Euwax Sentiment Index – Erklärung & Bedeutung

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Der Euwax Sentiment Index  ist ein Stimmungsindikator für den deutschen Leitindex DAX. Er zeigt an, wie Privatanleger die künftige Entwicklung des DAX einschätzen. Ermittelt und herausgegeben wird der Euwax Sentiment Index von der Börse Stuttgart. Anleger können diesen Index nutzen, um einen Eindruck der aktuellen Marktstimmung zu erhalten und daraus Schlüsse für ihre Anlageentscheidungen und Strategien abzuleiten.

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Euwax Sentiment Index – Definition

Der Euwax Sentiment Index ist ein Stimmungsindikator, der sich auf den Tradingaktivitäten der Privatanleger basiert. Er spiegelt daher die Meinung bzw. das Verhalten der Privatanleger wider. In die Berechnung des DAX Sentiments fließen alle Orders in Hebelprodukten auf die Basiswerte DAX und XDAX oder in DAX|XDAX-Kombiprodukten ein, die innerhalb von 60 Sekunden an der Börse Stuttgart eingestellt und ausgeführt werden.

Die Betrachtung bezieht sich also insbesondere auf die spontanen Kauf- und Verkaufsaufträge, die von Privatanlegern getätigt werden. Es spielt dabei keine Rolle, um welche Art von Order es sich handelt, d.h. sowohl die Käufe bzw. Verkäufe von Call-Optionsscheinen als auch die Käufe bzw. Verkäufe von Put-Optionsscheinen werden berücksichtigt.

Euwax ist die Abkürzung für European Warrant Exchange. Die an der Börse Stuttgart gehandelten Derivate, die dem Euwax Sentiment Index zugrunde liegen, sind daher Optionsscheine und Knock-out-Produkte. Klassische Optionen, die beispielsweise an der EUREX gehandelt werden, fließen in diesen Sentiment Index nicht mit ein.

Berechnung des Euwax Sentiment Index

Für die Berechnung des Euwax Sentiment werden alle Orders in Hebelprodukten auf die Basiswerte DAX und XDAX oder in DAX|XDAX-Kombiprodukten mit einbezogen. Entscheidend ist dabei, dass ausschließlich marktnahe Orders herangezogen werden, die innerhalb von 60 Sekunden eingestellt und ausgeführt wurden.

Beim XDAX handelt es sich um einen Index, dessen Zusammensetzung identisch, mit der des DAX ist, der jedoch auf Derivaten basiert und entsprechend auch außerhalb des regulären Handels bepreist wird.

Aus der vorangegangenen Definition ergibt sich die folgende Formel:

Euwax~Sentiment=\frac{Anzahl~Calls(Käufe-Verkäufe)-Anzahl~Puts(Käufe-Verkäufe)}{Anzahl~Calls(Käufe+Verkäufe)+Anzahl~Puts(Käufe+Verkäufe)}*100

In ihrer Grundform mag diese Formel komplex wirken, unterscheidet sich jedoch nicht wesentlich von anderen Sentimentindikatoren, wie beispielsweise der Put-Call-Ratio, deren Berechnung deutlich einfacher erscheinen mag. Der Zähler des Bruches gibt die aktuelle Marktmeinung an, wohingegen der Nenner nur ein gleichmäßiges Verhältnis sicherstellt.

Vereinfachte Formel

Unter dem Bruchstrich wird die Summe aller gehandelten Derivate gebildet. Dies dient einer einheitlichen Berechnung, da die Summe der gehandelten Wertpapiere täglich variiert und das Ergebnis nicht beeinflussen soll.

Die Multiplikation mit 100 ergibt lediglich einen größeren Wert, der besser grafisch dargestellt werden kann. Das Ergebnis für den Euwax Sentiment ist schließlich eine Zahl, die keine standardisierte Einheit besitzt. Vereinfacht lautet die Formel wie folgt:

Euwax~Sentiment=\frac{Summe~Calls-Summe~Puts}{Anzahl~der~gehandelten~Derivate}*100

Auswahl der Zeitdaten

Die Berechnung des Euwax Sentiment Index findet innerhalb des Handelstages (intraday) für einen Monat, drei Monate und ein Jahr statt. Als Berechnungsgrundlage werden die folgenden Daten verwendet. Somit muss sich die 1-Monats-Darstellung des Index nicht zwingend in der 1-Jahres-Sicht wiederfinden.

Zeitperiode Verwendete Daten
Intraday Handelsvolumen des aktuellen Tages. Die Berechnung erfolgt minütlich.
1 Monat Schlussstände der vergangenen Tage.
3 Monate Statistische Datenpunkte, die für jeweils 10 Handelstage den Durchschnitt der Orders darstellen.
1 Jahr Statistische Datenpunkte, die für jeweils 20 Handelstage den Durchschnitt der Orders darstellen.

Interpretation & Bedeutung des Euwax Sentiment Index

Ausgehend von der dargestellten Formel, lassen sich folgende Aussagen treffen.

