CapEx (Capital Expenditures) – Definition & Berechnung

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die CapEx (Capital Expenditures), auch bekannt als „Investitionsausgaben“, fassen Investitionsausgaben für das Anlagevermögen, also für längerfristige Anlagegüter wie bspw. Maschinen und Gebäude (engl. „Growth Capex“), aber auch Investitionsausgaben für Instandhaltung, Ersatzteile, usw. (engl. „Maintenance Capex“) eines Unternehmens zusammen.

Nicht zu verwechseln sind die CapEx mit den sogenannten OpEx, die im laufenden Geschäftsbetrieb beispielsweise für Rohstoffe und Löhne anfallen. Investoren können die CapEx nutzen, um die Anlagenintensität eines Unternehmens und dessen Investitionen besser einzuschätzen. Darüber hinaus werden die CapEx als interne Kennzahl in Unternehmen verwendet.

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CapEx – Definition

Die Abkürzung CapEx steht für die betriebswirtschaftliche Kenngröße Capital Expenditures. Diese fassen Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter wie etwa Maschinen und Gebäude (engl. „Growth Capex“), sowie Investitionsausgaben für Instandhaltung (engl. „Maintenance Capex“) eines Unternehmens zusammen.

Mit der Analyse der Investitionsausgaben kann ein Investor die Investitionstätigkeit eines Unternehmens bewerten. Diese werden auch als Investitionsgüter oder Anlagevermögen bezeichnet. Capital Expenditures erhöhen grundsätzlich die Aktiva eines Unternehmens.

Zum Teil weisen Unternehmen die CapEx direkt in der Cash Flow Rechnung aus. Ist dies nicht der Fall, können Investoren diese indirekt auf Basis der Vermögensveränderungen und Abschreibungen ermitteln.

Erklärung und Geschichte der Kennzahl

Der Begriff der CapEx stammt aus dem internen Rechnungswesen von Unternehmen. Die Kennzahl ist ein mögliches Steuerungsmaß für das Management eines Betriebes. Berücksichtigt werden alle Ausgaben für Vermögensgegenstände, die langfristig (in der Regel mehr als 1 Jahr) genutzt werden sollen. Hierzu zählen beispielsweise Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge sowie Hard- und Software, etc. Die CapEx werden als absoluter Betrag in Berichtswährung des Unternehmens angegeben.

Fachlich ist in Deutschland ausschließlich die Übersetzung der CapEx mit Investitionsausgaben korrekt. Die ebenfalls verbreitete Bezeichnung als Investitionskosten ist deshalb fehlerhaft, weil es sich betriebswirtschaftlich bei den Capital Expenditures nicht um Kosten handelt. Eine Investition ist lediglich eine Ausgabe. Der Aufwand für das Unternehmen entsteht erst mit den Abschreibungen in den folgenden Jahren (bzw. anteilig ab dem ersten Jahresabschluss). Erst durch die Abschreibungen mindert sich der Gewinn eines Unternehmens.

Hinweis: Investitionsausgaben entstehen nicht nur beim Kauf neuer Vermögensgegenstände. Die Instandsetzung und Reparatur von Maschinen und Gebäuden fließt genauso in die CapEx mit ein, wie deren Neuanschaffung.

CapEx – Berechnung

Die Berechnung der Capital Expenditures kann, ähnlich dem Cash Flow, direkt und indirekt erfolgen. Die direkte Ermittlung führen vorrangig die Unternehmen selbst durch, denn die im Unternehmen gebuchten Geschäftsvorfälle für Anlagevermögen werden lediglich addiert und ergeben die Investitionsausgaben. Teilweise wird die Berechnung automatisch von der ERP (Enterprise Ressource Planning) Software durchgeführt. Alternativ werden die CapEx vielfach auch direkt im Cash Flow Statement ausgewiesen.

Indirekte Methode

Auf die indirekte Ermittlung können Investoren und Analysten zurückgreifen, die keinen direkten Zugriff auf die Capital Expenditures haben, bspw. wenn die CapEx nicht im Cash Flow Statement ausgewiesen werden. Als Datenbasis dienen die aktuelle Bilanz und die Bilanz des Vorjahres sowie die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) des aktuellen Jahres. Anhand der beiden Bilanzen wird die Veränderung des Anlagevermögens ermittelt.

