ROCE (Return on Capital Employed) – Erklärung & Berechnung

Staatlich geprüftes Ausbildungsprogramm

Vermögensaufbau plus monatliches Einkommen an der Börse

Generiere ein regelmäßiges Einkommen an der Börse indem du ein klares System, mit sofort umsetzbarem Investment-Wissen aus der Praxis erlernst. Erlerne die Strategie, die dir einen statistischen und wissenschaftlich belegbaren Vorteil an der Börse verschafft.

Langfristig orientierter Vermögensaufbau
Profitable, geprüfte Aktien- und Optionsstrategien
In jeder Marktlage Geld verdienen

ROCE (Return on Capital Employed) – Definition

Der ROCE (Return on Capital Employed) gibt die erzielte Rendite auf das eingesetzte Kapital eines Unternehmens an. Die Kennzahl ermöglicht folglich Rückschlüsse darauf, wie effizient ein Unternehmen sein Kapital nutzt. Dabei betrachtet ein Investor für gewöhnlich nur das langfristige Kapital eines Unternehmens. Mittel, die derzeit nicht zum Unternehmenserfolg beitragen oder in Kürze abfließen, finden keine Berücksichtigung.

ROCE (Return on Capital Employed) – Berechnung

Für die Berechnung des ROCE wird das EBIT eines Unternehmens durch das sogenannte Capital Employed geteilt. Der ROCE kann sowohl als Dezimalwert als auch in Form eines Prozentwertes angegeben werden. Für die Ermittlung des Prozentwertes wird die oben genannte Formel abschließend mit 100 multipliziert. Die Aussage beider Darstellungsvarianten ist identisch. Die Formel für den Return on Capital Employed lautet:

ROCE=\frac{EBIT}{Capital~Employed}

Return on Capital Employed (ROCE) - Berechnungsvariante
ROCE (Return on Capital Employed) - Eine Berechnungsvariante

Die Abkürzung EBIT steht dabei für Earnings before Interests and Taxes, also für die Gewinne eines Unternehmens, bevor Steuern und Zinsen berücksichtigt werden. Wie sich das Capital Employed im Detail zusammensetzt, ist Bestandteil des nächsten Abschnittes.

Ermittlung des Capital Employed

Für das Capital Employed, auch bekannt als “eingesetztes Kapital” oder “betriebsnotwendiges Vermögen” gibt es verschiedene Definitionen und Berechnungsansätze. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Capital Employed um den Teil des Unternehmensvermögens, der für die Kerntätigkeit erforderlich ist. Beispielsweise gehören Wertpapiere nicht zum Capital Employed eines produzierenden Unternehmens, weil sie dessen Kerntätigkeit – die Produktion – nicht unterstützen.

Die Ermittlung des Capital Employed ist anhand von verschiedenen Bilanzpositionen eines Unternehmens möglich. Beispielsweise kann das Working Capital zu dem Anlagevermögen eines Unternehmens addiert werden, um das Capital Employed zu erhalten. Das liegt daran, dass große Teile des Anlagevermögens für gewöhnlich auch dem Unternehmenszweck dienen. Das Working Capital sorgt für die Addition von Vorräten und Forderungen und zieht kurzfristige Verbindlichkeiten ab. Folglich wird in diesem Ansatz das Vermögen zu Leistungserstellung abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten dargestellt.

Daraus ergeben sich folgende Formel:

Capital~Employed=Anlagevermögen+Vorräte+Forderungen-kurzfristige~Verbindlichkeiten
Capital~Employed=Anlagevermögen+Working~Capital

Neben diesem verbreiteten Berechnungsansatz existieren noch weitere Verfahren zur Ermittlung des Capital Employed. Beispielsweise ist eine Ermittlung ausgehend vom Eigenkapital eines Unternehmens denkbar. Dieses wird um Rückstellungen und langfristige Verbindlichkeiten erweitert und um die liquiden Mittel verringert. Alternativ können die kurzfristigen Verbindlichkeiten eines Unternehmens von seinem Eigenkapital abgezogen werden, um das Capital Employed zu bestimmen.

ROCE (Return on Capital Employed) – Interpretation und Bedeutung

Der ROCE kann von Investoren im Unternehmensvergleich genutzt werden. Insbesondere bei kapitalintensiven Branchen kann die Auswertung dieser Kennzahl sinnvoll sein. Beispielsweise benötigen Automobilhersteller Maschinen und Fertigungshallen für ihre Produktion. Dadurch kann sich ein erhöhtes Anlagevermögen ergeben. In diesem Zusammenhang besteht für Investoren ein Interesse daran, zu erfahren, wie dieses Vermögen eingesetzt wird.

