Capital at Risk (CaR) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp

Das Capital at Risk (CaR – deutsch: „Risikokapital“) bezieht sich auf den Kapitalbetrag, der zur Deckung von Risiken vorgesehen ist. Es gilt für Unternehmen und Personen, die sich selbst versichern, sowie für Versicherungsgesellschaften, die Versicherungspolicen abschließen, aber auch für Investoren am Kapitalmarkt. Risikokapital kann zur Begleichung von Verlusten oder als Sicherheitsleistung für bestimmte Börsengeschäfte verwendet werden.

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Capital at Risk – Definition

Das Capital at Risk (CaR) gibt die Höhe des Kapitals an, das zur Absicherung von Risiken aus der Kapitalanlage zur Seite gelegt wird. Während einige Anlageklassen (wie Tages- oder Festgeld) einen festen, konstanten Zinssatz bieten, investieren viele Anleger ihr Geld in den Finanzmarkt, um höhere Renditen zu erzielen. Dabei steigt gleichzeitig das Verlustrisiko.

Durch die Ermittlung des Risikokapitals lassen sich verschiedene Verlustszenarien für die Versicherungsbranche und für Anleger in Bezug auf ihre offenen Anlagepositionen aufstellen.

Capital at Risk an der Börse

Anleger sind mit einem Kapitalrisiko konfrontiert, wenn sie an der Börse in Aktien, Staatsanleihen, Rohstoffe und andere Vermögenswerte investieren – dies wird als Marktrisiko bezeichnet. Dies gilt vor allem bei der Einnahme von Short-Positionen, also etwa der Position des Verkäufers, bei Termingeschäften.

Kapitalrisiko bei Optionen

Eine Art von sogenannten bedingten Termingeschäften stellt der Handel von Optionen dar. Eröffnet ein Anleger beispielsweise die Position eines Short-Puts, gewährt dieser dem Käufer der Option ein terminiertes Recht, den Basiswert zu einem vorab definierten Preis (Strike) an ihn selbst zu verkaufen. Für die Gewährung dieses Rechts erhält der Anleger, ähnlich wie in der Versicherungsbranche, eine Prämie.

Da der Anleger in diesem Fall jedoch eine Verpflichtung zur Abnahme des Basiswertes eingeht, muss er auch ein entsprechendes Mindestkapital in seinem Depot vorhalten, um seiner Verpflichtung gegebenenfalls nachkommen zu können. Das Capital at Risk stellt dabei die Höhe der eingegangenen Verpflichtung, gegebenenfalls abzüglich der erhaltenen Prämie, dar.

Risikobewertung

Das Kapitalrisiko kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, wie z.B. Marktvolatilität, wirtschaftliche Veränderungen (z.B. Rezession), politische Ereignisse und die Performance des Unternehmens oder des Finanzinstruments, in den investiert wird. Anleger müssen das Kapitalrisiko gegen die potenzielle Rendite abwägen, um fundierte Anlageentscheidungen treffen zu können.

Einige Kennzahlen und Methoden zur Bewertung des Verhältnisses von Risiko und Rendite sind:

Einsatz in der Versicherungsbranche

Capital at Risk kann in der Versicherungsbranche auch als risikotragendes Kapital oder Überschussfonds bezeichnet werden. Da es sich bei Risikokapital um überschüssiges Kapital handelt, kann es als Sicherheit verwendet werden.

Versicherungsgesellschaften kassieren Prämien für die von ihnen gezeichneten Policen. Die Höhe der Prämie, die sie einnehmen können, wird auf der Grundlage des Risikoprofils des Versicherungsnehmers, der Art des abgedeckten Risikos und der Wahrscheinlichkeit, dass nach der Gewährung des Versicherungsschutzes ein Schaden eintritt, festgelegt.

Die Versicherungsgesellschaft verwendet diese Prämien zur Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit und zur Erzielung von Kapitalerträgen. Das Risikokapital dient als Puffer, der die Prämieneinnahmen aus den Versicherungsverträgen übersteigt. Im Wesentlichen trägt das Risikokapital dazu bei, etwaige Schäden oder Kosten zu decken, falls die Prämieneinnahmen des Unternehmens nicht ausreichen.

Die Aufsichtsbehörden können für Versicherungsunternehmen eine Insolvenzmarge festlegen, die sich nach ihrer Größe und den Arten von Risiken richtet, die sie mit den von ihnen gezeichneten Verträgen abdecken. Bei „Nichtlebensversicherungen“ basiert diese oft auf den über einen bestimmten Zeitraum hinweg erlittenen Verlusten.

Lebensversicherungsunternehmen verwenden einen Prozentsatz des Gesamtwerts der Policen abzüglich der versicherungstechnischen Rückstellungen. Diese Vorschriften beziehen sich in der Regel auf die Höhe des Kapitals, das zurückgelegt werden muss, und nicht auf die Art oder den Risikograd der Kapitalbeteiligung selbst.

Capital at Risk ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit eines Versicherungsunternehmens, da ein Versicherer nur dann zahlungsfähig ist, wenn er über genügend Kapital verfügt, um Schäden zu begleichen.

Venture Capital

Venture Capital ist eine Form von Capital at Risk, das Start-ups und jungen Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial zur Verfügung gestellt wird. Risikokapitalgeber investieren in diese Unternehmen in der Hoffnung auf eine hohe Rendite, akzeptieren aber auch das hohe Risiko, das mit solchen Investitionen verbunden ist. Venture Capital ist nicht nur eine Geldquelle, sondern kann auch strategische Beratung, Zugang zu Netzwerken und andere Unterstützungsleistungen für das Wachstum des neuen Unternehmens umfassen.

Beispiel für ein Capital at Risk

Angenommen, ein Anleger verkauft eine Put-Option auf die Aktie des Unternehmens XYZ AG, mit einer Restlaufzeit von 30 Tagen und einem Strike-Preis von 50,00 €, und erhält dafür eine Prämie von 1,00 € je Aktie, dann würde die Berechnung des Capital at Risk für den Zeitraum der Laufzeit der Option wie folgt aussehen:

Basiswert: Aktie des Unternehmens XYZ AG
Multiplikator: 100 (Aktienoptionen beziehen sich immer auf je 100 Aktien)
Strike-Preis: 50,00 €
Laufzeit: 30 Tage
Optionsprämie: 1,00 €

Risikokapital unter Berücksichtigung der eingenommenen Prämie:

Capital~at~Risk=(50,00 € - 1,00 €) x 100 = 4.900 €

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