Aluminium Future | Aluminum Future | Symbol: ALI – Erklärung & Chart

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Aluminium Futures (engl. Aluminum Futures, CME Globex Symbol: „ALI“) sind standardisierte Terminkontrakte, die den Kauf oder Verkauf von Aluminium zu einem festgelegten Preis und Datum in der Zukunft regeln. Diese Kontrakte werden als COMEX-Kontrakte der CME Group gehandelt. Sie dienen sowohl der brancheninternen Absicherung gegen Preisschwankungen entlang der gesamten Lieferkette als auch der Spekulation.

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Aluminium Future (Aluminum Future) im Überblick

Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Aluminium Future (Aluminum Future)
Symbol (CME Globex) ALI
Kontraktgröße 25 metrische Tonnen
Kursnotierung US-Dollar und Cents pro metrische Tonne
Min. Tickgröße (Tick Size) 0,25 USD pro Tonne
Min. Tickwert (Tick Value) 6,25 USD
Wert/Punkt (Multiplikator) 25,00 USD
Kontraktwert Aluminium Futurekurs x 25 metrische Tonnen
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) Alle Kontraktmonate für 60 aufeinanderfolgende Monate
Fälligkeiten (Monatscodes) F, G, H, J, K, M, N, Q, U, V, X, Z
Letzter Handelstag Der Handel endet am drittletzten Geschäftstag des Kontraktmonats
Lieferung Physische Lieferung
Börsenplätze COMEX (elektronischer Handel über CME Globex; Clearing über CME ClearPort)
Optionen verfügbar? Ja

Verschiedene Aluminium Futures

  • Ticker-Symbol: ALI – Benchmark-Aluminium-Future der CME Group – gehandelt an der COMEX, der Commodity Exchange, Inc., über CME Globex / CME ClearPort
  • Ticker-Symbol: ALUMINIUM – gehandelt an der Multi Commodity Exchange (MCX)

Ausgewählte Fakten zu Aluminium

Aluminium ist das am häufigsten vorkommende metallische Element in der Erdkruste und das am häufigsten verwendete Nichteisenmetall. Es hat viele verschiedene Einsatzgebiete, darunter Transport, Bau, Elektronik und Konsumgüter. Außerdem ist Aluminium zu 100 % recycelbar.

Produktion

Die jährliche Produktionsmenge von Primäraluminium lag 2024 bei rund 72,0 Mio. Tonnen. Die weltweite Aluminiumproduktion wird klar von China dominiert (43,0 Mio. Tonnen bzw. knapp 60 % der globalen Produktion), gefolgt von Indien (4,2 Mio. Tonnen bzw. rund 6 %) und Russland (3,8 Mio. Tonnen bzw. rund 5 %). Zusammen stellten diese drei Länder im Jahr 2024 rund 71 % der globalen Primäraluminiumproduktion (USGS, 2025).

Aluminiumproduktion weltweit

Schmelzen, Energie und Standorte

Primäraluminium wird in sogenannten Schmelzen (engl. smelters) hergestellt. Dabei wird Aluminiumoxid (Tonerde) in einem elektrolytischen Prozess zu flüssigem Aluminium reduziert. Da dieser Prozess sehr stromintensiv ist, befinden sich Aluminiumschmelzen häufig in Regionen mit langfristig verfügbarer und vergleichsweise günstiger Energie, etwa in der Nähe großer Wasserkraftkapazitäten oder anderer wettbewerbsfähiger Stromquellen.

Für den Aluminiumpreis ist das von großer Bedeutung: Steigende Stromkosten, Produktionsausfälle in Schmelzen oder geopolitische Störungen in wichtigen Produktionsregionen können das globale Angebot verknappen und die Preise erhöhen. Das gilt insbesondere dann, wenn exportorientierte Primärproduzenten betroffen sind.

Aluminiumrecycling

Aufgrund der hohen Recycling-Effizienz erfreut sich recyceltes Aluminium immer größerer Beliebtheit. Die Herstellung von Primäraluminium ist wesentlich energieaufwändiger als das Einschmelzen von bereits produziertem Altaluminium. Beim Aluminiumrecycling wird lediglich rund 5 % der Energiemenge der Primärproduktion benötigt. Die weltweite Recyclingrate für Aluminium-Getränkedosen lag 2023 bei 75 % (IAI, 2025).

