Kaffee Futures | Coffee Futures | Symbol: KC – Erklärung & Chart

Autor: Armin Hecktor Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Kaffee Futures (engl. Coffee Futures, ICE Symbol: „KC“) gehören zur Gruppe der Soft Commodities (Agrarrohstoffe) und bilden die Preisentwicklung von Arabica-Rohkaffee ab. Kaffee ist eines der weltweit meistkonsumierten Getränke und das meistgehandelte tropische Agrarprodukt. Brasilien ist der größte Kaffeeproduzent und -exporteur. Die dominierende Kaffeesorte ist Arabica, gefolgt von Robusta.

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Kaffee Futures (Coffee Futures) im Überblick

Kontraktspezifikationen
Kontraktbezeichnung Coffee „C“ Futures
Symbol (ICE) KC
Kontraktgröße 37.500 Pfund
Kursnotierung US-Cent und hundertstel Cent
Min. Tickgröße (Tick Size) 0,0005 USD
Min. Tickwert (Tick Value) 18,75 USD
Wert/Punkt (Multiplikator) 375,00 USD
Kontraktwert Kaffee Futurekurs x Multiplikator
Fälligkeiten (Monatsbezeichnung) März, Mai, Juli, September, Dezember
Fälligkeiten (Monatscodes) H, K, N, U, Z
Letzter Handelstag Ein Geschäftstag vor dem Last Notice Day.
Lieferung Physische Lieferung
Börsenplätze Intercontinental Exchange U.S. (ICEUS, früher NYBOT)
Optionen verfügbar? Ja

Verschiedene Kaffee Futures

Gehandelt an der Intercontinental Exchange U.S. (ICEUS):

  • Ticker-Symbol: KC – Coffee „C“ Futures (Arabica-Rohkaffee)
  • Ticker-Symbol: AC – Coffee C Metric Futures
  • Ticker-Symbol: RC – Robusta Coffee Futures

Hinweis: Der klassische Coffee ‘C’ Future (KC) bleibt bis zur letzten Fälligkeit im März 2028 handelbar. Danach wird der Arabica-Terminhandel an der ICE schrittweise auf den neuen metrischen Kontrakt Coffee ‘C’ Metric Futures (AC) übergehen. Die ersten AC-Fälligkeiten sind Mai 2028, Juli 2028 und September 2028.

Kaffee Futures – Beispiel

An einem konkreten Beispiel sollen nun die Anforderungen, die für den Handel eines Kaffee Futures bestehen, erläutert werden. Zunächst sollte der Kontraktwert (engl. “notional value”) ermittelt werden. Dieser drückt aus, welchen Gesamtwert der Future derzeit hat.

Ermitteln lässt sich der Wert, indem der aktuelle Kurs des Underlyings mit dem Multiplikator multipliziert wird. Die Formel dafür lautet:

Kontraktwert = aktueller Kurs Underlying * Multiplikator.

Benötigte Margin bestimmen

Hier ist zu beachten, dass der Kontraktwert deutlich höher ist als der Wert, den ein Händler tatsächlich aufbringen muss. Dieser muss lediglich eine Sicherheitsleistung, die sog. Margin hinterlegen, die von der Börse bestimmt wird.

Der Kontraktwert gibt also den tatsächlichen monetären Gesamtwert eines Kontrakts an, der auch tatsächlich am Terminmarkt bewegt wird, während die Margin die Sicherheitsleistung beschreibt, die der Händler beim Kauf oder Verkauf eines Future-Kontrakts vorhalten muss.

Wichtig ist an dieser Stelle, dass die Marginanforderungen und somit der genannte Prozentsatz variieren können. Gründe hierfür sind unterschiedliche Anforderungen der Broker unter anderem hinsichtlich der Marktvolatilität, des Overnight-Risikos und der Volatilität des Underlyings selbst.

Berechnung der Margin

Angenommen der Kurs eines Kaffee-Future-Kontrakts mit einer bestimmten Monatsfälligkeit taxiert zu 100 US-Cent und einem Multiplier von 375 USD. In diesem Fall würde der Kontraktwert 37.500 USD betragen. Ein Händler, der diesen Kontrakt kaufen möchte, müsste nun aber keine 37.500 USD bezahlen, sondern lediglich die geforderte Initial Margin hinterlegen.

Demnach müsste der Händler in diesem rein illustrativen Beispiel bspw. eine Margin von 3.750 USD hinterlegen, was einem Zehntel, also 10 % des Kontraktwerts entspricht. Der Erwerb des Futures würde die Kaufkraft des Händlers also in diesem Beispiel statt um 37.500 USD lediglich um 3.750 USD reduzieren.

Kaffee Future-Optionen

An der Intercontinental Exchange (ICE) werden neben den Coffee „C“ Futures auch Optionen auf Kaffee Futures (Ticker: KC) gehandelt. Jede Future-Option bezieht sich auf einen Future-Kontrakt mit 37.500 Pfund Kaffee. Die kleinste Preisänderung (Tick Size) beträgt 0,0001 USD, entsprechend einem Tickwert (Tick Value) von 3,75 USD. Der Multiplikator liegt bei 375 USD, die Notierung erfolgt in US-Cent pro Pfund.

Handelbar sind Optionen auf die regulären Kontraktmonate März, Mai, Juli, September und Dezember. Zusätzlich existieren Serienoptionen für Januar, Februar, April, Juni, August, Oktober und November, deren Basiswert stets der nächste reguläre Future-Kontrakt ist.

