Dividendenausschüttung – Definition & Erklärung
Die Dividendenausschüttung (englisch: „dividend distribution“) bezeichnet die Ausschüttung eines Teils des Bilanzgewinns einer Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre. Einen grundsätzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Die Verteilung von Dividenden erfolgt je nach Land, Marktusancen und Unternehmenspolitik unterschiedlich häufig – in Deutschland typischerweise jährlich.
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Was ist eine Dividendenausschüttung? – Definition
Eine Dividendenausschüttung ist die Verteilung eines Teils des Gewinns eines Unternehmens an seine Aktionäre – in der Regel in bar, teils auch in anderer Form. Die Höhe der Ausschüttung kann variieren oder ganz entfallen.
Dividendenanspruch
Vor einem wirksamen Gewinnverwendungsbeschluss (z. B. durch die Hauptversammlung) besteht grundsätzlich kein automatischer Anspruch auf eine Dividende. Nach dem Beschluss entsteht ein entsprechender Zahlungsanspruch nach Maßgabe des Beschlusses.
Eine Sonderrolle können Vorzugsdividenden spielen: Inhaber von Vorzugsaktien können – abhängig von Satzung und Ausgestaltung – gegenüber Stammaktionären bevorzugt behandelt werden (z.B. höhere oder vorrangige Dividende).
Wann werden Dividenden ausgezahlt?
In Deutschland wird die Dividende typischerweise einmal pro Jahr nach der ordentlichen Hauptversammlung ausgeschüttet. Unterjährige Abschlagszahlungen sind zwar möglich, aber an Voraussetzungen gebunden und in der Praxis seltener.
In den USA sind quartalsweise Dividenden besonders verbreitet, in Einzelfällen auch monatliche Ausschüttungen.
Dividendenausschüttung vs. Dividendenrendite
Die Dividendenausschüttung bezeichnet den konkreten Geldbetrag (z. B. 0,50 EUR), den eine Aktiengesellschaft pro Aktie an ihre Aktionäre auszahlt, während die Dividendenrendite das Verhältnis dieser Ausschüttung zum aktuellen Aktienkurs darstellt und häufig als Prozentsatz angegeben wird (z. B. 5 %), um die Rentabilität der Investition zu verdeutlichen.
Berechnung der Dividendenrendite – Beispiel
Angenommen, der Kurs einer Aktie XYZ beträgt 50 EUR und das Unternehmen kündigt die Ausschüttung einer Dividende von 0,75 EUR je Aktie an. Die Formel zur Berechnung der Dividendenrendite lautet:
Die Dividendenrendite der Aktie XYZ errechnet sich dann wie folgt:
Wie funktioniert die Dividendenausschüttung?
In Deutschland unterbreitet der Vorstand eines Unternehmens einen Vorschlag zur Gewinnverwendung (inkl. Dividende), der vom Aufsichtsrat geprüft wird. Über die Gewinnverwendung stimmen die Aktionäre anschließend in der Hauptversammlung ab. Sobald die Mehrheit zustimmt, ist die Dividende beschlossen.
Der Tag der Beschlussfassung wird hier zweckmäßigerweise als Tag des Hauptversammlungsbeschlusses bezeichnet (in den USA ist der entsprechende Begriff oft das Declaration Date, wenn das Board die Dividende offiziell erklärt).
Für den Dividendenanspruch kommt es in der Praxis darauf an, die Aktie rechtzeitig vor dem Ex-Tag (also „cum Dividende“) zu erwerben. Hintergrund ist die Börsenabwicklung (Settlement): Wer erst am Ex-Tag kauft, erwirbt die Aktie bereits ohne Dividendenanspruch.
Deutschland (typischer Ablauf bei deutschen Aktien)
- „Nachweisstichtag“ (~21 Tage vor der Hauptversammlung): Wer an diesem Tag als Aktionär registriert ist, besitzt das Teilnahme- und Stimmrecht auf der Hauptversammlung (HV). Der Nachweisstichtag bestimmt jedoch nicht den Dividendenanspruch, sondern die Legitimation für die HV.
- Tag der Hauptversammlung: An diesem Tag beschließen die Aktionäre über die Gewinnverwendung (inkl. Dividende) und deren Höhe.
- Letzter Handelstag „cum Dividende“: Der letzte Börsentag, an dem ein Kauf noch zum Erhalt der Dividende berechtigt. Das ist typischerweise der Handelstag vor dem Ex-Tag.
- Ex-Tag (typisch: 1 Börsentag nach HV): Ab diesem Tag wird die Aktie „ex Dividende“ gehandelt, d. h. ohne Dividendenanspruch. Der Kurs wird in der Regel um den Dividendenabschlag angepasst.
- Record Date / Dividenden-Record-Date (marktüblich nach dem Ex-Tag): Stichtag zur technischen Ermittlung der dividendenberechtigten Aktionäre (häufig wenige Geschäftstage nach der HV.
- Zahlungstermin: Die Dividende wird nach dem HV-Beschluss gutgeschrieben. In Deutschland ist sie grundsätzlich nicht früher als am 3. Geschäftstag nach dem HV-Beschluss fällig (sofern Beschluss/Satzung keinen späteren Termin bestimmen).
USA – typische Reihenfolge (abhängig vom Settlement-Zyklus, häufig T+1)
- Declaration Date: Das Unternehmen (typischerweise das Board) erklärt die Dividende offiziell, einschließlich der Höhe pro Aktie sowie der relevanten Termine.
