DCF-Rechner

Berechne den fairen Wert einer Aktie nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren – wahlweise auf Basis des Gewinns oder des Free Cash Flows.

DCF-Modell & Annahmen

Ergebnis
Fairer Wert ---
Aktueller Kurs ---
Bewertung ---

Hinweis: Dieser Rechner dient nur zur Illustration und stellt keine Anlageberatung oder Kauf- bzw. Verkausempfehlung dar. Alle eingegebenen Daten bleiben lokal und werden nicht gespeichert.

Wofür ist der DCF-Rechner?

Der DCF-Rechner hilft dir, den theoretischen Wert einer Aktie einzuschätzen. Das Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) beruht auf einer einfachen Grundidee: Ein Unternehmen ist so viel wert wie die Summe aller zukünftigen Überschüsse, die es erwirtschaftet – abgezinst auf den heutigen Tag. Der Rechner ermittelt daraus den inneren Wert (Fair Value) je Aktie, basierend auf deinen Annahmen zu Wachstum, Prognosezeitraum und Renditeanspruch.

Was bringt dir das als Anleger?

  • Schneller Bewertungs-Check: Du kannst den berechneten Fair Value mit dem aktuellen Aktienkurs vergleichen. So bekommst du ein Gefühl dafür, ob eine Aktie eher günstig oder teuer ist.
  • Flexibilität durch das Testen von Szenarien: Du kannst verschiedene Annahmen ausprobieren, zum Beispiel vorsichtige oder optimistische Erwartungen bezüglich des Wachstums oder der Rendite. Dadurch siehst du, wie stark sich der geschätzte Wert verändert, wenn sich deine Annahmen ändern.
  • Zwei Berechnungsbasen für ein vollständigeres Bild: Du kannst mit dem Gewinn je Aktie (EPS) oder mit dem Free Cash Flow (FCF) je Aktie rechnen. Beide Größen betrachten die Ertragskraft aus einem anderen Blickwinkel und ergänzen sich.
  • Transparenter Rechenweg: Über „Rechenweg anzeigen“ wird dargestellt, wie viel des Werts aus der Prognosephase stammt und wie viel aus dem Endwert (Terminal Value).
  • Einfach und direkt nutzbar: Alle Berechnungen laufen direkt im Browser. Wenn du Eingaben änderst, werden Werte, Diagramm und Rechenweg sofort aktualisiert.

Hinweis: Der Fair Value ist ein Rechenergebnis, das auf Annahmen basiert. Somit stellt er weder einen objektiv fairen Kurs dar, noch ist er ein verlässliches Kauf- oder Verkaufssignal.

Wie funktioniert das DCF-Verfahren?

Die Berechnung läuft in zwei Phasen ab:

  • Phase 1 – Prognosezeitraum: Für eine überschaubare Anzahl an Jahren (häufig 5 bis 10) wird der Gewinn bzw. Free Cash Flow je Aktie mit deiner Wachstumsrate fortgeschrieben. Jeder dieser zukünftigen Beträge wird anschließend mit dem Diskontsatz auf den heutigen Barwert abgezinst.
  • Phase 2 – Endwert (Terminal Value): Für die Zeit nach dem Prognosezeitraum wird unterstellt, dass das Unternehmen dauerhaft mit einer niedrigen, konstanten Rate weiterwächst. Dieser Terminal Value wird ebenfalls auf heute abgezinst.

Hinweis: Die Summe beider Phasen ergibt den fairen Wert je Aktie. In der Praxis entfällt oft ein erheblicher Teil des Ergebnisses auf den Terminal Value – schon kleine Änderungen beim langfristigen Wachstum oder beim Diskontsatz verschieben das Resultat deshalb spürbar.

Welche Varianten bietet der DCF-Rechner und wann passt welche?

Der Rechner bietet zwei Berechnungsbasen an. Die Rechenmethode ist identisch – unterschiedlich ist nur die Kennzahl, mit der gerechnet wird.

  • DCF-Verfahren (Gewinn-basiert)
    Gerechnet wird mit dem Gewinn je Aktie (EPS). Geeignet für reife, stabile Unternehmen mit planbaren Erträgen, bei denen Gewinn und Cashflow ohnehin eng beieinanderliegen. Vorteil: Die Zahl ist leicht verfügbar und wird von Analysten regelmäßig geschätzt.
  • DCF-Verfahren (FCF-basiert)
    Gerechnet wird mit dem Free Cash Flow (FCF) je Aktie. Besonders sinnvoll bei Unternehmen mit hohen Investitionen oder Abschreibungen, bei denen der bilanzielle Gewinn die tatsächliche Liquidität nur verzerrt wiedergibt. Vorteil: näher am Geld, das dem Unternehmen wirklich zur Verfügung steht.