Die Veränderung des Anlagevermögens wird mit dieser Formel ermittelt:

Veränderung~des~Anlagevermögens=Anlagevermögen~aktuelles~Jahr-Anlagevermögen~Vorjahr

Zu der Veränderung des Anlagevermögens werden nun die Abschreibungen hinzugerechnet. Dieses Vorgehen ist damit zu begründen, dass Abschreibungen den Wertverlust des Anlagevermögens widerspiegeln.

Beispiel: Ein Unternehmen verfügt zum Ende von Jahr 1 über ein bilanziertes Anlagevermögen von 2.000.000 Euro. Im Laufe von Jahr 2 wird eine Maschine für 500.000 Euro angeschafft. Am Ende von Jahr 2 werden in der Bilanz Abschreibungen von 250.000 Euro vorgenommen. Die Investitionsausgaben betragen in diesem Beispiel 750.000 Euro (500.000 Euro Anschaffung der Maschine + 250.000 Euro Abschreibung). Betrachtet ein Außenstehender hingegen nur die Bilanzen, ergibt sich zum Ende von Jahr 2 ein Wert des Anlagevermögens von 2.500.000 Euro aufgrund der Abschreibungen. Der Investor würde folglich falsche CapEx annehmen, wenn keine Berücksichtigung der Abschreibungen stattfindet.

Daraus ergibt sich folgende Formel zur Berechnung der CapEx:

CapEx=Veränderung~des~Anlagevermögens+Abschreibungen

CapEx – Interpretation und Bedeutung

Die Entwicklung der Investitionsausgaben im Zeitverlauf kann einem Investor Hinweise für eine Unternehmensanalyse liefern. Prinzipiell kann der Investor anhand der Investitionsausgaben erkennen, wie aktiv ein Unternehmen Investitionen durchführt. Auch wenn Investitionen einen Abfluss von Geldmitteln bedeuten, können Sie in den folgenden Perioden die Ertragskraft erhöhen. Die laufenden Capital Expenditures sind somit unter Umständen eine wichtige Voraussetzung für Umsätze und Gewinne in der Zukunft.

Hohe CapEx können zudem ein starkes Kundeninteresse signalisieren. Ohne eine entsprechende Nachfrage wäre es nicht notwendig, dauerhaft hohe Investitionen zu tätigen. Ein besonderes Augenmerk liegt daher auf sogenannten Growth CapEx, also den Erweiterungsinvestitionen, die zusätzliches Wachstum generieren sollen. Diese dienen nicht nur der Instandsetzung („Maintenance CapEx“), sondern erhöhen die Produktionskapazität oder die Qualität der Produkte.

Zukünftige Belastung durch Abschreibungen erkennen

Anhand der aktuellen Capital Expenditures können Investoren ebenfalls erkennen, wie stark das Betriebsergebnis zukünftig durch Abschreibungen belastet wird. Je mehr Investitionen vorgenommen werden, desto stärker wirken sich in den Folgejahren die Wertminderungen dieser Vermögensgegenstände aus. Dies ist unproblematisch, wenn die Maschinen und Gebäude entsprechende Erträge generieren. Wurde jedoch eine Maschine erworben, deren Produkte sich nicht verkaufen lassen, entsteht voraussichtlich ein Verlust für das Unternehmen.

Hinweis: Ein Geschäft wächst für gewöhnlich, wenn die Capital Expenditures dauerhaft über den Abschreibungen liegen.

Investitionsausgaben als Vergleichsinstrument

Die Nutzung der Investitionsausgaben als Vergleichsinstrument ist nur innerhalb einer Branche empfehlenswert. Je nach Branchenstruktur und Anlagenintensität ergeben sich unterschiedlich hohe, typische Capital Expenditures.

Innerhalb einer Branche kann ein Vergleich der Investitionsausgaben dagegen sinnvolle Ergebnisse liefern. Beispielsweise können Rückschlüsse auf die Marktposition gezogen werden. Hohe Investitionsausgaben sprechen dafür, dass ein Unternehmen seine Produkte möglicherweise besser im Markt platzieren kann als die Konkurrenz. Jedoch stellen hohe Capital Expenditures auch ein Risiko dar. Letztendlich ist es nicht mit Sicherheit prognostizierbar, ob sich eine Investition für ein Unternehmen auszahlt.

Nachteile der Kennzahl

Die Capital Expenditures können einem Investor einen zusätzlichen Blickwinkel auf die Investitionen eines Unternehmens eröffnen. Dennoch ist es notwendig, dass diese Kennzahl um weitere Faktoren ergänzt wird. Andernfalls kann eine Anlageentscheidung aufgrund unvollständiger Daten oder unzulässiger Schlüsse getroffen werden.

