Good-Til-Canceled (GTC) – Definition & Erklärung

Autor: Philipp Berger

Good-Til-Canceled (Abkürzung: “GTC”, deutsch: „Gültig bis auf Widerruf“) ist eine Börsenorder, die so lange aktiv bleibt, bis sie ausgeführt, storniert oder vom Broker gelöscht wird bzw. verfällt. Die konkrete Laufzeit einer GTC-Order kann von wenigen Wochen oder Monaten bis zu rund einem Jahr reichen.

Anwendung der Good-Til-Canceled (GTC) Order

Der GTC-Orderzusatz gehört zu den sogenannten Time-In-Force (TIF) Attributen und kann häufig mit grundlegenden Orderarten wie Stop-Orders und Limit-Orders kombiniert werden.

Ausführung und Erklärung einer Good-Til-Canceled (GTC) Order am Beispiel der Trader Workstation (TWS)

Bedeutung der GTC-Order

Good-Til-Canceled (GTC) Orders sind eine längerfristige Alternative zu Day Orders, die am Ende des Handelstages verfallen, wenn sie nicht ausgeführt werden. Sie sind jedoch nicht unbegrenzt aktiv. Viele Broker legen Verfallszeiten fest, um zu verhindern, dass vergessene Börsenaufträge unbeabsichtigt ausgeführt werden.

Der Hauptvorteil dieses Ordertyps liegt in der Verringerung des täglichen Verwaltungsaufwands für das Portfolio. Anleger können Take-Profit– oder Stop-Loss-Orders platzieren, die über mehrere Wochen hinweg aktiv bleiben, ohne dass sie ständig neu eingegeben werden müssen.

Allerdings kann vorübergehende Volatilität dazu führen, dass GTC-Orders zu ungünstigen Zeitpunkten ausgeführt werden. Aufgrund solcher Risiken und zur Verringerung der Komplexität haben einige Börsen, darunter die NYSE und Nasdaq, die Annahme nativer GTC-Orders im Aktienhandel eingestellt. Viele Broker bieten sie jedoch weiterhin intern an, indem sie die Orders selbst verwalten oder je nach Handelsplatz täglich neu einreichen.

Hinweis: Eine GTC-Order ist häufig nur während der regulären Handelszeiten aktiv. Für vorbörsliche oder nachbörsliche Ausführungen können separate Einstellungen oder Orderzusätze erforderlich sein.

Beispiel für eine Good-Til-Canceled (GTC) Order

Ein Anleger möchte eine Aktie kaufen, findet den aktuellen Kurs von 20 EUR jedoch zu hoch. Er platziert daher eine Limit-Order mit dem Zusatz „GTC“ und einem Kaufpreis von 15 EUR.

  • Sinkt der Kurs auf 15 EUR oder darunter, kann die Order automatisch ausgeführt werden.
  • Steigt der Kurs oder erreicht das gesetzte Limit nicht innerhalb der Laufzeit, bleibt die Order aktiv, bis sie entweder abläuft oder der Anleger sie manuell storniert.

Zusammengefasst: Eigenschaften der GTC-Order

  • Geeignet für Anleger, die nicht ständig den Markt beobachten möchten.
  • Können als Limit-, Stop- oder Stop-Limit-Order platziert werden, um bei bestimmten Kursniveaus zu kaufen oder zu verkaufen.
  • Kauf-Limit-Orders werden nur zum Limitpreis oder günstiger ausgeführt, Verkaufs-Limit-Orders nur zum Limitpreis oder besser. Die Order kann auch teilweise oder gar nicht ausgeführt werden.
  • Stop-Orders können aufgrund von Kurslücken zu einem deutlich schlechteren Preis als erwartet ausgeführt werden, da sie bei Erreichen des gesetzten Stop-Levels als Market Order ausgeführt werden.
  • Stop-Limit-Orders begrenzen den Ausführungspreis, können dafür aber unausgeführt bleiben, wenn der Markt den Limitpreis nicht erreicht.

Siehe hierzu auch: Good-Til-Extended-Market (GTEM), Good-Til-Date (GTD)

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