Implied Volatility Rank (IV Rank) – Erklärung

Autor: - Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Implied Volatility Rank (kurz: IV Rank) ist eine beliebte Kennzahl, um die implizite Volatilität zu messen und in zeitliche Relation zusetzen. Vereinfacht formuliert können mit dem IV Rank Aussagen getroffen werden, ob die aktuelle implizite Volatilität einer Option auf ein spezifisches Underlying derzeit hoch oder niedrig ist, basierend auf den historischen impliziten Volatilitäten eines gewissen Zeitraums (bspw. Jahreszeitraum). Daraus lassen sich Rückschlüsse auf für den Anleger vorteilhaftere Strategie ziehen.

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Implied Volatility Rank – Was ist darunter zu verstehen?

Der Implied Volatility Rank (IV Rank) ist eines der wichtigsten Konzepte beim Optionshandel, wenngleich viele Anleger lediglich die isolierte Betrachtung der impliziten Volatilität in ihren Entscheidungsfindungsprozess mit einbeziehen. Erst durch die Betrachtung des IV Rank lässt sich die aktuell vorherrschende impliziten Volatilität in einem Underlying in Relation setzen.

Dadurch ist es einem Anleger letztlich möglich zu bewerten, ob eine Option zum aktuellen Zeitpunkt im historischen Vergleich teuer oder günstig bepreist ist. Vereinfacht ausgedrückt, setzt der IV Rank die aktuelle implizite Volatilität in einen historischen Kontext.

Wie wird der Implied Volatility Rank berechnet?

Auch wenn die Kennzahl, insbesondere für neue Anleger, auf den ersten Blick kompliziert bzw. schwer greifbar erscheinen mag, verbirgt sich hinter dem IV Rank eine simple Kalkulation:

IV~Rank=\frac{(Aktuelles~IV~Level - 52~Wochen~IV~Tief)}{(52~Wochen~IV~Hoch - 52~Wochen~IV~Tief)}*100

In Worten wird für die Bestimmung des IV Rank der Quotient aus der Differenz des aktuellen IV Levels abzüglich dem 52 Wochen IV Tief und der Differenz des 52 Wochen IV Hochs abzüglich dem 52 Wochen IV Tief gebildet. Das Ergebnis dieser Division wird schließlich mit 100 multipliziert.

Das Produkt spiegelt den Implied Volatility Rank des zu betrachtenden Underlyings wider. Auf Basis dieses Datenpunkts lassen sich Aussagen darüber treffen, ob die aktuelle implizite Volatilität im Vergleich zum zurückliegenden 52 Wochen Zeitraum hoch oder niedrig ist.

Berechnung der Implied Volatility Rank

IV Rank – Interpretation

Grundsätzlich gilt: Die implizite Volatilität wirkt sich direkt auf die Preisgestaltung einer Option aus. Optionen mit hoher impliziter Volatilität haben eine höhere Prämie als Optionen mit niedriger impliziter Volatilität. Das bedeutet, Optionskäufer zahlen mehr für die Option, wenn die implizite Volatilität hoch ist und Optionsverkäufer (auch Stillhalter genannt) vereinnahmen durch den Verkauf an den Käufer mehr Geld.

Deshalb gilt der Grundsatz, dass Stillhalter Optionen mit möglichst hoher impliziter Volatilität verkaufen wollen, da sie dadurch eine höhere Prämie erhalten, wenngleich Optionskäufer bemüht sind, Optionen bei möglichst niedriger impliziter Volatilität zu kaufen, da die Optionen hier günstiger zu erwerben sind. Dieser Zusammenhang ist eines der wichtigsten Konzepten beim Handel mit Optionen. Es erklärt auch, warum die Betrachtung der impliziten Volatilität im Rahmen des Implied Volatility Rank aussagekräftiger ist als eine isolierte Betrachtung.

Weiterführende Betrachtung

Betrachtet werden zwei Optionen: Eine Option auf den S&P 500 Index und eine auf die Tesla Aktie. Typischerweise besitzt erstere Option eine deutlich niedrigere implizite Volatilität als jene auf die Tesla Aktie. Warum ist das so? Zum einen bildet der S&P 500 ein Portfolio aus 500 der größten US-Unternehmen ab. Breit diversifizierte Portfolios unterliegen geringeren Schwankungen als Einzelwerte, weshalb sie definitionsgemäß eine niedrigere Volatilität aufweisen.

Vereinfacht könnte man auch sagen, dass drastische Kursänderungen eines Einzelwerts in einem Portfolio einen geringen Effekt auf die gesamte Portfolioperformance haben und sich der Wert eines Portfolios somit stabiler entwickelt als der einer einzelnen Aktie. Stabil meint hierbei mit weniger Schwankung.

Würde das nun bedeuten, dass sich der Verkauf von Optionen auf den S&P 500 für Stillhalter nie lohnen würde, weil die implizite Volatilität immer niedriger ist als bei Einzelwerten?

Nein. Um diese Fragestellung beantworten zu können, muss der Implied Volatility Rank betrachtet werden.

Die alleinige Tatsache, dass ein Underlying möglicherweise kein hohes Maß an impliziter Volatilität erreicht (im Vergleich zu anderen Underlyings), bedeutet nicht, dass die Optionen immer günstig bewertet sind. Um den Preis einer Option richtig bewerten zu können, ist der Vergleich des aktuellen Niveaus der impliziten Volatilität mit dem Vergangenheitsniveau über einen bestimmten Zeitraum notwendig.

Beispiel – Bewertung des IV Rank

Angenommen eine Option auf den S&P 500 Index hatte in den vergangenen 52 Wochen eine implizite Volatilität in der Spannweite von 16 % bis 41 % und die aktuelle implizite Volatilität liegt bei 32 %. Durch die isolierte Betrachtung der aktuellen impliziten Volatilität, könnte ein Anleger keine Handlung ableiten. Im Gegenteil. Durch den Vergleich mit anderen impliziten Volatilitäten, wie bspw. der Tesla Aktie (die meist über 100 % liegt), könnte der Anleger zu einem Fehlurteil gelangen, dass die Option günstig bewertet sei.

Tatsächlich wäre die Option mit einer impliziten Volatilität von 32 % jedoch teuer bewertet, wenn man die Spanne des zurückliegenden Zeitraums betrachtet. Auf Basis der Annahmen würde die Option auf den S&P 500 einen Implied Volatility Rank von 64 aufweisen (siehe Gleichung). Obwohl eine implizite Volatilität von 32 % auf den ersten Blick niedrig erscheinen mag, würde der IV Rank von 64 eine vergleichsweise teure Bepreisung der Option zum aktuellen Zeitpunkt bedeuten.

Schlussfolgernd wäre der aktuelle Zeitpunkt für einen Kauf der Option eher ungünstig, da die Option im historischen Vergleich teuer ist, während der Stillhalter in dieser Marktphase aktiv werden könnte, da er aktuell im Vergleich mehr Geld für den Verkauf der Option erhalten würde. Welche Strategien sich hieraus ableiten lassen, können Sie in folgendem Artikel nachlesen: „Stillhaltergeschäfte – Strategie mit Optionen„.

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