Scope Ratings GmbH – Tabelle & Erklärung

Autor:

Scope Ratings GmbH ist eine in Berlin ansässige europäische Ratingagentur, die Credit Ratings für verschiedene Emittenten und Finanzinstrumente erstellt. Sie ist bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) seit 2011 als Credit Rating Agency (CRA) registriert, ursprünglich unter dem Namen „PSR Rating“.

🔴 Live-Webinar am 16.03.2026 um 18:30 Uhr

Ausbildung für Vermögensaufbau mit zusätzlichen monatlichen Einnahmen

Lerne, wie du an der Börse ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Unterscheide gute von schlechten Aktien, führe eigenständig eine Bewertung durch und erkenne den richtigen Aktienkurs. Lerne außerdem, wie du mit dem Optionshandel einen zusätzlichen Cashflow generierst.

Einführung: Optionsstrategien für alle Marktlagen Gute von schlechten Aktien unterscheiden
Profitable Aktien- und Optionsstrategien 
In jeder Marktlage Geld verdienen
Plus Gratis-PDF im Webinar: Dein Start in den erfolgreichen Optionshandel

Scope Ratings GmbH – Unternehmensvorstellung

Die Scope Ratings GmbH ist eine europäische Ratingagentur mit Hauptsitz in Berlin. Sie ist bei der ESMA als Credit Rating Agency (CRA) registriert. Die ESMA-Registrierung besteht seit dem 24. Mai 2011. Das Unternehmen gehört zur Scope Group. Deren Holdinggesellschaft ist die Scope SE & Co. KGaA.

Hinweis: Die Gesellschaft war ursprünglich unter dem Namen PSR Rating GmbH registriert und firmierte ab Januar 2012 unter dem Namen Scope Ratings (zwischenzeitlich auch als Scope Ratings AG).

Europas Alternative zu den „Big Three“

Scope positioniert sich als europäische Alternative zu den drei global dominierenden Ratingagenturen Moody’s Ratings, Fitch Ratings und Standard & Poor’s (S&P). Diese sogenannten „Big Three“ dominieren insbesondere den europäischen Markt: Nach Analysen und Marktbeobachtungen der europäischen Aufsicht entfallen seit Jahren über 90 % des Marktes in Europa auf die drei größten Anbieter.

Im November 2023 akzeptierte die Europäische Zentralbank (EZB) die Scope Ratings GmbH als neue externe Bonitätsbeurteilungsinstitution (ECAI) im Eurosystem Credit Assessment Framework (ECAF).

Scope Ratings Tabelle – Bedeutung

Die langfristigen Credit Ratings von Scope werden (je nach Ratingtyp, z. B. Emittent oder Instrument) auf einer Skala von AAA (höchste Bonität) bis D bzw. SD (Default/Selective Default) ausgedrückt.

Zur Feindifferenzierung verwendet Scope die Zusätze „+“ und „-“ für die Ratingkategorien von AA bis B (einschließlich). Insgesamt umfasst die langfristige Skala damit 20 Stufen.

Ein zentraler Wechselpunkt (Marktkonvention) liegt zwischen BBB- und BB+:

  • AAA – BBB- wird üblicherweise als „Investment Grade“ bezeichnet (vergleichsweise geringeres Kreditrisiko).
  • BB+ – D/SD gelten als „Non-Investment Grade“ bzw. „Speculative“ (erhöhtes Kreditrisiko).
Scope Rating Bedeutung (vereinfachte Einordnung)
Investment Grade vergleichsweise geringeres Kreditrisiko
AAA Höchste Bonität / geringstes Kreditrisiko
AA+ Sehr hohe Bonität
AA
AA-
A+ Gute Bonität
A
A-
BBB+ Gute Kreditqualität (mittlerer Investment-Grade-Bereich)
BBB
BBB-
Speculative erhöhtes Kreditrisiko
BB+ Moderate Kreditqualität (spekulativer Bereich)
BB
BB-
B+ Schwache Kreditqualität
B
B-
CCC Sehr schwache Kreditqualität (hohe Verwundbarkeit)
CC
C
SD Default-Status: SD = „Selective Default“ (nicht alle Verpflichtungen/Emissionen in Default), D = „Default“
D

Hinweis: Neben den hier dargestellten Credit Ratings bietet Scope in der Gruppe auch weitere Analyse- und Bewertungsprodukte an (z. B. im Fonds-/Asset-Management-Umfeld). Diese nutzen eigene Skalen und separate Methodiken und sind nicht identisch mit der Credit-Rating-Skala von AAA bis D/SD.

Scope Ratings Bewertungsverfahren

Obwohl ein Credit Rating in der Praxis bei vielen Agenturen ähnlich abläuft, unterscheiden sich Methodiken, Datenanforderungen und Gewichtungen je nach Ratingtyp und Assetklasse (Corporate, Financial Institutions, Sovereigns, Structured Finance etc.). Scope veröffentlicht die jeweils anwendbaren Methodik-Dokumente öffentlich.

