Quote Stuffing – Definition & Bedeutung

Autor: Maik Engelkamp

Quote Stuffing bezeichnet das massenhafte Platzieren und schnelle Stornieren von Börsenorders im Hochfrequenzhandel (HFT). Ziel ist es, andere Trader zu verwirren, deren Orderausführung zu bremsen und die eigenen Handelsabsichten zu verschleiern, indem die Marktdatenfeeds mit einem Auftragsflut überlastet werden. Dadurch kann das HFT-Unternehmen von verzögerungsbedingten Preisineffizienzen profitieren.

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Quote Stuffing – Definition & Bedeutung

Quote Stuffing ist eine Börsentaktik, bei der Händler algorithmische Handelsinstrumente einsetzen, um die Märkte mit Orders zu überschwemmen und so die Ressourcen einer Börse zu überlasten.

Der Begriff „Quote Stuffing“ wurde 2010 von Eric Scott Hunsader, dem Gründer des Finanzdatenunternehmens Nanex, geprägt und beschreibt eine Handelsstrategie, mit der sich Hochfrequenzhändler einen Preisvorteil gegenüber ihren Konkurrenten verschaffen.

High Frequency Trading (Hochfrequenzhandel)

Quote Stuffing wird durch (in der Regel algorithmische) Hochfrequenzhandelsprogramme ermöglicht, die eine HFT-Strategie umsetzen und in der Lage sind, Marktaktionen mit hoher Geschwindigkeit auszuführen. Dabei werden Hunderte oder Tausende von Aufträgen (Orders) pro Sekunde automatisch generiert.

Mit diesen Programmen verdienen HFT-Händler Geld durch Arbitrage: Sie nutzen vorübergehende (durch dieses Verhalten teils selbst verursachte) Preisineffizienzen aus, bevor andere Zeit haben, sie zu bemerken und/oder darauf zu reagieren.

Nur Market Maker und andere große Marktteilnehmer sind in der Lage, diese Taktiken auszuführen, da eine direkte Verbindung zu den Börsen erforderlich ist, um die Strategie effektiv umsetzen zu können. Je näher ein HFT-Server an der Börse ist, desto schneller kann er auf neue Informationen reagieren.

Nach Angaben der Nasdaq macht High Frequency Trading (HFT) schätzungsweise mindestens 50% des gesamten Marktvolumens aus. Der Hochfrequenzhandel an sich ist nicht illegal.

Reaktion der Aufsichtsbehörden

Quote Stuffing wurde von den Finanzaufsichtsbehörden, einschließlich der Securities and Exchange Commission (SEC), der Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, der Commodities and Futures Trading Commission (CFTC) und der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA), unter die Lupe genommen.

Diese Aufsichtsbehörden haben bereits Bußgelder wegen Verstößen gegen die Börsenregeln verhängt. Den Hochfrequenzhändlern wurden unter anderem folgende Verstöße vorgeworfen:

  • Momentum Ignition: Das Platzieren von Aufträgen mit dem Ziel, einen Markttrend auszulösen oder zu verstärken. Dies bietet dem Initiator eine günstige Gelegenheit, Positionen zu eröffnen oder zu schließen.
  • Front Running: Der Handel auf Basis unveröffentlichter Informationen, z.B. über die Fundamentaldaten eines Unternehmens.
  • Layering und Spoofing: Das Platzieren und schnelle Zurückziehen von nicht ernst gemeinten Aufträgen, um eigene Aufträge unter besseren Bedingungen ausführen zu können.

Negative Auswirkungen von Quote Stuffing

Auch wenn die Untersuchung der SEC letztlich andere Faktoren als Hauptursache ausmachte, wurde Quote Stuffing zunächst als einer der treibenden Faktoren für den „Flash Crash“ von 2010 verantwortlich gemacht. Dieser ließ den Dow Jones Industrial Average (DJIA) innerhalb weniger Minuten um 1.000 Punkte fallen.

Unabhängig von der Ursache soll es weit verbreitet gewesen sein und sich negativ auf die Effizienz der Börsen ausgewirkt haben. Somit könnte die Börsentaktik zumindest zu einem Umfeld beigetragen haben, in dem es zu einem solchen “Flash Crash” kommen konnte.

Darüber hinaus deuten Forschungsstudien, die unter anderem von ResearchGate, Nanex und dem Chartered Financial Analyst Institute (CFA Institut) zusammengestellt wurden, darauf hin, dass HFT-Praktiken, einschließlich Quote Stuffing, die Preise in die Höhe treiben, die Liquidität verringern und eine größere Volatilität der Märkte verursachen.

Börsenregel gegen das Quote Stuffing

Sowohl die New York Stock Exchange (NYSE) als auch die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) haben Regeländerungen zur Bekämpfung des Quote Stuffing verabschiedet. Dazu gehört die Regel 5210 (Veröffentlichung von Transaktionen und Kursofferten), die „zwei Arten von Kursofferten und Handelsaktivitäten, die als störend angesehen werden“, verbietet.

Weitere Vorschläge zur Lösung des Problems und zur Reduzierung von Quote Stuffing beinhalten die Einführung von Mindestzeiten, gemessen in Millisekunden, bevor Geld- oder Briefkurse gelöscht werden können.

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