Omega einer Option – Definition & Berechnung
Das Omega (auch Lambda oder „effektiver Hebel“) gibt den prozentualen Einfluss einer Kursänderung des Basiswerts auf den Optionspreis an. Im Englischen wird es auch Leverage Ratio oder Elasticity genannt. Ein hoher Omega-Wert bedeutet, dass die Option überproportional auf Kursbewegungen des Basiswerts reagiert – mit entsprechend höheren Gewinnchancen, aber auch erhöhtem Verlustrisiko.
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Omega einer Option – Definition
Omega (Ω) misst die prozentuale Preisänderung einer Option bei einer 1 %igen Veränderung des Basiswerts – unter der Annahme, dass alle anderen Einflussfaktoren konstant bleiben (ceteris paribus). Es zeigt damit den aktuellen prozentualen Renditehebel einer Option im Verhältnis zu einem direkten Investment im Basiswert.
Berechnung von Omega
Die Berechnung von Omega erfolgt durch Multiplikation des Delta der Option mit dem Verhältnis des Basiswertkurses zur Optionsprämie.
Die Formel lautet wie folgt:
Oder vereinfacht:
Bedeutung des Omega für Optionen
Omega zeigt, um wie viel Prozent sich der Optionspreis ungefähr verändert, wenn sich der Basiswert um 1 % bewegt, unter sonst gleichen Bedingungen. Bei Call-Optionen ist das Omega stets positiv. Bei Put-Optionen dagegen immer negativ.
Beispiel für eine Call-Option:
- Ω=0,5 – Die Option reagiert nur halb so stark auf prozentuale Kursänderungen des Basiswerts: Steigt der Basiswert um 1 %, erhöht sich der Optionspreis um etwa 0,5 %.
- Ω=5 – Die Hebelwirkung ist fünfmal so stark: Ein Anstieg des Basiswerts um 1 % führt zu einer ungefähr 5 %igen Erhöhung des Optionspreises.
Unterschied zwischen Omega und Delta
Delta misst die absolute Preisänderung einer Option bei einer kleinen absoluten Änderung des Basiswerts. Omega misst dagegen die prozentuale Preisänderung der Option bei einer prozentualen Änderung des Basiswerts.
- Delta (Δ) = 0,5 → Optionspreis steigt um 0,50 EUR, wenn der Aktienkurs um 1 EUR steigt.
- Omega (Ω) = 0,5 → Optionspreis steigt um 0,5 %, wenn der Aktienkurs um 1 % steigt.
Omega ist somit eine Hebelkennzahl, die die Elastizität bzw. den effektiven Hebel einer Option angibt.
Einflussfaktoren auf Omega
Omega und Geldnähe (Moneyness)
Bei Call-Optionen erreicht Omega seinen höchsten Wert, wenn die Option Out of The Money (OTM) ist. Steigt der Kurs des Basiswertes, sinkt der Wert kontinuierlich. Auch bei Put-Optionen ist der Betrag des Omegas bei OTM-Optionen am größten, allerdings mit negativem Vorzeichen. Fällt der Kurs des Basiswertes, verringert sich der Wert und nähert sich null.
Omega und der Einfluss der Restlaufzeit
Je länger die verbleibende Zeit bis zum Verfall einer Option, desto „gedämpfter“ verläuft das Delta – es reagiert weniger extrem auf Veränderungen des Basiswertes. Gleichzeitig ist die Option aufgrund des höheren Zeitwerts teurer. Beides zusammen führt dazu, dass das Omega in diesem Fall kleiner ausfällt.
Nähert sich dagegen der Verfallstag, sinkt der Zeitwert der Option und damit auch ihr Preis. Gleichzeitig reagiert das Delta stärker auf Kursänderungen des Basiswertes und nimmt extremere Werte an. Dadurch wird das Omega größer.
Omega und implizite Volatilität
Steigt die erwartete Volatilität des Basiswertes, erhöht sich der Preis der Option, da die Wahrscheinlichkeit einer vorteilhaften Ausübung zunimmt. Gleichzeitig reagiert das Delta weniger extrem auf Kursbewegungen des Basiswertes. In Kombination führt dies zu einem kleineren Omega.
Sinkt hingegen die Volatilität, wird die Option günstiger. Das Delta reagiert in diesem Fall stärker und nimmt extremere Werte an, wodurch das Omega größer wird.
