €, 6,50 € oder mehr gehandelt werden, da sie auch einen extrinsischen Wert hat.

Der innere Wert ist nicht gleich dem Gewinn. Wenn die Aktie auf 140 € fällt und die Option ausläuft, ist die Option aufgrund ihres inneren Werts 5 € wert. Der Händler hat 3 € für die Option bezahlt, der Gewinn beträgt also 2 € pro Aktie, nicht 5 €.

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