Scope Ratings GmbH – Tabelle & Erklärung
Scope Ratings GmbH ist eine in Berlin ansässige europäische Ratingagentur, die Credit Ratings für verschiedene Emittenten und Finanzinstrumente erstellt. Sie ist bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) seit 2011 als Credit Rating Agency (CRA) registriert, ursprünglich unter dem Namen „PSR Rating“.
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Scope Ratings GmbH – Unternehmensvorstellung
Die Scope Ratings GmbH ist eine europäische Ratingagentur mit Hauptsitz in Berlin. Sie ist bei der ESMA als Credit Rating Agency (CRA) registriert. Die ESMA-Registrierung besteht seit dem 24. Mai 2011. Das Unternehmen gehört zur Scope Group. Deren Holdinggesellschaft ist die Scope SE & Co. KGaA.
Europas Alternative zu den „Big Three“
Scope positioniert sich als europäische Alternative zu den drei global dominierenden Ratingagenturen Moody’s Ratings, Fitch Ratings und Standard & Poor’s (S&P). Diese sogenannten „Big Three“ dominieren insbesondere den europäischen Markt: Nach Analysen und Marktbeobachtungen der europäischen Aufsicht entfallen seit Jahren über 90 % des Marktes in Europa auf die drei größten Anbieter.
Scope Ratings Tabelle – Bedeutung
Die langfristigen Credit Ratings von Scope werden (je nach Ratingtyp, z. B. Emittent oder Instrument) auf einer Skala von AAA (höchste Bonität) bis D bzw. SD (Default/Selective Default) ausgedrückt.
Zur Feindifferenzierung verwendet Scope die Zusätze „+“ und „-“ für die Ratingkategorien von AA bis B (einschließlich). Insgesamt umfasst die langfristige Skala damit 20 Stufen.
Ein zentraler Wechselpunkt (Marktkonvention) liegt zwischen BBB- und BB+:
- AAA – BBB- wird üblicherweise als „Investment Grade“ bezeichnet (vergleichsweise geringeres Kreditrisiko).
- BB+ – D/SD gelten als „Non-Investment Grade“ bzw. „Speculative“ (erhöhtes Kreditrisiko).
| Scope Rating | Bedeutung (vereinfachte Einordnung) |
|---|---|
| Investment Grade | vergleichsweise geringeres Kreditrisiko |
| AAA | Höchste Bonität / geringstes Kreditrisiko |
| AA+ | Sehr hohe Bonität |
| AA | |
| AA- | |
| A+ | Gute Bonität |
| A | |
| A- | |
| BBB+ | Gute Kreditqualität (mittlerer Investment-Grade-Bereich) |
| BBB | |
| BBB- | |
| Speculative | erhöhtes Kreditrisiko |
| BB+ | Moderate Kreditqualität (spekulativer Bereich) |
| BB | |
| BB- | |
| B+ | Schwache Kreditqualität |
| B | |
| B- | |
| CCC | Sehr schwache Kreditqualität (hohe Verwundbarkeit) |
| CC | |
| C | |
| SD | Default-Status: SD = „Selective Default“ (nicht alle Verpflichtungen/Emissionen in Default), D = „Default“ |
| D |
Scope Ratings Bewertungsverfahren
Obwohl ein Credit Rating in der Praxis bei vielen Agenturen ähnlich abläuft, unterscheiden sich Methodiken, Datenanforderungen und Gewichtungen je nach Ratingtyp und Assetklasse (Corporate, Financial Institutions, Sovereigns, Structured Finance etc.). Scope veröffentlicht die jeweils anwendbaren Methodik-Dokumente öffentlich.
Bewertungskonzept
Das Bewertungskonzept ist abhängig vom Bewertungsobjekt und der zugrundeliegenden Methodik. Für Unternehmensratings (Corporate Issuer Ratings) beschreibt Scope den Kern der Analyse als Kombination aus Geschäftsrisikoprofil, Finanzrisikoprofil und ergänzenden Ratingtreibern.
Die Analyse ist dabei grundsätzlich fundamental und zukunftsorientiert (inkl. Forecasts, typischerweise für die nächsten zwei bis drei Jahre).
1) Geschäftsrisikoprofil (Business risk profile)
- Industrierisiko: z. B. Zyklizität, Markteintrittsbarrieren, Substitutions-/Technologierisiken.
- Wettbewerbsposition: z. B. Marktstellung/Marktanteile, Diversifikation, Preissetzungsmacht, Konzentrationsrisiken.
