House Money Effect – Definition & Beispiel
Der House Money Effect (deutsch: „Hausgeldeffekt“) beschreibt die Tendenz, nach vorherigen Gewinnen risikofreudiger zu handeln – als würde man mit „Hausgeld“ spielen. An der Börse zeigt sich das u.a. darin, dass Anleger nach Kursgewinnen häufiger riskantere Positionen eingehen oder Gewinne aggressiver reinvestieren, statt das Risiko konsequent am Gesamtvermögen auszurichten.
🔴 Live-Webinar am 16.02.2026 um 18:30 Uhr
Ausbildung für Vermögensaufbau mit zusätzlichen monatlichen Einnahmen
Lerne, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Unterscheide gute von schlechten Aktien, führe eigenständig eine Bewertung durch und erkenne den richtigen Aktienkurs. Lerne außerdem, wie du mit dem Optionshandel einen zusätzlichen Cashflow generierst.
Gute von schlechten Aktien unterscheiden
Profitable Aktien- und Optionsstrategien
In jeder Marktlage Geld verdienen
Plus Gratis-PDF im Webinar: Dein Start in den erfolgreichen Optionshandel
Was ist der House Money Effect? – Definition
Der House Money Effect bezeichnet ein Muster aus der Verhaltensökonomie: Nach vorangegangenen Gewinnen steigt bei vielen Menschen die Bereitschaft, mehr Risiko einzugehen. Der Gewinn wird mental oft als „Puffer“ oder „Bonus“ betrachtet – und dadurch psychologisch anders behandelt als das ursprünglich eingesetzte Kapital.
Begriffsherkunft
Der Begriff stammt aus der Glücksspielterminologie: House Money („Geld des Hauses“) meint Gewinne, die ein Spieler „vom Haus“ (dem Casino) erzielt hat. Diese Gewinne werden häufig weniger „geschützt“ als das eigene Geld – was zu riskanteren Folgeentscheidungen führen kann.
Häufig wird der Effekt im Alltag mit „unerwartetem Geld“ (z.B. Geschenk, Bonus) verwechselt. Solche Zufallsgewinnen (Windfall Gains) können zwar ebenfalls anders ausgegeben werden, der klassische House Money Effect bezieht sich jedoch vor allem auf Risikoverhalten nach vorherigen Gewinnen.
Mentale Buchführung als Ursache für den Housegeldeffekt
Mental Accounting beschreibt die Neigung von Menschen, finanzielle Transaktionen je nach Herkunft und Verwendung des Geldes auf gedanklich getrennten Konten zu verbuchen. Geld wird dabei nicht als einheitliche Ressource betrachtet, sondern unterschiedlich bewertet – je nachdem, aus welcher Quelle es stammt und welchem „mentalen Konto“ es zugeordnet wird. Dies beeinflusst maßgeblich die Bereitschaft, Geld auszugeben oder Risiken einzugehen.
Dadurch kann derselbe Betrag emotional unterschiedlich bewertet werden:
- Reguläres Einkommen (z.B. Gehalt) wird häufiger als „hart verdient“ und schützenswert empfunden.
- Gewinne (z.B. Trading-Gewinne, Kursgewinne) werden eher als „zusätzlich“ wahrgenommen und mit geringerer Verlustangst riskiert.
Klassisches Beispiel für den House Money Effect (und der Break-even-Effekt)
Ursprünglich wurde der Effekt u.a. im Kontext von Glücksspiel und Experimenten zu riskanten Entscheidungen untersucht. Die typische Beobachtung:
- Nach einem Gewinn steigen viele Personen auf riskantere Optionen um (Nach dem Motto „Hausgeld wird leichter riskiert“).
In derselben Forschung wird häufig auch ein verwandtes Muster beschrieben, das man kennen sollte:
- Nach Verlusten kann die Bereitschaft steigen, riskantere Wetten einzugehen, wenn diese die Chance bieten, „wieder auf Null zu kommen“ (Break-even-Effekt).
Beide Effekte können erklären, warum Menschen nach starken Gewinn- oder Verlustphasen dazu neigen, vom ursprünglichen Risiko-Plan abzuweichen.