Mithilfe des ROCE kann ein Investor folglich einschätzen, wie gut ein Unternehmen sein Capital Employed für die Gewinnerzielung einsetzt. Im direkten Vergleich bewerten Investoren einen hohen ROCE daher regelmäßig als positives Signal. Zudem hat die Kapitalstruktur eines Unternehmens keinen Einfluss auf die Kennzahl. Daher sind auch Vergleiche zwischen Unternehmen mit verschiedenen Kapitalstrukturen möglich.

Dennoch handelt es sich bei dieser Kennzahl um einen Entscheidungsfaktor von vielen. Ein hoher ROCE stellt keine Garantie für ein gutes Investment dar.

Hinweis: Der ROCE trifft eine Aussage darüber, wie viel Gewinn ein Unternehmen mit einem Euro betriebsnotwendigen Vermögen erwirtschaftet. Ein ROCE von 20 % bedeutet folglich, dass ein Unternehmen mit einem Kapitaleinsatz von einem Euro einen Ertrag von 20 Cent vor Steuern und Zinsen erlöst.

Die Kennzahl im Zeitverlauf

Eine weitere Interpretationsmöglichkeit des ROCE besteht in der Zeitreihenanalyse. Hierbei betrachten Investoren für gewöhnlich die Entwicklung einer Kennzahl für ein spezifisches Unternehmen über mehrere Perioden. Folglich kann ein steigender ROCE auf ein erfolgreiches Kerngeschäft hindeuten. Auch Einsparungen und Optimierungen in der Produktion und Verwaltung können den ROCE steigen lassen.

Darüber hinaus kann eine geringe Volatilität (Schwankung) der Kennzahl als positiv bewertet werden. Eine geringe Volatilität wird häufig mit Planungssicherheit und einem geringeren Risiko verbunden. Folglich können Unternehmen mit konstant steigendem ROCE auf Investoren attraktiver wirken als solche mit schwankenden und möglicherweise sinkenden ROCE-Werten.

Hinweis: Nicht nur Erträge wie beispielsweise Verkaufserlöse haben einen Einfluss auf den ROCE. Ein steigender ROCE kann beispielsweise auch bedeuten, dass ein Unternehmen bei gleichen Absatzmengen und -preisen seine Kosten senken konnte. Geringere Kosten führen unter gleichen Rahmenbedingungen zu einem steigenden EBIT und erhöhen damit potenziell den ROCE.

Die Kennzahl unter Berücksichtigung der Kapitalkosten

Neben diesen vergleichenden Analyseansätzen kann ein Investor den ROCE auch für absolute Aussagen zu einem Unternehmen verwenden. Ein positiver Wert bedeutet beispielsweise immer ein positives EBIT und ein negativer Wert immer ein negatives EBIT, also einen Verlust.

Außerdem können Investoren den ROCE mit den Kapitalkosten des Unternehmens vergleichen. Das Ergebnis der Kennzahl sollte dabei langfristig über den Kosten für die Kapitalaufnahme liegen. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen mehr Erträge mit dem eingesetzten Kapital erwirtschaftet als dieses kostet. Dieser Rückschluss ist nur zulässig, wenn aufgenommenes Kapital auch tatsächlich für die Geschäftstätigkeit eingesetzt wird. Für die Bestimmung der gewichteten Kapitalkosten können die WACC berechnet werden. Die Kosten für Fremdkapital ergeben sich aus dem zu zahlenden Zinssatz und die Kosten für Eigenkapital aus dem Capital Asset Pricing Model (CAPM).

Beispiel: Ein Unternehmen nimmt einen Kredit über 200.000 Euro auf, um eine Produktionslinie zu erweitern. Die Bank verlangt für diesen Kredit 3 % Zinsen. Das bedeutet, dass der ROCE des Unternehmens mindestens 3 % betragen sollte. Andernfalls würde sich die Investition nicht lohnen. Ähnliche Überlegungen können beispielsweise auch mit der Kapitalwertmethode angestellt werden.

Bei der Interpretation des ROCE bietet es sich an, dass Investoren überprüfen, ob die Kennzahl immer identisch gebildet wurde. Unternehmensintern kann beispielsweise das Capital Employed von der oben stehenden Berechnungsweise abweichen. Ein Unternehmensvergleich anhand des ROCE ist folglich dann sinnvoll, wenn der Investor nachvollziehen kann, wie das Unternehmen die Kennzahl gebildet hat. Alternativ kann der Investor die Kennzahl selbst ermitteln.

