Cash-Flow-to-Debt Ratio / Schuldentilgungsdauer – Definition & Interpretation
Die Cash-Flow-to-Debt Ratio (deutsch: „Schuldentilgungsdauer“) zeigt rein rechnerisch, nach wie vielen Jahren der laufende operative Geldzufluss eines Unternehmens dessen verzinsliche Finanzschulden tilgen könnte. Es handelt sich um eine fiktive Kennzahl, die keine tatsächliche Tilgungsplanung, Fälligkeitenstruktur, Zinszahlungen oder Investitionsbedarfe berücksichtigt.
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Cash-Flow-to-Debt Ratio – Definition
Die Cash-Flow-to-Debt Ratio gibt die theoretische Zeit an, die ein Unternehmen brauchen würde, um seine verzinslichen Finanzschulden vollständig zu tilgen. Dabei wird angenommen, dass der aktuelle jährliche Cashflow konstant bleibt und vollständig zur Entschuldung eingesetzt wird.
Cash-Flow-to-Debt Ratio – Berechnung
Die Cashflow-to-Debt Ratio wird berechnet, indem der Operating Cash Flow (OCF) durch die zinstragenden (Netto-)Verbindlichkeiten geteilt wird.
Formel für eine Quote in Prozent:
Formel zur Berechnung der Schuldentilgungsdauer in Jahren:
Datenquellen in der Praxis
- Operating Cash Flow (OCF): steht in der Kapitalflussrechnung (Cash Flow Statement).
- Finanzschulden: Für diese Kennzahl sollten zinstragende Finanzverbindlichkeiten aus der Bilanz herangezogen werden (kurz- und langfristig, z. B. Bankdarlehen, Anleihen, Schuldscheine, Leasingverbindlichkeiten). Häufig wird die Nettofinanzverschuldung berechnet: Finanzverbindlichkeiten minus liquide Mittel.
Free Cash Flow (FCF) to Debt
Der operative Cashflow (OCF) zeigt, was aus dem Kerngeschäft zufließt. Ein Teil davon wird jedoch für notwendige Investitionen (z. B. Maschinenersatz) gebraucht. Der Free Cash Flow (FCF) zieht solche Investitionsausgaben (CapEX) ab und bildet damit realistischer ab, was zur Entschuldung übrig bleibt. Daher gild die „FCF to Debt“ als die konservativere Variante der Schuldentilgungsdauer.
Die Formel lautet:
Interpetation der Cash-Flow-to-Debt Ratio
Die Cash-Flow-to-Debt Ratio zeigt, wie viele Jahre es theoretisch bräuchte, um die Schulden bei heutigem Cashflow abzubauen.
- Hoher Wert (bzw. kurze Tilgungsdauer in Jahren):
Das Unternehmen erwirtschaftet viel Cashflow im Verhältnis zu seinen Schulden. Es könnte seine Verbindlichkeiten also vergleichsweise schnell tilgen. Das spricht für eine gute Schuldentragfähigkeit und finanzielle Stabilität. - Niedriger Wert (bzw. lange Tilgungsdauer):
Der Cashflow reicht nur langsam, um die Schulden zurückzuführen. Das Unternehmen ist anfälliger für Belastungen (z. B. Zinsanstiege, Nachfragerückgänge oder Investitionsbedarf).
Praktische Hinweise für Vergleichbarkeit & Interpretation
Die Kennzahl sollte nie isoliert betrachtet werden. Aussagekraft entsteht erst im Zusammenhang mit:
- der Branche (zyklisch vs. defensiv),
- der Investitionsintensität (CapEX),
- und ergänzenden Kennzahlen, z. B.:
- Net Debt / EBITDA zeigt die Verschuldung im Verhältnis zur operativen Ertragskraft,
- Der Zinsdeckungsgrad misst, ob die Zinsen aus dem Ergebnis gezahlt werden können,
- DSCR (Debt Service Coverage Ratio) deckt Zins + Tilgung ab,
- Liquiditätsreserven und Fälligkeitsprofil (wann werden Schulden tatsächlich zurückgezahlt?).