Ergänzende Heuristiken
Der House Money Effect tritt in der Praxis selten isoliert auf. Häufig wird er durch andere Verzerrungen verstärkt, z.B.:
Hot Hand Fallacy
Nach einer Gewinnserie entsteht leicht das Gefühl, „einen Lauf“ zu haben. Dann wird die Wahrscheinlichkeit weiterer Erfolge überschätzt (Hot Hand Fallacy) und die nächste Entscheidung nicht mehr unabhängig bewertet. In vielen Zufallssituationen ist das eine Fehlwahrnehmung von Zufallssequenzen – auch wenn in manchen Skill-Kontexten über kleine, kontextabhängige Effekte diskutiert wird.
FOMO und Overconfidence
Gerade in Boomphasen kann Fear of Missing Out (FOMO) dazu führen, dass Gewinne aggressiv „weitergeritten“ werden. Gleichzeitig steigt häufig die Selbstüberschätzung („Ich kann das gut“), was die Risikosteuerung zusätzlich verschlechtert.
Auswirkungen des House Money Effect auf Investoren
Am Kapitalmarkt kann der House Money Effect dazu führen, dass Investoren nach Kursgewinnen:
- Positionen größer hebeln oder konzentrierter wetten,
- zu stark in High-Risk-Segmente umschichten (z.B. Small Caps, Krypto-Altcoins),
- Risikobudgets und Stop-Regeln lockern („Ich spiele nur mit Gewinnen“).
Auftreten des Hausgeldeffektes an der Börse am Beispiel Bitcoin
Boomphasen sind ein typischer Nährboden für den House-Money-Effect, weil Gewinne schnell entstehen und psychologisch wie ein „Bonus“ wirken. Bitcoin ist ein klassisches Beispiel hierfür.
- Die starke Aufwärtsphase 2017 endete am 17. Dezember 2017 mit einem Hoch um 19.511 USD (je nach Datenquelle geringfügig abweichend).
- Bitcoin erreichte im November 2021 ein Hoch um 69.000 USD und fiel bis Mitte Juni 2022 zeitweise auf etwa 17.000 USD.
In solchen Phasen investieren manche Anleger Gewinne nicht defensiver oder diversifizierter, sondern gehen im Gegenteil noch spekulativere Risiken ein (z.B. kleinere Altcoins, gehebelte Produkte). Besonders bei Hebelprodukten können Drawdowns und Liquidationen dazu führen, dass nicht nur Buchgewinne verschwinden, sondern – je nach Produktstruktur – auch zusätzliche Verluste entstehen.
House Money Effect beim Investieren überwinden
Der House Money Effect lässt sich nicht „abschalten“, aber systematisch begrenzen. Zwei praxisnahe Ansätze:
Regelbasierter Prozess
Ein strukturierter, regelbasierter Ansatz reduziert den Spielraum für impulsive Entscheidungen nach Gewinnen.
- Risikobudget festlegen (max. Positionsgrößen, maximaler Portfolio-Drawdown, Hebel-Limits).
- Rebalancing-Regeln (z.B. monatlich/vierteljährlich zurück auf Zielquoten).
- Checkliste für neue Trades (These, Risiko, Exit, Worst-Case, Korrelationen).
Solche Regeln können helfen, Entscheidungen konsistenter zu treffen und „Hausgeld-Übermut“ zu begrenzen.
Gewinne in das Gesamtvermögen „integrieren“
Da Mental Accounting eine zentrale Rolle spielt, hilft es, Gewinne bewusst als normales Kapital zu behandeln:
- Gewinne und Verluste regelmäßig dokumentieren (kurzes Trading-/Investment-Journal).
- Den Referenzpunkt klar definieren (z.B. „Gesamtvermögen“ statt „nur der Gewinn seit Einstieg“).
- Optional: Eine feste Regel für Gewinnsicherung (z.B. „X% Gewinn wird in risikoärmere Bausteine/Rebalancing überführt“).
Damit soll ein Umgang etabliert werden, der verhindert, dass Gewinne unbewusst als Freifahrtschein für Überrisiken genutzt werden.
Kostenloses Webinar + PDF: So handelst du profitabel mit Optionen und generierst ein Zusatzeinkommen
Lerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 16.02.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.