Hinweis: In der Praxis lohnt es sich, beide Varianten zu rechnen. Liegen die Ergebnisse weit auseinander, ist das ein Signal, den Unterschied zwischen Gewinn und Cashflow im Cash Flow Statement genauer anzusehen.

Welche Methode wird vom DCF-Rechner angewendet – die Bruttomethode (Entity) oder die Nettomethode (Equity)?

Der DCF-Rechner arbeitet mit der Nettomethode (Equity-Methode). Beim DCF-Verfahren gibt es zwei grundsätzliche Wege, zum Wert einer Aktie zu kommen. Sie unterscheiden sich darin, für wen gerechnet wird: nur für die Aktionäre oder für alle Kapitalgeber des Unternehmens.

  • Bruttomethode (Entity-Ansatz)
    Bewertet wird zuerst das gesamte Unternehmen, also der Wert für Eigen- und Fremdkapitalgeber zusammen. Gerechnet wird mit dem Free Cash Flow to Firm (FCFF), also dem Cashflow vor Zinszahlungen, abgezinst mit den gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC). Das Ergebnis ist der Enterprise Value. Davon wird anschließend die Nettoverschuldung (Finanzschulden abzüglich liquider Mittel) abgezogen, um zum Eigenkapitalwert zu gelangen. Erst dieser Wert wird durch die Anzahl der Aktien geteilt.
  • Nettomethode (Equity-Ansatz)
    Bewertet wird direkt der Anteil, der den Aktionären zusteht. Gerechnet wird mit dem Gewinn je Aktie oder dem Free Cash Flow to Equity (FCFE), also dem Betrag nach Zinsen und Tilgung, abgezinst mit den Eigenkapitalkosten – deiner geforderten Rendite. Das Ergebnis ist unmittelbar der Wert des Eigenkapitals. Ein Abzug der Verbindlichkeiten entfällt, weil die Fremdkapitalkosten bereits in den Cashflows berücksichtigt sind.

Hinweis: Bei korrekter Anwendung führen beide Wege theoretisch zum selben Ergebnis. Die Nettomethode ist für Privatanleger meist praktikabler, weil sie weniger Eingabedaten braucht. Die Bruttomethode (Entity-Methode) ist dafür robuster, wenn ein Unternehmen seine Verschuldung stark verändert.

Häufige Fragen zum DCF-Rechner

Welche Werte muss ich bei der gewinnbasierten DCF-Methode eingeben?

Du gibst ein:

  • Aktueller Aktienkurs: Der Börsenpreis, zu dem die Aktie gerade gehandelt wird.
  • Gewinn je Aktie (EPS): Der Unternehmensgewinn wird durch die Anzahl der Aktien geteilt. Das Ergebnis zeigt, wie viel Gewinn auf eine Aktie entfällt.
  • Prognosezeitraum: Anzahl der Jahre, für den du höheres Wachstum erwartest, bevor sich alles normalisiert.
  • Wachstum %: Wie stark der Gewinn je Aktie (EPS) in der Prognosephase pro Jahr steigen soll.
  • Langfristiges Wachstum %: Langfristiges, dauerhaftes Wachstum (Terminal Growth) nach der starken Wachstumsphase (meist eher niedrig und nahe der Wirtschaftsleistung).
  • Diskontsatz %: Deine gewünschte jährliche Rendite. Je höher dieser Wert, desto strenger bewertest du zukünftige Gewinne.
    Hinweis: Damit der Endwert berechnet werden kann, muss der Diskontsatz höher als das langfristige Wachstum sein.

Was passiert: Hier wird geschätzt, wie viel die zukünftigen Gewinne des Unternehmens heute wert sind. Je stärker und verlässlicher die Gewinne wachsen und je niedriger deine Renditeanforderung ist, desto höher fällt der faire Wert aus.

Welche Werte muss ich bei der DCF-Methode auf Basis des Free Cash Flows (FCF) eingeben?