2) Finanzrisikoprofil (Financial risk profile)
- Verschuldung/Leverage: u. a. Scope-adjusted Debt, FFO/Debt, Debt/EBITDA je nach Methodik.
- Zinsdeckung und Cashflow-Profil.
- Liquidität inkl. Fälligkeitsprofil/Refinanzierungsrisiken und Qualität der Liquiditätsquellen.
3) Ergänzende Ratingtreiber (Supplementary rating drivers)
- Finanzpolitik: z. B. Verschuldungsziele, Dividenden-/Akquisitionspolitik.
- Governance & Struktur: z. B. Transparenz, Komplexität, wesentliche Governance-Risiken.
- Unterstützung: z. B. Parent-/Government Support, sofern relevant und belastbar.
- Peer Context: Einordnung im Vergleich zu Rating-Peers, ggf. Auf-/Abschläge.
Stufen des Bewertungsprozesses
Der konkrete Ablauf ist methodikabhängig. In der Praxis lässt sich der Ratingprozess jedoch typischerweise in folgende Schritte gliedern:
- Informationssammlung & Plausibilisierung: Einholung und Prüfung von Jahresabschlüssen, Planungen/Forecasts, Covenants, Kapitalstruktur, Verträgen sowie qualitativen Informationen (z. B. Strategie, Marktumfeld).
- Quantitative Analyse: Aufbereitung historischer Daten und Erstellung eigener Forecasts, Ableitung zentraler Kreditkennzahlen (z. B. Verschuldung, Zinsdeckung, Liquidität) gemäß Methodik.
- Qualitative Analyse: Bewertung von Geschäftsmodell, Branchen-/Wettbewerbsdynamik, Management, Governance/Struktur sowie weiterer wesentlicher Risikotreiber.
- Gesamtwürdigung & Peer-Kontext: Zusammenführung von Geschäfts- und Finanzrisiko sowie ergänzenden Ratingtreibern und Einordnung im Vergleich zu Peers und Ableitung eines konsistenten Ratingvorschlags (inkl. Ausblick/Outlook bei langfristigen Emittentenratings).
- Ratingkomitee, Veröffentlichung & Überwachung: Entscheidung im Ratingkomitee, anschließende Veröffentlichung (inkl. Begründung/Rating Report) sowie laufende Überwachung (Surveillance) und ggf. Anpassung bei neuen Informationen oder Ereignissen.
Kritik
Wie andere Ratingagenturen steht auch Scope immer wieder im Fokus von Kritik – insbesondere hinsichtlich Governance, Interessenkonflikten und der Frage, wie belastbar Ratings in Stress-/Krisenszenarien sind.
Zwei Themenkomplexe sind für eine Einordnung besonders relevant: ein prominenter deutscher Gerichtsfall (MS „Deutschland“) und aufsichtsrechtliche Sanktionen der ESMA.
Fall MS „Deutschland“ (Mittelstandsanleihe) und Anlegerklagen
Ein häufig genannter Fall betrifft die Mittelstandsanleihe der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH (Emission 2012). Scope hatte für die Anleihe ein Rating im Investment-Grade-Bereich vergeben (in der Berichterstattung: A), später geriet die Emittentin in Schieflage und stellte im Oktober 2014 einen Insolvenzantrag.
Das Insolvenzverfahren wurde zum 01.01.2015 eröffnet. In den Folgejahren kam es zu (Teil-)Ausschüttungen an Gläubiger (z. B. eine erste Quote von 10 % im Januar 2016, weitere Zahlungen wurden berichtet).
In diesem Kontext klagten Anleger gegen Scope. Das Landgericht Berlin bejahte in einem Verfahren (Az. 11 O 5/19, Urteil vom 05.05.2020) grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch. In der Berufung wurde das LG-Urteil aufgehoben und das Verfahren auf einen Vergleich hin gesteuert. Eine belastbare Leitentscheidung blieb damit aus.
Rechtlicher Kontext
Ratings werden rechtlich nicht automatisch wie Anlageberatung behandelt. Allerdings sieht die EU-CRA-Regulierung seit den Reformen 2013 mit Art. 35a einen zivilrechtlichen Haftungsrahmen vor: Unter bestimmten Voraussetzungen können Investoren/Emittenten Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn eine CRA vorsätzlich oder grob fahrlässig gegen bestimmte Pflichten verstößt und dies die Bonitätsbewertung beeinflusst.
