Dividendenkontinuität – Definition & Beispiel

Autor: Philipp Berger

Dividendenkontinuität (englisch: „dividend continuity“) bezeichnet die Praxis eines Unternehmens, eine weitgehend konstante Dividende auszuschütten, die unabhängig von der Ertragsentwicklung des Unternehmens oder der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist und somit zinsähnlichen Charakter hat. Diese Kontinuität kann für Investoren attraktiv sein, da sie eine verlässliche Rendite ihrer Investition bedeutet. Der zu starke Fokus auf eine Dividendenkontinuität wird jedoch teilweise kritisiert.

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Dividendenkontinuität – Definition

Dividendenkontinuität bezeichnet den Ansatz von Unternehmen, im Rahmen ihrer Dividendenpolitik eine weitgehend gleichbleibende Dividende an die Aktionäre auszuschütten. Hauptziel dieser Strategie ist es, den Anteilseignern unabhängig von Umsatz- oder Ertragsschwankungen des Unternehmens eine möglichst konstante bzw. konstant steigende Dividendenzahlung anzubieten.

Vorteile einer Dividendenkontinuität

Konstante Dividenden bietet Anlegern eine planbarere Dividendenrendite, die ihr Vertrauen in die finanzielle Solidität und Leistungsfähigkeit eines Unternehmens stärken kann. Eine konstante oder allmählich steigende Dividende soll Investoren motivieren, sich langfristig am jeweiligen Unternehmen zu beteiligen.

Weitere Vorteile einer stabile Dividendenpolitik sind

  • Einkommenssicherheit: Für viele Anleger, insbesondere Rentner, sind Dividenden eine wichtige Einkommensquelle. Durch Dividendenkontinuität können sie sich auf ein stetiges Einkommen mit höherer Wahrscheinlichkeit verlassen.
  • Krisenfestigkeit: Eine regelmäßige oder steigende Dividende kann als Beleg für die solide Performance eines Unternehmens gesehen werden. Sie unterstreicht die Fähigkeit des Unternehmens, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verlässliche Erträge zu erwirtschaften.
  • Signalwirkung: Eine kontinuierliche Dividende gilt oft als Indikator für einen gesunden Cashflow und eine tragfähige Geschäftsstrategie, auch wenn das Unternehmen vorübergehend niedrigere Gewinne oder sogar Verluste ausweist.

Die Kombination dieser Aspekte kann das Interesse und die Loyalität der Anleger fördern. Dies wiederum stützt den Aktienkurs.

Nachteile und Risiken

Ein zentrales Problem bei der Dividendenkontinuität entsteht, wenn Unternehmen eine regelmäßige Dividende versprechen, die den Jahresüberschuss übersteigt oder sogar in Verlustjahren gezahlt wird.

Im Idealfall orientiert sich die Dividendenhöhe am tatsächlichen Jahresüberschuss. Unternehmen mit volatilen Gewinnen haben in der Regel eine variable Dividende, wobei in Verlustjahren keine Dividende gezahlt wird. Unternehmen, die hingegen eine kontinuierliche Dividende anstreben, finanzieren diese häufig durch die Auflösung von Gewinnrücklagen und Gewinnvorträgen. Reichen die Rücklagen nicht aus, kann dies zu einer Ausschüttungssperre nach § 150 Abs. 3 und 4 AktG führen.

Ein Grund: Das Unternehmensvermögen kann durch fortgesetzte Ausschüttungen bei schlechter Ertragslage trotz fehlender Rücklagen geschmälert werden. Dies gefährdet die Position der Gläubiger, da das verfügbare Eigenkapital sinkt. Ein besonders hohes Risiko entsteht, wenn Dividenden unter der Annahme zukünftiger Gewinne durch Aufnahme von Fremdkapital gezahlt werden.

Daher wird die erzwungene Verfolgung einer Dividendenkontinuität immer wieder kritisiert, wenn die Dividendenausschüttung nicht der tatsächlichen Unternehmensentwicklung entspricht, da sie von einigen Aktionären als schädlich für das Unternehmen und letztlich nicht im Interesse der Anleger angesehen wird. Inwieweit ein Unternehmen trotz schlechter Ertragslage eine Dividendenkontinuität verfolgt, kann beispielsweise anhand der Ausschüttungsquote aufgezeigt werden.

Bedeutung der Ausschüttungsquote

Die Ausschüttungsquote (engl.: Payout Ratio) gibt in Prozent das Verhältnis zwischen dem Jahresüberschuss bzw. dem Free Cash Flow eines Unternehmens und der ausgeschütteten Dividende an. Investoren können anhand der Payout Ratio erkennen, welchen Anteil des Gewinns ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet.

Eine niedrige Ausschüttungsquote kann positiv bewertet werden, da sie dem Unternehmen Spielraum für zukünftige Dividendenerhöhungen oder Reinvestitionen in Wachstum lässt. Im Allgemeinen gilt eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent als gesund.

Liegt die Ausschüttungsquote jedoch stets über 100 Prozent oder wird eine Dividende in Verlustjahren gezahlt, kann das ein Indikator dafür sein, dass ein Unternehmen die Dividende möglicherweise nicht aus dem laufenden Gewinn finanziert. Entweder greift es z.B. auf seine Rücklagen zurück oder es verschuldet sich sogar, um die Dividende zahlen zu können.

Ein weiteres Problem einer hohen Ausschüttungsquote bei gleichzeitiger Dividendenkontinuität ist die eingeschränkte finanzielle Flexibilität. Wenn ein Unternehmen den Großteil seines Gewinns oder sogar mehr als seinen Gewinn als Dividende ausschüttet, bleibt weniger Kapital für Investitionen, Forschung und Entwicklung oder Schuldenabbau übrig.

Beispiel zur Dividendenkontinuität

Die Dividendenkontinuität eines Unternehmens kann trügerisch sein und nicht das tatsächliche wirtschaftliche Bild wiedergeben, wie am Beispiel der Coca-Cola-Aktie ersichtlich wird. Obwohl die Dividende von Coca-Cola kontinuierlich jedes Jahr angehoben wurde und damit die Aktionäre zuverlässig belohnt wurden, zeigt die Ausschüttungsquote ein anderes Bild.

Die Grafik zeigt, dass die Ausschüttungsquote historisch bei rund 90% lag, d.h. in der Regel wurde ein Großteil des Jahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet. Auffallend ist jedoch das Jahr 2017, in dem die Ausschüttungsquote deutlich über 100% lag.

Dividendenkontinuität am Beispiel der Coca-Cola-Aktie

Dies impliziert, dass Coca-Cola in diesem Jahr mehr als seinen Jahresgewinn ausgeschüttet hat. Eine derart hohe Ausschüttungsquote, insbesondere über 100%, kann auf Dauer nicht nachhaltig sein und deutet darauf hin, dass die steigende Dividende nicht unbedingt in jedem Jahr durch ein ebenso steigendes wirtschaftliches Ergebnis gestützt wird.

Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch nicht, dass eine Dividendenaktie wie Coca-Cola sofort unattraktiv werden muss. Auch wenn 2017 eine höhere Dividende ausgeschüttet wurde als Gewinn je Aktie erwirtschaftet wurde, kann ein Unternehmen – entsprechende Ertragskraft vorausgesetzt – wirtschaftlich schwächere Jahre aus den Reserven überbrücken.

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