ROCE  (Return on Capital Employed) – Nachteile

Dem möglichen Informationsgewinn durch den ROCE stehen verschiedene Einschränkungen und Nachteile gegenüber. Beispielsweise handelt es sich um eine teilweise statische Kennzahl. Zwar wird das EBIT zeitraumbasiert ermittelt, aber das Capital Employed wird zu einem festen Zeitpunkt gebildet. Veränderungen kurz vor oder nach diesem Stichtag können mit dem ROCE nicht erfasst werden.

Bilanzbezug macht anfällig für Manipulationen

Weiterhin handelt es sich um eine Bilanzkennzahl. Im Vergleich zu beispielsweise Cash-Flow-bezogenen Kennzahlen sind Bilanzkennzahlen anfälliger für Manipulationen. Diese bewussten Veränderungen der Kennzahl können beispielsweise durch Bilanzierungswahlrechte oder Abschreibungen herbeigeführt werden. Darunter kann die Vergleichbarkeit der Kennzahl leiden.

Bezüglich der Bilanzierung von Vermögenswerten ergibt sich ein weiteres Problem des ROCE. Denn der Buchwert des Anlagevermögens muss nicht mit dessen tatsächlichem Wert übereinstimmen. Tendenziell ist der bilanzierte Wert eines Vermögensgegenstandes geringer als der Zeitwert, da beispielsweise außerordentliche Abschreibungen auf Vermögensgegenstände bei Wertminderungen vorgeschrieben sind und Zuschreibungen im Gegensatz dazu untersagt sein können. Grundsätzlich senken auch reguläre Abschreibungen den Buchwert des Anlagevermögens. Der Cash Flow aus diesem sinkenden Anlagevermögen bleibt jedoch identisch.

Beispiel: Unternehmen A besitzt ein Anlagevermögen von einer Million Euro. Jährlich schreibt es 10 % davon ab. Neue Anschaffungen tätigt das Unternehmen nicht mehr. Nach fünf Jahren verbleibt ein bilanziertes Anlagevermögen von 500.000 Euro. Durch das sinkende Anlagevermögen steigt der ROCE tendenziell, obwohl die Maschinen altern und nicht erneuert werden.

Unternehmen B besitzt dagegen Anlagevermögen in Höhe von einer Million Euro und tätigt nach fünf Jahren eine Ersatzinvestition von 500.000 Euro. Die Abschreibungen betragen ebenfalls 10 %. Im fünften Jahr weist Unternehmen B mit einem Anlagevermögen von weiterhin einer Million Euro ein doppelt so hohes Anlagevermögen aus, wie Unternehmen A. Der ROCE fällt also tendenziell schlechter aus, obwohl Unternehmen B sich durch die Ersatzinvestitionen besser für die Zukunft rüsten konnte und möglicherweise einen Vorteil Gegenüber Unternehmen A hat.

Kapitalstruktur des Unternehmens wird nicht berücksichtigt

Der Umstand, dass der ROCE die Kapitalstruktur eines Unternehmens nicht berücksichtigt, kann gleichzeitig ein Vor- und ein Nachteil sein. Zwar verbessert dieses Vorgehen die Vergleichbarkeit der Kennzahl, aber es lässt die Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital außer Acht.

Beispielsweise unterscheiden sich die Kosten beider Kapitalformen. Die entstehenden Kosten für Fremdkapital können darüber hinaus steuerlich angesetzt werden, während Dividenden für Eigenkapitalanteile beispielsweise aus Erträgen nach Steuern gezahlt werden.

Auch das Risiko der Kapitalarten unterscheidet sich. Fremdkapital gilt aufgrund der Rückzahlungsverpflichtung als riskant im Vergleich zum Eigenkapital. Dieses steht einem Unternehmen unbefristet zur Verfügung und birgt daher kein essenzielles Risiko. Diese Faktoren kann der ROCE nicht abbilden. Erreicht ein Unternehmen beispielsweise einen hohen ROCE, kann dieser keine Auskunft über das Risiko der Investition treffen, das mit der Kapitalstruktur einhergeht.

Einfluss der Inflation auf die Ergebnisse

Ein weiterer Schwachpunkt des ROCE ist die Wirkung der Inflation. Diese wirkt sich unterschiedlich auf das EBIT und den Ertrag des Unternehmens und dessen Vermögensgegenstände aus. Erhöht ein Unternehmen beispielsweise bei einer Inflationsrate von 2 % die Preise ebenfalls um 2 %, kann es seinen Umsatz inflationsbereinigt konstant halten. Diesem erhöhten Umsatz steht jedoch ein unverändertes Vermögen gegenüber.

