Deutsche Bundesbank – Definition & Aufgaben

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Die Deutsche Bundesbank (umgangssprachlich auch BuBa) ist seit 1957 die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptsitz in Frankfurt am Main. Seit dem 1.1.1999 ist die Deutsche Bundesbank Teil des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) und gemessen an der Bevölkerungszahl mit rund 83,5 Millionen Einwohnern die größte der 27 nationalen Notenbanken des ESZB (Stand: 30.09.2025).

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Was ist die Deutsche Bundesbank? – Definition

Die Deutsche Bundesbank ist seit 1999 Teil des ESZB, bestehend aus der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie den nationalen Notenbanken der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU). Als Zentralbank eines Euro-Mitgliedstaats ist sie zugleich Teil des Eurosystems (EZB und nationale Notenbanken der Euro-Länder).

Ihren Sitz hat sie in Frankfurt am Main, neben weiteren neun Hauptverwaltungen und Filialen in Deutschland.

Heutige Aufgaben der Deutschen Bundesbank

Kernaufgaben

Die aktuellen Kernaufgaben der Bundesbank umfassen Geldpolitik, Finanz- und Währungssystem, Bankenaufsicht, Bargeld und unbarer Zahlungsverkehr. Weitere Aufgaben beinhalten die Mitarbeit in internationalen Gremien und Institutionen, ökonomische Forschung und Erstellung von Statistiken. Die folgende Abbildung fasst diese fünf Kernaufgaben sowie weitere Aufgaben der Deutschen Bundesbank zusammen.

Aufgaben der Deutschen Bundesbank

Seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 trifft die Deutsche Bundesbank geldpolitische Entscheidungen nicht mehr allein. Geldpolitische Beschlüsse für den Euroraum werden im EZB-Rat gefasst, in dem der Präsident der Deutschen Bundesbank mitwirkt. Die Bundesbank ist an die Beschlüsse des EZB-Rats gebunden und setzt diese im Rahmen des Eurosystems in Deutschland um.

Bankenaufsicht

Im Jahr 2014 wurde im Zuge eines einheitlichen Aufsichtsmechanismus ein neuer Rahmen für die Bankenaufsicht in Europa geschaffen. Dabei arbeitet die Deutsche Bundesbank eng zusammen mit der EZB, weiteren nationalen Notenbanken und nationalen Aufsichtsbehörden (z.B. der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)). Die Aufsicht erfolgt – je nach Institut – in einer europäischen Arbeitsteilung.

Die neun Hauptverwaltungen der Deutschen Bundesbank begleiten und überwachen Kreditinstitute und Finanzdienstleister in ihrer Region im Rahmen der nationalen Zuständigkeiten. Sie überprüfen unter anderem die Unternehmensführung sowie die Risikosteuerung der Banken und wirken bei der Kontrolle der Einhaltung von Regeln zu Eigenkapital und Liquidität mit. Grundsätzlich gilt eine wirksame Bankenaufsicht als Voraussetzung für ein stabiles Finanzsystem.

Verwaltung der nationalen Goldreserven

Die Deutsche Bundesbank gilt auch als „Verwalterin der deutschen Goldreserven“. Goldreserven sind nationale Goldbestände, für die eine Zentralbank verantwortlich ist. Gold gehört als monetäres Gold zu den Reserveaktiva (Währungsreserven) einer Volkswirtschaft – also zu den international einsetzbaren Reserven, die u.a. aus Devisen und weiteren Reservepositionen bestehen. Sie verwaltet Goldreserven mit einem Gewicht von knapp 3.352 Tonnen (Stand: Ende 2024) und weist damit im internationalen Vergleich einen der weltweit größten Goldbestände auf (nach den Vereinigten Staaten).

Der historische Hintergrund dieser relativ hohen Goldreserven liegt im deutschen Wirtschaftswunder (von 1948 bis 1973), das für hohe Handelsüberschüsse sorgte. In dieser Zeit bestand ein festes Wechselkurssystem (Gold-Devisen-Standard bzw. Bretton-Woods-System), in dem Gold sowie der US-Dollar zentrale Rollen im internationalen Währungs- und Handelssystem einnahmen.