Du gibst ein:

  • Aktueller Aktienkurs: Der Börsenpreis, zu dem die Aktie gerade gehandelt wird.
  • FCF je Aktie (Free Cash Flow pro Aktie): Das ist Geld, das nach Abzug aller Investitionen dem Unternehmen tatsächlich zur Verfügung steht.
  • Prognosezeitraum: Anzahl der Jahre, für den du höheres Wachstum erwartest, bevor sich alles normalisiert.
  • Wachstum %: Wie stark der Free Cash Flow je Aktie in der Prognosephase pro Jahr steigen soll.
  • Langfristiges Wachstum %: Langfristiges, dauerhaftes Wachstum (Terminal Growth) nach der starken Wachstumsphase (meist eher niedrig und nahe der Wirtschaftsleistung).
  • Diskontsatz %: Deine gewünschte jährliche Rendite. Je höher dieser Wert, desto strenger bewertest du zukünftige Cashflows. Hinweis: Damit der Endwert berechnet werden kann, muss der Diskontsatz höher als das langfristige Wachstum sein.

Was passiert: Es handelt sich um dasselbe Verfahren wie beim gewinnbasierten Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF), nur dass statt mit dem Gewinn mit dem freien Cashflow gerechnet wird. Das ist oft näher am „echten“ Cash Flow, wenn die FCF-Zahlen verlässlich sind.

Wie wähle ich einen sinnvollen Diskontsatz?

Der Diskontsatz drückt aus, welche jährliche Rendite du für das eingegangene Risiko verlangst. Er ist damit die Stellschraube mit dem größten Einfluss auf das Ergebnis:

  • Niedriger Diskontsatz (z. B. 6–8 %): Passend für sehr stabile, wenig schwankungsanfällige Geschäftsmodelle. Führt zu einem höheren fairen Wert.
  • Mittlerer Diskontsatz (z. B. 9–11 %): Häufig genutzter Ausgangspunkt, der grob an der langfristigen Aktienmarktrendite orientiert ist.
  • Hoher Diskontsatz (z. B. 12–15 %): Passend für unsichere Prognosen, zyklische Branchen oder wenn du bewusst konservativ rechnen möchtest. Führt zu einem niedrigeren fairen Wert.

Hinweis: Der Diskontsatz muss immer über dem langfristigen Wachstum liegen. Andernfalls lässt sich der Endwert mathematisch nicht bestimmen, und der Rechner gibt einen entsprechenden Hinweis aus.

Wie hoch sollte das langfristige Wachstum (Terminal Growth) angesetzt werden?

Das langfristige Wachstum beschreibt, wie stark das Unternehmen nach dem Prognosezeitraum dauerhaft weiterwächst. Da kein Unternehmen auf ewig schneller wachsen kann als die Gesamtwirtschaft, werden hier üblicherweise Werte zwischen 1 % und 3 % angesetzt – oft in der Nähe der erwarteten Inflations- oder Wirtschaftswachstumsrate. Höhere Annahmen lassen den Terminal Value schnell unrealistisch groß werden und verzerren das Gesamtergebnis.

Tipp: Blende den Rechenweg ein und achte darauf, welchen Anteil der Terminal Value am fairen Wert hat. Liegt er deutlich über zwei Dritteln, hängt dein Ergebnis vor allem an Annahmen, die weit in der Zukunft liegen.

Wie interpretiere ich die Ergebnisse richtig?

Im Ergebnisbereich siehst du:

  • Fairer Wert: Der berechnete Modellwert pro Aktie – also was die Aktie laut deinen Annahmen wert sein könnte.
  • Aktueller Kurs: Der momentane Börsenpreis der Aktie (zum Vergleich mit dem Fair Value).
  • Bewertung: Zeigt, wie viel Abstand zwischen Kurs und fairem Wert liegt.
  • Positive Bewertung (grün): Der Kurs liegt unter dem Fair Value. Die Aktie wirkt nach deinen Annahmen eher günstig.
  • Negative Bewertung (rot): Der Kurs liegt über dem Fair Value. Die Aktie wirkt nach deinen Annahmen eher teuer.
  • Potenzial-Anzeige: Zeigt zusätzlich, um wie viel Prozent der Kurs steigen oder fallen müsste, um genau dem Fair Value zu entsprechen.

