Geldanlage für 3 Jahre [Vergleich 2022]

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Welche Möglichkeiten haben private Sparer, um ihr Geld für drei Jahre anzulegen? Diese Frage steht zunehmend im Mittelpunkt – insbesondere in einem Umfeld von Niedrigzinsen, steigender Inflationsraten und hohen gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten. In diesem Artikel wird erklärt, was man bei einer Investition mit einer mittelfristigen Laufzeit von drei Jahren an den Finanzmärkten grundsätzlich beachten sollte und welche Herausforderungen aktuell dabei bestehen.

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Herausforderungen einer Geldanlage für 3 Jahre

Es gibt mehrere Gründe, wieso es heutzutage nicht einfach ist, Geld für drei Jahre gewinnbringend anzulegen. Im Folgenden werden vier zentrale Herausforderungen genannt:

1. Niedrigzinsumfeld in der Eurozone
Aktuell gibt es für sichere Geldanlagen (z.B. Bundesanleihen, Festgeld) kaum noch nennenswerte positive (nominale) Renditen. Ein zentraler Grund liegt in der immer expansiveren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) seit 2008. Dementsprechend ist der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) signifikant gesunken. Dieser gibt den durchschnittlichen Zinssatz an, zu dem europäische Banken unbesicherte, kurzfristige Kredite auf dem Geldmarkt anbieten würden.

3-Monats-Euribor im Zeitverlauf
3-Monats-Euribor im Zeitverlauf

Zur Veranschaulichung des Niedrigzinsumfelds ist oben die historische Entwicklung des Euribors dargestellt (Quelle). Aufgrund der Negativzinsen (und ggf. zusätzlicher Verwahrentgelte) sind sichere Geldanlagen bei steigender Inflation sehr uninteressant geworden. Bezogen auf die Realverzinsung bedeutet dies aktuell ein Verlustgeschäft (siehe Vergleich).

2. Steigende Inflationsraten
Die jährliche Inflationsrate (prozentualer Anstieg des Preisniveaus zwischen zwei Zeitpunkten, häufig gemessen am Verbraucherpreisindex) im Euroraum ist deutlich gestiegen: von knapp 1% im Januar 2021 auf 5% im Dezember (Quelle: eurostat (2021)). Damit geht eine Entwertung des Geldes einher, welches meist auf einem Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparkonto oder bar gehalten wird. Je höher die Inflation im Heimatland ausfällt, desto größer das allgemeine Interesse an alternativen Geldanlagen.

3. Steigende Kosten für Bankkunden
Nicht nur die Inflationsrate, sondern auch die Kosten für Kunden, die ihre Ersparnisse sicher bei der Hausbank parken wollen, sind in jüngster Vergangenheit bemerkenswert gestiegen. Insbesondere seit dem Jahr 2022 führten große Banken in Deutschland vermehrt Verwahrentgelte bzw. Negativzinsen ein (oftmals in Höhe von 0,50%). Zudem gibt es in der Regel einen Freibetrag (z.B. in Höhe von 50.000 Euro) für das Verwahrentgelt, das in Abhängigkeit von der jeweiligen Bank pro Kundenbeziehung oder für jedes einzelne Konto besteht.

4. Hohe Unsicherheiten
Bei steigenden Inflationsraten weltweit steigt auch die Unsicherheit auf den Finanzmärkten sowie in der Gesellschaft. Der Druck auf Zentralbanken, ihre Leitzinsen zu erhöhen, nimmt immer weiter zu. Gerade nach jahrelangen Niedrigzinsen ist es ungewiss, wie Finanzmärkte auf ein sogenanntes Tapering der Notenbanken reagieren würden. Dies könnte auch ein Grund sein, wieso private Sparer ihr Geld erstmal mittelfristig (Laufzeit von etwa drei Jahren) anstatt langfristig (Laufzeit von über fünf Jahren) investieren möchten. Möglicherweise steigen die Zinsen auf Anleihen oder Festgeldkonten, wenn Zentralbanken ihren Leitzinssatz wieder anheben würden. Mit einer mittelfristigen Geldanlage könnten Anleger auf eine mögliche Zinswende schneller reagieren, als wenn sie längerfristig investiert wären.

Wie viel Rendite gibt es bei einer Geldanlage für 3 Jahre? – Ein Vergleich

Die erwartete Rendite bei einer Geldanlage von drei Jahren hängt insbesondere von der Auswahl der Anlageklasse sowie gegebenenfalls vom tatsächlichen Kauf- und Verkaufstag ab. Grundsätzlich können Wertentwicklungen von Geldanlagen nicht pauschalisiert werden. Im Folgenden wird ein beispielhafter Renditevergleich von einigen gängigen Geldanlagen für diese Laufzeit dargestellt. Dazu werden beispielhaft aktuelle Finanzmarktbedingungen berücksichtigt. Zudem wird vereinfachend eine Inflationsrate von 2,00% angenommen, entsprechend dem Preisniveauziel der Europäischen Zentralbank.

