Smoothed Moving Average (SMMA) Indikator – Erklärung, Berechnung & Beispiel
Der Smoothed Moving Average (SMMA) (deutsch: „geglätteter gleitender Durchschnitt“) ist ein Trendindikator, der Kursdaten deutlich stärker glättet als ein einfacher oder exponentieller gleitender Durchschnitt. Er wurde von J. Welles Wilder Jr. entwickelt und bildet die Rechengrundlage bekannter Indikatoren wie RSI, ATR und ADX. Für den Händler dient er vor allem dazu, die übergeordnete Trendrichtung zu verdeutlichen. Das geht auf Kosten einer höheren Reaktionsträgheit.
🔴Live-Webinar am 24.08.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
🔴Live-Webinar
am 24.08.2026 um 18:30 Uhr
Vermögensaufbau an der Börse plus zusätzliches Einkommen generieren
Teilnehmer
Smoothed Moving Average im Überblick
| Indikator-Steckbrief: Smoothed Moving Average (SMMA) | |
|---|---|
| Kategorie | Trend |
| Darstellung | Direkt auf dem Preischart (Overlay) |
| Standardeinstellung | Kein plattformübergreifender Standard; der eingebaute TradingView-SMMA verwendet aktuell Periode 7 und standardmäßig den Schlusskurs (Close) als Kursquelle |
| Wertebereich | Unbegrenzt – der Indikator wird in Kurseinheiten des Basiswerts angegeben |
| Typische Zeitrahmen | Daily und Weekly; im Intraday-Handel (15 Min – 4 Std) als Trendfilter |
| Märkte | Aktien, Indizes, Forex, Futures, Kryptowährungen – universell einsetzbar |
| Entwickelt von | J. Welles Wilder Jr., veröffentlicht 1978 in „New Concepts in Technical Trading Systems“ |
SMMA-Signale und Interpretation
Der Smoothed Moving Average (SMMA) liefert Handelssignale vor allem durch seine Position relativ zum Kurs, durch das Kreuzen mehrerer SMMAs untereinander sowie durch sein Verhalten als dynamische Unterstützung oder dynamischer Widerstand. Da der SMMA ein nachlaufender Indikator ist, bestätigt er Trends, statt sie vorherzusagen.
Die Linie verläuft ruhiger als bei Simple Moving Average (SMA) oder Exponential Moving Average (EMA). Signale sind seltener, dafür aber weniger anfällig für einzelne Ausreißer.
Kaufsignal
Ein bullisches Signal entsteht, wenn der Kurs den SMMA von unten nach oben durchkreuzt – der Preis bewegt sich also über den gleitenden Durchschnitt. Bei der Verwendung von zwei SMMAs unterschiedlicher Länge gilt das sogenannte „Golden Cross“ als bullisches Signal: Der kürzere SMMA (z. B. 20 Perioden) kreuzt den längeren SMMA (z. B. 50 Perioden) von unten nach oben. Dies deutet darauf hin, dass sich ein Aufwärtstrend etabliert.

Verkaufssignal
Ein bärisches Signal wird generiert, wenn der Kurs den SMMA von oben nach unten durchbricht. Bei zwei SMMAs entsteht das sogenannte „Death Cross“, wenn der kürzere SMMA den längeren von oben nach unten kreuzt. Dies signalisiert zunehmenden Abwärtsdruck und wird als der Anfang eines Abwärtstrends interpretiert.

Neutraler Bereich
Verläuft der SMMA flach und pendelt der Kurs mehrfach um die Linie, liegt eine Seitwärtsphase vor. In dieser Konstellation sind Kreuzungen wenig aussagekräftig. Sinnvoll ist es, auf eine klare Ausrichtung der Steigung oder auf Bestätigung durch Volumen bzw. Price Action zu warten.
SMMA als dynamische Unterstützung und Widerstand
SMMA-Linien werden häufig als dynamische Unterstützungs- bzw. Widerstandszone genutzt. In Aufwärtstrends fängt die Linie Rücksetzer ab, in Abwärtstrends deckelt sie Erholungen. Divergenzen im klassischen Sinne liefert der SMMA nicht, da er kein Momentumindikator ist.