Eine Limitierung der Investitionsausgaben besteht beispielsweise darin, dass für gewöhnlich keine Trennung zwischen Growth CapEx und Maintenance CapEx durchgeführt wird. Somit ist zwar ersichtlich, wie viel Geld in der Betrachtungsperiode investiert wurde, aber nicht aus welchem Grund.

Growth CapEx, auch „Ersatz- bzw. Instandhaltungsinvestitionen“, also der Ersatz einer bestehenden Anlage durch eine Neue, ist kein Indiz für Wachstum. Die Investition ist dann vielmehr notwendig, um die aktuell vorhandene Ertragskraft beizubehalten. Eine positive Rendite kann ein Investor dem Grundsatz nach langfristig nur in Verbindung mit Wachstum erreichen. Ein Hinweis auf Wachstum wären beispielsweise Growth CapEx, also „Erweiterungsinvestitionen“.

Keine Aussagen über Ertragslage & Liquidität

Des Weiteren treffen die Capital Expenditures keine Aussage über die Ertragslage oder die Liquidität eines Unternehmens. Ein Investor kann selbst bei hohen Investitionsausgaben nicht erkennen, ob das Unternehmen seine kurzfristigen Verbindlichkeiten bedienen kann, oder rentabel ist. Hierzu müssen die GuV und das Cash Flow Statement ergänzend analysiert werden.

Ein zusätzliches Risiko entsteht bei der Schlussfolgerung, hohe Capital Expenditures ausschließlich positiv zu bewerten. Denn eine Investition ist grundsätzlich nur dann positiv für das Unternehmen, wenn sie einen positiven Kapitalwert hat. Vereinfacht bedeutet das, dass Erträge durch eine Investition deren Anschaffungswert inklusive aller Kosten der Nutzungsdauer übersteigen müssen. Hohe Investitionsausgaben sind folglich nur bei rentablen Investitionsprojekten positiv zu bewerten.

CapEx vs OpEx

Nicht zu verwechseln sind Capital Expenditures mit Operating Expenditures (OpEx), die Ausgaben des operativen Geschäftes. Dazu zählen beispielsweise Büromaterial, Rohstoffe, Gehälter und vergleichbare Ausgaben. OpEx dienen somit dem Kerngeschäft des Unternehmens. Dabei gilt es darauf zu achten, wie CapEx und OpEx eines Unternehmens zusammengesetzt sind.

Beispiel: Unternehmen können maßgeblich daran mitwirken, ob die firmeneigenen Vermögensgegenstände als CapEx oder OpEx bewertet werden. Kauft ein Unternehmen beispielsweise Telefonanlagen, so werden diese als Investitionsausgaben aufgeführt. Dann findet eine Abschreibung der Investition über mehrere Perioden statt. Werden die gleichen Telefone geleast, tauchen sie beispielsweise nicht in der Bilanz (durch Erhöhung im Anlagevermögen) des Unternehmens auf und gelten als laufende Kosten.

In Deutschland kann der Unterschied zwischen CapEx und OpEx auch zu steuerlichen Unterschieden führen. Der Aufwand der OpEx mindert sofort die Steuerschuld, während CapEx dies lediglich schrittweise mit den Abschreibungen tun. Folglich können Unternehmen bestrebt sein, geringe Investitionsausgaben anzuzeigen, wenn sie den gleichen Vermögenswert auch als OpEx ausweisen können.

Selbst höhere Gesamtkosten werden dabei unter Umständen in Kauf genommen. Die vorgezogene Steuerentlastung sowie die verbesserte Liquidität können die Mehraufwendungen letztendlich übersteigen. Zudem ist die Verschiebung zwischen OpEx und CapEx ein mögliches bilanzpolitisches Instrument.

Hinweis: Die internationalen Rechnungslegungsnormen (IFRS) haben auf diese Entwicklung bereits reagiert. Mit den IFRS 16 „Leases“ müssen Unternehmen auch bestimmte Leasinggegenstände in der eigenen Bilanz abbilden. Damit sollen zumindest innerhalb der Bilanz Unternehmen die einen Gegenstand leasen mit solchen vergleichbar sein, die ihn tatsächlich erworben haben.

Was ist eine Maintenance CapEx?

