Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) – Definition & Erklärung
Treasury Inflation-Protected Securities (kurz: TIPS) sind inflationsgeschützte US-Staatsanleihen. Bei ihnen wird der Kapitalbetrag an den US-Verbraucherpreisindex CPI-U angepasst. Da der feste Kupon auf diesen angepassten Kapitalbetrag gezahlt wird, verändert sich die tatsächliche Zinszahlung mit der Inflation. In einem diversifizierten Portfolio können TIPS eine nützliche Rolle spielen, insbesondere in wirtschaftlich unsicheren Zeiten oder wenn eine steigende Inflation erwartet wird.
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Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) – Definition
Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) sind inflationsgeschützte Staatsanleihen, die von der US-Regierung ausgegeben werden. Typische Laufzeiten sind 5, 10 und 30 Jahre. Der Nennwert der Anleihe wird regelmäßig an den Consumer Price Index for All Urban Consumers (CPI-U) angepasst. Der Kuponzinssatz bleibt dagegen über die Laufzeit fest. TIPS-Anleihen zahlen halbjährlich Kupons auf den jeweils angepassten Nennwert.
TIPS-Anleihen im Überblick
| Funktionsweise & Merkmale | |
|---|---|
| Bezeichnung | Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) |
| Ausgegeben in | Elektronischer Form |
| Fällig in | 5, 10 oder 30 Jahren |
| Kuponzinssatz und Realrendite |
|
| Kuponzahlungen | Alle sechs Monate bis zur Fälligkeit |
| Mindestkauf | 100 USD |
| In Schritten von | 100 USD |
| Maximalkauf | 10 Mio. USD (nicht wettbewerbsfähiges Gebot) oder 35 % des Angebotsbetrags (wettbewerbsfähiges Gebot) |
| Auktionshäufigkeit | 5-Jahres-TIPS:
10-Jahres-TIPS:
30-Jahres-TIPS:
|
| Steuern |
|
| Berechtigt für STRIPS? | Ja |
Wie und wo kann man TIPS-Anleihen kaufen?
TreasuryDirekt
Grundsätzlich können Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) über TreasuryDirect erworben werden. Für deutsche Privatanleger ist TreasuryDirect jedoch häufig kein praktikabler Zugang. In der Praxis erfolgt der Zugang für deutsche Anleger daher meist über einen Broker, eine Bank oder indirekt über Fonds und ETFs.
ETFs auf TIPS (USA)
Exchange Traded Funds (ETFs) auf TIPS bieten eine indirekte Möglichkeit, diversifiziert in inflationsgeschützte Wertpapiere zu investieren.
Beispiele für TIPS-basierte ETFs aus dem US-Markt:
- iShares TIPS Bond ETF (Ticker: TIP)
- Schwab U.S. TIPS ETF (Ticker: SCHP)
- Vanguard Short Term Inflation-Protected Securities ETF (Ticker: VTIP)
ETFs auf TIPS (Europa)
Für Anleger in Deutschland und der EU sind US-domizilierte ETFs wegen regulatorischer Anforderungen wie PRIIPs und fehlender europäischer Basisinformationsblätter häufig nicht regulär als Retail-Produkt handelbar. Praktikabler sind oft UCITS-ETFs auf US-TIPS, beispielsweise mit USD-Anteilsklasse oder mit EUR-Währungsabsicherung.
Beispiele für TIPS-basierte UCITS-ETFs:
- iShares $ TIPS UCITS ETF
- Xtrackers II TIPS US Inflation-Linked Bond UCITS ETF
- Amundi US TIPS Government Inflation-Linked Bond UCITS ETF
Der folgende Chart zeigt die Entwicklung des iShares TIPS Bond ETF (TIP) im Zeitverlauf.
TIPS-Anleihen – Vorteile und Nachteile
Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) haben einige steuerliche und renditebedingte Vor- und Nachteile, die es zu beachten gilt.
