Hot-Hand Fallacy (Hot-Hand-Phänomen) – Definition & Beispiel

Autor: Maik Engelkamp Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Die Hot Hand Fallacy (deutsch: „Hot-Hand-Phänomen“) bezieht sich auf die weit verbreitete Annahme, dass eine Person, die in einer Aktivität wie Basketball, Würfelspiel oder an den Finanzmärkten wiederholt erfolgreich ist, dies auch weiterhin sein wird. Die Vorstellung, dass jemand „hot“ ist oder sich in einer Erfolgsphase befindet, führt dazu, dass Menschen annehmen, dass dieser Zustand anhält. Statistische Eintrittswahrscheinlichkeiten, auch wenn sie bekannt sind, werden ignoriert.

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Was ist die Hot-Hand Fallacy? – Definition

Hot-Hand Fallacy bezeichnet die emotional getriebene Überschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses, basierend auf einer Kette vorangegangener Ereignisse. Es handelt sich um eine kognitive Verzerrung (cognitive bias), die häufig am Kapitalmarkt zu beobachten ist, so dass in der Börsenpsychologie auch von einem „Investor Bias“ gesprochen wird. Das Hot-Hand-Phänomen kann als Folge von oder als Ergänzung zu anderen Heuristiken der Verhaltensökonomie (Behavioral Finance) auftreten.

Ursachen der Hot-Hand Fallacy

Die genauen Ursachen der Hot-Hand Fallacy sind noch nicht ausreichend erforscht. Eine der ersten Studien zu diesem Thema war „The Hot Hand in Basketball“ von Gilovich, Vallone und Amos Tversky aus dem Jahr 1985.  Es wurde auch als „Streak Shooting“ bezeichnet – ein Begriff, der sich auf die Überzeugung bezieht, dass die Leistung eines Spielers über einen bestimmten Zeitraum deutlich besser ist, als es aufgrund seiner Gesamtleistung zu erwarten gewesen wäre.

Die meisten Forscher sind sich jedoch einig, dass es sich um ein rein psychologisches Phänomen handelt. Eine mögliche Begründung für das Auftreten dieses Phänomens wird in der kognitiven Verzerrung der Selbstüberschätzung (englisch: “Overconfidence”) vermutet. Laut einem Artikel aus dem Jahr 1989 mit dem Titel „The ‚Hot Hand‘: Statistical Reality or Cognitive Illusion?“ konnte bei einer Neuauflage der Studie kein Beweis für die statistische Existenz des Phänomens gefunden werden.

Nach der Beobachtung einer Reihe von Ereignissen überschätzen Menschen jedoch ihre eigene Fähigkeit, zukünftige Ereignisse vorherzusagen. Bei der Hot-Hand Fallacy führt diese Selbstüberschätzung dazu, dass statistische Wahrscheinlichkeiten vernachlässigt und durch unbegründete Erwartungen ersetzt werden.

Wie funktioniert das Hot-Hand-Phänomen?

Sowohl beim Glücksspiel als auch bei der Geldanlage ist es möglich, eine Glückssträhne zu erleben, die durch eine scheinbare Eigendynamik ausgelöst wird. Die Vorstellung, dass günstige Ergebnisse das Ergebnis einer “heißen Hand” sind, ist jedoch ein rein psychologisches Phänomen.

Sobald ein Anleger oder Spieler glaubt, ein sprichwörtlich gutes Blatt in der Hand zu haben, können folglich einige irrationale Verhaltensweisen auftreten. Zu den häufigen Verhaltensfehlern, die durch eine vermeintlich “heiße Hand” ausgelöst werden können, gehören unter anderem der Bestätigungsfehler, die Kontrollillusion, der Rezenzeffekt und der Rückschaufehler.

Neue Forschungen, die sich moderner statistischer Analysen bedienen, unterstützen die Hinweise auf die „heiße Hand“ bei bestimmten Sportereignissen. Um eine echte Hot-Hand zu erleben, dürfen die einzelnen Ereignisse allerdings nicht völlig unabhängig voneinander sein. Betrachtet man etwa einen Basketballspieler, der im Verlaufe eines Spiels jeden Freiwurf getroffen hat, kann sich dies auf sein Selbstvertrauen auswirken.

Ein gesteigertes Selbstvertrauen (Achtung: Selbstvertrauen ist klar von Selbstüberschätzung abzugrenzen) kann wiederum dazu führen, dass der Basketballspieler an Sicherheit in seinen Aktionen gewinnt und somit seine Nervosität in jeder einzelnen Aktion abnimmt. Tritt der Spieler dann erneut zu einem Freiwurf an, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser wieder im Netz landet, höher als bei Spielern, die ein schlechtes Spiel machen und an Selbstsicherheit verloren haben.