Bewertungskonzept

Das Bewertungskonzept ist abhängig vom Bewertungsobjekt und der zugrundeliegenden Methodik. Für Unternehmensratings (Corporate Issuer Ratings) beschreibt Scope den Kern der Analyse als Kombination aus Geschäftsrisikoprofil, Finanzrisikoprofil und ergänzenden Ratingtreibern.

Die Analyse ist dabei grundsätzlich fundamental und zukunftsorientiert (inkl. Forecasts, typischerweise für die nächsten zwei bis drei Jahre).

1) Geschäftsrisikoprofil (Business risk profile)

  • Industrierisiko: z. B. Zyklizität, Markteintrittsbarrieren, Substitutions-/Technologierisiken.
  • Wettbewerbsposition: z. B. Marktstellung/Marktanteile, Diversifikation, Preissetzungsmacht, Konzentrationsrisiken.

2) Finanzrisikoprofil (Financial risk profile)

  • Verschuldung/Leverage: u. a. Scope-adjusted Debt, FFO/Debt, Debt/EBITDA je nach Methodik.
  • Zinsdeckung und Cashflow-Profil.
  • Liquidität inkl. Fälligkeitsprofil/Refinanzierungsrisiken und Qualität der Liquiditätsquellen.

3) Ergänzende Ratingtreiber (Supplementary rating drivers)

  • Finanzpolitik: z. B. Verschuldungsziele, Dividenden-/Akquisitionspolitik.
  • Governance & Struktur: z. B. Transparenz, Komplexität, wesentliche Governance-Risiken.
  • Unterstützung: z. B. Parent-/Government Support, sofern relevant und belastbar.
  • Peer Context: Einordnung im Vergleich zu Rating-Peers, ggf. Auf-/Abschläge.
https://www.deltavalue.de/jade-lizard/

Hinweis: ESG-Aspekte werden im Credit-Rating-Prozess nicht als separates „ESG-Rating“ verstanden, sondern insoweit berücksichtigt, wie sie materiell die Kreditqualität beeinflussen (z. B. Cashflow-Risiken, Governance als universell relevanter Faktor).

Stufen des Bewertungsprozesses

Der konkrete Ablauf ist methodikabhängig. In der Praxis lässt sich der Ratingprozess jedoch typischerweise in folgende Schritte gliedern:

  1. Informationssammlung & Plausibilisierung: Einholung und Prüfung von Jahresabschlüssen, Planungen/Forecasts, Covenants, Kapitalstruktur, Verträgen sowie qualitativen Informationen (z. B. Strategie, Marktumfeld).
  2. Quantitative Analyse: Aufbereitung historischer Daten und Erstellung eigener Forecasts, Ableitung zentraler Kreditkennzahlen (z. B. Verschuldung, Zinsdeckung, Liquidität) gemäß Methodik.
  3. Qualitative Analyse: Bewertung von Geschäftsmodell, Branchen-/Wettbewerbsdynamik, Management, Governance/Struktur sowie weiterer wesentlicher Risikotreiber.
  4. Gesamtwürdigung & Peer-Kontext: Zusammenführung von Geschäfts- und Finanzrisiko sowie ergänzenden Ratingtreibern und Einordnung im Vergleich zu Peers und Ableitung eines konsistenten Ratingvorschlags (inkl. Ausblick/Outlook bei langfristigen Emittentenratings).
  5. Ratingkomitee, Veröffentlichung & Überwachung: Entscheidung im Ratingkomitee, anschließende Veröffentlichung (inkl. Begründung/Rating Report) sowie laufende Überwachung (Surveillance) und ggf. Anpassung bei neuen Informationen oder Ereignissen.
Scope Ratings Bewertungsstufen

Kritik

Wie andere Ratingagenturen steht auch Scope immer wieder im Fokus von Kritik – insbesondere hinsichtlich Governance, Interessenkonflikten und der Frage, wie belastbar Ratings in Stress-/Krisenszenarien sind.

Zwei Themenkomplexe sind für eine Einordnung besonders relevant: ein prominenter deutscher Gerichtsfall (MS „Deutschland“) und aufsichtsrechtliche Sanktionen der ESMA.

Fall MS „Deutschland“ (Mittelstandsanleihe) und Anlegerklagen

Ein häufig genannter Fall betrifft die Mittelstandsanleihe der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft mbH (Emission 2012). Scope hatte für die Anleihe ein Rating im Investment-Grade-Bereich vergeben (in der Berichterstattung: A), später geriet die Emittentin in Schieflage und stellte im Oktober 2014 einen Insolvenzantrag.

Das Insolvenzverfahren wurde zum 01.01.2015 eröffnet. In den Folgejahren kam es zu (Teil-)Ausschüttungen an Gläubiger (z. B. eine erste Quote von 10 % im Januar 2016, weitere Zahlungen wurden berichtet).

In diesem Kontext klagten Anleger gegen Scope. Das Landgericht Berlin bejahte in einem Verfahren (Az. 11 O 5/19, Urteil vom 05.05.2020) grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch. In der Berufung wurde das LG-Urteil aufgehoben und das Verfahren auf einen Vergleich hin gesteuert. Eine belastbare Leitentscheidung blieb damit aus.