Vorteile
- Schutz vor US-Inflation: Der Hauptvorteil von TIPS ist der Inflationsschutz gegenüber dem Consumer Price Index for All Urban Consumers (CPI-U). Der Kapitalbetrag wird regelmäßig an diesen Index angepasst. Dadurch steigen bei Inflation auch die Zinszahlungen, weil der feste Kupon auf einen höheren Kapitalbetrag angewendet wird.
- Kapitalerhalt bei Fälligkeit: Im Falle einer Deflation wird bei Fälligkeit mindestens der ursprüngliche Nennwert zurückgezahlt. Dieser Schutz bezieht sich jedoch nicht zwingend auf einen über pari gezahlten Kaufpreis und gilt nicht bei einem Verkauf vor Fälligkeit.
- Sichere Anlage im Vergleich zu vielen Unternehmensanleihen: Da TIPS vom US-Finanzministerium emittiert werden, gelten sie aufgrund der hohen Bonität und Marktliquidität der USA als vergleichsweise sichere Anlageform. Risikofrei sind sie dennoch nicht; neben dem sehr geringen Kreditrisiko bestehen unter anderem Zinsänderungs-, Realzins-, Währungs- und Steuerrisiken.
Nachteile
- Negative Realrenditen: In Zeiten extrem niedriger oder negativer Realzinsen kann die reale Rendite von TIPS auch negativ sein. Bereinigt um Inflation und Steuern kann der Anleger also Geld verlieren.
- Kredit- und Länderrisiko: Das Kreditrisiko von US-Staatsanleihen gilt zwar als sehr gering, ist aber nicht gleich null. Auch politische Haushaltskonflikte, steigende Staatsschulden oder Ratingänderungen können die Risikowahrnehmung beeinflussen.
- Steuerliche Behandlung:
- Für in den USA steuerpflichtige Anleger werden positive inflationsbedingte Kapitalanpassungen grundsätzlich als Original Issue Discount (OID) steuerlich berücksichtigt, auch wenn diese Beträge nicht in bar ausgezahlt werden. Dadurch kann eine Steuerbelastung entstehen, bevor der entsprechende Inflationsausgleich tatsächlich ausgezahlt wird.
- Für Anleger außerhalb der USA gelten abhängig vom Steuerstatus abweichende US-Steuerregeln. Zusätzlich ist das jeweilige nationale Steuerrecht zu beachten.
- Marktrisiko: Wie alle Anleihen können auch TIPS Kursverluste erleiden, wenn die Zinsen oder Realzinsen steigen. Dies gilt insbesondere für inflationsgesicherte Anleihen mit längeren Laufzeiten.
- Währungsrisiko: Für Anleger im Euroraum schützen TIPS vor US-Inflation in US-Dollar, nicht automatisch vor Kaufkraftverlusten in Euro. Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar können die Rendite deutlich beeinflussen. Währungsgesicherte Fondsanteilsklassen können dieses Risiko reduzieren, verursachen aber Kosten und bieten keinen perfekten Schutz.
- Break-even-Risiko: TIPS können gegenüber nominalen US-Staatsanleihen enttäuschen, wenn die künftig realisierte Inflation niedriger ausfällt als die vom Markt bereits eingepreiste Break-even-Inflation.
Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) – Alternativen
Andere Inflationsanleihen
Neben den US-amerikanischen Inflationsanleihen bieten auch andere Länder inflationsgeschützte Anleihen an. Zum Beispiel
- Deutsche Inflationsanleihen: Anleihen der Bundesrepublik Deutschland, die an den unrevidierten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) des Euroraums (Gesamtindex ohne Tabak) gekoppelt sind. Seit 2024 werden sie jedoch nicht mehr neu emittiert oder aufgestockt. Bereits ausstehende Papiere bleiben handelbar.
- UK Index-Linked Gilts: Britische Anleihen, die an den Retail Price Index (RPI) gekoppelt sind. Anleger sollten beachten, dass die Methodik des RPI reformiert werden soll und ab Februar 2030 an CPIH-Methoden angeglichen werden kann.