Grundsätzlich erfüllen Goldreserven zwei Funktionen: Zum einen fördern Goldreserven das Vertrauen im Inland, womit auch die Werthaltigkeit der Zentralbankbilanz gefestigt wird. Zum anderen ist Gold Teil der Währungsreserven einer Zentralbank, die bei Bedarf in kurzer Zeit in Fremdwährung umgewandelt werden können. Darüber hinaus kann eine Zentralbank das Halten von Goldreserven als eine Maßnahme zur Krisenprävention und -bewältigung sowie als Diversifikationsmittel ihrer Anlagen sehen.

Geschichte

Die Deutsche Bundesbank wurde im Jahr 1957, zwölf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, als Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Mit ihrer eigenständigen Geldpolitik war sie verantwortlich für die Währung Deutschlands, die Deutsche Mark (DM).

Auf den DM-Scheinen waren die Unterschriften der jeweiligen Präsidenten und Vizepräsidenten der Deutschen Bundesbank abgebildet. Der 10-DM-Schein (Serie 4) griff in der Gestaltung mathematische und geodätische Motive auf, die bis heute als Sinnbild für die Bedeutung von Wissenschaft und Stabilität wahrgenommen werden.

Vorderseite eines 10-Markscheins (Serie 4)
Vorderseite eines 10-Markscheins (Serie 4)

Im Europäischen Währungssystem (EWS) zwischen 1979 und 1998 wurde die DM praktisch zur Ankerwährung und entwickelte sich zu einer international bedeutenden Währung. Nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank setzte die EZB von Beginn an auf eine stabilitätsorientierte und unabhängige Geldpolitik.

Zitate zur Verdeutlichung der hohen Bedeutung der Deutschen Bundesbank vor Beginn der Europäischen Währungsunion (EWU):

Jacques Delors, Präsident der Europäischen Kommission, 1992:

„Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle glauben an die Bundesbank.“

Helmut Kohl, Bundeskanzler, 1997:

„Als Bundeskanzler habe ich manchmal Probleme mit der Bundesbank. Als Bürger bin ich froh, dass es sie gibt.“

Prof. Martin Feldstein, Harvard University, 2003:

„Vor der Wirtschafts- und Währungsunion gab die Bundesbank in Sachen Inflationsbekämpfung für ganz Europa den Ton an. Im Ausland versuchte man, sich auf D-Mark-Niveau zu bringen.“

Historische Aufgaben der Deutschen Bundesbank

Zu den wichtigsten historischen Aufgaben der Deutschen Bundesbank gehörte es bis zum 31.12.1998, zentrale Leitzinsen wie Diskont- und Lombardsatz festzusetzen. Früher spielte dabei das Diskontgeschäft eine große Rolle: Der Diskontsatz war der Zinssatz, zu dem eine Bank ein Wertpapier (einen Wechsel) an die Deutsche Bundesbank verkaufen konnte.

Demgegenüber gab der Lombardsatz den Zinssatz an, zu dem sich Banken Geld von der Deutschen Bundesbank mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten gegen Sicherheiten leihen konnten (Lombardkredit). Normalerweise lag der Lombardsatz über dem Diskontsatz und bildete häufig eine Obergrenze für kurzfristige Geldmarktsätze. Mit dem Beginn der Wirtschafts- und Währungsunion und der Übertragung der Geldpolitik auf das Eurosystem sind nationale Instrumente wie Lombardkredite und Diskontgeschäfte in dieser Form entfallen und durch die geldpolitischen Instrumente des Eurosystems ersetzt worden.

Verlust der geldpolitischen Befugnisse

Am 1.1.1999 – mit Beginn der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion und der unwiderruflichen Festlegung der Umrechnungskurse in Euro – sind die geldpolitischen Befugnisse der Deutschen Bundesbank auf das Eurosystem übergegangen.

Da nicht alle Mitgliedstaaten der EU (27 Mitgliedstaaten, Stand: 2026) zur Euro-Währungsunion (21 Mitgliedstaaten, Stand: 2026) gehören, wird zwischen dem ESZB und dem Eurosystem unterschieden. Zum ESZB gehören neben der EZB die nationalen Notenbanken aller EU-Mitgliedstaaten. Das Eurosystem umfasst die EZB und nur die nationalen Notenbanken der Euro-Staaten. Die EZB ist die zentrale supranationale Institution des ESZB.