Berechnung des SMMA-Indikators
Ausgangspunkt für die Berechnung des SMMA-Indikators sind in der Regel die Schlusskurse (Close) aufeinanderfolgender Perioden. Der SMMA ist rekursiv aufgebaut: Jeder neue Wert entsteht aus dem vorherigen Indikatorwert und dem aktuellen Kurs.
- Der erste Wert der Reihe wird als einfacher gleitender Durchschnitt (SMA) über N Perioden gebildet – er dient als Startwert.
- Alle folgenden Werte werden fortgeschrieben, indem der aktuelle Kurs nur mit dem Gewicht 1/N in den bisherigen Durchschnitt einfließt.
Schritt 1 – Startwert (einfacher Durchschnitt der ersten N Perioden):
Schritt 2 – Glättungsfaktor:
Schritt 3 – Rekursive Fortschreibung (finaler Indikatorwert):
Schritt 4 – Vergleich des Glättungsfaktors mit dem EMA:
Damit verwendet ein SMMA der Periode N denselben Glättungsfaktor wie ein EMA der Periode 2N-1. Eine vollständige rechnerische Identität besteht jedoch nur, wenn beide Reihen zusätzlich mit demselben Startwert initialisiert werden.
SMMA-Berechnung anhand eines Zahlenbeispiels
Das folgende vereinfachte Beispiel zeigt die Berechnung eines SMMA mit der Periode 5. Als Kursquelle dienen die Schlusskurse 100, 102, 101, 103 und 104.
Schritt 1 – Startwert aus den ersten fünf Perioden:
Der erste SMMA-Wert entspricht damit dem einfachen Durchschnitt der ersten fünf Schlusskurse.
Schritt 2 – Berechnung bei einem neuen Schlusskurs von 106:
Schritt 3 – Fortschreibung bei einem weiteren Schlusskurs von 105:
Obwohl der neue Schlusskurs von 106 vier Punkte über dem vorherigen SMMA liegt, steigt die Linie zunächst nur von 102 auf 102,80. Die Differenz zum aktuellen Kurs fließt bei einem SMMA(5) jeweils mit dem Faktor 1/5 ein. Dadurch passt sich der Durchschnitt schrittweise an, anstatt unmittelbar auf den vollständigen Kurssprung zu reagieren.
Typische SMMA-Einstellungen
Einziger relevanter Parameter ist die Periode N (zuzüglich der Wahl der Kursquelle, üblicherweise Close).
- Eine kurze Periode (z.B. 7 bis 20) lässt die Linie enger am Kurs verlaufen und liefert frühere, aber auch häufigere Fehlsignale.
- Eine lange Periode (50, 100, 200) veranschaulicht den übergeordneten Trend, reagiert dafür deutlich verzögert.
Bewährt hat sich der SMMA vor allem bei mittleren bis langen Perioden – für sehr kurze Einstellungen sind EMA oder Weighted Moving Average (WMA) meist die passendere Wahl. Im Trendhandel werden häufig zwei Linien kombiniert (z.B. 20/50 oder 50/200), um Kreuzungssignale zu erzeugen.
Beispiel: SMMA-Indikator im Chart
Der folgende Chart zeigt den S&P-500-Index (Cash) mit einem 7-Perioden-SMMA. Die Periodenlänge kann über die Einstellungen des Indikators angepasst werden (z. B. auf 50). Außerdem kann über den Menüpunkt „Indikator hinzufügen“ beispielsweise eine zweite SMMA ergänzt werden.
SMMA mit mehreren Perioden und Zeitebenen nutzen
Neben einer einzelnen Linie oder einem klassischen Zwei-Linien-Crossover können mehrere SMMAs kombiniert werden. Dadurch lassen sich kurzfristige, mittelfristige und übergeordnete Trendebenen gleichzeitig darstellen.
SMMA-Staffel auf einem Chart
Eine mögliche Kombination besteht beispielsweise aus einem SMMA(20), SMMA(50) und SMMA(200):
- Bullische Staffelung: Der schnelle SMMA liegt über dem mittleren SMMA, der wiederum über dem langsamen SMMA verläuft. Steigen zusätzlich alle drei Linien, sind mehrere betrachtete Trendebenen aufwärts ausgerichtet.
- Bärische Staffelung: Der schnelle SMMA liegt unter dem mittleren und dem langsamen SMMA. Fallen gleichzeitig alle Linien, sind die betrachteten Trendebenen abwärts ausgerichtet.