Das Anlagevermögen eines Unternehmens wird zu den Anschaffungskosten bewertet. Daher verändern sich diese nach dem Kauf des Vermögensgegenstandes nicht mehr. Folglich wachsen die Erträge durch die Inflation, der Wert der Vermögensgegenstände jedoch nicht. Dieser Umstand hat tendenziell einen steigenden oder zu hohen ROCE zur Folge.

Hinweis: Generell besteht bei der Verwendung des ROCE ein Risiko für Missverständnisse, da Analysten, Investoren und Unternehmen in der Praxis verschiedene Berechnungsansätze  für die Kennzahl verwenden. Darunter können die Aussagekraft und Vergleichbarkeit der Kennzahl leiden.

Unterschiede zu anderen Kennzahlen

Neben dem ROCE existieren weitere Rentabilitätskennzahlen, um ein Unternehmen zu analysieren und zu bewerten. Einige dieser Kennzahlen ähneln dem ROCE inhaltlich oder sprachlich. Auf drei dieser Kennzahlen und deren Unterschiede zum ROCE gehen die folgenden Abschnitte ein.

ROCE (Return on Capital Employed) vs. ROIC (Return on Invested Capital)

Sowohl der ROCE als auch der ROIC sind Rentabilitätskennzahlen, die abbilden, wie profitabel ein Unternehmen agiert. Die Formel zur Berechnung der Kennzahlen weicht jedoch voneinander ab.

Für den ROCE wird das EBIT durch das Capital Employed geteilt. Der ROIC sieht dagegen die Division des Net Operating Profit (NOPAT) durch das Invested Capital vor.

Im Gegensatz zum EBIT werden im NOPAT Steuern berücksichtigt. Das Invested Capital kann aus dem Capital Employed abgeleitet werden. Dabei gibt das Invested Capital nur den Betrag an, der sich tatsächlich im Umlauf befindet, nicht nur den Betrag, den ein Unternehmen als Vermögen bilanziert.

Kernunterschiede:

  • Der ROCE wird mit Erträgen vor Steuern gebildet, der ROIC mit Erträgen nach Steuern.
  • Der ROCE gewährt einen generellen Eindruck des Unternehmens, der ROIC wird dagegen eher für die Detailanalyse verwendet.

ROCE (Return on Capital Employed) vs. ROI (Return on Investment)

Sowohl ROCE als auch ROI sind zwei Kennzahlen, die darstellen, wie erfolgreich ein Unternehmen sein Kerngeschäft führt. Anders als beim ROCE werden für die Ermittlung des ROI der Gewinn einer Investition durch die Kosten der Investition geteilt. Daraus ergibt sich der prozentuale Gewinn der Investition.

Anders als der ROCE kann der ROI für einzelne Unternehmensteile verwendet werden. Auch ein Vergleich von Unternehmen oder Investitionen außerhalb der gleichen Branche ist denkbar. Aufgrund des notwendigen Inputs für die Ermittlung des ROI ist diese Kennzahl jedoch besser für die unternehmensinterne Verwendung als für die Analyse durch externe Personen geeignet.

Kernunterschiede:

  • Der ROCE bildet für gewöhnlich ein gesamtes Unternehmen ab, der ROI wird dagegen auch für einzelne Investitionen genutzt.
  • Der ROCE ist mit öffentlich verfügbaren Informationen von Investoren zu berechnen, während Daten für die Berechnung des ROI fehlen können.

ROCE (Return on Capital Employed) vs. ROE (Return on Equity)

Der ROCE und der ROE, auch bekannt als “Eigenkapitalrendite”, können sich gegenseitig in ihren Aussagen ergänzen. Die Rendite auf Basis des Capital Employed kann beispielsweise die Kapitalstruktur eines Unternehmens nicht berücksichtigen. Da der ROE unter Berücksichtigung des Eigenkapitals und nach Steuern und Zinsen berechnet wird, handelt es sich um eine Kennzahl, die für Investoren als Ergänzung des ROCE relevant sein kann.

Mithilfe des ROCE kann ein Investor beispielsweise einschätzen, wie erfolgreich ein Unternehmen in seinem Kerngeschäft ist. Die Herkunft des Unternehmenserfolges steht dagegen beim ROE weniger im Vordergrund als die Rendite aus Sicht der Aktionäre.

Kernunterschiede:

  • Der ROCE berücksichtigt weder Steuern noch Zinsen, der ROE wird mit dem Jahresüberschuss gebildet und beinhaltet daher beide Posten.
  • Der ROCE berücksichtigt die Kapitalstruktur eines Unternehmens nicht, der ROE bildet dagegen die Rendite des Eigenkapitals eines Unternehmens ab.