Schuldentilgungsdauer vs. klassischer Verschuldungsgrad
Der Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity Ratio) zeigt, wie ein Unternehmen finanziert ist. Er sagt aber nicht, ob ein Unternehmen seine Schulden auch wirklich bedienen kann. Die Cash-Flow-to-Debt Ratio betrachtet dagegen, wie viel Geld tatsächlich zufließt, um Schulden zurückzuzahlen.
Ein Unternehmen kann also trotz hoher nomineller Schulden tragfähig sein, wenn der operative Cashflow stabil und wiederkehrend ist (z. B. bei Versorgungsunternehmen oder Softwarefirmen mit regelmäßigen Einnahmen).
Nachteile der Kennzahl
Die Cash-Flow-to-Debt Ratio ist nützlich, um die Rückzahlungsfähigkeit eines Unternehmens grob einzuschätzen, aber sie hat auch deutliche Grenzen. Sie funktioniert am besten, wenn sie im Zeitverlauf beobachtet, um Sondereffekte bereinigt und durch weitere Kennzahlen ergänzt wird.
Die wichtigste Nachteile sind
- Momentaufnahme statt Prognose: Die Kennzahl basiert auf vergangenen Cashflows (meist aus dem letzten Geschäftsjahr oder den letzten 12 Monaten). Ändert sich die wirtschaftliche Lage (etwa durch sinkende Preise, Nachfrageeinbrüche oder Zahlungsausfälle) kann sich die Tilgungsdauer rasch verlängern.
- Volatilität durch Working Capital: Der operative Cashflow wird stark vom Working Capital beeinflusst (Lagerbeständen, Forderungen und Verbindlichkeiten). Schon kleine Änderungen hier können den Cashflow eines Jahres deutlich verzerren.
- Abgrenzungs- und Bilanzierungsunterschiede: Nicht jedes Unternehmen definiert „Schulden“ oder „Cashflow“ gleich. Beispiele:
- Einbezug oder Ausschluss von Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16),
- Bruttoschulden vs. Nettofinanzschulden (nach Abzug liquider Mittel),
- Verwendung von operativem Cashflow vs. freiem Cashflow (FCF).
- Zins- und Laufzeitenrisiken bleiben außen vor: Die Kennzahl sagt nichts darüber aus, wann Schulden fällig werden oder zu welchen Zinssätzen sie aufgenommen wurden.
Ein Unternehmen mit kurzfristigen Krediten oder variablen Zinsen kann trotz guter Ratio schnell in Schwierigkeiten geraten, wenn Refinanzierung teurer wird. - Sondereffekte und Bilanzpolitik: Manche Maßnahmen können die Kennzahl künstlich verbessern: z. B. der Verkauf von Vermögenswerten, Factoring von Forderungen oder das Verschieben von Investitionen. Dadurch steigt kurzfristig der Cashflow. Die Schuldentilgungsdauer wirkt günstiger, obwohl sich die echte Lage kaum verbessert hat.
Cash-Flow-to-Debt Ratio im Beispiel
Die Berechnung der Cash-Flow-to-Debt Ratio für Continental AG erfolgt aufgrund der Konzernbilanz von Continental AG aus dem Jahr 2024.
Die herangezogenen Werte sind:
- Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (OCF) 2024: 2.934 Mio. EUR
- Free Cashflow (FCF) 2024: 1.114 Mio. EUR
Herleitung der (Netto-)Schulden
Die Netto-Finanzschulden (31.12.2024) wurden wie folgt hergeleitet:
- Langfr. + kurzfr. Finanzschulden: 4.112 Mio. EUR + 2.797 Mio. EUR = 6.909 Mio EUR
- abzgl. langfr. derivative/verzinsliche Anlagen: 81 Mio. EUR + kurzfr. 151 Mio. EUR
- abzgl. flüssige Mittel: 2.966 Mio. EUR
Berechnung der Cash-Flow-to-Debt
Die Cash-Flow-to-Debt Ratio wird in diesem Beispiel auf Basis der Nettofinanzschulden (zinstragende Finanzverbindlichkeiten minus liquide Mittel und verzinsliche/derivative Anlagen) ausgerechnet.
Die konservative FCF-Variante (Investitionsausgaben bereits abgezogen) wird wie folgt berechnet.
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