Darüber hinaus passen variabel verzinsliche Anleihen („Floater“) ihre Zinszahlungen regelmäßig an das aktuelle Zinsniveau an, das häufig mit der Inflation steigt.
Rohstoffe
Zudem tendieren Rohstoffe wie Gold, Silber, Öl und landwirtschaftliche Produkte dazu, bei Inflation im Preis zu steigen, da sie Sachwerte darstellen. Beispielsweise
- Physisches Gold: Gilt oft als sicherer Hafen in Zeiten der Inflation.
- Rohstoff-Futures: Ein Rohstoff-Future ist eine Vereinbarung über den Kauf oder Verkauf einer im Voraus festgelegten Menge eines Rohstoffs zu einem bestimmten Preis an einem bestimmten Datum in der Zukunft. Sie können auch eine Diversifizierung und Zugang zu den Rohstoffmärkten bieten.
Aktien
Bestimmte Aktien und Aktiensektoren können auch Schutz vor Inflation bieten, insbesondere solche, die Preissteigerungen an die Verbraucher weitergeben können. Zum Beispiel
- Energie- und Rohstoffunternehmen: Diese Unternehmen profitieren oft direkt von steigenden Preisen ihrer Produkte.
- Versorger und Infrastruktur: Diese Sektoren haben oft Preismechanismen, die an die Inflation gekoppelt sind.
Weiterführende Informationen
Break-even-Inflation bei TIPS
Ob TIPS gegenüber nominalen US-Staatsanleihen vorteilhaft sind, hängt unter anderem von der sogenannten Break-even-Inflation ab. Sie ergibt sich vereinfacht aus der Differenz zwischen der Rendite einer nominalen US-Staatsanleihe und der Realrendite einer vergleichbaren TIPS-Anleihe.
- Liegt die künftig realisierte Inflation über dieser Break-even-Rate, schneiden TIPS gegenüber nominalen Treasuries tendenziell besser ab.
- Liegt sie darunter, können nominale Anleihen die bessere Wahl gewesen sein.
Daher eignen sich TIPS vor allem dann, wenn Anleger einen Schutz gegen unerwartet hohe US-Inflation suchen oder ihre Portfolios gezielt gegen Inflationsrisiken diversifizieren möchten.
Inflationsbereinigte Kuponberechnung für TIPS
Zur Berechnung der inflationsbereinigten Zinsen von Treasury Inflation-Protected Securities (TIPS) sind folgende Schritte durchzuführen:
- Die CUSIP-Nummer verwenden, um eine bestimmte TIPS in dieser Tabelle zu finden.
- In der Tabelle auf der Abfrageergebnisseite das Indexverhältnis suchen, das dem Zinszahlungstag des Wertpapiers entspricht.
- Den ursprünglichen Kapitalbetrag mit dem Indexverhältnis multiplizieren. Dies ist das inflationsbereinigte Kapital.
- Das inflationsbereinigte Kapital mit der Hälfte des angegebenen Zinssatzes (Kupon) des Wertpapiers multiplizieren. Das Ergebnis ist die halbjährliche Zinszahlung.
Beispiel einer TIPS-Kuponzahlung
Angenommen, ein Anleger hält inflationsindexierte US-Anleihen mit einem ursprünglichen Nennwert von 1.000 USD, einem jährlichen Kuponzinssatz von 2,125 % und einem Indexverhältnis von 1,01534.
- Inflationsbereinigter Nennwert: 1.000 USD × 1,01534 = 1.015,34 USD
- Halbjahreszinssatz: 2,125 % / 2 = 1,0625 %
- Umgewandelt in Dezimalform: 1,0625 / 100 = 0,010625
- Zinszahlung: 1.015,34 USD × 0,010625 = 10,79 USD
Die berechnete halbjährliche Zinszahlung beträgt also 10,79 USD.
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