So nutzt du die Ergebnisse sinnvoll

  • Beide Berechnungsbasen vergleichen: Wenn die gewinn- und die cashflowbasierte Variante in eine ähnliche Richtung zeigen, ist das aussagekräftiger als ein einzelnes Ergebnis.
  • In Szenarien denken statt in einem festen Wert: DCF-Modelle reagieren stark auf deine Annahmen zu Wachstum, Diskontsatz und langfristigem Wachstum. Kleine Änderungen können große Auswirkungen haben. Rechne deshalb bewusst ein pessimistisches, ein mittleres und ein optimistisches Szenario.
  • Rechenweg einblenden für Transparenz: Mit „Rechenweg anzeigen“ wird veranschaulicht, wie sich der Wert zusammensetzt. Zum Beispiel wie viel aus der Prognosephase stammt und wie viel aus dem langfristigen Endwert.
  • Bewertung mit Margin of Safety vergleichen: Je größer die positive Bewertung, desto mehr Puffer (auch bekannt als Margin of Safety bzw. Sicherheitsmarge) hast du zwischen berechnetem Wert und aktuellem Kurs, falls deine Annahmen etwas zu optimistisch waren.

Hinweis: Der Fair Value ist ein Rechenergebnis, das auf Annahmen basiert. Somit stellt er weder einen objektiv fairen Kurs dar, noch ist er ein verlässliches Kauf- oder Verkaufssignal.

Für welche Aktien ist das DCF-Verfahren weniger geeignet?

Das DCF-Modell setzt voraus, dass sich zukünftige Gewinne oder Cashflows halbwegs verlässlich abschätzen lassen. Das ist nicht immer der Fall:

  • Junge oder unprofitable Unternehmen: Ohne positive Gewinne oder Cashflows liefert das Modell keine sinnvollen Ergebnisse. Hier sind umsatzbasierte Ansätze wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) naheliegender.
  • Stark zyklische Branchen: Wenn Gewinne von Jahr zu Jahr schwanken, hängt das Ergebnis maßgeblich davon ab, in welcher Phase des Zyklus du startest.
  • Banken und Versicherungen: Der Free Cash Flow ist bei Finanzunternehmen kaum aussagekräftig, weil Kapitalflüsse Teil des Geschäftsmodells sind.
  • Ausschüttungsstarke Unternehmen mit geringem Wachstum: Hier kann ein Dividendenmodell wie das Gordon Growth Model die Ertragslage passender abbilden.

Warum weicht der Marktpreis vom berechneten Wert ab?

Der Marktpreis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage, also aus dem, was Käufer und Verkäufer gerade bereit sind zu zahlen. Dein DCF-Wert basiert dagegen auf bestimmten Annahmen in deinem Modell. Deshalb können beide Werte voneinander abweichen.

Die häufigsten Gründe dafür sind:

  • Unterschiedliche Erwartungen: Vielleicht gehst du von 10 % Wachstum aus, aber der Markt traut dem Unternehmen nur 5 % zu – oder umgekehrt 15 %. Auch bei Gewinnmargen, der Wettbewerbsposition oder neuen Produkten können die Einschätzungen stark voneinander abweichen.
  • Verschiedene Renditeanforderungen: Selbst wenn zwei Anleger dieselben Cashflows erwarten, können sie zu völlig unterschiedlichen Werten kommen, je nachdem, welche Rendite sie verlangen (der sogenannte Diskontsatz).
  • Unsicherheit bei Wachstumsaktien: Gerade bei Growth-Unternehmen wird viel mit Annahmen und Prognosen gearbeitet. Schon kleine Änderungen bei der Wachstumsrate oder dem Diskontsatz können das Ergebnis massiv verschieben.
  • Zinsumfeld: Steigen die Zinsen, steigen auch die Diskontsätze – und damit sinken die Barwerte. Das trifft besonders auf Aktien mit weit in der Zukunft liegenden Gewinnen zu.
    Marktstimmung und kurzfristige Faktoren wie Sentiment, ETF-Zuflüsse, Nachrichten oder geringe Liquidität können den Preis kurzfristig stärker beeinflussen als die Fundamentaldaten.
  • Grenzen des Modells: Jedes Modell vereinfacht, indem es beispielsweise von konstantem Wachstum, einem pauschalen Terminal Value oder EPS statt echter Cashflows ausgeht. Diese Vereinfachungen können zu Abweichungen führen.

Fazit: Dass die Ergebnisse des DCF-Rechners und der aktuelle Kurs nicht übereinstimmen, ist völlig normal. Die Frage ist: Wo liegen die Unterschiede und was bedeutet das?

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