Sparbuch

Grundsätzlich entspricht ein Sparbuch einem Sparkonto zur Geldanlage ohne feste Laufzeit. Traditionell müssen Besitzer ihr Sparbuch vorlegen, um Geld abzuheben. In der Regel beträgt die Kündigungsfrist für ein Sparbuch drei Monate und häufig dürfen Sparer maximal 2.000 Euro pro Monat von ihrem Sparbuch abheben.

Zudem können sich die Sparbuchzinsen verändern, insbesondere abhängig von den aktuellen Marktbedingungen. Einlagen auf Sparbücher gelten als sehr sicher, da diese gemäß der Europäischen Einlagensicherungsrichtlinie keinem Ausfallrisiko unterliegen. Allerdings sollte dabei die Grenze der Einlagensicherung bei 100.000 Euro pro Kunde und Bank berücksichtigt werden.

In der folgenden Tabelle wird eine Geldanlage auf einem Sparbuch beispielhaft dargestellt.

Anlagezeitraum 3 Jahre
Anlagesumme 10.000 €
Zinssatz 0,02%
Angenommene Inflationsrate 2,00%
Realzins -1,98%
Auszahlungssumme 10.006,00 €
Tatsächlicher Wert (abzüglich Inflation) 9.417,68 €

Tagesgeld

Private Sparer können ihr Geld auf Tagesgeldkonten mit täglicher Verfügbarkeit anlegen. Ebenso wie beim Sparbuch gelten die Einlagen auf einem Tagesgeldkonto als sehr sicher, da diese in Höhe von maximal 100.000 Euro pro Kunde und Bank gemäß der Europäischen Einlagensicherungsrichtlinie keinem Ausfallrisiko unterliegen. Vor diesem Hintergrund gibt es einige private Sparer, die ein “Zinshopping” betreiben. Das Ziel: Von den minimal höheren Tagesgeld-Zinssätzen anderer europäischer Banken profitieren.

Beispielsweise bietet eine große Bank aus Frankreich einen Zinssatz von 0,10% für ihre Kunden mit einem Tagesgeldkonto an. Darüber hinaus fordern vermehrt deutsche Banken Negativzinsen oder Verwahrentgelte von ihren Kunden, die beispielsweise mehr als 25.000 Euro auf ihrem Tagesgeldkonto oder 50.000 Euro auf ihrem Girokonto verwahren (Quelle: Postbank (2022)). Daher stehen viele Sparer in Deutschland im Jahr 2022 vor einer doppelten Herausforderung: die negative Verzinsung ihrer Ersparnisse von meist -0,50% sowie die negative reale Verzinsung von -5,10% aufgrund der steigenden Inflation (Quelle: Statistisches Bundesamt (Januar 2022))

In der folgenden Tabelle wird eine Geldanlage anhand eines Tagesgeldkontos beispielhaft dargestellt.

Anlagezeitraum 3 Jahre
Anlagesumme 10.000 €
Zinssatz 0,10%
Angenommene Inflationsrate 2,00%
Realzins -1,90%
Auszahlungssumme 10.030,03 €
Tatsächlicher Wert (abzüglich Inflation) 9.440,76 €

Festgeld

Ein Festgeld entspricht einer Termineinlage mit einer festen Laufzeit von beispielsweise drei Jahren. Während des Anlagezeitraums erhält der Kunde vom Geldinstitut einen festen Zinssatz. Auch Einlagen von bis zu 100.000 Euro unterliegen der Europäischen Einlagensicherung.

Im Unterschied zum Tagesgeldkonto kann der Anleger nicht ohne Weiteres auf seine Ersparnisse auf dem Festgeldkonto zurückgreifen. Beispielsweise müsste der Kunde bei einer vorzeitigen Rückzahlung auf seine Zinsansprüche verzichten. Außerdem fällt der Zinssatz auf einem Festgeldkonto in der Regel höher aus als auf einem Tagesgeldkonto, da die Einlagen nicht täglich zur Verfügung stehen.

Auch im Rahmen eines Festgeldkontos betreiben einige Anleger ein “Zinshopping”. Beispielsweise bietet eine Bank aus Malta einen Zinssatz von 0,50% für ihre Kunden mit einem Festgeldkonto an. Allerdings ist ein solches Zinshopping mit einem gewissen Aufwand verbunden und birgt dennoch einige Risiken. Im Falle einer Bankinsolvenz könnte es möglicherweise vorkommen, dass der ausländische Kunde nicht direkt seine Einzahlungen zurückerhält.

In der folgenden Tabelle wird eine Geldanlage auf einem Festgeldkonto beispielhaft dargestellt.