  • Ergibt sich bei der Summe der Call-Optionen ein positiver Wert, wurden mehr Calls gekauft als verkauft. Die Mehrheit der Anleger geht folglich von steigenden Kursen aus. Bei einem negativen Wert wäre es umgekehrt.
  • Ein positiver Wert bei der Summe der Put-Optionen würde dagegen auf eine negative Marktmeinung hindeuten. Die Differenz aus Calls und Puts ergibt folglich den Konsens aller berücksichtigen Privatanlegern.

Anleger können folglich ihre eigene Einschätzung des Marktes mit dem Sentiment vergleichen. Auf Basis dieses Vergleichs können bestehende Strategien bestätigt oder gegebenenfalls kritisch hinterfragt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass die vorherrschende Meinung an der Börse nicht der Realität entsprechen muss.

Für die Meinungsbildung der Anleger spielen nicht nur rationale, sondern auch diverse psychologische Faktoren eine Rolle. Daher bedeutet ein positiver Sentiment Index nicht zwingend steigende Kurse. Von professionellen und institutionellen Anlegern wird der Euwax Sentiment Index sogar als Kontraindikator betrachtet.

Hinweis: Der Euwax Sentiment Index ist lediglich ein Stimmungsindikator. Im Gegensatz zu anderen Indizes ist keine direkte oder indirekte Investition in diesen Index möglich.

Euwax Sentiment Index als Kontrakindikator

Die Verwendung des Euwax Sentiment als Kontraindikator geht auf die Herleitung des Euwax Sentiment Index zurück. Für die Ermittlung des Index werden Derivatpositionen gemessen, die bereits existieren.

Da es sich um Privatanleger handelt, ist deren finanzieller Spielraum grundsätzlich begrenzt. Sofern sich die Anleger bereits Long oder Short positioniert haben, fehlen ihnen unter Umständen die Mittel, um auf die Kurse Einfluss zu nehmen bzw. auf die Kursentwicklung zu reagieren.

Ein hoher Euwax Sentiment Index könnte also auch bedeuten, dass die Privatanleger ihr „Pulver bereits verschossen haben“. Dann wären wiederum sinkende Kurse nicht unwahrscheinlich. Je stärker der Indikator sinkt oder steigt, desto wahrscheinlicher ist eine solche Umkehrbewegung.

Als Kontraindikatoren werden Kennzahlen und Messwerte betrachtet, die sich gegenläufig zu der realen Situation entwickeln. Misst ein Kontraindikator beispielsweise großen Pessimismus, würde dies bedeuten, dass häufig ein Bullenmarkt bevorsteht. Bei einem Kontraindikator geht der Analyst folglich davon aus, dass die Marktteilnehmer, die diesen Indikator bilden, sich irren. Auch Kontraindikatoren geben dabei nur einen Hinweis auf ein mögliches Ereignis und sagen dies nicht verlässlich voraus.

Beispiel für den Einsatz des Euwax Sentiment

Angenommen an der Börse Stuttgart werden zum 01. Juni eines Jahres folgende Derivate auf den DAX gehandelt:

Position Kurserwartung Gehandelte Menge
Verkauf Call Negativ 100 Kontrakte
Kauf Put Negativ 120 Kontrakte
Verkauf Put Positiv 200 Kontrakte
Kauf Call Positiv 65 Kontrakte

Für die Berechnung des aktuellen Sentiments, wird die vorangestellte Formel herangezogen:

Euwax~Sentiment=\frac{(65-100)-(120-200)}{100+120+200+65}*100=9,28

Die Marktmeinung der Privatanleger ist folglich als positiv zu bewerten. Dieses Resultat kann ein Anleger nun mit seiner eigenen Meinung abgleichen und entsprechend agieren. Setzt der Anleger bspw. auf sinkende Kurse, kann er seine eigenen Annahmen und Informationen überprüfen und eventuell ergänzen.

Häufige Fragen

Was ist ein Sentiment Indikator?

Die Sentimentanalyse dient an der Börse dazu, die Stimmung von Anlegern einzuschätzen und nachvollziehbar zu machen. Mit Hilfe von Sentiment Indikatoren werden nicht die Unternehmen und deren wirtschaftliche Daten analysiert, sondern gezielt das Verhalten der Anleger. Als Sentiment wird generell die Summe der Meinungen aller Marktteilnehmer verstanden.

Die Summe dieser Meinungen kann mit unterschiedlichen Methoden ermittelt werden. Daher ergeben sich ebenso verschiedene Indikatoren, die das Sentiment widerspiegeln. Dazu gehören unter anderem:

  • Anlegerumfragen
  • Verhältniskennzahlen wie z. B. Put-Call-Ratio oder der Euwax Sentiment Index
  • Analystenschätzungen
  • Cashflowanalysen
  • Anzahl der Börsengänge

Sentimentindikatoren können in verschiedener Weise analysiert und interpretiert werden. Anleger sollten sich grundsätzlich bewusst sein, dass diese Indizes keine gesicherten Schlussfolgerungen zulassen. Sie können vielmehr zum Meinungsabgleich dienen.

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