Auswirkungen der Hot-Hand Fallacy auf Investoren

Wenn Anleger in die Falle der Hot-Hand Fallacy tappen, kann dies dazu führen, dass Anlageentscheidungen zunehmend emotional getroffen werden. Eine häufige Folge ist, dass neue, zu große Positionen eröffnet werden, ohne den Portfoliokontext zu berücksichtigen, oder dass Gewinnwahrscheinlichkeiten auf andere Weise überschätzt werden. Daraus folgt beispielsweise, dass Kursbewegungen einzelner Positionen einen dramatischen Einfluss auf die Bewegungen des Gesamtportfolios haben. Kurzum, das Risikomanagement wird vernachlässigt.

Die Hot-Hand Fallacy kann durch andere kognitive Verzerrungen, wie z.B. Selbstüberschätzung, verstärkt werden und zu Verhaltensweisen wie Overtrading führen.

Overtrading zeichnet sich durch ein Missverhältnis zwischen ausgeführten Trades und vorangegangenen Handelssignalen aus. Dies äußert sich beispielsweise darin, dass Aktien eines Unternehmens von dem betreffenden Anleger innerhalb eines kurzen Zeitraums häufig gekauft und wieder verkauft werden. Overtrading erfolgt häufig in der Hoffnung, den besten Einstiegskurs für ein Investment zu erzielen, was statistisch gesehen nicht nachhaltig möglich ist.

Beispiel für die Hot-Hand Fallacy

Ein Aktienhändler stellt fest, dass eine bestimmte Aktie in den letzten fünf Handelstagen stetig gestiegen ist. Überzeugt davon, dass die Aktie ein „heißes Eisen“ ist, beschließt der Händler, massiv in diese Aktie zu investieren, in der Erwartung, dass sie weiter steigen wird. Der Händler ignoriert dabei fundamentale Analysefaktoren wie Unternehmensgewinne, Marktbedingungen oder Wirtschaftsindikatoren, die auf eine Überbewertung oder andere Risiken hinweisen könnten.

Die Annahme ist hier, dass der jüngste Erfolg der Aktie ein handfester Hinweis für zukünftigen Erfolg ist, was eine typische Manifestation der Hot Hand Fallacy ist. In Wirklichkeit könnte der Anstieg der Aktie auf zufälligen Schwankungen, spekulativen Handlungen oder einmaligen Ereignissen beruhen, die nicht von Dauer sind. Wenn sich die Erwartungen des Händlers nicht erfüllen und die Aktie an Wert verliert, wird deutlich, dass die Investitionsentscheidung aufgrund der vermeintlichen Erfolgsserie auf einem Trugschluss beruhte.

Hot-Hand Fallacy beim Investieren überwinden – 2 Tipps

Die Hot-Hand Fallacy ist wie viele andere kognitive Verzerrungen ein natürliches Phänomen der Börsenpsychologie. Es ist daher nicht ungewöhnlich, dass Anleger durch diese Verzerrung zu irrationalen Entscheidungen verleitet werden. Solche Fehlentscheidungen lassen sich jedoch vermeiden, wenn man einige Tipps beherzigt.

Tipp 1: Systematisiertes Investieren

Der Hot-Hand Fallacy kann durch einen systematisierten Investmentansatz entgegengewirkt werden. Durch klar definierte Regelwerke und Investmentchecklisten wird der Investor davon abgehalten, Entscheidungen aufgrund von Emotionen oder kognitiven Verzerrungen zu treffen. Selbst wenn der Investor davon ausgeht, ein “heißes Händchen” zu haben, verhindern die Regelwerke (natürlich nur, wenn sie befolgt werden) kostspielige Fehlentscheidungen.

Tipp 2: Portfoliostruktur beachten

Die Hot-Hand Fallacy führt dazu, dass Erfolgswahrscheinlichkeiten so stark überschätzt werden, dass das Risiko der jeweiligen Investition in den Hintergrund tritt, da es als kaum vorhanden wahrgenommen wird. Dem kann entgegengewirkt werden, indem jede Investitionsentscheidung dokumentiert und die Auswirkungen auf die gesamte Portfoliostruktur berücksichtigt werden. Dazu sollten klare Richtlinien über die maximale Größe einzelner Positionen in Prozent des Gesamtportfolios aufgestellt werden. So kann der Anleger verhindern, dass einzelne Fehlentscheidungen die Stabilität des Gesamtportfolios gefährden.

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