Gross Profit to Assets Ratio – Definition & Beispiel

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Gross Profit to Assets Ratio lässt Rückschlüsse auf den Erfolg des Kerngeschäftes eines Unternehmens zu, indem sie die Rentabilität des bilanzierten Vermögens misst. Diese Finanzkennzahl ist somit Teil der qualitativen Unternehmensanalyse. Auch Aussagen über den Erfolg im wesentlichen Wertschöpfungsprozess eines Unternehmens sind möglich. Aus dieser Analyse kann die Marktposition eines Unternehmens abgeleitet und dessen Eignung als Investition eingeschätzt werden.

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Was ist die Gross Profit to Assets Ratio?

Die Gross Profit to Assets Ratio beantwortet die Frage: Wie viel Gewinn erwirtschaften die aktuellen (bilanzierten) Vermögensgegenstände? Dabei geht es im Wesentlichen um den Kernerfolg eines Unternehmens, also den Zweck, zu dem das Unternehmen auch geführt wird.

Wenn ein Autobauer beispielsweise hohe Gewinne aus Wertpapiergeschäften macht, gehören diese nicht zum Kerngewinn, weil dieser mit der Produktion und dem Verkauf von Autos zusammenhängt. Aus dem Kernerfolgt lässt sich die Marktstellung eines Unternehmens ableiten. Gesellschaften mit hohem Gewinn haben in der Regel auch eine gute Position im Markt. Generell soll diese Kennzahl eine Investmententscheidung unterstützen.

Wenn es um die Frage geht, warum sich Werte in einem Unternehmen verändern, liefert die Gross Profit to Assets Ratio dagegen keine Aussagen mehr. Sie beschränkt sich auf den Istzustand und wird immer auch zu den Berichtsstichtagen erstellt. Insofern kann mangelnde Flexibilität als eine kleine Schwäche unterstellt werden.

Eine hohe Gross Profit to Assets Ratio führt zu höheren Freiräumen für ein Unternehmen. Kapital kann für Investitionen, Schuldenabbau oder Ausschüttungen verwendet werden. Generell ist ein hoher Wert dieser Kennzahl ein gutes Signal.

Berechnung der Gross Profit to Assets Ratio

Um die Gross Profit to Assets Ratio zu berechnen, muss zuerst der Bruttogewinn berechnet werden. Dieser ergibt sich als Differenz aus Umsatz und COGS. Der Umsatz ist als führende Kennzahl der Gewinn- und Verlustrechung (GuV) einfach auszumachen. Die COGS sind dagegen selten in dieser Form in der GuV oder einem Abschlussbericht zu finden, weil sie vielmehr eine interne Maßeinheit sind. Dennoch können alle Aufwendungen in der GuV, die direkt mit dem Produkt zusammenhängen, als COGS identifiziert werden. Fertigungslöhne und Rohstoffe sind zwei der am leichtesten zu identifizierbaren Posten.

Bruttogewinn=Umsatz-COGS

Das Gesamtkapital eines Unternehmens ergibt sich aus der Bilanz und wird, genauso wie der Bruttogewinn, quartalsweise oder jährlich ermittelt. Es handelt sich beim Gesamtkapital und die sogenannte Bilanzsumme. Damit sind alle Vermögensgegenstände eines Unternehmens gemeint, die bilanzierungspflichtig sind oder aufgrund eines Wahlrechtes in der Bilanz aktiviert werden. Sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite muss das ausgewiesene Gesamtkapital gleich sein.

Nachdem Bruttogewinn und Gesamtkapital bekannt sind, muss für die Berechnung der Gross Profit to Assets Ratio der Gewinn durch das Kapital geteilt werden. Dieses Ergebnis wird mit 100 multipliziert, damit der Prozentsatz ausgewiesen wird. Die Formel dafür lautet:

Gross~Profit~to~Assets~Ratio=\frac{Bruttogewinn}{Gesamtkapital}*100

Das Ergebnis wird in Prozent ausgedrückt. Je höher der Prozentsatz, desto besser. Eine hohe Rentabilität suggeriert schließlich mehr Erfolg bzw. geringere Kosten.

Gross Profit to Assets Ratio – Interpretation & Bedeutung

Eine hohe Gross Profit to Assets Ratio kann generell zweierlei Aussagen. Entweder ist der Gewinn (Brutto) eines Unternehmens im Vergleich zu seinem Kapital besonders hoch oder die Kosten besonders niedrig. Beide Zustände sind sehr wünschenswert und eine hohe Ratio daher positiv.

Umgekehrt kann aber auch der Nenner des Bruches zu Berechnung der Kennzahl sich ändern. Steigt das Kapital, sinkt die GP Ratio, sinkt es, steigt die Kennzahl. Dieser Umstand sollte einem Investor bekannt sein, weil eine Änderung aufgrund des Gesamtkapitals nur wenig Aussagekraft hat.

Wie wird die Kennzahl angewendet?