Praktische Bedeutung für den Optionshandel
Das höchste absolute Omega (und damit der stärkste Hebeleffekt) tritt bei OTM-Optionen mit kurzer Restlaufzeit und geringer erwarteter Volatilität auf. Langfristige Optionen hingegen (z. B. LEAPs) haben häufig eine niedrigere Hebelwirkung, da der Zeitwertanteil der Option höher ist.
Trader, die den prozentual größten Gewinn im Verhältnis zur Bewegung des Basiswertes anstreben, wählen daher häufig Optionen mit folgenden Merkmalen:
- OTM-Optionen
- kurze Restlaufzeit
- niedrige Volatilität
Allerdings geht ein hohes Omega auch mit erhöhtem Risiko einher. Insbesondere wirken sich der schnelle Zeitwertverlust (Theta), mögliche ungünstige Bid-Ask Spreads und die Liquidität stark auf das Handelsergebnis aus und müssen unbedingt berücksichtigt werden.
Theoretischer Hebel vs. Omega
Der theoretische Hebel einer Option ist das Verhältnis zwischen dem Kurs des Basiswerts und der Optionsprämie. Er ist statisch und berücksichtigt nicht, wie empfindlich der Optionspreis tatsächlich auf Kursbewegungen reagiert. Das Delta bleibt dabei unbeachtet.
Die Formel für den theoretischen Hebel lautet:
Beispiel: Basiswert 100 EUR, Optionsprämie 10 EUR → theoretischer Hebel = 10.
Omega hingegen kombiniert den theoretischen Hebel mit dem Delta, ändert sich laufend mit Kurs- und Zeitverlauf und liefert dadurch eine realistischere Einschätzung der aktuellen Kursreaktion.
Praxisbeispiel zur Berechnung von Omega
Ein Händler möchte mit 1.700 EUR auf steigende Kurse der Aktie A setzen. Der Aktienkurs beträgt 200 EUR, womit er 8 Aktien direkt kaufen könnte. Stattdessen kauft er eine Call-Option (Strike 200 EUR) zum Preis von 17 EUR je Aktie (1.700 EUR pro Kontrakt, Multiplikator 100). Das Delta beträgt 0,7.
Der theoretische Hebel wird wie folgt berechnet:
Allerdings liefert der theoretische Hebel keine exakte Antwort auf die Frage, wie stark sich der Optionspreis prozentual verändert, wenn der Basiswert um 1 % steigt oder fällt. Um dies zu ermitteln, muss der Händler den Wert von Omega (Ω) berechnen.
Bedeutung: Steigt der Basiswert um 1 %, verändert sich der Optionspreis aktuell um ca. 8,24 % – unter sonst gleichen Bedingungen.
Exkurs: Die Optionsgriechen
In der Finanzmathematik werden Sensitivitätskennzahlen für Derivate oft als „Griechen“ bezeichnet. Sie bilden eine wichtige Grundlage für das Risikomanagement, da sie die Auswirkungen einzelner Rahmenbedingungen auf den Optionspreis klar isolieren und bewerten.
Wichtige Optionsgriechen im Überblick:
- Delta gibt an, wie sich der Optionspreis verändert, wenn der Basiswert um eine Geldeinheit schwankt.
- Gamma misst den Einfluss der Kursänderung auf das Delta.
- Rho misst die Sensitivität des Optionspreises gegenüber einer Änderung des risikolosen Zinssatzes.
- Theta ist ein Maß für den Zeitwertverlust. Es gibt an, um welchen Betrag der Optionspreis pro verstrichenen Tag sinkt.
- Vega misst den Einfluss der impliziten Volatilität auf den Optionspreis.
Häufige Fragen
Was ist Leverage bei Optionen?
Leverage bei Optionen bezeichnet den Faktor, um den sich der Preis einer Option prozentual stärker (oder schwächer) verändert als der zugrunde liegende Basiswert. Er misst also die prozentuale Kursreaktion der Option auf eine 1 %-Bewegung des Basiswerts und ergibt sich aus Omega = Delta × (Basiswertpreis / Optionspreis).
Was misst der Omega im Vergleich zum Leverage-Effekt?
Omega misst den tatsächlichen, aktuellen prozentualen Hebel einer Option. Es ist somit die konkrete, dynamische Kennzahl für Optionen, während der Leverage-Effekt ein allgemeineres Konzept ist.
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