Information: Seit dem 1.1.1999 gibt es den Euro als Buchgeld und Rechnungseinheit in elf Gründungsmitgliedern der Europäischen Währungsunion – damit auch in Deutschland. Euro-Banknoten und -Münzen wurden am 1.1.2002 eingeführt. Seitdem ist der Euro in den teilnehmenden Ländern auch als Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel.

Aktuelle Herausforderungen der Deutschen Bundesbank

Verlust der geldpolitischen Souveränität

Ein Anleger sollte sich bewusst sein, dass die Bundesbank am 1.1.1999 die Zuständigkeit für die Geldpolitik endgültig an die EZB bzw. das Eurosystem abgegeben hat. Seitdem entscheidet die EZB über die Geldpolitik im Euroraum. Die besondere Herausforderung für die EZB besteht darin, dass sie eine einheitliche Geldpolitik in einem Währungsraum mit fiskalpolitisch selbstständigen Staaten und teilweise unterschiedlichen Wirtschaftsentwicklungen durchführen muss. V

or einer solchen Herausforderung stand die Bundesbank in dieser Form noch nie, da sie bis 1998 primär für die Geldpolitik in Deutschland – als vergleichsweise homogener Währungsraum – zuständig war.

Beispiel für die frühere Bedeutung von Leitzinsen der Deutschen Bundesbank für Sparbuch-Zinssätze: Im Jahr 1992 bestimmte die Deutsche Bundesbank einen Diskontsatz von knapp 9 %. Auf diese Zeit blicken private Sparer gerne zurück, in der sie auf ihrem Sparkonto teilweise Zinssätze von über 4 % jährlich erhielten.

TARGET-Forderungen (ehemals TARGET2)

Seit Mitte 2007 sind Ungleichgewichte in den TARGET-Salden (früher häufig als TARGET2-Ungleichgewichte bezeichnet) im Euroraum stark angestiegen. Dabei wird teils kritisiert, dass die EZB mit ihrer expansiven Geldpolitik die Entwicklung der TARGET-Salden beeinflusst habe. TARGET-Salden umfassen Forderungen bzw. Verbindlichkeiten einer nationalen Notenbank innerhalb des Eurosystems, die im Zuge der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen über das Zahlungsverkehrsystem TARGET entstehen.

Vereinfacht gesprochen: Wenn ein Zahlungsstrom von Italien nach Deutschland über TARGET abgewickelt wird, kann dies in den Zentralbankbilanzen dazu führen, dass die Bundesbank eine Forderung gegenüber dem Eurosystem aufbaut und spiegelbildlich eine nationale Notenbank in einem anderen Land (z.B. die Banca d’Italia) eine Verbindlichkeit ausweist. Der Anleger selbst erhält dabei typischerweise ein Bankguthaben bei seiner Geschäftsbank – die TARGET-Positionen entstehen auf Ebene der beteiligten Zentralbanken im Hintergrund.

So weist die Deutsche Bundesbank mit einem Wert von rund 1,02 Billionen Euro (Stand: 31.12.2025) die höchsten TARGET-Forderungen im Eurosystem auf. Ein unmittelbares Verlustrisiko wird mit solchen Forderungen nach Einordnung der Bundesbank grundsätzlich nicht verbunden, solange das Eurosystem fortbesteht. Risiken werden vor allem für hypothetische Austritts- oder Auflösungsszenarien diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass der Zusammenhalt der Eurozone für die Bundesbank eine hohe Bedeutung hat.

Deutsche Bundesbank in der Nebenrolle

Die Deutsche Bundesbank ist seit 1.1.1999 Teil des Zentralbankensystems des Euro-Währungsgebiets. Bis Ende 1998 spielte die Deutsche Bundesbank insbesondere in Europa eine herausragende Rolle, da sich die DM praktisch zur Ankerwährung entwickelte.

Mit der Einführung des Euro 1999 ist die geldpolitische Souveränität von der Deutschen Bundesbank auf das Eurosystem übergegangen. Vor diesem Hintergrund hat sich die internationale Bedeutung der Deutschen Bundesbank im Vergleich zur DM-Ära deutlich verändert – auch wenn sie als größte nationale Notenbank des Eurosystems weiterhin eine zentrale Rolle in Europa spielt.

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