Beispiel zur Ermittlung des ROCE

Angenommen ein Anleger möchte eine Investition in ein Konsumgüterunternehmen vornehmen. Die Unternehmen Procter & Gamble (P&G) sowie Unilever befinden sich in der näheren Auswahl. Da beide Unternehmen in verschiedenen Ländern ansässig sind, möchte der Investor zunächst das operative Geschäft miteinander vergleichen. Dazu wählt er den ROCE. Folgende Kennzahlen konnte der Investor den jeweiligen Geschäftsberichten (2019) der Unternehmen entnehmen.

  Unilever in Mio. EUR Procter & Gamble in Mio. USD
Umsatz 51.980 67.700
EBIT 7.692 5.487
Anlagevermögen 48.376 92.622
Vorräte 4.164 5.017
Forderungen 6.695 7.169
Kurzfr. Verbindlichkeiten 20.978 30.011

Quellen: Geschäftsbericht P&G; Geschäftsbericht Unilever

Aspekte bei der Informationsgewinnung

Für die selbstständige Informationsgewinnung können einem Investor Kenntnisse über die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung von Unternehmen helfen. Insbesondere bei Gesellschaften in verschiedenen Ländern kann sich beispielsweise der strukturelle Aufbau eines Geschäftsberichtes stark unterscheiden.

Folgende Aspekte sind am Beispiel von Unilever und P&G unter anderem zu berücksichtigen:

  • Anzahlungen und Vorkassen werden häufig getrennt in den Aktiva einer Bilanz ausgewiesen, zählen jedoch für die Berechnung des ROCE zu den Forderungen.
  • Der bilanzielle Goodwill kann einen erheblichen Anteil des Anlagevermögens ausmachen. Daher existieren auch Rechenwege für den ROCE, bei dem der Goodwill nicht berücksichtigt wird. Im Folgenden enthält das Anlagevermögen bei beiden Unternehmen auch den Goodwill.
  • Einmaleffekte können das Ergebnis der Berechnungen beeinflussen. P&G weist beispielsweise einen geringeren Gewinn als in den Vorjahren aus. Dies ist auf Abschreibungen im Rahmen eines impairment Tests zurückzuführen. Berichtigt wurden ca. 8,3 Milliarden Dollar.

Hinweis: Bei Unilever zeigt sich beispielsweise, dass nicht alle Unternehmen ihr EBIT im Geschäftsbericht ausweisen. Unilever gibt lediglich den “Profit before Taxation” an. Das EBIT kann ein Investor durch Bereinigung der entsprechenden Posten für Finanzierungsaufwendungen oder -erträge selbst ermitteln.

Berechnung & Bewertung

Für die Berechnung des ROCE kann der Investor die unterschiedlichen Währungen vernachlässigen, da es sich um eine Verhältniskennzahl handelt. Dies kann Zeit sparen und minimiert mögliche Fehlerquellen bei der Währungsumrechnung. Anhand der vorliegenden Daten ergeben sich folgende Formeln:

ROCE~Unilever=\frac{7.692}{48.376+4.164+6.695-20.978}*100=20,11\%

ROCE~P\&G=\frac{5.487}{92.622+5.017+7.169-30.011}*100=7,34\%

Im direkten Unternehmensvergleich schneidet Unilever besser ab als Procter & Gamble. Bereits in der Ausgangslage ist erkennbar, dass P&G mit einem höheren Kapitaleinsatz weniger Gewinn erwirtschaftet hat als Unilever. Jedoch handelt es sich bei dieser Erkenntnis um eine Momentaufnahme. Beispielsweise wurde der Gewinn von P&G durch Einmaleffekte verzerrt.

Deshalb bietet es sich an, Kennzahlen auch im Zeitverlauf zu analysieren und nicht nur auf eine einzelne Kennzahl zurückzugreifen. In diesem Beispiel können beispielsweise Cash-Flow-basierte Kennzahlen ergänzend genutzt werden, um einen Eindruck der tatsächlichen Zahlungsflüsse in den Unternehmen zu gewinnen.

Wie du attraktive Qualitätsaktien findest & ein monatliches Zusatzeinkommen generierst

Lerne, in herausragende Qualitätsaktien zu einem günstigen Preis zu investieren. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Mit den Strategien von DeltaValue ist der Einstieg schnell, zeitsparend und profitabel möglich. Klicke hier um zu erfahren wie auch du Vermögen an der Börse aufbauen kannst.

DeltaValue GmbH hat 4,81 von 5 Sternen | 197 Bewertungen auf ProvenExpert.com
Langfristiger Vermögensaufbau plus regelmäßige Einnahmen an der Börse