Weizen Future | Wheat Future | Symbol: ZW – Erklärung & Chart

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Weizen Futures (engl. Wheat Futures, CME Globex Symbol: „ZW“) sind standardisierte Terminkontrakte, die den Handel mit Weizen zu einem festgelegten Preis und Zeitpunkt in der Zukunft regeln. Der Chicago SRW Weizen Future weist regelmäßig ein sehr hohes Handelsvolumen auf und zählt zu den liquidesten Agrarterminkontrakten.

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Weizen Future (Wheat Future) im Überblick

Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Chicago SRW Wheat
Symbol (CME Globex) ZW
Kontraktgröße 5.000 Scheffel (~136 Tonnen)
Kursnotierung US-Dollar-Cent pro Scheffel
Min. Tickgröße (Tick Size) 0,0025 USD
Min. Tickwert (Tick Value) 12,50 USD
Wert/Punkt (Multiplikator) 50,00 USD
Kontraktwert Weizen Futurekurs x Multiplikator
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) März, Mai, Juli, September, Dezember
Fälligkeiten (Monatscodes) H, K, N, U, Z
Letzter Handelstag Der Handel endet am Werktag vor dem 15. Tag des Kontraktmonats.
Lieferung Physische Lieferung
Börsenplätze Chicago Board of Trade (CBOT)
Optionen verfügbar? Ja

Verschiedene Weizen Futures

Gehandelt an der Chicago Board of Trade (CBOT), die zur CME Group gehört:

  • Ticker-Symbol: KE – KC HRW Wheat (Hard Red Winter Wheat)
  • Ticker-Symbol: ZW – Chicago SRW Wheat (Soft Red Winter Wheat)
  • Ticker-Symbol: XW – Mini-Sized Chicago SRW Wheat Future
  • Ticker-Symbol: MZW – Micro Wheat Future

Hinweis: Im Markt für Hard Red Spring Wheat existieren derzeit unterschiedliche Produkte. An der CME Group wird Hard Red Spring Wheat unter dem Ticker-Symbol HRS gehandelt. Das historisch etablierte Minneapolis-HRS-Produkt wird an MIAX Futures Onyx unter dem Symbol MWE geführt.

Mini Chicago SRW Wheat Future

Der Mini-Weizenfuture (Mini-Sized Chicago SRW Wheat Future) umfasst 1.000 Scheffel (Bushels) Weizen und wird ebenfalls in US-Cent pro Scheffel notiert. Die minimale Preisbewegung (Tick Size) beträgt 1/8 Cent, entsprechend einem Tickwert (Tick Value) von 1,25 USD.

Der Handel läuft bis zum Geschäftstag vor dem 15. Kalendertag des Kontraktmonats. Kontrakte sind für März, Mai, Juli, September und Dezember verfügbar.

Weizen Future – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Weizen Future bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin, hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.

Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen, der Kurs eines Weizen Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit notiert bei 600 US-Cent und einem Multiplikator von 50 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 30.000 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 30.000 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.

Demnach müsste der Händler derzeit bspw. eine Margin von 3.000 USD hinterlegen, was nur einem Zehntel oder 10 % des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also statt um 30.000 USD lediglich um 3.000 USD reduzieren.

Weizen Future-Optionen

Die Chicago Mercantile Exchange (CME) bietet Optionen auf Weizen Futures (Ticker: OZW) an. Jede Future-Option bezieht sich auf einen Terminkontrakt mit 5.000 Scheffel (Bushels). Die minimale Preisänderung beträgt 0,00125 USD, was einem Tickwert von 6,25 USD entspricht. Die Notierung erfolgt in US-Cent pro Scheffel.

Angeboten werden Optionen für vier aufeinanderfolgende Monate, zusätzlich sechs Standardmonate (März, Mai, Juli, September, Dezember) sowie ein weiterer Juli-Kontrakt. Die Optionen sind amerikanischer Art. Bei Ausübung wird eine Long- oder Short-Position im zugrunde liegenden Weizen Future eröffnet.

Weizenkursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)

Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: ZW1! oder Yahoo Finance: ZW=F) können auch regionale Kassapreise bzw. Preisindizes zur Beobachtung des Weizenmarktes herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats ab. Kassapreise beziehen sich dagegen auf den physischen Markt und unterscheiden sich je nach Region, Qualitätsklasse und Lieferort.

RKassapreise bzw. Preisindizes unterliegen keinen Rollvorgängen wie Futures-Kontrakte und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche Marktbeobachtung.

Weiterführende Informationen

Ausgewählte Fakten zum Weizen

Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) reiht sich Weizen in den USA in Bezug auf Anbaufläche, Produktionsmenge und Bruttoeinnahmen hinter Mais und Sojabohnen ein. Beim Handel an den Terminmärkten wird Weizen in weitere spezifischere Klassen eingeteilt. Die Kategorisierung erfolgt anhand der Korneigenschaften. Infolgedessen versuchen die Landwirte zu antizipieren, welche Weizenklasse an den Terminmärkten am rentabelsten sein wird.

US-Weizenproduktion

In den USA werden fünf Hauptklassen von Weizen angebaut: Hard Red Winter, Hard Red Spring, Soft Red Winter, White und Durum. Jede Ernte weicht dabei geringfügig von der anderen ab, wächst in unterschiedlichen Regionen und wird für verschiedene Zwecke verwendet. Im Erntejahr 2025 ist Kansas der größte Weizen produzierende US-Bundesstaat, gefolgt von North Dakota, Montana und Washington. Hard Red Winter Wheat (HRW) gehört zu den wichtigsten US-Exportklassen.

Weizenerzeuger weltweit

China ist unter den einzelnen Ländern der weltweit größte Weizenproduzent, gefolgt von Indien und Russland (Stand: USDA-Ausblick 2025/26). Obwohl die Anbaufläche in den letzten Jahren zurückgegangen ist, gehören die USA immer noch zu den größten Weizenproduzenten der Welt. Ein bedeutender Teil der amerikanischen Weizenernte wird exportiert. Im Welthandel zählen die USA damit weiterhin zu den wichtigsten Exporteuren, auch wenn zuletzt Russland, die EU, Kanada, Australien und Argentinien höhere Exportmengen aufwiesen.

Weizen-Anbaugebiete weltweit

Weizen Future - Geschichte

Weizen Futures wurden erstmals im Jahr 1877 gehandelt, als sich Landwirte (Verkäufer) und Händler (Käufer) dazu verpflichteten, zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt festgelegte Mengen an Weizen gegen Bargeld zu tauschen.

Damals legten die beiden Parteien einen schriftlichen Vertrag auf, der alle Spezifikationen über Menge, Preis, Qualität usw. enthielt. Dieser Vertrag stellte eine Garantie für das Zustandekommen des Geschäfts dar und diente sogar als Sicherheit für Bankdarlehen.

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