- Ungeordnete Staffelung: Schneiden sich die Linien häufig oder verlaufen sie nahezu waagerecht, fehlt eine klare gemeinsame Trendrichtung.
Da sämtliche Linien aus derselben Kursreihe berechnet werden, stellen sie keine voneinander unabhängigen Bestätigungen dar.
Multi-Timeframe-Analyse mit dem SMMA
Bei der Multi-Timeframe-Analyse wird zunächst die Trendrichtung auf einer höheren Zeitebene bestimmt und anschließend auf einer niedrigeren Zeitebene nach einem passenden Signal gesucht.
Ein mögliches Vorgehen:
- Übergeordnete Richtung bestimmen: Ein steigender Wochen-SMMA kann als Filter für Long-Szenarien dienen, ein fallender Wochen-SMMA als Filter für Short-Szenarien.
- Ausführungsebene wählen: Auf dem Tages- oder Stundenchart wird anschließend auf einen Rücksetzer, eine Rückeroberung der Linie oder ein bestätigtes Kreuzungssignal gewartet.
- Zeitebenen abgleichen: Ein Signal wird nur berücksichtigt, wenn es nicht der zuvor definierten übergeordneten Richtung widerspricht.
Dabei bezeichnet die Periode immer die Anzahl der Balken des jeweiligen Charts. Ein SMMA(50) im Wochenchart verarbeitet 50 Wochenbalken und bildet daher einen wesentlich längeren Zeitraum ab als ein SMMA(50) im Tageschart.
SMMA-Indikator in TradingView erstellen
Der Smoothed Moving Average ist in TradingView als eingebauter Indikator verfügbar und lässt sich in wenigen Schritten auf jedem Chart aktivieren:
- Schritt 1: Den gewünschten Basiswert öffnen (z.B. SP:SPX).
- Schritt 2: In der oberen Toolbar auf „Indikatoren“ (Indicators) klicken, um die Indikator-Suche zu öffnen.
- Schritt 3: Im Suchfeld „Smoothed Moving Average“ bzw. „SMMA“ eingeben und den Treffer aus der Kategorie der eingebauten Indikatoren (Technicals) auswählen.
- Schritt 4: Mit einem Klick wird der SMMA direkt auf dem Kurschart als Overlay hinzugefügt.
- Schritt 5: Über das Zahnrad-Symbol (Einstellungen) lassen sich unter „Inputs“ die Periode und die Kursquelle sowie unter „Style“ Farbe und Linienstärke anpassen. Der eingebaute TradingView-SMMA verwendet aktuell standardmäßig Periode 9 und die Kursquelle Close. Für ein Kreuzungssystem wird der Indikator ein zweites Mal mit abweichender Periode hinzugefügt.
SMMA vs. SMA, EMA und WMA
Alle vier Durchschnittsarten, SMMA, SMA, EMA und WMA, glätten Kursdaten, unterscheiden sich aber darin, welche Beobachtungen in die Berechnung einfließen und wie stark neue Kurse gewichtet werden.