Grundsätzlich gibt es zwei Vergleichsmöglichkeiten der Kennzahl. Zu einem im Zeitvergleich mit sich selbst oder im Unternehmensvergleich innerhalb einer Branche. Im Zeitvergleich sind Tendenzen erkennbar, ob die Kennzahl steigt, sinkt oder konstant bleibt. Wachsen beispielsweise Gewinne und Kapital gleichmäßig, ändert sich die Kennzahl nicht. Steigt der Gewinn bei konstantem Kapital, werden möglicherweise Synergieeffekte genutzt und die Ratio steigt ebenfalls. Bei sinkenden Gewinnen und gleichem Kapital sinkt auch der Wert der Kennzahl.

Im absoluten Unternehmensvergleich liegt die Sache etwas einfacher. Nur auf diese Kennzahl bezogen, hat das Unternehmen einen Vorteil, dessen Gross Profit to Assets Ratio in der Analyse besser ausfällt, als die des Vergleichsunternehmens.

Eine schlechte Gross Profit to Assets Ratio ist nicht nur ein Hinweis auf zu geringe Gewinne. Sie kann auch bedeuten, dass eine Gesellschaft zu viele Barmittel besitzt. Cash erhöht zwar das Gesamtkapital, aber es erwirtschaftet keine Rendite, wenn es nicht eingesetzt wird. Daher sollte im Falle von hohen Barmitteln eine Analyse folgen, ob es bereits Pläne zu deren Verwendung gibt. Ist eine sinnvolle Verwendung bekannt, ist die Situation nicht weiter problematisch. Gibt es keine Verwendung, kann auf eine Ausschüttung der Liquidität spekuliert werden, aber generell wäre dieser Umstand eher bedenklich.

Eine hohe Gross Profit to Assets Ratio bietet diverse Vorteile, sollte aber dennoch genau darauf analysiert werden, aus welchen Entwicklungen und Daten der Wert resultiert.

Vorteile der Gross Profit to Assets Ratio

Die Gross Profit to Assets Ratio bietet einige konkrete Vorteile gegenüber Kennzahlen, die auf anderen Bilanz- oder GuV-Werten aufbauen oder anders ermittelt werden. Dieser Umstand wird bereits bei der Verwendung des Bruttogewinns deutlich. Dieser ist weniger anfällig für bilanzpolitische Maßnahmen, als beispielsweise das EBIT. Daher ist auch die daraus resultierende Kennzahl kaum manipulierbar und grundsätzlich weniger verfälscht.

Durch die Verwendung des Gesamtkapitals wird darüber hinaus der Einfluss unterschiedlicher Kapitalstrukturen eliminiert. Das Verhältnis von Eigen- oder Fremdkapital spielt keine Rolle mehr, weil lediglich der Gesamtwert verwendet wird. Die EK- und FK-Quoten sollten daher zusätzlich zu der Gross Profit to Assets Ratio analysiert werden. Die Gross Profit to Assets Ratio will jedoch lediglich eine Erfolgsmessung anstellen, für die die Kapitalstruktur nicht relevant ist.

Nachteile der Finanzkennzahl

Auch wenn die Gross Profit to Assets Ratio viele wesentliche Hinweise auf die Ertragslage eines Unternehmens liefern kann, fehlen einige Daten in dieser Betrachtung. Eine Grenze dieser Kennzahl stellt beispielsweise die Ursache für Veränderungen dar. Weil nicht klar ist, warum sich Kapital, Umsätze oder Kosten verändern, sind Aussagen über eine positive oder negative Interpretation mit Vorsicht zu genießen. Steigendes Kapital kann beispielsweise durch hohe Investitionen entstehen, aber genauso durch unverkäufliche Lagerware, die sich immer weiter ansammelt.

Die Stichtagsbetrachtung verwischt, wie fast bei jeder Kennzahl, die Bedeutung ein wenig. Schließlich kann eine Lieferung, die entscheidend für die Kennzahl gewesen wäre, einen Tag nach dem Stichtag erstellt werden. Dann fehlen mitunter erhebliche Umsätze. Je höher die Marge ist, desto höher fällt auch der Effekt dieses Umstandes aus.

Generell gibt es bei der Gross Profit to Assets Ratio jedoch sehr wenige Begrenzungen, weil auch das Anwendungsgebiet der Kennzahl klar abgesteckt ist.

Beispiel zur Ermittlung der Gross Profit to Assets Ratio

Hier soll mit einem Beispiel die Ermittlung der Gross Profit to Assets Ratio in der Praxis deutlich werden. Dafür wird der Jahresbericht für 2018 von dem niederländischen Konzern Unilever verwendet.

Diese GuV (Income Statement) beinhaltet eine Vereinfachung, beziehungsweise Verkürzung, die häufig für Verwirrung sorgt. Mit dem operativen Profit wird nämlich bereits der Bruttogewinn angegeben. Auf einen separaten Ausweis der COGS wird verzichtet. Daher ist natürlich auch eine detaillierte Herleitung der Kennzahl nicht mehr möglich.

Ob für die Ermittlung des Gesamtkapitals Aktiva oder Passiva (Assets / Liabilities) herangezogen werden, macht keinen Unterschied. Hier wurden die Vermögensgegenstände von Unilever für den Ausweis des Gesamtkapitals genutzt.

Gross~Profit~to~Assets~Ratio~Unilever=\frac{12.535}{59.456}*100=21,08\%

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