Als Maintenance CapEx gelten die sogenannten Ersatz-, Instandhaltungs- oder Erhaltungsinvestitionen. Diese Investitionen sind notwendig, damit ein Unternehmen den aktuellen Umsatz oder Gewinn auch zukünftig erwirtschaften kann. Für externe Bewerter ist die Ermittlung der Maintenance CapEx nur eingeschränkt möglich. Nur das Unternehmen selbst kann die Unterscheidung zwischen Ersatz-, Erweiterungs- und Neuinvestitionen zweifelsfrei vornehmen.

Ein möglicher Ansatz für die Bestimmung der Maintenance CapEx durch externe Stakeholder sind die Abschreibungen. Diese werden unter Umständen als Instandhaltungsinvestitionen „unterstellt“. Dafür ist jedoch entscheidend, wie sich die Bilanzposition „Sachanlagen“ verändert und dass aufgrund technischen Fortschritts der gleichwertige Ersatz tendenziell niedriger ausfällt als die Abschreibung. Abhängig von diesen Faktoren nimmt die Genauigkeit dieses Lösungsansatzes zu oder ab.

Free Cash Flow und die CapEx

Der Free Cash Flow (FCF) und die Capital Expenditures sind eng miteinander verbunden. Das liegt daran, dass die Auszahlungen für Investitionsgüter direkten Einfluss auf den Investing Cash Flow haben. Hohe Investitionen sorgen für einen negativen Investing Cash Flow. Dieser kann jedoch als positiv für ein Unternehmen bewertet werden.

Da sich der Free Cash Flow aus dem Operating Cash Flow und dem Investing Cash Flow zusammensetzt, haben folglich auch CapEx einen Einfluss auf den FCF. Durch jede zahlungswirksame Investition sinkt der Free Cash Flow. Auch hier kommt es zu einer Verlagerung. Hohe Investitionen bieten die Chance für hohe Cash Flows in der Zukunft.

Weitere Kennzahlen (CapEx-Ratio und Wachstumsquote)

Auf Basis der Capital Expenditures lassen sich weitere Kennzahlen ableiten. Die Aussagekraft der ursprünglichen Kennzahl kann in diesem Zusammenhang erhöht werden.

CapEx-Ratio

Da die Capital Expenditures beispielsweise für höhere Umsatzerlöse sorgen sollen, kann es sinnvoll sein, diese mit den Umsätzen eines Unternehmens zu vergleichen. Daraus ergibt sich die CapEx-Ratio. Diese Quote gibt an, welchen Anteil vom Gesamtumsatz die Investitionsausgaben ausmachen. Ein hoher oder niedriger Wert ist dabei per se nicht positiv oder negativ. Es kommt vielmehr auf die Entwicklung der Quote im Zeitverlauf und die Werte von Konkurrenten an. Die Formel für CapEx-Ratio lautet:

CapEx-Ratio=\frac{CapEx}{Umsatzerlöse}*100

CapEx-Wachstumsquote

Die CapEx-Wachstumsquote ist eine weitere Möglichkeit der Kombination von CapEx und einer anderen betriebswirtschaftlichen Größe. In diesem Fall findet ein Vergleich mit den Abschreibungen auf Sachanlagen statt. Das Ergebnis kann darüber Auskunft geben, ob die Sachanlagen nach Abschreibungen tatsächlich zu- oder abnehmen. Ein Wert von mehr als 100 % zeigt eine Wertzunahme an. Die CapEx-Wachstumsquote kann wie folgt berechnet werden:

CapEx-Wachstumsrate=\frac{CapEx}{Abschreibungen~auf~Sachanlagen}*100

Beispiel für die Ermittlung von Investitionsausgaben

In diesem Beispiel sollen für den Autobauer Volkswagen die CapEx sowie die CapEx-Ratio berechnet werden. Die Berechnungsgrundlagen stammen aus der Bilanz und Erfolgsrechnung des Unternehmens.

Volkswagen hat vom Jahr 2018 auf das Jahr 2019 einen Zuwachs der Sachanlagen um 8,522 Milliarden Euro zu verzeichnen. Zuzüglich der Abschreibungen ergibt sich folgende Berechnung.

CapEx~VW=8,522~Mrd.~EUR+24,439~Mrd.~EUR=32,961~Mrd.~EUR

In Relation mit dem Umsatz von Volkswagen lässt sich die CapEx-Ratio als zusätzliche Kennzahl ermitteln.

CapEx-Ratio~VW=\frac{32,961~Mrd.~EUR }{252,632~Mrd.~EUR }*100=13,05\%

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