Rechtlicher Kontext

Ratings werden rechtlich nicht automatisch wie Anlageberatung behandelt. Allerdings sieht die EU-CRA-Regulierung seit den Reformen 2013 mit Art. 35a einen zivilrechtlichen Haftungsrahmen vor: Unter bestimmten Voraussetzungen können Investoren/Emittenten Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn eine CRA vorsätzlich oder grob fahrlässig gegen bestimmte Pflichten verstößt und dies die Bonitätsbewertung beeinflusst.

Aufsichtsrechtliche Sanktionen (ESMA)

Scope wurde von der ESMA wiederholt sanktioniert:

Weitere Informationen

Scope Group – Eigentümerstruktur und Entwicklung

Die Scope Group wird über die Holdinggesellschaft Scope SE & Co. KGaA (Berlin) geführt. Die KGaA ist eine nicht börsennotierte Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Geschäftsführung und strategische Steuerung der KGaA erfolgen über die Scope Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin (General Partner).

Scope wurde im Jahr 2002 in Berlin von Florian Schoeller gegründet. Nach Angaben des Unternehmens umfasst der Gesellschafter-/Aktionärskreis der Scope SE & Co. KGaA heute rund 85 Aktionärinnen und Aktionäre, darunter der Gründer Florian Schoeller sowie der „Anchor Investor“ AQTON SE (Holding von Stefan Quandt) sowie weitere Persönlichkeiten aus Finanz- und Industrieumfeld und institutionelle Investoren.

Als langfristig orientierte (Mit-)Investoren („limited partners“ in der Unternehmenskommunikation, im deutschen Kontext i. d. R. (Kommandit-)Aktionäre/Kommanditisten) nennt Scope u. a. die RAG-Stiftung, Groupe BPCE, Crédit Agricole und DekaBank sowie Versicherungsgruppen wie AXA, HDI/Talanx, Vienna Insurance Group und Swiss Mobiliar.

Entwicklung des Geschäftsmodells

Scope wurde 2002 als Analysehaus mit Fokus auf alternative Investments gegründet. Rund zehn Jahre später erfolgte der Ausbau in Richtung Credit Ratings mit dem Ziel, eine europäische Alternative zu den großen US-Ratingagenturen zu etablieren.

Im Zuge der Erweiterung wurden u. a. auch Zukäufe umgesetzt (z. B. FERI EuroRating Services 2016, Euler Hermes Rating 2021). Heute deckt Scope Ratings u. a. Unternehmens-, Banken/Finanzinstituts-, Staats-/Public-Sector- sowie strukturierte Finanzierungen ab.


Weitere Einheiten der Scope Group und Themenfelder

Neben der Scope Ratings GmbH bestehen innerhalb der Scope Group weitere spezialisierte Gesellschaften bzw. Einheiten/Plattformen mit eigenen Leistungsprofilen.

  • Scope Risk Solutions
    Scope Risk Solutions unterstützt Kunden beim Messen und Managen von Kreditrisiken u. a. mit skalierbaren Credit-Assessment-Tools, Scorecards, Portfolio- und Cashflow-Analysen sowie beauftragten („mandated“) Credit-Assessments. Dies kann insbesondere für Banken, Asset Manager, Versicherungen, Corporates und öffentliche Stellen relevant sein – auch im Kontext regulatorischer Anforderungen (z. B. Solvency II bei Versicherern).
  • Scope Fund Analysis GmbH
    Scope Fund Analysis ist auf Fonds- und Asset-Management-Analysen spezialisiert. Im Fokus stehen Research, Ratings und qualitative Bewertungen von Investmentfonds (inkl. alternativer/illiquider Strategien), Asset Managern sowie (je nach Produktlinie) auch Analysen zu Zertifikate-Anbietern/Emittenten.
  • Scope Investor Services
    Scope Investor Services unterstützt vor allem institutionelle Investoren (u. a. Versicherungen, Pensionskassen, Stiftungen, Banken) bei der Auswahl von Asset Managern und Fonds sowie bei der Konzeption von Portfoliostrategien für indirekte Anlagen.
  • Scope ESG Analysis GmbH
    Scope ESG Analysis bietet ESG-Analysen und damit verbundene Produkte (z. B. Analysen von Nachhaltigkeitsrisiken sowie (je nach Mandat) Second-Party-Opinions für nachhaltige Anleihen).

Kostenloses Webinar + PDF: So handelst du profitabel mit Optionen und generierst ein Zusatzeinkommen

Einführung: Optionsstrategien für alle MarktlagenLerne in unserem kostenlosen Live-Webinar am 16.03.2026 um 18:30 Uhr, wie du mit dem Optionshandel ein regelmäßiges Zusatzeinkommen aufbaust. Lerne, gute von schlechten Aktien zu unterscheiden und erkenne zuverlässig überteuerte Aktienkurse. Baue dir ein zweites Einkommen auf, mit dem du unabhängig der Marktlage Geld verdienen kannst. Klicke hier, um dich für das Webinar anzumelden.

DeltaValue GmbH hat 4,90 von 5 Sternen | 254 Bewertungen auf ProvenExpert.com