Aufsichtsrechtliche Sanktionen (ESMA)
Scope wurde von der ESMA wiederholt sanktioniert:
- 2020: ESMA verhängte eine Geldbuße von 640.000 Euro und eine öffentliche Mitteilung wegen Verstößen im Zusammenhang mit der systematischen Anwendung bzw. Überarbeitung der Covered Bonds Methodology.
- 2024: ESMA verhängte eine Geldbuße von 2.197.500 Euro und eine öffentliche Mitteilung wegen Verstößen gegen Pflichten zur Vermeidung bzw. Handhabung von Interessenkonflikten (u. a. strukturelle Mängel sowie konkrete Konflikt-/Offenlegungsthemen). Scope erklärte laut Berichterstattung, die Punkte seien behoben und hätten einzelne Ratings nicht beeinflusst.
Weitere Informationen
Scope Group – Eigentümerstruktur und Entwicklung
Die Scope Group wird über die Holdinggesellschaft Scope SE & Co. KGaA (Berlin) geführt. Die KGaA ist eine nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Geschäftsführung und strategische Steuerung der KGaA erfolgen über die Scope Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin (General Partner).
Scope wurde im Jahr 2002 in Berlin von Florian Schoeller gegründet. Nach Angaben des Unternehmens umfasst der Gesellschafter-/Aktionärskreis der Scope SE & Co. KGaA heute rund 85 Aktionärinnen und Aktionäre, darunter der Gründer Florian Schoeller sowie der „Anchor Investor“ AQTON SE (Holding von Stefan Quandt) sowie weitere Persönlichkeiten aus Finanz- und Industrieumfeld und institutionelle Investoren.
Als langfristig orientierte (Mit-)Investoren („limited partners“ in der Unternehmenskommunikation, im deutschen Kontext i. d. R. (Kommandit-)Aktionäre/Kommanditisten) nennt Scope u. a. die RAG-Stiftung, Groupe BPCE, Crédit Agricole und DekaBank sowie Versicherungsgruppen wie AXA, HDI/Talanx, Vienna Insurance Group und Swiss Mobiliar.
Entwicklung des Geschäftsmodells
Scope wurde 2002 als Analysehaus mit Fokus auf alternative Investments gegründet. Rund zehn Jahre später erfolgte der Ausbau in Richtung Credit Ratings mit dem Ziel, eine europäische Alternative zu den großen US-Ratingagenturen zu etablieren.
Im Zuge der Erweiterung wurden u. a. auch Zukäufe umgesetzt (z. B. FERI EuroRating Services 2016, Euler Hermes Rating 2021). Heute deckt Scope Ratings u. a. Unternehmens-, Banken/Finanzinstituts-, Staats-/Public-Sector- sowie strukturierte Finanzierungen ab.
Weitere Einheiten der Scope Group und Themenfelder
Neben der Scope Ratings GmbH bestehen innerhalb der Scope Group weitere spezialisierte Gesellschaften bzw. Einheiten/Plattformen mit eigenen Leistungsprofilen.
- Scope Risk Solutions
Scope Risk Solutions unterstützt Kunden beim Messen und Managen von Kreditrisiken u. a. mit skalierbaren Credit-Assessment-Tools, Scorecards, Portfolio- und Cashflow-Analysen sowie beauftragten („mandated“) Credit-Assessments. Dies kann insbesondere für Banken, Asset Manager, Versicherungen, Corporates und öffentliche Stellen relevant sein – auch im Kontext regulatorischer Anforderungen (z. B. Solvency II bei Versicherern). - Scope Fund Analysis GmbH
Scope Fund Analysis ist auf Fonds- und Asset-Management-Analysen spezialisiert. Im Fokus stehen Research, Ratings und qualitative Bewertungen von Investmentfonds (inkl. alternativer/illiquider Strategien), Asset Managern sowie (je nach Produktlinie) auch Analysen zu Zertifikate-Anbietern/Emittenten. - Scope Investor Services
Scope Investor Services unterstützt vor allem institutionelle Investoren (u. a. Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen, Banken) bei der Auswahl von Asset Managern und Fonds sowie bei der Konzeption von Portfoliostrategien für indirekte Anlagen. - Scope ESG Analysis GmbH
Scope ESG Analysis bietet ESG-Analysen und damit verbundene Produkte (z. B. Analysen von Nachhaltigkeitsrisiken sowie (je nach Mandat) Second-Party-Opinions für nachhaltige Anleihen).
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