Darüber hinaus werden auch Weekly Coffee „C“ Options gehandelt. Die Optionen sind amerikanischer Art. Bei Ausübung entsteht eine Position im entsprechenden Future-Kontrakt. Eine physische Lieferung kommt erst dann in Betracht, wenn der Future bis in den Lieferprozess gehalten wird.

Kaffee Kursentwicklung (Kassa- bzw. Spotmarkt)

Neben Futures-Charts (z. B. Tradingview: KC1! oder Yahoo Finance: KC=F) können zur Beobachtung des Kaffeemarktes auch Kassapreise bzw. physische Preisindikatoren herangezogen werden. Futures bilden den Preis eines bestimmten Liefermonats oder als fortlaufender Kontrakt die Entwicklung aufeinanderfolgender Fälligkeiten ab. Ein echter Spot-Chart zeigt hingegen den aktuellen Kassapreis für physischen Kaffee einer definierten Qualität, Herkunft und Lieferbasis.

Spot-Preise unterliegen weder Rollvorgängen noch Laufzeitbegrenzungen und eignen sich daher besonders für eine kontinuierliche und langfristige Analyse der Kaffeepreisentwicklung am Kassamarkt.

Ausgewählte Fakten zu Kaffee

Kaffee ist eines der weltweit meistkonsumierten Getränke und das meistgehandelte tropische Agrarprodukt der Welt. Die Kaffeepflanze wächst in tropischen Regionen entlang des Äquators, wo ganzjährig Temperaturen über 21 Grad und reichlich Niederschlag herrschen. Im Durchschnitt dauert es drei bis vier Jahre, bis eine Kaffeepflanze zum ersten Mal Früchte trägt.

Saisonalität

Die Nachfrage nach Kaffee ist saisonalen Schwankungen unterworfen. Zwar gibt es keine extremen Ausschläge wie etwa bei Schweinebäuchen, aber es hat sich gezeigt, dass in den heißen Sommermonaten 12 % weniger Kaffee getrunken wird als im Jahresdurchschnitt. Aus diesem Grund gehen die Kaffeeimporte im späten Frühjahr und im Sommer zurück, um dann im Herbst und Winter wieder anzusteigen.

Ernte und Verarbeitung

Die Ernte der sogenannten Kaffeekirschen erfolgt in der Regel von Hand oder maschinell. Ihren Namen verdanken die Früchte der Tatsache, dass sie sich während der Reifung rot färben. Ein erfahrener Kaffeepflücker kann bis zu 200 Pfund an einem Tag ernten. Nach der Weiterverarbeitung entspricht dies knapp 40 Pfund Kaffeebohnen.

Es wird zwischen vier Kaffeesorten unterschieden: Arabica, Robusta, Liberica und Excelsa. Während die beiden letztgenannten Sorten eher unbedeutend sind, macht Arabica je nach Erntejahr rund 57 bis 60 % der weltweiten Kaffeeproduktion aus.

Export

Obwohl der Kaffee seinen Ursprung in Afrika hat, liegt der Exportanteil nur bei rund 16 Prozent. Beim Kaffeeanbau und -export ist Brasilien unangefochtener Spitzenreiter. Beim Weltexport von Kaffeebohnen entfällt im Kaffeejahr 2025/26 rund 30 Prozent des Volumens auf Brasilien, gefolgt von Vietnam und Kolumbien. Die geernteten Kaffeebohnen werden vor allem in die USA und nach Europa verschifft. Fast die Hälfte der Ernte wird jedoch von den Brasilianern selbst getrunken.

Kaffee-Anbaugebiete weltweit

Bei gerösteten und verarbeiteten Kaffeebohnen sind Deutschland, die Schweiz und Italien die führenden Exporteure. Hauptverantwortlich dafür sind Unternehmen wie Nestlé mit den Marken Nespresso und Nescafé, Lavazza, Segafredo sowie die größten deutschen Kaffeeröster Jacobs, Tchibo und Melitta.

Preisentwicklung und Prognose

Die Preise für Arabica- und Robusta-Kaffeebohnen stiegen 2024 vor allem aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen in den Hauptanbaugebieten Brasilien und Vietnam stark an. Auch 2025 blieb der Markt angespannt, da die Nachfrage hoch und die Vorräte in wichtigen Ursprungsländern knapp waren.

Für das Kaffeejahr 2025/26 wird zwar eine sehr hohe beziehungsweise rekordnahe Weltproduktion erwartet, dennoch bleiben wetterbedingte Ausfälle und logistische Risiken wichtige Preistreiber. Verbraucher müssen daher weiterhin mit erhöhten Rohstoffkosten und entsprechenden Preisanpassungen entlang der Lieferkette rechnen.

Weiterführende Informationen

Geschichte des Kaffees

Kaffee hat seinen Ursprung in Ostafrika, insbesondere in Äthiopien. Systematisch angebaut und verbreitet wurde er spätestens ab dem 15. Jahrhundert in Yemen. Von dort fand der Kaffee seinen Weg in den Nahen Osten und in die Kaffeehäuser. Diese trugen wesentlich zu seiner Verbreitung bei, da nun viele Reisende in den Genuss des Heißgetränks kamen.

Im 17. Jahrhundert breitete sich die Kaffeeproduktion nach Südostasien aus, im 18. Jahrhundert nach Südamerika. Heute ist die Tasse Kaffee am Morgen aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken.

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