Anlagezeitraum 3 Jahre
Anlagesumme 10.000 €
Zinssatz 0,50%
Angenommene Inflationsrate 2,00%
Realzins -1,50%
Auszahlungssumme 10.150,75 €
Tatsächlicher Wert (abzüglich Inflation) 9.556,72 €

Anleihen

Anleihen umfassen Wertpapiere mit festgelegten Ansprüchen. Grundsätzlich wird zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen unterschieden. Im Gegensatz zu Unternehmen können sich Staaten lediglich über Anleihen finanzieren und nicht über beispielsweise über die Herausgabe von Aktien.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die den Kuponsatz und den aktuellen Kurs einer Anleihe beeinflussen können. Je höher die Zahlungsfähigkeit – beispielsweise gemessen am Credit Rating – des Emittenten ausfällt, desto geringer müsste der meist vorher fest vereinbarte Kuponsatz sein. Zudem wird häufig der folgende Zusammenhang zwischen Marktzinssatz und Anleihekurs beobachtet:

  • Sinkt der Marktzins, steigt der Anleihekurs.
  • Steigt der Marktzins, sinkt der Anleihekurs.

Beispielsweise lag der Kuponsatz einer US-amerikanischen Staatsanleihe 2019 (2022), mit einer Laufzeit von drei Jahren, emittiert im Jahr 2019 bei 1,50% (Quelle: Börse Stuttgart (2022)).

Anlagezeitraum 3 Jahre
Anlagesumme 10.000 €
Kupon 1,50%
Angenommene Inflationsrate 2,00%
Realzins -0,50%
Auszahlungssumme  10.456,78 €
Tatsächlicher Wert (abzüglich Inflation) 9.850,75 €

Aktien

Auch Aktien umfassen Wertpapiere, mit denen jedoch keine festen Ansprüche einhergehen. Dies entspricht einem Residualanspruch. Durch den Kauf einer Aktie beteiligt sich ein Anleger an einem Unternehmen. Im Allgemeinen gibt es eine Vielzahl von Faktoren, die einen Einfluss auf den Unternehmenswert (innerer Wert) sowie auf die Aktie (tatsächlicher Börsenpreis) haben können. Dabei gilt grundsätzlich: Je höher die Volatilität der Aktie ist, desto größer fällt tendenziell das Verlustrisiko aus.

Zudem können Aktienkurse in Abhängigkeit der aktuellen Situation stark schwanken. In einem schlechten Fall könnten die erworbenen Aktien nach drei Jahren einen geringeren Wert haben als am Kauftag. Vor diesem Hintergrund sollten Anleger lediglich das Geld in Aktien investieren, auf das sie auch länger verzichten könnten.

Dennoch können Aktien im Vergleich zu den oben genannten Anlagemöglichkeiten grundsätzlich höhere Renditen erwirtschaften, vorausgesetzt, Anleger treffen fundierte Investitionsentscheidungen. Beispielsweise berechnet das Deutsche Aktieninstitut (2021) im Zeitraum von 1996 bis 2013 eine jährliche durchschnittliche Rendite von 7,30% auf den Deutschen Aktienindex DAX.

Anlagezeitraum 3 Jahre
Anlagesumme 10.000 €
Aktienrendite  7,30%
Angenommene Inflationsrate 2,00%
Realzins 5,30%
Auszahlungssumme  12.353,76 €
Tatsächlicher Wert (abzüglich Inflation) 11.675,76 €

Hinweise: Wertentwicklungen von einzelnen Geldanlagen (z.B. Anleihen und Aktien) können nicht pauschalisiert werden. In diesem Vergleich wurden nur einige bekannte Geldanlagen vorgestellt. Es bestehen noch weitere alternative Geldanlagen, die nicht berücksichtigt wurden (z.B. Investmentfonds, Immobilien, Edelmetalle oder Krypto-Assets). Außerdem sollte sich jeder Anleger bewusst machen, dass grundsätzlich steigende Renditen mit höheren Verlustrisiken verbunden sind.

Sind Aktien als Geldanlage für 3 Jahre sinnvoll?

Auf die Frage, ob Aktien eine sinnvolle Geldanlage für drei Jahre sind, gibt es keine pauschale Antwort. Schließlich kann keiner genau vorhersagen, was in der Zukunft passieren wird. So ist grundsätzlich immer ein Eintreten eines Bärenmarktes möglich. Schlimmstenfalls könnten private Sparer mit einer einmaligen Aktienanlage deutliche Verluste erleiden. ABER: Geldanlagen, die als sicherer gelten (z.B. Tagesgeldkonto und Bundesanleihen), stellen keine Alternative dar, um sich vor dem zunehmenden Verlust der Kaufkraft des Geldes (Inflation) zu schützen. Gerade in diesen Zeiten stellen die steigenden Verbraucherpreise (engl.: Consumer Price Index) eine wesentliche Determinante des realen Vermögens dar (Stand: 2022).

Daher kann eine strategisch fundierte Aktien-Geldanlage sinnvoll sein, um letztlich eine positive Realrendite auf das Geld zu erhalten. Folgende Techniken, die insbesondere bei unsicheren Zeiten hilfreich sein könnten, sollten Anleger unter anderem berücksichtigen: Diversifikation, Dollar-Cost-Averaging, Value Investing in Qualitätsaktien und/oder defensive Aktien und schließlich Asset Allocation.

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