- Ex-Date (Ex-Tag): Ab diesem Tag wird die Aktie „ex Dividende“ gehandelt (ohne Dividendenanspruch). Wer am oder nach dem Ex-Tag kauft, erhält die angekündigte Dividende in der Regel nicht.
- Record Date: Vom Unternehmen festgelegter Stichtag zur Bestimmung der dividendenberechtigten Aktionäre. Unter T+1 liegt der Ex-Tag häufig am Record Date (oder am Geschäftstag davor, falls der Record Date kein Handelstag ist).
- Letzter “cum Dividende”-Kauftag: Der letzte Handelstag, an dem ein Kauf noch zum Erhalt der Dividende berechtigt. Dieser liegt typischerweise einen Börsentag vor dem Ex-Tag.
- Payment Date: Einige Tage oder Wochen nach dem Record Date erfolgt die Ausschüttung der Dividende an die dividendenberechtigten Aktionäre.
Arten der Dividendenausschüttung
Für die Ausschüttung von Dividenden gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Bardividende: Die gebräuchlichste Form der Ausschüttung, bei der der Gewinn in bar als Depotgutschrift an die Aktionäre ausgezahlt wird.
- Sachdividende: Statt Geld können Unternehmen auch Sachwerte ausschütten. Dabei kann es sich um selbst hergestellte Produkte (z.B. Schokolade) oder andere Sachwerte handeln. Sachdividenden sind im Vergleich zur Bardividende eher selten.
- Stockdividende / Aktiendividende: Hier erhalten Aktionäre zusätzliche Aktien (oder Bezugsrechte auf Aktien) statt einer (vollständigen) Barauszahlung, siehe Aktiendividende.
Was ist ein Dividendenaristokrat?
Einige Aktiengesellschaften zeichnen sich durch langjährige, verlässliche Dividendenzahlungen aus. Als Dividendenaristokraten werden häufig Unternehmen bezeichnet, die ihre Dividende über mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben. Dividendenkönige gehen noch einen Schritt weiter: Sie haben ihre Ausschüttungen über mindestens 50 Jahre hinweg jährlich erhöht.
Im Gegensatz zu festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen ist die Dividende jedoch keine garantierte Zahlung. Unternehmen können sie kürzen oder ganz streichen, insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Selbst eine jahrzehntelange Historie stetiger Erhöhungen ist daher keine Gewähr für zukünftige Ausschüttungen.
Bedeutung der Ausschüttungsquote
Die Ausschüttungsquote (engl.: Payout Ratio) beschreibt, welcher Anteil des erwirtschafteten Ergebnisses eines Unternehmens an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In der Praxis gibt es unterschiedliche, gebräuchliche Definitionen – zum Beispiel:
- Ergebnisbasierte Ausschüttungsquote: Dividende im Verhältnis zum Jahresüberschuss (oder Dividende je Aktie im Verhältnis zum Gewinn je Aktie).
- Cashflow-basierte Ausschüttungsquote: Dividende im Verhältnis zum Free Cash Flow (FCF).
Eine niedrige Ausschüttungsquote kann positiv sein, da sie dem Unternehmen Spielraum für Reinvestitionen in Wachstum oder zukünftige Dividendenerhöhungen lässt. Eine hohe Quote kann dagegen auf eingeschränkte Investitionsmöglichkeiten hindeuten oder – wenn sie dauerhaft sehr hoch ist – die Dividende anfälliger machen (z. B. bei Gewinnrückgängen).
Steuerliche Aspekte der Dividendenausschüttung
Dividenden und andere Kapitalerträge werden in Deutschland grundsätzlich mit der Abgeltungsteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert. Bei einem inländischen Kreditinstitut erfolgt der Steuerabzug in der Regel automatisch, sodass der Anleger sich um die Abführung üblicherweise nicht selbst kümmern muss.
In bestimmten Konstellationen kann eine Steuererklärung dennoch sinnvoll oder erforderlich sein – zum Beispiel bei:
- Depots bei ausländischen Brokern (kein oder unvollständiger deutscher Steuerabzug),
- der Günstigerprüfung (wenn der persönliche Steuersatz unter dem Abgeltungsteuersatz liegt),
- der (korrekten) Verlustverrechnung oder
- der Anrechnung ausländischer Quellensteuer.
Kapitalerträge werden bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags steuerlich nicht belastet (Stand 2026: 1.000 Euro für Alleinstehende und 2.000 Euro für zusammenveranlagte Ehepaare/Lebenspartner). Voraussetzung ist in der Praxis meist ein Freistellungsauftrag bei der Bank.
Wurden dennoch Steuern einbehalten (z. B. weil kein oder ein zu niedriger Freistellungsauftrag vorlag), kann eine Erstattung in vielen Fällen über die Steuererklärung erfolgen.
Zahlen alle Unternehmen Dividenden?
Nicht alle Unternehmen schütten Dividenden aus, da die Dividendenpolitik stark von der jeweiligen Unternehmensstrategie und der finanziellen Situation abhängt. Wachstumsunternehmen reinvestieren Gewinne häufig lieber, anstatt sie auszuschütten.
Ein prominentes Beispiel ist Berkshire Hathaway, die US-amerikanische Holdinggesellschaft des Investors Warren Buffett. Berkshire Hathaway zählt zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen weltweit, zahlt jedoch traditionell keine Dividende aus. Über die einzige Dividende, die Berkshire Hathaway 1967 ausschüttete, scherzte Buffett, er sei „wahrscheinlich auf dem Klo gewesen“, als diese Entscheidung getroffen wurde.
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