| Merkmal | SMMA | SMA | EMA | WMA |
|---|---|---|---|---|
| Berechnungsprinzip | Rekursive Fortschreibung aus dem vorherigen SMMA und dem aktuellen Kurs | Arithmetischer Durchschnitt der letzten N Kurse | Rekursive Berechnung mit exponentiell abnehmenden Gewichten | Gewichteter Durchschnitt eines festen Fensters, meist mit linear höheren Gewichten für neuere Kurse |
| Gewicht des aktuellen Kurses | 1/N | 1/N innerhalb des betrachteten Fensters | Üblicherweise 2/(N+1) | Bei linearer Gewichtung 2/(N+1) |
| Behandlung älterer Kurse | Ihr Einfluss nimmt exponentiell ab; sie fallen im rekursiven Modell nicht abrupt heraus | Der älteste Kurs wird vollständig entfernt, sobald er das N-Perioden-Fenster verlässt | Ihr Einfluss nimmt exponentiell ab | Kurse außerhalb des festen Fensters werden nicht mehr berücksichtigt |
| Reaktion bei gleicher Periode | Sehr ruhig und vergleichsweise träge | Ruhig, kann aber reagieren, wenn ein alter Wert aus dem Fenster fällt | Reagiert schneller auf aktuelle Kursänderungen | Reagiert durch die höhere Gewichtung neuer Kurse vergleichsweise schnell |
| Typischer Einsatz | Übergeordnete Trendrichtung, Trendfilter und ruhige Unterstützung bzw. Widerstand | Allgemeine Trenddarstellung und klassische Durchschnittssysteme | Kurz- bis mittelfristige Trendwechsel und reaktionsschnellere Signale | Kurzfristigere Analysen mit deutlicher Betonung der jüngsten Kurse |
SMMA-Indikator – Stärken und Schwächen
Stärken
- Sehr ruhiger Linienverlauf – filtert kurzfristiges Marktrauschen und einzelne Ausreißer wirksam heraus
- Weniger Fehlsignale als bei SMA oder EMA gleicher Periode
- Nur ein einziger Parameter, dadurch einfach zu handhaben und robust gegen Overfitting
- Bewährte Rechenbasis: dieselbe Glättung liegt RSI, ATR und ADX zugrunde
Schwächen
- Ausgeprägt nachlaufend – Trendwechsel werden spät angezeigt
- In Seitwärtsphasen entstehen trotz der Glättung Fehlsignale
- Keine Aussage über Momentum, Zielzonen oder Trendstärke
- Für sehr kurzfristige Handelsansätze zu träge
Mögliche Kombinationen mit anderen Indikatoren
Der SMMA entfaltet seine Stärke besonders in Kombination mit anderen Indikatoren der technischen Analyse:
- Relative Strength Index (RSI): Der SMMA gibt die Trendrichtung vor, der Relative Strength Index (RSI) das Timing innerhalb des Trends – etwa, wenn ein Rücksetzer an die SMMA-Linie mit einem überverkauften RSI zusammenfällt.
- Average Directional Index (ADX): Der Average Directional Index (ADX) beziffert die Trendstärke und filtert damit genau jene Seitwärtsphasen heraus, in denen SMMA-Kreuzungen unzuverlässig sind.
- Average True Range (ATR): Liefert das Volatilitätsmaß für Stopps und Positionsgrößen. Der Stop-Loss kann etwa in ATR-Abständen unterhalb der SMMA-Linie platziert werden.
- Price Action / Kerzenmuster: Bullische Umkehrmuster (z.B. Hammer, Engulfing) direkt an der SMMA-Linie bestätigen, dass die Zone als dynamische Unterstützung akzeptiert wird.
- Support/Resistance (ggf. + Fibonacci-Levels): Fällt die SMMA-Linie mit einer horizontalen Unterstützung oder einem Fibonacci-Retracement zusammen, gewinnt das Signal an Gewicht.
Hintergrund und Geschichte des SMMA-Indikators
- 1978: J. Welles Wilder Jr. veröffentlicht „New Concepts in Technical Trading Systems“ und führt darin seine Glättungsmethode ein – gedacht als recheneffiziente Grundlage für RSI, ATR und ADX.
- Spätestens seit den 2000er-Jahren: Die Glättungsmethode wird in verbreiteten Charting-Plattformen als eigenständige Durchschnittsart angeboten. MetaTrader 4, das 2005 offiziell veröffentlicht wurde, führt sie beispielsweise als Smoothed Moving Average beziehungsweise als Glättungsmethode MODE_SMMA.
Fazit zum Smoothed Moving Average
Der Smoothed Moving Average ist ein Filter für die übergeordnete Trendrichtung. Seine Stärke liegt in der Ruhe des Linienverlaufs – erkauft wird sie mit spürbarer Verzögerung. Ergänzend kann ein Trendstärke- oder Momentumindikator dabei helfen, Seitwärtsphasen besser einzuordnen.
Als Primärquelle empfiehlt sich J. Welles Wilder Jr.: „New Concepts in Technical Trading Systems“ (Trend Research, 1978), in dem die Glättungsmethode erstmals beschrieben wird. Einen breiteren Kontext zu gleitenden Durchschnitten bietet John J. Murphy: „Technical Analysis of the Financial Markets“.
🔴 Kostenloses Live-Webinar: Optionshandel lernen und Zusatzeinkommen generieren
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 24.08.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.