Einflussfaktoren auf den Aluminiumpreis

Angebot und Nachfrage

Der Aluminiumpreis wird im Wesentlichen durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt.

  • Auf der Nachfrageseite sind vor allem die Entwicklung in der Transport-, Bau-, Verpackungs- und Elektroindustrie relevant.
  • Auf der Angebotsseite wirken sich insbesondere Produktionsausfälle, Energiepreise und die allgemeine Verfügbarkeit von Metall auf den Preis aus. Da die Primäraluminiumproduktion sehr stromintensiv ist, können steigende Stromkosten die Produktionskosten und damit auch den Aluminiumpreis deutlich beeinflussen.

Hinzu kommen Lagerbestände, Wechselkurse und handelspolitische Eingriffe. Niedrige Lagerbestände an Metallbörsen können den Markt anfälliger für kurzfristige Preissprünge machen, während ein starker US-Dollar Rohstoffe für Käufer außerhalb des Dollarraums tendenziell verteuert.

Geopolitische Faktoren

Auch geopolitische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Sanktionen, Zölle, Exportbeschränkungen, militärische Konflikte oder Störungen wichtiger Transportwege können das verfügbare Angebot kurzfristig verknappen und Risikoaufschläge auslösen.

Wichtige Primärkapazitäten befinden sich heute unter anderem in China, Indien, Russland, Kanada und im Nahen Osten. Deshalb können sich politische Eingriffe, Energieengpässe oder Konflikte in diesen Regionen spürbar auf den Weltmarktpreis von Aluminium auswirken.

Aluminium Future – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Aluminium Future bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert eines Aluminium Futures deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin, hinterlegen. Die Mindestanforderungen werden von der Börse bzw. dem Clearing vorgegeben; Broker können darüber hinaus höhere Marginanforderungen festlegen.

Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen für einen Future variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen der Kurs eines Aluminium Futures mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 2.000 USD und einem Multiplikator von 25. In diesem Fall würde der Kontraktwert 50.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 50.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.

Angenommen, der Broker verlangt in diesem Beispiel eine Initial Margin von 5.000 USD, entspräche dies 10 % des Kontraktwerts. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 50.000 USD lediglich um 5.000 USD reduzieren.

Aluminium Future-Optionen

Die CME Group bietet auch Optionen auf Aluminium Futures (Ticker: AX) zum Handel an. Die Future-Optionen beziehen sich auf die jeweiligen Terminkontrakte, wobei ein Terminkontrakt 25 metrischen Tonnen entspricht.

Die kleinstmögliche Preisänderung (Tick Size) beträgt 0,25 USD pro Tonne und der Tickwert (Tick Value) ist auf 6,25 USD festgelegt. Der Wert bei einer Kursänderung von 1,00 USD pro Tonne beträgt 25 USD.

Es werden Optionen für 12 aufeinander folgende Monate angeboten. Die Optionskontrakte haben eine amerikanische Ausübungsart. Bei Ausübung wird eine Position im zugrunde liegenden Aluminium Future begründet. Der Future selbst ist physisch lieferbar. Der Optionshandel endet vier Geschäftstage vor dem Monatsende des dem Optionsmonat vorangehenden Monats.

Aluminium Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)

Neben Futures-Charts können auch Spot-Charts zur Beobachtung des Aluminiumpreises herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Der Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis, also den Preis für den sofortigen Kauf oder Verkauf von physischem Aluminium.

Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Aluminiumpreisentwicklung am Kassamarkt.

Weiterführende Informationen

Geschichte des Aluminiums

Da Aluminium in der Natur fast ausschließlich in Form von chemischen Verbindungen vorkommt, gelang die Isolierung erst im 19. Jahrhundert. Die frühen Gewinnungsverfahren lieferten nur kleine Mengen, sodass Aluminium zunächst als kostbares Metall galt.

Den entscheidenden technologischen Durchbruch brachte 1886 das unabhängig voneinander von Charles Martin Hall und Paul Héroult entwickelte Hall-Héroult-Verfahren. Mit der Kommerzialisierung dieses elektrolytischen Prozesses sank der Preis von Aluminium rasch: von 4,86 USD je Pfund im Jahr 1888 auf 0,78 USD je Pfund im Jahr 1893. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Aluminium schließlich zu einem industriellen Massenmetall.

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