Market-On-Close (MOC) Order – Definition & Erklärung
Market-On-Close (Abkürzung: „MOC“) ist eine Market Order, die nur in der Schlussauktion ausgeführt wird. Die Ausführung erfolgt zum dort ermittelten offiziellen Schlusskurs und damit ohne vorher festgelegtes Preislimit.
MOC-Orders eignen sich bspw. dann, wenn ein Ausstieg „zum Schlusskurs“ als Referenzpreis gewünscht ist (z. B. für Benchmarking, Index-/ETF-Nachbildung oder Rebalancing) und die Position nicht über Nacht gehalten werden soll. Damit lässt sich das Risiko von Kurslücken (Gaps) nach Börsenschluss reduzieren – allerdings nicht die Volatilität innerhalb der Schlussauktion selbst (z. B. NYSE Closing Auction bzw. Nasdaq Closing Cross), die gerade zum Handelsende erhöht sein kann.
Anwendung der Market-On-Close (MOC) Order
Eine Market-On-Close (MOC) Order muss in der Regel bis zu einer bestimmten Uhrzeit eingegeben werden, damit sie am Schlussprozess teilnehmen kann. Die genauen Fristen und Storno-/Änderungsregeln sind börsen- und brokerabhängig. Für US-Börsen gelten typischerweise folgende Cutoffs:
- NYSE: MOC/LOC-Eingabe grundsätzlich bis 15:50 ET. Danach sind Änderungen/Stornos in der Regel nicht mehr möglich. Ausnahmen bestehen teils nur für „legitimate error“ über den zuständigen Handelsschalter/Trade Desk (Details im NYSE-Auktionsprozess: NYSE Auctions).
- Nasdaq: MOC-Eingabe bis 15:55 ET. Storno/Änderung in der Regel nur bis 15:50 ET, danach typischerweise nur noch „legitimate error“ bis 15:58 ET, anschließend nicht mehr (Übersicht: Nasdaq Open/Close FAQs).
In Deutschland entspricht 15:50 ET üblicherweise 21:50 Uhr (MEZ/MESZ) und 15:55 ET entsprechend 21:55 Uhr. In den Wochen der Zeitumstellung (EU/USA) kann die Umrechnung kurzfristig um eine Stunde abweichen.
Nachteile der MOC-Order
Nachteile sind die Unsicherheit des Ausführungspreises (der offizielle Schlusskurs steht erst nach Abschluss der Schlussauktion fest) sowie das Risiko von Slippage durch hohe Volatilität und Order-Ungleichgewichte im Schlussprozess. Zudem nutzen viele Märkte Schutzmechanismen (z. B. „Auction Collars“), die den Auktionspreis in einem regelbasierten Rahmen halten können (z. B. NYSE Auctions).
Eine Alternative ist die Limit-On-Close (LOC) Order. Diese verhindert die Ausführung, wenn der Schlusskurs außerhalb des gewünschten Preisrahmens liegt. Gleichzeitig ist die Ausführungssicherheit geringer.
Zusammengefasst: Eigenschaften der MOC-Order
- Die MOC ist ein At-the-Close Ordertyp, der ausschließlich im Schlussprozess (Schlussauktion/Closing Cross) ausgeführt wird.
- Da es sich um eine Marktorder für die Schlussauktion handelt, erfolgt die Ausführung zum offiziellen Schlusskurs (Auktions-/Cross-Preis).
- Die MOC bietet in der Regel eine hohe Ausführungssicherheit im Schlussprozess – jedoch keine Preissicherheit.
- Wenn eine Ausführung nicht zustande kommt oder die Order nicht (regelkonform) teilnehmen kann, bleibt sie unausgeführt und wird nach Handelsschluss beendet.
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